
Platine mit elektronischen Bauteilen. Foto: Umberto auf Unsplash.
Es ist schon sehr lange her, daß ich mich auf Stellenausschreibungen in meinem erlernten Beruf beworben habe; warum, das weiß ich nicht genau. Genau genommen habe ich, seit ich 1993 arbeitslos geworden bin, gar nicht mehr in meinem Beruf gearbeitet. Ich vermute, daß das deshalb war, weil die vier Jahre, die ich in diesem Beruf tätig war, so denkbar unerfreulich waren, so daß ich erst mal Abstand davon nehmen wollte. Das fing damit an, daß mir im Frühjahr 1989, obwohl mir im Vorstellungsgespräch versprochen wurde, ich würde die Tariferhöhung bekommen, mir diese laut Arbeitsvertrag vorenthalten wurde. Ich habe in der Euphorie, einen Job bekommen zu haben, schnell unterschrieben, ohne mir den Arbeitsvertrag genauer durchzulesen. Im Nachhinein wollten mir die Firma bzw. der Personalchef die Gehaltserhöhung nicht gewähren. Eigentlich hätte ich da kündigen sollen. Statt dessen schluckte ich das und blieb, obwohl mein Vertrauen in diese Firma gestört war.
Das widersprich leider dem, was diese Firma auf ihrer Website schreibt.
Zitat:
„Wir bezahlen Sie fair: Als Mitarbeiter eines tarifgebundenen Unternehmens der Metall- und Elektroindustrie profitieren Sie von einer attraktiven Vergütung, die aus Ihrer Arbeitsaufgabe und Ihrer individuellen Leistung resultiert.“—Balluff GmbH
Tja, das liest sich so schön, aber meine Erfahrung sah leider anders aus.
Nun habe ich mich heute also zum ersten Mal wieder auf eine Stellenausschreibung „Elektriker/Elektroinstallateur“ beworben und bin mal gespannt, was daraus wird. Von der Ausbildung her bin ich eigentlich Informationselektroniker, wo der Fokus nicht auf Starkstrom liegt, sondern auf Elektronik, aber in der Ausbildung hatten wir auch Starkstrom-Installation. Zudem habe ich 33 Jahre nicht mehr in diesem Beruf gearbeitet.
Dabei hatte mir die Ausbildung durchaus Spaß gemacht. Meine Stärke war Digitalelektronik. Wir haben in der Ausbildung auch einen 19″-Rahmen mit einem Netzteil und einem Voltmeter gebaut, wobei wir sogar die Spule für das Netzteil selber gewickelt haben. Der einzige Wermutstropfen waren zwei Frauen in der Klasse, mit denen ich mich zuerst angefreundet hatte. Als jedoch unsere Klasse mit der Parallelklasse zusammengelegt wurde, ließen diese Frauen – besonders die eine – mich fallen wie eine heiße Kartoffel. Ergo war unser Verhältnis in der Folge sehr gespannt.
