Heute morgen

Ich finde diese ganzen Polls „Wer ist der beste Gitarrist“ einfach unerquicklich. Was heißt „der beste“. Und der beste worin? Der Schnellste, der Vielseitigste, oder was sonst? Eben. Statt dessen hier mein Lieblingsgitarrist: Django Reinhardt (1910 – 1953).

Django Reinhardt 1946 im New Yorker Club Aquarium. William P. Gottlieb/Ira and Leonore S. Gershwin Fund Collection, Music Division, Library of Congress.

Das ist umso bemerkenswerter, als Reinhardt an der linken Hand ein Handicap hatte. Er hatte mit 18 Jahren einen Unfall, bei dem sein Wohnwagen Feuer fing und Reinhardt fortan an der linken Hand nur noch drei gesunde Finger hatte. Mit diesen drei Fingern entwickelte er eine ganz neue, eigene Grifftechnik. Während er für Akkorde in begrenztem Maße die gelähmten Finger sowie den Daume einsetzen konnte, spielt er die Melodie lediglich mit zwei Fingern.

Eric Clapton 2010 in München. Foto: Copyright by Majvdl. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Noch mal kurz zu Eric Clapton. Zitat von den Kommentaren auf YouTube:

„Clapton’s own autobiography shows what an unfeeling, cold guy he is.“—Diego Ramirez

Dieses Zitat stammt aus den Kommentaren zu einem Video, in dem es um das von Schlagzeuger Jim Gordon auf dem Klavier gespielte Coda in „Layla“ geht. Dieses Coda stammt eigentlich von Rita Coolidge, die dafür aber keine Kompensation erhielt. Sie wurde in den Credits nicht einmal erwähnt. Mir war Eric Clapton bisher eigentlich sympathisch, aber das hier geht gar nicht.

Und daß sogar die renommierte New York Times falsch liegen kann, zeigt dieser folgende Clip von YouTuber Rick Beato:

Und: Was die Beatles auch heute noch von anderen Bands abhebt:

Heutige Acts experimentieren nicht mehr. Sie gehen auf Nummer Sicher, und entsprechend hört sich ihre Musik auch an. Ein YouTube-Video über Joni Mitchell bestätigt diese Sichtweise. Mitchell würde die Top-Acts von heute in der Luft zerreissen.