Archiv des Monats: Februar 2025

Heute nachmittag

War heute mittag beim Trölsch, Mittagessen, da ich durch den Klinikaufenthalt etwas gespart hatte. Das Essen war soweit ok: Barschfilet m. Kartoffel-Kürbis-Stampf, Kräutersauce und ein kl. Salat. Später dann aber, auf der Rückfahrt im Bus, mindestens sechs Ausländer, die sich in ihrer Heimatsprache unterhalten haben. Fühle mich hier immer fremder und war froh, als ich aussteigen konnte.

Heute morgen

War wegen verschiedener Sachen sechs Tage im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Muß jetzt – wieder zu Hause – noch zu zwei Fachärzten gehen. Da es sich sehr kurzfristig entschied, daß ich ins Krankenhaus gehen würde, konnte ich auch keine Briefwahl beantragen; ergo habe ich leider nicht wählen können.

War in der Stadt, einkaufen. Der Filialleiter beim Rewe, ein Herr N., unfreundlich wie immer. Statt dessen wird man an der Kasse mit „Haben Sie Rewe-App?“ genervt. Der Filialleiter hat mich in neun Jahren gerade mal zweimal gegrüßt, was imho schon sehr schwach ist.

Höre „It’s Too Late“ (1971) von Derek & The Dominos (Eric Clapton [g, voc], Bobby Whitlock [p, voc] Carl Radle [b] und Jim Gordon [dr]), aber ich persönlich kann mit diesen My-Baby’s-Gone-And-Left-Me-Songs leider nur wenig anfangen – Eric Clapton hin oder her.

Heute nachmittag

Rory Gallagher 1982. Fotograf: Harry Potts. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

War doch nicht auf dem Ludwigsburger Marktplatz. Bin auch froh, daß es nicht mehr schneit, was ich nicht so besonders mag. Wollte Fotos von Rory Gallagher finden, aber bei IMAGO Fehlanzeige; nur Sportfotos. Bei Getty Images hat es zwar jede Menge Fotos, aber die sind 4,6 mal so teuer wie bei IMAGO. Also, € 150,- für ein Foto in kleiner Auflösung finde ich einfach gesponnen. Habe schließlich ein Foto in der Wikipedia gefunden.

À propos Inflation: Ich frage mich schon eine ganze Weile, wohin das Mehr an Geld bei einer Inflation im Endeffekt geht. Da muß es doch einen Gewinner geben, denn das Geld verschwindet ja nicht im Vakuum. 

Heute morgen

Samstag. Heute werden hinter der evangelischen Kirche in Ludwigsburg wieder die Stände der diversen Parteien aufgebaut sein. Ich weiß aber noch  nicht, ob ich da hingehen werde.

Höre „Keep On Chooglin'“ (1969) von Creedence Clearwater Revival, ein Song, der auf nur einem Akkord (E-Dur) aufgebaut ist. Eigentlich kamen Creedence Clearwater Revival aus San Francisco, obwohl man ihren Themen nach meinen könnte, daß sie aus den Südstaaten kamen, vielleicht aus Louisianna.

Als ich vorhin auf YouTube „Physical“ (1981) von Olivia Newton-John gehört habe, kam gleich danach „I’ll Remember“ (1968) von Taste, der Band, die Rory Gallagher vor seiner Solo-Karrierer hatte. Seit mir ein damaliger Mitschüler „Irish Tour ’74“ (1974) empfohlen hat, war ich ein totaler Rory-Gallagher-Fan. Ich habe ihn auch dreimal live gesehen: das erste Mal 1977 bei einem Open-Air in Pforzheim, und dann – mit neuer Band – zweimal 1978, erst in Böblingen und dann in Karlsruhe. Während das erste Konzert wirklich sehr gut war, war ich von den beiden anderen Konzerten wie auch von dem 1978 herausgekommenen Album „Photo-Finish“ sehr enttäuscht. Imho war die alte Band, mit der Rory Gallagher „Irish Tour ’74“ aufgenommen hatte, deutlich besser als die neue Band von 1978.

