Archiv des Monats: März 2025

Heute nachmittag

Heute sind mir im Gespräch mit einer Bekannten wichtige Dinge aus meiner Vergangenheit klar geworden. Die Bekannte hat gemeint, ob ich das nicht mal aufschreiben wolle. Dasselbe hat mir ja schon die Frau geraten, die bei mir putzt.

War vorhin in der Stadt, u. a. beim Orthopäden, einen Termin ausmachen. In der Myliusstraße dominieren Ausländer, das hat mir auch eine andere Bekannte bestätigt, die dort vor kurzem war. Das Dumme ist, daß der Einzelne praktisch nichts machen kann. Möchte es dabei mal belassen.

Screenshot des Dashboards von WordPress 6.7.2

Habe es dank der Hilfe im WordPress.org-Support-Forum geschafft, WordPress unter localhost zu installieren. Nun brauche ich nur noch das FTP-Passwort. Möchte mal versuchen, mit WordPress eine ganz normale Website (also kein Blog)  zu erstellen. Muß nur noch herausfinden, wie man das macht. Vielleicht hilft ein geeignetes Theme?

Das FTP-Passwort zu finden stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Jemand im WordPress-Forum meinte, ich bräuchte gar kein FTP. Schön wär’s. Er hat mich auf eine Seite verwiesen, auf der der Befehl chmod erklärt wird – was ich aber eigentlich schon kenne.

Heute morgen

Bin schon wieder wach; es ist 01:32 Uhr. Versuche gerade, WordPress lokal auf localhost zu installieren, aber irgendwo ist ein Fehler, nur finde ich ihn nicht. Werde dann eben im Forum von WordPress.org posten. Höre „Love Song For the Dead Ché“ von den United States Of America.

Mittlerweile ist es 04:56 Uhr. War nochmal eingeschlafen. Habe gerade die Live-Version von „Spoonful“ (1968) von Cream angehört. Frage mich, wie Eric Clapton es geschafft hat, so lange zu improvisieren. Das Stück ist immerhin 16:46 lang.

Es ist nun genau 05:00 Uhr. Habe nichts mehr zum Frühstücken da und werde deshalb nachher zum Bahnhof fahren und in die Back-Factory gehen.

Habe ja gestern meiner Nachbarin M. wieder Gitarrenunterricht gegeben. Wir haben verschiedene Stücke diskutiert und uns dann auf „Zombie“ von den Cranberries geeinigt. Muß mir das Stück noch ein paarmal anhören.

Buchcover. © Copyright 1987 by Alexander Verlag, Berlin. Mit freundlicher Genehmigung.

Habe mir dieses Buch soweit ich mich erinnere Anfang der Neunzigerjahre in der damals noch existierenden Stuttgarter Buchhandlung Niedlich gekauft. War eine Zeitlang von Glenn Gould fasziniert. Er war ja sehr vielseitig: als Pianist, als Produzent von Hörspielen wie „The Idea Of North“ und andere Sachen, an die ich mich gerade nicht erinnere.

06:56 Uhr. War gerade frühstücken und habe wieder viel zuviel Donuts gegessen. 🙁

Heute abend

Weiß nicht so recht, was ich heute abend machen soll. Gottseidank ist wieder Geld auf meinem Konto, so daß ich vorgestern einkaufen konnte und gestern in Stuttgart war. Finde es schade, daß es von der Holanka Bar im Wittwer in Stuttgart keine schönen Fotos gibt.

Die Holanka Bar im Wittwer von außen.

Tablett mit Kaffee Crema und einem Hörnchen. Fotos von mir.

Aber: Wo sollten die Fotos dann hin? Logischerweise müßte man dann auch eine Website für diese Kaffeebar machen, und das traue ich mir nicht (mehr) zu. Geschickterweise müßte man da ein CMS wie WordPress oder TYPO3 nehmen. Ich kann zwar WordPress installieren und ein Blog aufsetzen, aber eine Website habe ich noch nicht mit WordPress gestaltet. Mit TYPO3 habe  ich mich zwar schon beschäftigt, jedoch war mir die Scriptsprache TYPOScript zu kompliziert.

