1. Traditionelles Selmer-Design
2. Archtops
3. Neue Konzepte

1. Traditionelles Selmer-Design:

Diese "Mystery Pacific" (benannt nach der gleichnamigen Reinhardt-Grappelli-Komposition) stammt von Michael Dunn. Eine der Besonderheiten dieses Modells, das auf dem originalen Maccaferri-Design von 1930 basiert, ist der interne Schallresonator, der auf dem Foto gut zu sehen ist.
 
 
Eine Selmer-Tenorgitarre ("grande bouche") aus dem Jahre 1933.

 
Das ist eine Original Selmer "bouche ronde" (Serien-Nummer 448) von 1938, wie sie bei GypsyGuitars angeboten wird.
Eine Busato von 1944, die 2016  von Matt Umanov Guitars angeboten wurde.

 
Das ist Roger Chaputs Selmer, die 2016 von GypsyGuitars verkauft wurde. Roger Chaput hat im frühen Quintette du Hot Club de France Rhythmusgitarre gespielt.

 
 
Das ist eine 1979 von Ibanez gefertigte und von Mario Maccaferri selbst entworfene Ibanez MAC10.
Dieses ausnehmend schöne Fapy-Lafertin-Modell "petite bouche" wurde von Fapy Lafertin in Zusammenarbeit mit Boonstra Guitars in Holland entworfen, die es auch gebaut haben. Es besteht aus brasilianischem Rosenholz und besitzt zur erhöhten Stabilität einen karbon-verstärkten Hals. Die Mechaniken sind Replikas der Original-Selmer-Mechaniken. Diese Gitarre wurde lediglich in limitierter Stückzahl gebaut.

2. Archtops:

 

Dies ist eine Epiphone Zephyr aus dem Jahre 1940, wie sie Django Reinhardt von seinem USA-Aufenthalt im Jahre 1946 nach Frankreich mitbrachte (seine Gitarre hatte die Seriennummer 3442). Es ist möglich (wenn ich es auch nicht mit 100%iger Sicherheit sagen kann), dass die Sessions vom 22. September ("Louise", "I Love You (For Sentimental Reasons)", "Swingtime in Springtime") bzw. 13. November ("Symphony"!) 1947 mit dieser Gitarre aufgenommen wurden (zu erkennen an dem höhenreichen, etwas "sägenden" Klang). Nach Django Reinhardts Tod gehörte diese Gitarre seinem Sohn Babik, der sie 1967 dem amerikanischen Gitarristen Fred Sharp (Jim Hall war ein Schüler von ihm) schenkte. Der restaurierte die inzwischen doch relativ mitgenommene Gitarre und baute sie etwas um (u. a. ergänzte er sie um einen Cutaway). Mehr über diese Gitarre könnt ihr in einem Artikel (englisch) von William Markham nachlesen.
Diese sehr schöne, von der Form her einer Gibson ES-335 nachempfundene Gitarre wurde von Hervé Prudent gebaut und ist mittlerweile im Besitz des Gitarristen Louis Winsberg, der sie bei den Sessions für die CD "J'ai Deux Amours" von Dee Dee Bridgewater benutzt hat. Die Decke dieser Gitarre ist aus Fichte, die Zargen bestehen aus Ahornholz und der Boden aus Esche. Die Mensur beträgt 650 mm, und in Griffbrett und Boden ist ein ausnehmend schönes Blumenmuster eingelegt. Darüber hinaus ist diese Gitarre mit einem piezo-elektrischen Steg-Pickup sowie einem zusätzlichen Mikrofon und einer aktiven Elektronik im Korpusinneren ausgestattet.
Diese "Dressed Gentleman" der Fa. Hoyer ist der berühmten, ebenfalls von Hoyer gebauten "Herr im Frack" aus den Fünfzigerjahren nachempfunden (bis auf Details sind die beiden Gitarren mehr oder weniger identisch). Der Korpus dieser schönen Gitarre besteht aus Mahagoni, das Griffbrett aus Palisander. Die Mensur beträgt 648 mmm, unterhalb des Griffbretts ist ein "floating" Pick-up eingebaut. Sehr schön finde ich auch das geschmackvoll gestaltete cremefarbene Schlagbrett mit den beiden bernsteinfarbenen Knöpfe für "Lautstärke" und "Ton". (Anm.: Da diese beiden Regler beim Rhythmusspiel leider etwas im Weg sind, ist diese Gitarre im Kontext "Swing Manouche" wahrscheinlich eher als Sologitarre sinnvoll.)
 

3. Neue Konzepte:

Diese Hollowbody ist eine von ca. zwölf - jeweils geringfügig modifizierten - Gitarren, die Saul Koll von der Koll Guitar Company in Portland, Or. gebaut hat. Ausser der ähnlichen Form und dem ovalen ("petite bouche") Schallloch haben diese Gitarren mit einem Selmer-Nachbau jedoch nicht viel gemeinsam. Die hier gezeigte 8-string besitzt einen in den Korpus eingebauten Lollar-Humbucker mit handgewickelten Spulen sowie eine "Headless"-Stimmmechanik. Durch die ergonomische Formgebung liegt diese Gitarre überraschend gut in der Hand. Über den Preis kann ich jedoch leider nichts sagen. Der Gitarrist Elliott Sharp hat diese Gitarre bereits live gespielt (Kommentar von Saul Koll: "Astonishing!"). Mehr zum technischen Konzept dieses Gitarrentyps findet ihr auch bei Novax Guitars, die ebenfalls ein paar interessante Gitarren wie die Semi-hollow Natural Charlie Hunter 8-string im Programm haben.

Der innen ausgehöhlte Korpus dieser Gitarre besteht aus einer Fichtendecke und einem Boden aus Mahagoni. Hinzu kommen die bei acht Saiten erweiterten harmonischen Möglichkeiten.
Anm.: Die Fotos der hier gezeigten Gitarren wurden mit Einverständnis des jeweiligen Besitzers, Händlers bzw. Gitarrenbauers veröffentlicht.