Schlagwort-Archiv: Bildung

Heute nachmittag

Frage mich, für wen ich dieses Blog eigentlich schreibe. In erster Linie, um meine Gedanken zu ordnen und mir Dinge bewußt zu machen.

Habe gerade die Plattform Notono entdeckt, mit der man seine Musiktheorie auffrischen kann. Laut Google entstehen einem da lediglich einmalige Kosten, in welcher Höhe, war auf der Notono-Seite aber bislang nicht zu lesen. Frage mich dann doch, ob Notono überhaupt seriös ist.

Habe Antwort von Notono bekommen. Der Kurs kostet gerade (bis zum 15.04.26) einmalig € 124,99; ansonsten € 170,80.

Heute nachmittag

Spiele auf meiner E-Gitarre „Sweet Chorus“ (1947) von Django Reinhardt.

Meine E-Gitarre, eine HB-35 von Harley Benton. Foto von mir.

Bei der RADIOSZENE habe ich ein Interview mit dem ehemaligen Pop-Shop-Moderator Bernd Mohrhoff gefunden.

Zitat:

„Gerade das Radio hat sich im Laufe der letzten Jahre gravierend verändert. Weg von einem Medium, das der Hörer gezielt einschaltet und dran bleibt, hin zur einer Geräuschkulisse für nebenbei!“—Bernd Mohrhoff

Ja, im Gegensatz zu früher kann man mit einem Klick auf Spotify Millionen Musikstücke für gerade mal € 12,99 anhören. Da schätzt man die Musik gar nicht mehr richtig. Zu meiner Zeit mußte man sich, wenn man ein Stück kaufen wollte, die ganze LP kaufen – das waren vielleicht von DM 9,99 bis DM 17,99. Die Kids von heute kennen das einfach gar nicht mehr.

À propos D-Mark-Preise: Kein Mensch hätte damals (bis 2002) sieben Mark für einen Cappuccino bezahlt. Mit der Einführung des Euro wurden viele Sachen auf einen Schlag doppelt so teuer. Markenschokolade hat bis 2002 noch 99 Pfennige gekostet. Heutzutage kostet dieselbe Schokolade € 2,19 – über das Vierfache! Und wo geht das ganze Geld hin? Tja, das ist eben die Frage. Irgendwer verdient sich da eine goldene Nase, und wir sind die Dummen. Ich wäre ergo dafür, die D-Mark wieder einzuführen, und das mit dem Preisniveau von 2001. Das ist natürlich komplett unrealistisch. Aber wollte die AfD nicht auch die D-Mark wieder einführen? Zumindest ist sie Euro-kritisch.

Habe heute nachmittag mit meiner Nachbarin M. „Stand By Me“ von Ben E. King geübt. Es hat sich aber herausgestellt, daß das PDF, das wir benutzt haben, fehlerhaft ist, weil der C-Dur-Akkord gefehlt hat1. Habe es nun nochmal richtig konvertiert und M. zugemailt.

1 Wir spielen das Stück in G-Dur mit einem Capo am 2. Bund, d. h. also eigentlich in A-Dur.

Heute morgen

„Now I Know“ stammt von einer Radioübertragung, die vermutlich 1944 gesendet wurde. Sgt. Johnny Desmond [voc] wird begleitet von Glenn Millers Army Air Force Band. Im Unterschied zu Millers ziviler Band hatte diese u. a. Streicher. Die Arrangeure damals haben sich im Gegensatz zu heute, wo die Stücke nur lieblos zusammengeklatscht werden, noch Mühe gegeben und konnten auch etwas.

Was mir gerade im Bus auffällt, ist die Unfreundlichkeit der Fahrgäste. Keine/r, der/die etwas freundlich dreinschaut. Die Busfahrer sind sowieso unfreundlich. Nur wenn ein Kollege einsteigt, leben sie auf einmal auf.

Würde gern lernen, zu arrangieren. Ich kann zwar ein bischen Noten lesen, aber nur in C-Dur. Habe seit Ewigkeiten eine Jazz- und Pop-Musiklehre, aber ich schaue praktisch nie hinein. Habe bei der VHS nach einem Kurs Notenlesen gesucht, aber nichts gefunden. Bei der englischen Wikipedia habe ich eine gute Seite „chord notation“ entdeckt.

Habe mich zum ersten Mal mit dem Handy aufgenommen, wie ich „It’s A Blue World“ spiele, jedenfalls den Anfang. Das Ganze war noch ziemlich holprig, aber wenn ich das öfter spiele, müßte es besser werden.