Heute nachmittag

War in der Stadt, u. a. beim Trölsch etwas essen. Die Bedienung war nur mäßig freundlich. Dann, an der Kasse beim Rewe: „Haben Sie Rewe-App?“. Das wie gesagt jedesmal, wenn ich da einkaufe. Wenn der Marktleiter, ein Herr N., etwas freundlicher wäre, würde das viel mehr helfen als so eine blöde App. Vielleicht sage ich ihm das auch mal.

Auf der Fahrt heimwärts ein Bus voller junger Ausländer. Ich bin notgedrungen eingestiegen; wohl gefühlt habe ich mich auf der Fahrt jedoch nicht. Da war so eine Spannung im Bus. Zu Hause, defilierten gruppenweise ebenfalls junge Ausländer an meinem Fenster vorbei. Keine Ahnung, wo die herkommen. Daß ich rund um den Busbahnhof praktisch nur auf Ausländisch beschallt werde, erwähne ich fast nicht mehr. Und dann ist da noch die Tatsache, daß alle paar Wochen Meldungen durch die Presse gehen, daß irgendwo schon wieder jemand abgestochen worden ist. Mein Gott, wo lebe ich denn langsam? Wenn ich das Geld hätte, so meine Gedanken im Bus, würde ich auswandern. Deutschland hat sich in den letzten 25 Jahren sehr verändert, und nicht zum  Guten.

Frage mich, ob ich überhaupt noch zum Trölsch gehen soll. Der Aufenthalt heute hat mich deprimiert. Frau J., die Bedienung, sonst an sich freundlich, war heute (Streß?) spürbar unfreundlich. Und dann sind da noch insbesondere Frau S. und Frau M., die eigentlich nie freundlich sind, außer, wenn sie mit ihren Kolleginnen reden. Frage mich, ob sich das noch lohnt. Zudem muß ich sparen. Habe dem Trölsch eine kritische Email geschrieben, aber bei so einem gut laufenden Geschäft interessiert das die wohl nicht. Ergo kam auch keine Antwort.

Höre gerade „Is That So“ (1970) von Savoy Brown. Das Stück enthält ein längeres Solo von Lead-Gitarrist und Gründer Kim Simmonds, ist meiner Ansicht nach jedoch nur mäßig interessant. Simmonds spielt da anscheinend eine verstärkte akustische Gitarre. Daß er auch anders kann, zeigen seine Gitarren-Breaks in Stücken wie „Needle And Spoon“ (1970) vom selben Album.

Heute morgen

Heute nacht hat es wieder geschneit. Passend zum Wetter höre ich „Snowfall“ (1947) vom Orchester Claude Thornhill.

Oliver Martin von der Ludwigsburger FDP. Pressefoto.

Noch neun Tage bis zur Wahl. Ich bereite mich mental schon mal auf einen Kanzler Friedrich Merz vor, denn: Wer käme sonst in Frage? Morgen – Samstag – werden bei dem Ludwigsburger Marktplatz wieder die diversen Stände der Parteien präsent sein. War ja voriges Jahr mal interessehalber am Stand von Oliver Martin von der FDP. Das war ein freundliches Gespräch: Er: „Wir bleiben in Kontakt.“ Dann hatte ich ihm aber die Links meiner drei Blogs zugemailt. Darauf  kam dann nichts mehr. Na ja, Herr Martin wird schon gemerkt haben, daß wir nicht auf derselben Seite sind.

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Überlege, ob ich am Samstag auf den Marktplatz gehen und – nur interessehalber – mit den Vertretern der einen oder anderen Partei reden soll. Anscheinend ein Tabuthema: Die Reichen in Deutschland. Keiner gibt zu, sie zu unterstützen – gemacht wird es trotzdem. Dabei wäre das ein ganz zentrales Thema. Vor diesem Hintergrund kann ich es auch nicht mehr hören, wenn gesagt wird, daß für xyz nicht genügend Geld da wäre. Statistisch gesehen hat jeder Bundesbürger ca. – ganz grob – € 100.000,-, wobei die Summe aller Privatvermögen € 9 Billionen beträgt.