Nebenbei bemerkt würde ich nie, nie die Bezahlversion von WordPress.com nehmen, weil sie einfach viel zu teuer ist. WordPress zu installieren ist für einen fortgeschrittenen Benutzer wirklich nicht schwer. Mam muß lediglich WordPress per FTP auf den Server übertragen, dann im Browser die Installationsdatei aufrufen (weiß gerade nicht auswendig, wie die heißt; doch: wp-config.php), die Datenbank eingeben und den Benutzer anlegen. Ich würde auch keinen Provider mit vorinstalliertem WordPress nehmen, weil man da ebenfalls sparen kann. Ich würde das nur machen, wenn ich wirklich niemanden habe, der WordPress installieren kann.

An Providern kann ich – das ist keine Werbung, sondern einfach ein Tip – One.com empfehlen. Ich hatte mein WordPress-Blog da ein Jahr lang und war sehr zufrieden. Das einzige Manko: Nach dem ersten Jahr wird es deutlich teurer.

Hatte ja mein Blog erst auf localhost laufen, wozu ich mir eine XAMPP-Umgebung installiert hatte. Jemand hat gemeint, wozu ich denn XAMPP bräuchte, Ubuntu würde doch alles bieten. In meinem Fall ist das a) Faulheit und b) weil ich das noch nie gemacht habe. Ok, jedenfalls habe ich es, nachdem ich bei One.com war, geschafft, WordPress von localhost auf den Server zu migrieren.

Nach diesem Beitrag werde ich mal schauen, ob ich ein WordPress-Theme finde, das sich für eine Website eignet. Meinen lokalen Server habe ich ja noch. Man kann testen, ob ein lokaler Server läuft, indem man einfach localhost oder 127.0.0.0 in die Adreßleiste des Browsers eingibt.

Heute nachmittag

Gerade war meine Nachbarin E. da, einen Kaffee trinken. Sie hat mich auf die Zeitumstellung aufmerksam gemacht. Koche mir jetzt etwas zu Mittag. Überlege, ob ich mich bei der Fotogalerie LUMAS bewerben soll. Dachte erst daran, eine Email hinzuschicken, aber es ist wohl erfolgversprechender, wenn ich da persönlich hingehe. Die Stuttgarter Galerie ist ja in der Langen Straße 4. Erst gestern, bei meiner Stuttgart-Exkursion, war ich kurz da, und die beiden jungen Damen im Geschäft waren sehr freundlich.

„Schaufensterpuppe mit Pelzmantel und Hut“ (ca. 2005). Foto von mir.

Zu diesem Foto: Vielleicht ist es nicht ganz offensichtlich, aber ich sehe bei dieser Puppe Eleganz und Klarheit. Ok, es ist „nur“ eine Puppe, aber das ist hier nicht so ganz eindeutig. Es könnte auch eine Frau sein. Dann sind da noch die Reflektionen auf der Schaufensterscheibe, die m. E. auch zu dem „gewissen Etwas“ beitragen.
Und noch eine Schaufensterpuppe:

„Schaufensterpuppe mit Hut“ (ca. 2005). Foto von mir. Bearbeitung: Gimp 2.10.30.

Und nun etwas ganz anderes. Ich war 2019 in der Stuttgarter Niederlassung von Pixomondo, wo ich allerdings nur in einen Konferenzraum gebracht wurde. Ich wollte eben mal die Angestellten bei der Arbeit sehen, aber das war offenbar nicht erwünscht. So war mein Besuch doch etwas enttäuschend.

„Ich bei Pixomondo“ (2018). Foto von mir.

Und hier noch etwas Musik.

„The United States Of America“ brachten 1968 nur ein einziges Album heraus. Dies ist ein Stück daraus. Ich hatte dieses Stück mal auf Kassette aufgenommen. Das nachfolgende Stück „Brother Where Are You“ ist von den Remo Four aus Liverpool. Dieses Stück kam auf der Kassette auch nach „Love Song For the Dead Ché“.

Heute morgen

 

„Rosa Komposition“ (Packpapier auf MDF-Platte; gerahmt; undatiert). Eigenes Werk.

Muß dieses Gemälde so um 1996/97 gemalt haben. Habe es dann auf MDF-Platte aufgezogen und gerahmt. Die Rahmen habe ich immer beim Leisten-Heckmann in Stuttgart gekauft.

Als ich 1993 in Stuttgart-Birkach gewohnt habe, bin ich oft über das Birkacher Feld spazierengegangen. Manchmal habe ich auch meine Kamera mitgenommen, damals eine Canon AE-1.

„Birkacher Feld“ (1993). Foto von mir. Bearbeitung: Gimp 2.10.30.