Die Bedienung beim Trölsch hat mir freundlich „Ade!“ gesagt, nachdem ich ihr etwas Trinkgeld gegeben habe. Die Hintergrundmusik im Trölsch war das übliche Gedudel. Frage mich, was die Leute sagen würden, wenn da auf einmal Glenn Miller läuft.

Hier meine Version von „It’s A Blue World“ auf der Konzertgitarre, jedenfalls der Anfang. Immer noch etwas holprig, aber ich muß eben noch üben.

Heute nachmittag

Bin heute nachmittag mit der S-Bahn nach Stuttgart und dann mit der U5 zum Killesberg gefahren. Da ist mir aber klar geworden, daß ich nicht mehr in diese Vorlesung gehen will, einfach, weil mir der handfeste Bezug fehlt. “ … mit der Unterscheidung von ‚ikonischem‘, ‚indexikalischem‘ und ‚symbolischem‘ Zeichen oder der Differenzierung zwischen ‚semantischer‘, ‚syntaktischer‘ und ‚pragmatischer‘ Zeichenfunktion …“ ist mir einfach viel zu abgehoben – sorry. Wollte dann mit der zuständigen Fachkraft Frau Hamberger reden, aber die war heute nicht da. Möchte sehen, ob ich diese Gasthörerschaft noch beenden kann.

Dann bin ich gerade dabei, zu schauen, ob ich mit dieser rumänischen Bettlerin nach Stuttgart zur Zentralen Frauenberatung der Ambulanten Hilfe fahren kann. Neben dem Verständigungsproblem bin ich mir nicht sicher, ob diese Frau nicht einer Bettelbande angehört, aber wenn sie nicht mitkommen will, ist der Fall ja klar.

Habe es jetzt doch geschafft, die Dolmetscher-Funktion meines Huawei-Handys zu benutzen. Dann kann’s ja losgehen.

Heute morgen

Es ist 03:04 Uhr, und ich bin schon wach. Gehe gerade öfter zu Deniz‘ Kebap, einen Viertel-Döner mit Hähnchen essen.

Viertel-Döner bei Deniz‘ Kebap. Foto von mir.

Das ist mit € 4,50 relativ günstig, schmeckt gut und macht satt.

Heute nachmittag ist wieder Vorlesung („Grundbegriffe der Kunst“). Leider ist das relativ trocken. Dazu kommt noch, daß die Klappsitze im Hörsaal denkbar unbequem sind.

Zitat aus dem Vorlesungsverzeichnis:

„Die Vorlesung zielt darauf, ein Grundverständnis der Kunst zu erarbeiten. Hierfür unternimmt sie die Klärung zentraler Begriffe, die für die Kunst einschlägig sind. Ihnen sind die einzelnen Sitzungen gewidmet. Gemeint sind Begriffe wie ‚Form‘, ‚Inhalt‘, ‚Konzept‘, ‚Medium‘ oder ‚Bild‘. Zudem werden Fundamente der Zeichentheorie gelegt, mit der Unterscheidung von ‚ikonischem‘, ‚indexikalischem‘ und ‚symbolischem‘ Zeichen oder der Differenzierung zwischen ‚semantischer‘, ‚syntaktischer‘ und ‚pragmatischer‘ Zeichenfunktion. Besprochen werden aber auch Begriffe, die im Zusammenhang der historischen Situierung der Kunst verwendet werden, beispielsweise ‚Romantik‘ ‚Moderne‘ oder ‚Avantgarde‘, oder die der Klassifizierung künstlerischer Ausdrucksformen dienen, wie etwa ‚Realismus‘, ‚Expressionismus‘, ‚Abstraktion‘, ‚Konzeptkunst‘, oder ‚Performance-Kunst‘. Die Begriffe werden analytisch entfaltet und zugleich an Kunstbeispielen erprobt.“

Wie man sieht, ist diese Vorlesung denkbar theoretisch und damit eigentlich gar nicht das, was ich gesucht habe. Trotzdem werde ich heute wieder hingehen; vielleicht ist es ja doch ganz interessant.

Heute abend

War heute nachmittag zu meiner zweiten Vorlesung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Thema war „Grundbegriffe der Kunst“, Dozent war Prof. Dr. Lüthy. Diese Vorlesung war deutlich interessanter als die erste bei Prof. Dr. Nils Büttner. Das einzige, was mich gestört hat, waren die sehr unbequemen Sitze im Hörsaal 301 ganz oben im 3. Stock.

Wenn ich da lese, daß Leute, die Pop-Stars wie Taylor Swift nicht mögen, Morddrohungen bekommen, frage ich mich, wo ich hier mittlerweile eigentlich lebe. Erst heute war ich in einen Vorfall im Bus involviert, wo eine ausländische Frau von vielleicht fünfzig ihr Handy laut laufen ließ. Als ich sie höflich bat, das doch auszustellen, mischte sich eine junge Frau ein, was mich daran denn stören würde? Ich möchte im Bus einfach kein orientalisches Gedudel hören müssen, Punkt.

