Heute abend

War heute nachmittag in der Stadt, einkaufen und einen entkoffeinierten Cappuccino trinken. An der Bushaltestelle sind mir ein paar Farbige aufgefallen, die z. T. laut telefoniert haben. Meiner Wahrnehmung nach werden das immer mehr, aber wehe, man sagt was, dann ist man gleich ein „Ausländerfeind“.

Habe wegen der Ausländer-Thematik mit jemandem hier, wo ich wohne, ein sehr gutes Gespräch gehabt. Er hat gemeint, ja, wir würden uns mit der Zeit immer mehr mit Ausländern/Migranten besonders aus arabischen Ländern vermischen, das wäre unausweichlich. Ich sollte eben versuchen, mir das Deutsche zu bewahren. Der Betreffende hat auch gemeint, er würde mich nicht für ausländerfeindlich halten. Ich sehe das auch so. Was ich traurig finde, ist, daß unsere Politiker versuchen, diese Tatsache zu leugnen, obwohl das eigentlich fast nicht mehr geht. Bin, was Politik angeht, sowieso sehr desillusioniert. Da wird mir einfach zuviel gelogen und geheuchelt.

Vorgestern habe ich kurz den verstorbenen amerikanischen Schriftsteller Robert M. Pirsig erwähnt, dessen „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“ ich – das war 1978 – regelrecht verschlungen habe. Das Buch ist in zwei Ebenen aufgebaut. Auf der ersten Ebene unternimmt der Ich-Erzähler mit seinem Sohn Chris und einem befreundeten Ehepaar eine Motorrad-Tour quer duch die Vereinigten Staaten. Die zweite Ebene handelt von einem Philosophie-Studenten, der Phaidros genannt wird. Dieser Phaidros beschäftigt sich intensiv mit dem Begriff „Qualität“, was am Ende dazu führt, daß er psychotisch wird und einer Elektroschock-Therapie unterworfen wird. Ich kann dieses Buch trotzdem wärmstens empfehlen.