Jenseits vom Birkacher Feld, vor den Kelly Barracks, liegt die Wohnstadt Asemwald.

„Asemwald“ (1993). Foto von mir.

Stuttgart bietet eben doch weitaus mehr Möglichkeiten als Ludwigsburg. Da meine Schuhe (Dockers) langsam, aber sicher den Geist aufgeben, wollte ich gestern in der Unteren Königstraße bei einem Schuhgeschäft schauen, ob ich ein Paar geeignete Schuhe finde, aber statt dieses Schuhgeschäfts war da nur so ein Ramschladen. Also werde ich eben in Ludwigsburg schauen.
Noch ein Foto, das ich in Stuttgart gemacht habe:

„Orientteppiche“ (1993. Foto von mir.

Ich hatte dieses Foto mal einem Psychologen beim Arbeitsamt in Stuttgart gezeigt, denn ich wollte eine Umschulung zum Fotografen machen. Das war wie gesagt 1993, da gab es die Arbeitsagentur noch nicht. Der Psychologe, ein Herr Ragan, hat mich aber ausgelacht, ich solle das Foto im Foto-Club zeigen, da würde ich schon sehen, was die sagen. So ein Arschloch.

Heute nacht

Bei Durchsicht meiner Grafiken habe ich folgendes Logo wiedergefunden:

Logo des Stuttgarter Kreativtreffs. Grafik von mir.

Gott, wann war das? 2019? Yep! Wollte bei Meetup.com einen Treff für Kreative gründen. Gesagt, getan. Treffpunkt sollte ein Café beim Breuninger in Stuttgart sein. Es fanden sich da auch ein paar Leute, nur: Es war unglücklicherweise einer dabei, der permanent redete. Um es kurz zu machen: Ich hörte mir das eine Weile an und verabschiedete mich dann mit einer Ausrede. Die Meetup-Leitung gab ich an eine Teilnehmerin ab und schwor mir: Nie wieder!
Folgende 3D-Grafik (das ist kein Foto) habe ich  nach meinem Paris-Aufenthalt in Blender gemacht:

Schild: Café de Flore.Grafik von mir. Alle Rechte vorbehalten.

Etwas anderes. Ich habe über die Jahre feststellen müssen, daß ich definitiv kein Programmierer-Typ bin. Das mag erstaunlich klingen,
wenn man bedenkt, daß ich 1986 immerhin angefangen habe, in 6510-Assembler zu programmieren. Das waren allerdings
keine größeren Programme, wie sie damals als Listings im 64er-Magazin des Markt & Technik-Verlages veröffentlicht wurden.
Ich kann mich noch erinnern, wie ich mir damals ein ganzes verbessertes Betriebssystem – in Hex-Code (!) – abgetippt habe.
Ein Mitschüler hat mir das damals auf EPROM gebrannt. Zu den heute gebräuchlichen Hoch- und Scriptsprachen habe ich allerdings
nie eine Zugang bekommen, sei es JavaScript, TYPOScript, Java, Perl oder C. Einzig Python käme evt. als Kandidat in Frage, da Blender, das
3D-Programm, in das ich mich gerade einarbeite, eine Python-Schnittstelle besitzt, über die man direkt per Code-Eingabe in die
jeweilige 3D-Szene eingreifen kann. Das liegt aber noch in entsprechender Ferne.

Heute abend

Mir ist schon mehrfach aufgefallen, daß sowohl Kleidung als auch Architektur mit der Zeit, also über mehrere Jahrhunderte bis jetzt in die Neuzeit, immer ärmer an Ornamenten werden. Ein imho gravierender Einschnitt war das Bauhaus mit seinen nüchternen Häuserfassaden ohne jede Dekoration, wie sie davor noch üblich war.

Haus in der Weissenhofsiedlung in Stuttgart (2019). Foto von mir.