Bekam vom S. Fischer Verlag eine nette Email, ich dürfte Cover der in den Siebzigerjahren erschienenen Science-Fiction-Reihe „Fischer Orbit“ posten. Diese Cover wurden alle von dem Engländer Eddie Jones gestaltet.

Hier ein Beispiel:

Cover © Copyright 1972 by S. Fischer Verlag. Mit freundlicher Genehmigung.

Heute nachmittag

War heute vormittag in meiner ersten Vorlesung, allein die war so dermaßen trocken, daß ich nach einer Viertelstunde gegangen bin. Mein Eindruck von den Studenten: Mein Gott, die sind ja noch so jung! Ich bin dann noch kurz in die Verwaltung gegangen, etwas fragen, habe dann in der Mensa (die noch zu hatte) einen Kaffee getrunken und bin danach wieder mit der U5 nach Stuttgart hinuntergefahren. Was mich sichtlich nervt, ist das laute Telefonieren in der Bahn, sei es die S-Bahn oder die Stadtbahn in Stuttgart. Das ist eben der sogenannte „technische Fortschritt“. Wenn man mit etwas Geld machen kann, sind die gesellschaftlichen Konsequenzen sekundär.

Die nächste Vorlesung, in die ich gehen möchte, ist am Mittwochnachmittag. Hoffe, daß die besser sein wird.

Bei der FAZ lese ich „563 Euro Regelsatz, zwei Euro für Bildung – und die Wohnung?“. Das ist wieder die leidige Diskussion um des Kaisers Bart. Man kann so oder so argumentieren, ja, da gäbe es die Tafeln und Second-Hand-Läden und wenn man sparsam ist, könnte man sehr wohl usw. usf., aber nach 18 Jahren Sozialhilfesatz kann ich sagen: Nein, die € 563,- reichen nicht, Punkt! Imho müßten es mindestens € 200,- bis € 250,- mehr sein. Das Sozialamt bezahlt weder Zahnbehandlungen (jedenfalls bei mir) und auch keine € 150,- für Bildung. Es wird gebetsmühlenartig wiederholt, ja, das ist im Regelsatz enthalten, was aber technisch gar nicht geht. Eine Bitte von mir, das Sozialamt solle mir vorrechnen, wie das gehen soll, wurde ignoriert. Ich habe mich dann wohl oder übel entschuldigt, um keinen Ärger zu bekommen, aber im Grunde genommen ist das einfach eine Schweinerei. Eine Email an das BMAS wurde mit dem Hinweis „nicht zuständig“ beantwortet.

Summan summarum ist – wovon angeblich die Demokratie (so wir denn eine hätten) lebt – eine Diskussion mit öffentlichen Stellen nicht möglich, weil sie sich drücken, wo es geht. Man muß da froh sein, wenn man keinen Ärger bekommt.

Erneute Email an das BMAS:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich dürfte mir das nicht leisten, was Sie da machen. Ich werde einfach von einer Stelle zur anderen weiterverwiesen. Ich hatte beim zuständigen Sozialamt nachgefragt, ob es € 150,- für Bildung übernehmen könnte, aber da kam nur, das „wäre im Regelsatz enthalten“, was schlicht und einfach nicht stimmt. Ich kann es nicht leiden, wenn man mich anlügt, um es einmal klar auszudrücken. Bekomme ich nun von Ihnen eine befriedigende Antwort oder sind Sie dazu auch nicht in der Lage? Und wenn ich doch mal unerwartet eine Antwort bekomme, gehen Sie einfach auf die unbequemen Dinge nicht ein. So kann man das natürlich auch machen, aber beliebter werden Sie dadurch nicht. Aber vielleicht wollen Sie das auch  gar nicht.

mfg,

C. Cyrny“

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich 1987 – ich war damals in der Ausbildung – für kurze Zeit vom Sozialamt abhängig war, und damals war die Mitarbeiterin ausnehmend freundlich (!). Sie hat mir sogar ungefragt eine Winterjacke bezahlt (damals gab es noch Kleidergeld). Ich meine, ich kann es nicht beweisen, aber ich werde das Gefühl nicht los, daß die Unfreundlichkeit der Sachbearbeiter(innen) heutzutage Methode hat.

