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Heute morgen

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Mache mir, seit ich wach bin, also seit ca. 03:00 Uhr, über dies und jenes Gedanken. À propos Online-Werbung: Eigentlich will ich überhaupt keine Werbung im Internet anschauen, weil ich dort überhaupt nichts kaufe. Warum wird mein Wunsch nicht respektiert? Und – wie pervers ist denn das – nicht das Kaufen ist entscheidend, sondern das Anschauen. Zudem habe ich gelesen, daß 2/3 aller Werbung ohne meßbaren Erfolg sind. Habe mir gerade überlegt, wie das denn mit Anti-Werbung per Email wäre, nachdem mein Adblocker nicht den gewünschten Erfolg hat.

Email an ProSieben:

„Guten Abend,

wissen Sie, wenn Sie schreiben, daß Zuschauer Sie über Instagram kontaktieren sollen, dann wäre es schön, wenn Sie auch antworten würden. Meiner persönlichen Erfahrung nach werden Instagram-Nachrichten in neun von zehn Fällen eben nicht beantwortet.

mfg,

C. Cyrny“

Es regnet gerade wieder. Habe meine Wohnungstür aufgemacht, um etwas durchzulüften.

Habe gerade den Artikel „Ifo-Institut zeigt Milliarden-Einsparpotenzial bei Sozialleistungen auf“ bei Springers „Welt“ entdeckt. Der Axel-Springer-Verlag ist ja auch verantwortlich für die „Kauf kein Kack“-Werbung.

Zitat:

„Das Ifo-Institut plädiert für einen drastischen Umbau von Deutschlands Sozialleistungen.“—Ifo-Institut

Und hier die Website dieses Instituts, das sich zu Handlangern der Bundesregierung beim Sozialkahlschlag macht.

Der Vorstand des Ifo-Instituts: Dr. Stephanie Dittmer (Mitglied des Vorstandes; links) und Prof. Dr. Dr. h. c. Clemens Fuest (Präsident; rechts). Pressefoto.

Und dieses Institut schreibt doch tatsächlich „Si vis pacem, para bellum“ (dt.: „Wenn Du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“). Nett, nicht?

Es regnet immer noch. Frage mich, ob ich zum Bäcker frühstücken gehen soll. Habe nichts mehr zu Hause.

War in der Stadt, ein paar Sachen erledigen. Auf der Rückfahrt saß ich ganz vorne rechts. Vor mir zwei Busfahrer, die sich, laut wie immer, mit dem Fahrer des Busses unterhalten haben. Wenn die zu den Fahrgästen nur halb so freundlich wären wie untereinander – aber kein Gedanke! Manche Busfahrer lassen auch den leeren Bus mit laufendem Motos einfach stehen und gehen, sich beim Yorma’s im Bahnhof einen Kaffee holen. Man darf denen aber ja nicht sagen, daß das nicht gut für die Umwelt ist. Ok, das ist eine Lapalie, aber trotzdem. Die wissen wahrscheinlich nicht einmal, was Umweltschutz ist.

Heute abend

Nachricht von mir auf Instagram

Ich wollte ProSieben wegen der Sendung „Deutschlands dümmster Promi“ eine Email schreiben, aber da war nur eine Email-Adresse für geschäftliche Anfragen; ich sollte auf Instagram eine Nachricht schicken. Das war vorigen Sonntag. Abgesehen davon bekomme ich auf Instagram fast nie eine Antwort auf eine Nachricht. Frage mich, wozu dieses Feature eigentlich da ist.

Abgesehen davon frage ich mich, was das soll, wenn Dummheit auch noch belohnt wird. Trägt das der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung, daß wir immer dümmer werden?

Etwas, das mich die letzten Tage beschäftigt hat, ist die Tatsache, daß es durch das Internet meiner Ansicht nach gar nicht mehr möglich ist, eine Aussage zu treffen, die alle Aspekte einer Sache berücksichtigt – einfach weil es so dermaßen viele Informationen gibt, daß ein einzelner Mensch das gar nicht alles berücksichtigen kann. Schon der verstorbene Autor Stanisław Lem hat gesagt, wir „würden am Anfang einer Epoche stehen, vor der ihm graut“. Er hat denn auch das Internet sehr kritisch gesehen1. Ich meine denn auch, daß wir uns in Zukunft nicht nur auf den technologischen Fortschritt – KI ist nur ein Beispiel – konzentrieren, sondern auch das Menschliche mehr berücksichtigen sollten.