Ok, zugegeben, auf diesem Foto kann man die Schmucklosigkeit der Aussenfassade allenfalls erahnen, aber das ganze Haus zu fotografieren, fand ich langweilig – sorry!
Im Gegensatz dazu ein Gemälde aus dem Rokoko. Man beachte die reichen Ornamente des Kleides.
François Boucher: „Madame de Pompadour“ (1756). Gemeinfrei.
Man stelle sich dann die heutigen, jeans-behosten Frauen vor – ein Trend, der in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts angefangen hat. Also, mir persönlich haben die Frauen der Fünfzigerjahre in ihren Röcken weitaus besser gefallen.
Auch der Reichtum der Sprache nimmt m. E. immer mehr ab. Ich habe vor Jahren mal „Ich hoffe, der Himmel wird Deutschland erhalten. Das 19. Jahrhundert in Briefen“ gelesen, und da spricht einen ein solcher Reichtum der Sprache und eine solche gegenseitige Wertschätzung an, wie wir das heute einfach nicht mehr haben.
Meine Frage nun: Ist das ein genereller Substanzverlust, den wir da erleben? In diesem Zusammenhang vielleicht etwas weiter hergeholt, vielleicht aber auch nicht: Ein ehemaliger Kunststudent der Stuttgarter Akademie bestätigte mir, was ich schon geahnt hatte, daß nämlich im Zuge des Studiums das Erlernen altmeisterlicher Maltechniken keine Pflicht ist. Dann kommt es eben dazu, daß die Studenten so malen, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt (um es mal vorsichtig auszudrücken). Auch hier Substanzverlust gegenüber früheren Jahrhunderten. Noch Édouard Manet (1832 – 1883) hatte eine ausnehmend gute Technik, wie man z. B. am „Frühstück im Freien“ sehen kann.

Èdouard Manet: „Das Frühstück im Freien“ (1863). Gemeinfrei.

Dann kamen die Impressionisten. was noch harmlos war. Ihnen folgten van Gogh, der bestimmt keine altmeisterliche Technik hatte, sondern einen eigenen, ganz persönlichen Ansatz, und dann die Fauves, die Brücke und der Blaue Reiter. Damit war es dann erst mal vorbei mit der altmeisterlichen Technik.
Und heute? Heute haben wir nun die Situation, daß praktisch jedes Geschmiere zur Kunst erklärt wird, man oder frau muß nur clever argumentieren. Oder jemand stellt ein Hühnerei auf ein Podest und erklärt das zur Kunst. Daß Kunst aber von Können kommt, spielt da keine Rolle mehr. Das nun ist eine Entwicklung, gegen die ich mich wehre.
Ein weiteres Beispiel ist Mark Rothko (1903 – 1970), der in seinem reifen Stil teils wunderschöne Farbharmonien auf die Leinwand brachte. Aber auch bei ihm gibt es eine schwache Seite, und zwar das Malen von Portraits, was sehr deutlich wird, wenn man sich sein Selbstportrait anschaut. Er konnte einfach keine überzeugenden Menschen malen. Trotzdem ist er – nicht zuletzt wegen seines leicht zu erkennenden Stils – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der ganz Großen. Leider darf ich aus copyright-rechtlichen Gründen kein Foto eines Gemäldes von Mark Rothko posten. Ich bitte dafür um Verständnis.
Weiterführender Link: Der Artikel „10 Dinge, die man über Mark Rothko wissen sollte“. Des weiteren kann ich die Rothko-Biografie (anscheinend leider nur auf Englisch) von James E. B. Breslin empfehlen. Das Buch bietet wichtige Einblicke in das Leben von Mark Rothko. Das einzige, was ich zu bemängeln hätte, ist, daß der Autor ganz offenkundig nicht so viel von Malerei versteht. Das ist aber ein wirklich nebensächlicher Kritikpunkt. Davon abgesehen kann ich das Buch wirklich empfehlen.

In Stuttgart II

War heute vormittag bis über Mittag in Stuttgart. Wollte mal was anderes machen als sonst und war bei der Holanka Bar in der Nähe des Marktplatzes, die aber a) zu klein und b) hoffnungslos überfüllt war. Bin dann zum Nast gegangen und habe mir eine Russenbrezel gekauft. Habe gehört, das dürfte man nicht mehr sagen, weil diffamierend. Ich halte das für absoluten Quark. Dann dürfte man konsequenterweise auch nicht mehr Hamburger oder Wiener sagen.

War dann doch in der Holanka Bar im Wittwer, wo ich allerdings nur einen Stehplatz bekam. Hätte am liebsten fotografiert, wenn da nicht das Recht am Bild wäre. Dabei gibt es von dieser Kaffee-Bar so gut wie keine Fotos. Auch sehen es die Frauen hinter der Theke der Holanka Bar nicht gern, wenn man fotografiert. Ach ja, wenn ich beim Thema „Fotografie“ bin: Ich war in der Fotogalerie LUMAS in der Langen Straße 4. War aber nichts Besonderes, viel Großformatiges, aber ohne das „gewisse Etwas“. Schade. Werde dafür, wenn ich mal in München bin, die Fotogalerie Ira Stehmann besuchen, die wirklich Fotografen von Weltklasse wie Milton H. Greene ausstellt.