Heute nachmittag

Kommenden Montag fangen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart die Vorlesungen in Kunstgeschichte an. Ich habe mich für zwei Vorlesungen entschieden: eine am Montag bei Prof. Dr. Büttner und eine am Mittwoch bei Prof. Dr. Lüthy, mit dem ich auch schon Email-Kontakt hatte. Ich bin ja eigentlich nur Gasthörer; das kostet pro Semester € 150,-. Ich hatte beim Sozialamt angefragt, ob die das übernehmen könnten, aber da kam nur die lapidare Antwort, nein, das wäre im Regelsatz enthalten – was schlicht und einfach gelogen ist. Im Regelsatz sind für „Bildung“ ganze € 2,03 pro Monat vorgesehen, was eigentlich ein Witz ist. Dafür kann man sich gerade zwei Brezeln kaufen; bilden kann man sich davon nicht.

Email an das BMAS:

„Guten Tag,

ich beziehe Altersrente und Grundsicherung und möchte an Vorlesungen zur Kunstgeschichte teilnehmen. Das kostet pro Semester € 150,-. Das Sozialamt lehnt eine Übernahme dieser Kosten mit der Begründung ab, das wäre im Regelsatz enthalten. Das geht technisch aber gar nicht. Wovon soll ich das  dann bezahlen? Zudem sind im Regelsatz für „Bildung“ ganze € 2,03 pro Monat vorgesehen.

mfg,

C. Cyrny“

Antwort des BMAS:

„Auch wenn wir für Ihr Anliegen Verständnis haben, müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu dem konkreten Einzelfall keine Stellungnahme abgeben kann.“—BMAS

Da ist wieder mal keiner zuständig. Zudem bekam ich nur eine vorgefertigte Email. Schwach, schwach, schwach. Bürokratieabbau – Fehlanzeige!

Bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg heißt es:

„Die Ungleichheit bei den Vermögen hat sich verfestigt. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens, die untere Hälfte der Bevölkerung dagegen nur ein Prozent.“—Lothar Frick (Direktor der LpB), Prof. Dr. Reinhold Weber (Chefredakteur)

Solche Tatsachen werden von einer Regierung unter den Teppich gekehrt, welche genau diese oberen zehn Prozent unterstützt und die Bürgergeldbezieher „hart rannimmt“. „Fordern statt fördern“ scheint das Motto zu sein. Da wird gelogen, da wird geheuchelt, da wird gehetzt1.

1 Und nicht nur gegen die Bürgergeldbezieher, sondern pauschal gegen die arbeitende Bevölkerung. Zu faul, zu bequem, zu behäbig – eigentlich eine Frechheit.

Heute abend

Foto auf der Seite des VVS. © Copyright 2025 by VVS

Wieder so ein überkandideltes Foto. Man beachte nur die aufgerissenen Augen. Was soll denn das? Das sind wohl die abgedrehten Phantasien von irgendwelchen Werbefritzen.

War gerade spazieren und habe mich etwas von diesen ganzen Rentner-Videos auf YouTube erholt. Frage mich, was um alles in der Welt da los ist? Ich meine, das sind ja Dutzende von Videos, alle in derselben Machart.

Habe nun was YouTube angeht, sehr gemischte Gefühle. Weiß nicht mehr, was ich da glauben soll. Bis vor kurzem habe ich hauptsächlich Musik-Videos angeschaut; das war ok. Aber jetzt?

Am 13. Oktober fangen die Vorlesungen in Kunstgeschichte [PDF] an, die ich besuchen will. Bin mal gespannt, wie das wird. Der Professor, mit dem ich schon Kontakt hatte, ist u. a. auf den Abstrakten Expressionismus spezialisiert, dessen prominentester Vertreter wohl Mark Rothko war.

Mark Rothko: „White Over Red“ (1957). © 1998 Kate Rothko-Prizel & Christopher Rothko / VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Ein guter Einstieg ins Leben dieses Malers, der 1903 als Marcus Rothkowitz in Daugavpils in Lettland1 geboren wurde, ist die Biografie „Mark Rothko: A Biography“ von James E. B. Breslin, die m. W. aber nur auf Englisch erhältlich ist. Rothko kam in jungen Jahren in die USA, wo er 1921 in der Lincoln High School in Portland, Oregon graduierte. Danach studierte er bis 1923 in Yale, ging dann aber nach New York, um sich fortan der Malerei zu widmen. Nachdem er zuerst gegenständlich gemalt hatte, folgte eine Phase mit Gemälden, die stark von der griechischen Mythologie beeinflußt waren, bis er Ende der Vierzigerjahre sein Format aus übereinandergestapelten Rechtecken fand. Rothko beging am 25. Februar 1970 Selbstmord.

1 Ursprünglich russisch: Dvinsk (Двинск).