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Gratwanderung

Vorgestern erschien bei CORRECTIV ein Artikel über zehn AfD-Abgeordnete in Mecklenburg-Vorpommern. Autorinnen: Stella Hesch und Lena Köpsell. Darin wird u. a. auf den angeblichen „Austausch“ der deutschen Bevölkerung durch eine multikulturell geprägte Gesellschaft eingegangen. Dies wird als Verschwörungstheorie bezeichnet. Der AfD-Abgeordnete Enrico Schult propagiert diese Theorie anscheinend. Der Begriff „Überfremdung“ wird im Artikel denn auch wie üblich in Anführungszeichen gesetzt.

Obwohl mir der Begriff „Bevölkerungsaustausch“ doch etwas weit hergeholt erscheint1, muß ich mich aber schon fragen, weshalb Nachfragen bei öffentlichen Stellen zu einer Überfremdung durch ausländische Mitbürger so routiniert abgewimmelt werden. Was ist da los? Ich persönlich erlebe diese – angeblich nicht existierende – Überfremdung jeden Tag in der Luwigsburger Myliusstraße und dem angrenzenden Busbahnhof. Ich würde das, was ich da sehe, gern fotografisch dokumentieren, aber das darf ich leider nicht (Recht am eigenen Bild).

So nehmen die Ereignisse eben ihren Lauf, und ich muß schon zugeben, daß es für mich eine absolute Gratwanderung ist, zwischen dem, was als „politische Mitte“ definiert wird und „rechten Gesinnungen“ zu manövrieren. Dabei empfinde ich mich selbst nicht als rechts.Vor ein paar Jahren wollte ich sogar Mitglied bei der LINKEN werden und hatte auch schon meinen Mitgliedsantrag nach Berlin geschickt, der dort allerdings nie angekommen ist. In der Folge habe ich es mir dann allerdings anders überlegt und mich nicht mehr um eine Mitgliedschaft bemüht.

Ich war schon ein paarmal in Versuchung, zu dieser Thematik die Hotline der Bundesregierung anzurufen, habe es aber doch gelassen, weil ich mir denken kann, was ich da zu hören bekomme.

1 Auch wenn ich diesen Begriff als überzogen empfinde, muß ich andererseits schon zugeben, daß die jetzige sowie die vergangenen Regierungen es billigend in Kauf nehmen bzw. genommen haben, daß die Zahl ausländischer Mitbürger stetig zunimmt. So haben, um nur eine Zahl zu nennen, im Ludwigsburger Stadtteil Grünbühl-Sonnenberg laut „Ludwigsburger Kreiszeitung“ 66,5% der Bürger einen Migrationshintergrund. Bürgermeisterin Renate Schmetz sieht da „überhaupt kein Problem“.

Zitat:

„Die hohe Anzahl von Menschen mit Migrationsgeschichte erschreckt mich überhaupt nicht“, sagt die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz.“—Christian Walf

Da ist es wieder, das Abgewimmel von oben.


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