Ich habe immer mehr das Gefühl, daß Stanisław Lem recht hatte, was das Internet anbetrifft. Als ich noch kein Internet und keinen PC hatte, also vor dem Dezember 1996, habe ich auch gelebt. Ich habe viel gelesen und Gitarre gespielt. Beides mache ich gerade nicht mehr. Ich habe zwar zwei Bücher, die ich mir vorgenommen habe zu lesen, aber ich kann mich oft nicht dazu aufraffen. Als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, bin ich oft mit einem ganzen Stapel an Büchern aus der alten Stadtbücherei nach Hause gekommen. Die neue Stadtbibliothek ist zwar größer, aber imho ein steriler Klotz, der, soweit ich weiß, 80 Millionen gekostet hat. Die alte Stadtbücherei hatte noch eine gewisse Atmosphäre.

Mir fällt gerade ein, was wohl passiert, wenn eine KI eine Fehlentscheidung trifft. Wer haftet dann? Der Hersteller? Der wird sich, so wie ich das einschätze, drücken, wo er kann. Derjenige, der die KI benutzt (Bedienungsfehler)? Keine Ahnung.

1 „Aus meiner Intuition heraus meine ich, daß uns das Internet mehr schaden als Profit bringen wird.“—Stanisław Lem. Und: „Ich fürchte mich vor der sogenannten informatischen Sintflut.“—Stanisław Lem. Ich denke da z. B. an die mit – ähem – „Werbung“ zugepflasterten Seiten von Zeitungen u. ä. Schon das allein wird ja immer schlimmer, z. B. diese Prostata-Werbung, aber die Werbe-Leute sind imho schon so kaputt, daß sie gar nicht merken, wie ekelhaft das ist. Es geht ihnen nur noch um €€€.

Habe denn auch dem zuständigen Ministerium eine Nachricht geschrieben:

„Guten Tag,

ich wollte Sie mal fragen, ob Sie nicht etwas gegen die immer größere Flut von Online-Werbung unternehmen wollen. Das ist ja langsam teilweise absolut niveaulos, wenn da z. B. diese Prostata-Werbung kommt oder der Mann mit dem dicken Bauch. Ich empfinde es auch als Zumutung, wenn eine Seite z. B. von einer Zeitung mit Werbung regelrecht zugepflastert ist. Ich persönlich will im Internet nichts kaufen, Punkt, und ich finde, das sollte respektiert werden. Geld ist schließĺich nicht alles. Und die BILD-Zeitung wirbt jüngst mit dem Slogan „Kauf kein Kack“. Ich meine, geht’s noch??? Diese ganzen Werbeleute sind doch krank; anders kann man sich eine solche „Werbung“ nicht mehr erklären. Werbung sollte nicht dazu da sein, um Schmerzgrenzen auszutesten. Bitte doch sehr um eine Antwort.

mfg,

C. Cyrny“

Bin mal gespannt, ob da was zurückkommt.

Heute nachmittag

Auf Instagram gefunden:

Das wär’s doch. Es ist schon erstaunlich, was man mit KI alles machen kann. Das eröffnet Perspektiven.

Habe der Bundesregierung eine Email geschrieben. Antwort: Nicht zuständig; ich solle mich an das Bundesministerium der Finanzen (BMF) wenden. So kann man’s auch machen. Das war denn auch mein letzter Versuch.

Habe der zuständigen Frau dennoch eine kurze Email geschickt:

„Sehr geehrte Frau Peters,

ich muß sagen, daß ich schon sehr enttäuscht bin, nachdem ich mir die Mühe gemacht habe, Ihnen eine umfangreichere Email zu schicken, wenn alles, was da kommt, „nicht zuständig“ ist. Was ist mit dem Rest meiner Email? Anscheinend sind Sie an einem ernsthaften Kontakt mit den Bürgern überhaupt nicht interessiert. Das finde ich schon sehr traurig.

mfg,

C. Cyrny“