Hier eine Fotografie von Lillian Bassman:

Lillian Bassman: „Barbara Mullen, ‚Flat Hat – Bare Back'“ (1950). Mit freundlicher Genehmigung der Galerie Ira Stehmann. 

Genau genommen hat die Galerie Ira Stehmann den Kontakt zum Sohn von Lillian Bassman hergestellt, der mir die Erlaubnis gegeben hat, aber das war vor ein paar Jahren, als ich noch mein altes Blog hatte, und ich habe die betreffende Email nicht mehr.

Habe nach kurzem Zögern den Newsletter des Kunstmuseums Stuttgart bestellt. Ich meine, wer weiß, vielleicht ist ja doch mal eine Ausstellung von Interesse dabei.

Meine erste Berührung mit Malerei war um 1973, als meine Mutter, die in irgend so einem evangelischen Buchclub Mitglied war, als Vorschlagsband ein 511 Seiten umfassendes Buch erhielt, das „Die goldene Palette“ hieß und in dem ich natürlich herumgestöbert habe, wobei ich nicht weiß, ob meine gänzlich kunstuninteressierte Mutter es je in die Hand genommen hat.

Ich besitze das Buch heute noch und bin gestern im Internet auf ein Selbstportrait von Albrecht Dürer gestoßen, das heute im Prado in Madrid hängt. Dieses Portrait ist auch in der „Goldenen Palette“ enthalten. Ein Heinrich Wölfflin wird darin dahingehend zitiert, daß Dürer sich nicht malte, wie er war, sondern wie er sein wollte.

Albrecht Dürer: „Selbstportrait“ (Öl auf Holzplatte; 1498; Prado, Madrid). Gemeinfrei.

In der „Goldenen Palette“ wird auch auf die beabsichtigte Jesus-Ähnlichkeit des Malers hingewiesen. Maltechnisch souverän, will es mir trotzdem nicht so recht gefallen, vielleicht eben wegen dieser Jesus-Ähnlichkeit.

Heute morgen

Es ist 05:09 Uhr, und ich höre durch die offene Tür die Vögel zwitschern. Angeblich dient das der Revierabgrenzung, aber ich finde das sehr spirituell. Will ja heute nach Stuttgart fahren, irgendwo einen Kaffee trinken und mich ein bischen umschauen. Vielleicht gehe ich in die Fotogalerie LUMAS. Einfach mal was anderes machen. Ich dachte sogar daran, oben im Restaurant der Galeria Kaufhof Mittag zu essen.

Aus irgendeinem Grund muß ich an meine Zeit im Kindergarten denken. Geleitet wurde dieser von einer Schwester Emma, einer resoluten evangelischen Gemeindeschwester in schwarzer Tracht. Auf dem Hinweg kaufte ich mir immer eine Brezel, die damals heute unvorstellbare 10 Pfennige kostete. Kurz bevor ich eingeschult wurde, machten wir einen Ausflug in ein Tal irgendwo hinter Bad Niedernau. Ich erinnere mich, daß meine Mutter mitging und wir irgendwo eine Feuerstelle einrichteten. Ich habe die Kindergartenzeit eigentlich in guter Erinnerung, anders als die ersten Schuljahre, wo ich von meinen Mitschülern z. T. gehänselt wurde.

Vorgestern kam in einer Unterhaltung mit einer Bekannten die Sprache auf die leider nicht mehr existierende Stuttgarter Buchhandlung Niedlich in der Schmalen Straße 14, in die ich immer sehr gern gegangen bin. Die hatte den „Lettre International“ und Andy Warhols „Interview“. Ich erinnere mich, daß Inhaber Wendelin Niedlich morgens im ebenfalls nicht mehr existierenden Café Nast ein paar Häuser die Straße hinunter gefrühstückt hat. Das Café Nast hatte so leckere Vanillezungen.

Angesichts der aktuellen Situation auf dem Kunstmarkt bin ich auf die Dada-Bewegung der Zwanzigerjahre gestoßen, die von Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp in Zürich gegründet wurde.

