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Heute morgen

Erfreuliches? Die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla meint: „Wir müssen alles anders machen.“ Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein, aber warten wir ab.

Bahn-Chefin Evelyn Palla. Foto: Deutsche Bahn AG / Stefan Wildhirt

Zitat aus der „Zeit“:

„Wir drehen den Konzern auf links. Ich setze auf einen kompletten Neuanfang“.—Evelyn Palla

Jedenfalls macht Evelyn Palla einen sehr sympatischen Eindruck.

Heute um 11 Uhr ist meine erste Vorlesung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Thema: „Das Mittelalter: Eine Geschichte der Kunst nach Funktionen“ von Prof. Dr. Nils Büttner. Ich habe mich als Gasthörer registriert; das kostet pro Semester € 150,-. Mittwochs um 14:00 Uhr folgt dann eine Vorlesungsreihe von Prof. Dr. Michael Lüthy mit dem Titel „Grundbegriffe der Kunst“.

Hier wird mir wieder bewußt, wie wenig ich vom Sozialamt unterstützt werde. Weder werden die € 150,- übernommen, noch etwa ein Zuschuß zum Mensa-Essen. Das „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (GG Artikel 1) ist in Wahrheit nur eine Farce.

Heute nachmittag

Bei der FAZ+ hat es einen Artikel über die Mißstände bei der Bahn.

Zitat:

„„Über Jahrzehnte hat die DB Geld vom Staat gewollt und bekommen, aber effektive und unabhängige Kontrollen der Qualität und des effizienten Mittelein­satzes abgewehrt“, sagt Kay Mitusch, Professor für Netzwerkökonomie am Karls­ruher Institut für Technologie (KIT). „Die Bahn gaukelte vor, es sei alles nicht so schlimm, und sie habe alles im Griff – und der Bund hat es gern geglaubt, um sich nicht kümmern zu müssen.“

Mitusch erklärt die Vielzahl an Verspätungen damit anders als die Politik oder die Bahn: Es mangelte weniger an Geld, sondern das Geld wurde schlecht eingesetzt und verschwendet. „Die langjährige Erfahrung der DB lautet, dass sie genau dann mehr Geld vom Bund erhält – und ohne Kon­trollen –, wenn sie schlechtere Qualität und größere Finanzierungsprobleme produziert“, sagt Mitusch. Die Ineffizienz der DB-Unternehmen führe zu Qualitätseinbußen, unter anderem zur Vielzahl von Verspätungen und Zugausfällen.“—Thiemo Heeg

Unweigerlich fällt mir wieder Hermann Hesse ein, der da sagte:

„Der Mensch ist des Denkens nicht in hohem Maße fähig.“—Hermann Hesse

Heute morgen

Habe der Bahn eine kritische Email geschrieben, bei der ich mich ganz bewußt sehr zurückgehalten habe.

„Guten Tag,

ich frage mich (und Sie), warum Sie Geld für diese „selbstkritische“ Serie „Boah, Bahn“ ausgeben, statt die eklatanten Mißstände bei der Bahn zu beseitigen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Bin gestern von Ludwigsburg nach Stuttgart gefahren, und sowohl auf der Hinfahrt (17:21 Uhr) als auch auf der Rückfahrt (ca. 19:20 Uhr) ist je ein Zug ausgefallen. Ich meine, das kann doch wohl nicht sein, daß auf jeder (!) Fahrt etwas nicht in Ordnung ist. Bitte um Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny, Ludwigsburg“

Werbeplakat für die Serie „Boah, Bahn“

Habe dieses Plakat aus einer S-Bahn heraus an einer Haltestelle entdeckt und dachte, ich sehe nicht recht. Und die Bahn gehört zu 100% dem Bund. Imho müßten sich die in Grund und Boden schämen, weil es einfach nicht besser wird. Und so eine „selbstkritische“ Serie zu lancieren, finde ich enfach nur mega-ärgerlich.

Die „Süddeutsche“ schreibt denn auch ganz richtig:

„Der Konzern ist im Selbstironie-Modus. Das hätte vielleicht 2010 funktioniert. Heute sind die Missstände derart eklatant, dass man nicht mehr humorvoll darüber hinwegsehen kann.“—Oliver Klasen

Gerade bin ich auf „MoM Block Nr. 90“ von Michel Majerus gestoßen, das aber mehr als nur ein bischen an Jean-Michel Basquiat erinnert.

Michel Majerus: „MoM Block Nr. 90“ (1999). Kunstmuseum Stuttgart

V. l. n. r.: Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Bruno Bischofberger u. Francesco Clemente; New York, 1984. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Im Newsletter der FAZ lese ich Folgendes:

“ … die Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass jedes Jahr eine wachsende Zahl von Kindern nicht schulreif ist, keine Schere und keinen Stift halten kann, motorisch unterentwickelt ist oder starke Sprachdefizite aufweist. Derzeit sind es 30 bis 40 Prozent. Und das gilt beileibe nicht nur für Migrantenkinder, sondern auch für Kinder aus deutschen Familien.“—Carsten Knop

Das paßt auch zu der Aussage von Dr. med. Dietrich Klinghardt, daß wir immer dümmer werden. Mahlzeit! kann ich da nur sagen.