Da redet die CDU von einem neuen Wohlstandsversprechen, aber wen betrifft das denn? Laut einer Statistik werden die Privathaushalte in Deutschland immer reicher. Wo ist also das Problem? Also, meinen Wohlstand interessiert keiner. Da scheint das Motto zu gelten: Sparen müssen die Kleinen; die Reichen werden geschont, wo es geht. M.W ist die einzige (?) Partei, die an diesem Zustand etwas ändern, will, die LINKE (und evt. das BSW). Dagegen unterstützen CDU/CSU und FDP die Reichen nach Kräften, aber: Zugeben? Kein Gedanke. Ich ahne auch, daß sich das im Rahmen unseres politischen Systems – wie auch immer man das bezeichnen mag – auch nicht ändern wird. Da bräuchte es imho einen Faktor X, der die Karten ganz neu mischt. Was das aber sein könnte, vermag ich nicht zu sagen.

Und – bei den Grünen/Bündnis 90 gefunden – :

Screenshot. © Copyright 2024 by Grüne/Bündnis 90.


Wie kann man nur so lügen, ohne rot zu werden? Vor allem „… schaffen Frieden & Sicherheit“. Und überhaupt „Gerechtigkeit“? Auf was bezieht das sich denn? Also, ich (Rente + Grundsicherung) habe jedenfalls nichts davon – im Gegenteil.

Heute nachmittag

Nach dem Streik  der Busfahrer während der letzten zwei Tage – der vierte Streik nach meiner Rechnung – weiß ich immer noch nicht, ob die Arbeitgeber jetzt nachgegeben haben oder ob noch weitere Streiks folgen. Interessantes am Rande: Die Arbeitnehmer, die den Unternehmensgewinn erwirtschaften, werden daran m. W. nicht beteiligt.

Email von mir an einen Herrn Bollinger von ver.di:

„Sehr geehrter Herr Bollinger,

gestern sah ich im Bus die Ankündigung eines erneuten Streiks.
Dabei frage ich mich aber, ob Sie dabei auch an die Fahrgäste denken, die ja in erster Linie die
Leidtragenden sind. Wie lange soll das Spiel denn noch gehen? Und uns Fahrgäste entschädigt keiner; ich meine,
wieso auch? Wir haben das ja gefälligst hinzunehmen. Das ist inzwischen, wenn ich richtig gerechnet habe,
der vierte Streik. Und: Wenn die Bus- fahrer nur ein bischen freundlicher wären, würde ich ihnen die
Tariferhöhung auch gönnen,  aber freundlich sind die Busfahrer nur gegenüber ihren Kollegen; da blühen sie
regelrecht auf. Darüber hinaus bekomme ich auch nicht mehr Geld (Rente + Grundsicherung). Bei einer
Rentenerhöhung wird mir einfach die Grundsicherung gekürzt. So kann es eben auch gehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny“

Keine Antwort; so ist es halt bequemer.

Etwas ganz anderes. Bei der Ludwigsburger Kreiszeitung habe ich den Artikel „Video über Islamhass-Vorwürfe gegen Ditzinger Bäckerei geht viral – dann folgen Morddrohungen“ entdeckt; leider nur im Abo.

Zum Inhalt: Schauplatz des Ganzen war eine Bäckerei in Hirschlanden, einem Stadtteil von Ditzingen zwischen Ludwigsburg und Stuttgart. In diese Bäckerei kam nun also eine verschleierte junge Frau – Aisa S. -, wurde aber sofort vom Inhaber gebeten, den Schleier abzunehmen. Als sie dem nicht Folge leistete, eskalierte die Situation, wobei die junge Frau anscheinend auch verbal provozierte. Interessant: Der ganze (?) Vorfall wurde von Aisa S. mit dem Handy aufgezeichnet. Da kann man sich die Frage stellen: Warum? Ich persönlich komme zu dem Schluß, daß sie sich als Opfer stilisieren wollte. Rein rechtlich gesehen ist das Tragen einer Verschleierung (Niqab) in Deutschland seit dem 1.Oktober 2017 im öffentlichen Raum inzwischen verboten. Das muß der Trägerin doch klar gewesen sein. Nachdem das Handy-Video auf TikTok gepostet wurde, wurde in der Bäckerei eine Scheibe eingeworfen und der Bäckermeister erhielt nach eigener Angabe vier Morddrohungen. Mal abgesehen davon, daß mir TikTok einfach zu krass ist, finde ich diese Eskalation und besonderns die Morddrohungen sehr problematisch.