Zitat aus der Wikipedia:

Vom Dada gingen erhebliche Impulse auf die Kunst der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst aus.—Wikipedia.“

Angesichts der orientierungslosen und im Großen und Ganzen unspirituellen aktuellen Kunstszene ist Dada m. E. denkbar angemessen.

Dadaistischer Text von mir.
Wenn Leute wie Ragnar Kjartansson Austellungen mit Titeln wie etwa „Scheize Liebe Sehnsucht“ machen, zeigt das imho die absolute spirituelle Verarmung der Gegenwartskunst (Ausnahmen bestätigen die Regel). Meine Vermutung ist auch die, daß das Kunstmuseum Stuttgart davor zurückschreckte, „Scheize“ mit zwei „s“ zu schreiben. Ob es da einen Skandal gegeben hätte? Und: Wenn dasselbe Museum aktuell eine Ausstellung mit dem Titel „Doppelkäseplatte“ macht, fehlt eigentlich nur noch der „Doppel-Whopper“ oder „Quark mit Soße“. Ich meine, ich weiß nicht, ob ich da lachen oder weinen soll.
Immerhin hat das Kunstmuseum Stuttgart Adolf Hölzel ausgestellt, der einer meiner Lieblingsmaler ist.
Eine Auswahl von Werken:
Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“. Gemeinfrei.
Adolf Hölzel: „Dachauer Moos IV“. Gemeinfrei.
Adolf Hölzel: „Komposition in Rot I“ (1905). Gemeinfrei.
Adolf Hölzel (1853 bis 1934) wurde im selben Jahr geboren wie Ferdinand Hodler und Vincent van Gogh. Nach einem Malstudium in Wien und München siedelte Hölzel nach Dachau über, wo er von 1888 bis 1905 lebte und arbeitete. Daneben war er auch als Lehrer tätig, der Schüler aus dem In- und Ausland anzog. U. a. waren Maler wie Oskar Schlemmer, Ida Kerkovius oder Willi Baumeister seine Schüler.
Zitat von der Website der Adolf-Hölzel-Stiftung:
„Für Adolf Hölzel und für die Kunstgeschichte insgesamt wird seine Stuttgarter Zeit [1905 – 1918] als Lehrer an der Königlichen Akademie zu einem bemerkenswerten Aufbruch in die Abstraktion, der den Künstler an die Seite von Wassily Kandinsky, Piet Mondrian oder Frantisek Kupka stellt.“
1919 trat Hölzel 66-jährig in den Ruhestand und lebte in einem Haus in Stuttgart-Degerloch, wo er sich u. a. mit dem Anfertigen von Pastellen und Glasfenstern beschäftigte. Adolf Hölzel starb 1934 mit 81 Jahren.
Da wir in Deutschland hauptsächlich auf europäische (und evt. US-amerikanische) Kunst konzentriert sind, ist kaum bekannt, daß die Malerei in China (Sung- und T’ang-Periode) und Japan, was Abstraktion angeht, der damaligen Malerei in Europa weit voraus war. Hier nur als Beispiel ein auf 1481 datiertes Gemälde von Sesshū Tōyō, einem Zen-Mönch, der von 1420 bis 1506 lebte.
Sesshū Tōyō: „Landschaft“ (1481). Gemeinfrei.
Ungefähr zur selben Zeit lebten und arbeiteten bei uns in Deutschland Maler wie Albrecht Dürer (1471 bis 1528). Hier zum Vergleich eine Landschaft von Dürer:
Albrecht Dürer: „Der Weiher im Walde“ (1497). Gemeinfrei.
Ich meine, der Unterschied zwischen den beiden Gemälden ist evident. Gegen das souveräne Tuschegemälde von Sesshū Tōyō wirkt der Weiher von Albrecht Dürer fast dilettantisch.

Heute abend

Möchte morgen wieder nach Stuttgart fahren und werde danach hier berichten. Die untere Königstraße laufe ich aber – und schon gar nicht am Samstag – nicht mehr hinunter. Ich kann z. B. auf die Obdachlosen, die relativ weit unten vor allem rechts in ihren Schlafsäcken liegen, verzichten. Ins Kunstmuseum werde ich aber nicht gehen, auch nicht in die Staatsgalerie. Bei ersterem stoßen mir die Namen der Ausstellungen auf: „Doppelkäseplatte“ oder „Scheize Liebe Sehnsucht“. Ich meine, wo bin ich denn hier? Überhaupt gefällt es mir gar nicht, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt.