Es ist 01:23 Uhr, während ich „‚Deed I Do“ (1946) vom Orchester Claude Thornhill höre. Gesang: Gene Williams.
Archiv des Monats: Dezember 2024
Heute abend
Eigentlich wollte ich die drei besten Rock-Songs mit einem Gitarrensolo posten. Zwei Stücke hatte ich auch gefunden, aber bei dem dritten wurde es problematisch. Zur Auswahl standen „Do What You Like“ von Blind Faith (Solo: Eric Clapton) und sogar „Starship Trooper“ von Yes (Gitarre: Steve Howe; ok, streng genommen kein Solo, sondern eine trickreiche Begleitung), aber das waren eben alles keine Singles. Hier also – als Kompromiß – die zwei ersten Songs und dann – als drittes Stück – eine rasante Country-Nummer von Ricky Scaggs.
Nr. 1: „While My Guitar Gently Weeps“ (Beatles; 1968; Solo: Eric Clapton).
Das Solo von Eric Clapton beginnt bei 1:55. Das Stück ist auf dem weißen Album der Beatles zu finden und wurde von George Harrison komponiert.
Nr. 2: „Do It Again“ (Steely Dan; 1972; Solo; Denny Dias).
Diese Solo – ab 2:41 – wurde nicht auf einer E-Gitarre, sondern auf einer elektrischen Sitar gespielt. „Do It Again“ ist das erste Stück des Debut-Albums „Can’t Buy A Thrill“ (1973) von Steely Dan.
Und Nr. 3: „Country Boy“ (Ricky Scaggs; Soli: Ricky Scaggs und Albert Lee).
Den Infos bei YouTube zufolge ist dieser Clip vom American Music Shop. Albert Lee ist nebenbei Eric Claptons Gitarrist Nr. 1. Und hier der Text zu „Country Boy“. Albert Lee spielt übrigens auch auf „How High the Moon“ von Emmylou Harris (Solo Nr. 3), zu finden auf dem Album „Evangeline“ (1981).
Heute nachmittag
Nachdem ich heute morgen u. a. einen Link zu „Sweet Wine“ (1968; live) von Cream gepostet habe, habe ich mir ein paar Gedanken zu Lead-Gitarrist Eric Clapton gemacht. Ergebnis: Ich kann mir nicht helfen, aber ich kann mit dem Nach-Cream-Clapton nur wenig anfangen, auch wenn Eric Clapton sein Spiel bei Cream als „maestro bullshit“ bezeichnet hat. In der Folge von Cream immens erfolgreich, finde ich sein Spiel größtenteils einfach langweilig; da kann er noch so viele Grammys haben. Und zu seinem 2. Platz der „100 größten Gitarristen aller Zeiten“ kann ich nur anmerken, daß der „Rolling Stone“, der diese Liste erstellt hat, sich selbst diskreditiert, wenn a) John Lennon (Platz 55) ein besserer Gitarrist sein soll als Rory Gallagher (Platz 57) oder John McLaughlin (Platz 68) und b) Django Reinhardt ganz fehlt. Man ziehe sich das nur mal rein, daß John Lennon ein besserer Gitarrist sein soll als John McLaughlin. Das ist einfach sowas von grotesk. Und was soll „besser“ denn eigentlich heißen? Eben. Mein Fazit: Forget it!
Wollte den Beitrag oben mit ein paar Fotos illustrieren, habe aber keine geeigneten frei verfügbaren Fotos gefunden (Ausnahme: Django Reinhardt), und John Lennon mag ich einfach nicht. Muß in diesem Zusammenhang an das denken, was der Psychiater und Analytiker C. G. Jung in „Psychologie und Dichtung“ schreibt, daß – sinngemäß – ein großer Künstler nicht unbedingt ein großer Mensch sein muß bzw. daß Künstler und Mensch zu trennen sind.
C. G. Jung ca. 1935. Gemeinfrei. Quelle: Wikipedia.
Heute morgen
Bin schon wach – es ist 05:52 Uhr – und höre „‚Deed I Do“ (1946) vom Orchester Claude Thornhill. Gesang: Gene Williams. Der Sound dieser Big Band war das Vorbild für das Miles Davis Nonett von 1948/49 („Birth Of the Cool“): Trompete, Altsaxophon, Baritonsaxophon, Posaune, Waldhorn, Tuba, Klavier, Baß und Schlagzeug.
- Colosseum: „Butty’s Blues“ (1969)
- Emerson, Lake & Palmer: „Take A Pebble“ (1970)
- Rory Gallagher: „A Million Miles Away“ (1974; live)
- Cream: „Sweet Wine“ (1968; live)
- Jimi Hendrix: „Villanova Junction“ (1969; live)
- Yes: „Starship Trooper“ (1973; live)
- Fleetwood Mac: „Oh Well“ (1969)
- Allman Brothers Band: „Mountain Jam“ (1971; live)
Heute mittag
Auf YouTube habe ich eine Reihe von Aufnahmen von Gitarrist George Barnes und seinem Oktett entdeckt, die ich auf Platte habe und die um 1945 aufgenommen wurden. Hier „Smoke Gets In Your Eyes“.
Heute morgen
Nachdem ich Heiligabend gut überstanden habe, höre ich heute morgen „Don’t Blame Me“ (November 1947) von Barry Ulanovs Metronome All Star Jazzmen: Lennie Tristano [p], Billy Bauer [g] und Tommy Potter [b].
Fahre heute zu meiner Schwester, die in Oberndorf wohnt, einem Stadtteil von Rottenburg am Neckar. Leider sind meine Nichte mit ihren beiden Kindern und meine Neffen heute nicht da.
Heute abend
Habe mich heute nachmittag etwas mit dem neu installierten MuseScore beschäftigt, einem Open-Source-Notensatzprogramm. Leider ist MuseScore nicht so intuitiv, wie ich mir das wünschen würde. Ich habe es aber immerhin geschafft, einen einzelnen Akkord zu setzen. Das ist ein diatonischer Nonenakkord in C-Dur, also E9. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man diesen Akkord so auf der Gitarre greifen kann1. Mein Ziel ist es jedenfalls, flüssig Noten lesen bzw. schreiben zu können, um Arrangements zu schreiben. Hier der Akkord:
Heute morgen
Bin schon eine Weile wach – es ist gerade 06:58 Uhr – und habe auf YouTube einen Ausschnitt aus „Hellzapoppin'“ (1941) entdeckt, den ich hier mal posten möchte. Dieser Ausschnitt wurde mittels KI (imho überzeugend) eingefärbt. Schon toll, was man heuzutage alles machen kann.
„Hellzapoppin`“ zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Eigentlich ist das ein total überkandidelter Film, aber auf eine liebenswerte Weise überkandidelt (Zitat: „Anything can happen and it possibly will.“) . Die hier gezeigte Szene beginnt mit dem damals populären Duo Slim & Slam (Slim Gaillard [g, p, voc] und Slam Stewart [b]) und geht dann in eine wilde Tanznummer über.
Ebenfalls von 1941: „Chattanooga Choo-Choo“ vom Orchester Glenn Miller. Gesang: Tex Beneke [ts, voc] und die Modernaires.
Das ist Peggy Lee mit dem Orchester Nelson Riddle. Beachtet auch das tolle Arrangement. Diese Aufnahme stammt von 1958.
Heute morgen
Heute abend
Durch meinen letzten Beitrag bin ich ganz in die New Yorker Jazzszene der Vierziger- und Fünfzigerjahre eingetaucht. In diesem Beitrag habe ich am Anfang den Pianisten und Mentor Lennie Tristano erwähnt, von dem ich mir 1983 zum ersten Mal eine Platte gekauft habe. Eines der Stücke darauf war das 1956 aufgenommene „Line Up“, ein Stück für Piano, Kontrabass und Schlagzeug, von Tristano mit halber Geschwindigkeit aufgenommen, wofür er dann auch prompt kritisiert wurde. Vermutlich hielten die Kritiker das damals für „nicht authentisch“. Nachdem ich mir „Line Up“ bei halber Gerschwindigkeit angehört habe, frage ich mich, was Tristano damit bezwecken wollte.
Um Lennie Tristano bildete sich jedenfalls in den Vierzigerjahren ein Kreis junger Musiker, zu denen Lee Konitz [as], Arnold Fishkin [b], Billy Bauer [g] und andere gehörten. Man traf sich im Apartment von Arrangeur Gil Evans, das sich hinter einer chinesischen Wäscherei befand, um Ideen auszutauschen und Musik zu machen. Evans war damals Arrangeur für Claude Thornhill („Snowfall“; 1946, die Erkennungsmelodie dieser Big Band, die m. W. jedoch von Thornhill selbst arrangiert wurde). Evans schrieb die Arrangements für „Donna Lee“ von Charlie Parker und Miles Davis oder auch „La Paloma“ von Sebastián de Yradier.