Heute morgen

Friedrich Merz. Pressefoto: Tobias Koch.

Friedrich Merz von der CDU will, sollte er Kanzler werden, die Bahn „zerschlagen“, siehe den Artikel „Merz will Bahn zerschlagen: Was bedeutet das für die Fahrgäste?“ bei INGENIEUR.de. Also, schon das Wort „zerschlagen“ hat für mich einen negativen Beigeschmack.

Zitat:

„Da zünden fachfremde Opportunisten Nebelkerzen, um auf Kosten der Beschäftigten die Interessen der neoliberalen Wettbewerbslobby durchzusetzen.“—EVG-Chef Martin Burkert

Nach der freundlichen Email aus dem Büro von Friedrich Merz dann so etwas. Schade! Merz will  ja auch auf Kernkraft setzten, ungeachtet der enormen Probleme mit der Endlagerung des Atommülls. Seht hierzu das Video „Atommüll: So gefährlich ist er wirklich“ von Harald Lesch.

Heute morgen

Es ist 02:13 Uhr, und ich trinke meinen ersten Milchkaffee (entkoffeiniert). Die Busfahrer von LVL Jäger streiken auch heute wieder. Gönnen tue ich denen eine Tariferhöhung nicht, sollen sie den Fahrgästen gegenüber erst mal ein bischen freundlicher sein. Gerade geht mir „Mary Anne With the Shaky Hand“ (1967) von den Who im Kopf herum. Wollte dieses relativ einfache Stück im Gitarrenunterricht verwenden, aber meine Schülerin M. hat mir vorigen Sonntag abgesagt.

05:32 Uhr. Höre „Don’t Blame Me“ (1948) von Lennie Tristano [p], Billy Bauer [g] und Tommy Potter [b].

Lennie Tristano, New York, N. Y., ca. August 1947. William P. Gottlieb/Ira and Leonore S. Gershwin Fund Collection, Music Division, Library of Congress.

Tristano war insbesondere in den späten Vierzigerjahren eine Art Mentor. Musiker, die zu seinem Kreis gehörten, waren Arnold Fishkin [b], Billy Bauer [g], Warne Marsh [ts], Lee Konitz [as] und andere. Treffpunkt war, wenn mich nicht alles täuscht, das Apartment von Arrangeur Gil Evans, das hinter einer chinesischen Wäscherei lag. Zu diesem Kreis gehörte auch die Pianistin und Sängerin Blossom Dearie, die später bei Verve unter eigenem Namen eine Reihe von Alben veröffentlichte.

Lee Konitz (2. v. l.) 1947 mit der Claude Thornhill Big Band. William P. Gottlieb/Ira and Leonore S. Gershwin Fund Collection, Music Division, Library of Congress.

Lee Konitz habe ich mindestens einmal live gesehen; das war 1987 in Stuttgart. Ich meine sogar, daß ich Lee Konitz noch ein zweites Mal live gesehen haben muß; das war 1990 anläßlich eines Konzertes in der Suttgarter Liederhalle, das „Rebirth Of the Cool“ betitelt war. Es gibt da übrigens eine schwer zu findende Platte von ihm aus der Serie „Music Minus One“, mit einem schönen „You Go To My Head“ und dem Bossa Nova „Meditation“. Die Stutgarter Stadtbücherei müßte ein Exemplar in ihrem Bestand haben.
Es ist inzwischen 07:11 Uhr, und es regnet schon eine ganze Weile. Werde heute nicht in die Stadt gehen (Streik), aber ich  habe einen Termin bei meinem Hausarzt.