Schlagwort-Archiv: Kritik

Heute morgen

Seit ich von Oberstdorf zurück bin, fühle ich mich hier, wo ich lebe, nicht mehr wohl. In der Adula-Klinik waren einfach so nette Menschen. Auch das frühe Aufwachen – heute um 02:15 Uhr – tut mir nicht so gut.

Am 8. März ist in BW Landtagswahl. Ich werde aber nicht zur Wahl gehen. Die ganzen Wahlplakate stoßen mir sauer auf. Seit der Klinik habe ich eine ausgesprochene Aversion gegen Politik.

War einkaufen und wollte davor beim Trölsch einen Tee trinken, allein der war so voll, daß ich davon Abstand genommen habe. Auch war die Bedienung Frau S. sehr unfreundlich. Freundlichkeit ist überhaupt sehr dünn gesät. Ich ertappe mich dabei, wie ich langsam richtiggehend aggressiv werde, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Da sind einmal die vielen Ausländer und dann im Bus vier Leute, die telefoniert haben. Dabei überbieten sich die Politiker zur anstehenden Wahl mit irgendwelchen hohlen Slogans, die irgendwelche PR-Agenturen erfunden haben.

Ich denke, man sollte mal eine Freundlichkeitsinitiative starten. Soll diese um sich greifende Unfreundlichkeit denn überhand nehmen?

Heute morgen

Bin um 01:55 Uhr knapp eine Stunde wach. Höre „A Girl In Calico“ vom Glenn Miller Orchestra von ca. 1944. Nachdem Glenn Miller bei einem Flug von England nach Paris verschollen war, übernahm Tenorsaxophonist Tex Beneke die Leitung des Glenn Miller Orchestra. Der Close-Harmony-Gesang kam vermutlich von den Crew Chiefs.

Versuche beim Zuhören, mir vorzustellen, wenn so etwas im Supermarkt laufen würde. Das wäre doch etwas ganz anderes als das übliche Gedudel.

Während Glenn Miller 1944/45 noch populär war, kam parallel dazu der Bebop auf. Hier ein Beispiel, die „Yardbird Suite“ von Charlie Parker.

Was mir beim Einkauf beim Bahnhof in Ludwigsburg sauer aufstößt, sind die vielen Ausländer. In Oberstdorf war das ganz anders. Habe das gestern mit meiner Betreuerin geteilt, die mich ganz komisch angeschaut hat. Keine Ahnung, vielleicht hält sie mich für ausländerfeindlich, was man aber erst mal definieren sollte.

Das ist ein denkwürdiges TV-Thema von Dave Grusin [comp] und Ralph Ferraro [arr] von 1968 – 1971.

Und hier das Eingangs-Thema:

Obwohl dieses Thema von Dave Grusin komponiert wurde, sollte man das tolle Arrangement von Ralph Ferraro nicht unterschätzen.

Den Plakaten zufolge ist irgendwann anscheinend wieder Wahl. Mir hängt das aber ehrlich gesagt richtig zum Hals heraus. Werde konsequenterweise auch nicht zur Wahl gehen. Ich verstehe dieses „Ja, man muß seiner politischen Verantwortung nachkommen“ auch nicht. Wo ist denn der Witz bei der Sache, wenn man nicht mehr weiß, wen man wählen soll, weil alle im Prinzip dasselbe machen?

Heute nachmittag

Am 12.01. habe ich in Oberstdorf über Hermes zwei Gepäckstücke aufgegeben, eine Sporttasche und einen Koffer. Die Sporttasche kam am 15.01., nicht aber der Koffer. Eine Nachfrage von mir konnte der ausländische Fahrer nicht beantworten. Habe dann gesehen, daß die beiden Gepäckstücke verschiedene Sendungsnummern hatten, was allein schon Blödsinn ist. Heute kam dann der Koffer. Mein Fazit: Nie wieder Hermes. Auch bei der Hotline nur Ausländer, die allesamt nur unzureichend Deutsch sprechen. Bei Trustpilot hat Hermes denn auch nur einen Stern (ungenügend).

Heute abend

Bei den NachDenkSeiten hat es den Artikel „Unsichtbar gemacht – Wie die EU kritische Medien zum Schweigen bringt“.

Zitat:

„Die EU hat kein Zensurministerium. Sie braucht auch keines mehr. Die Arbeit übernehmen inzwischen Algorithmen, Compliance-Abteilungen und Gesetze, die sich so harmlos anhören, dass man kaum glauben mag, wie tief sie in die Öffentlichkeit eingreifen. Wer heute eine Website betreibt, die unbequem ist, spürt diese Veränderung nicht sofort. Es gibt keine Hausdurchsuchung, kein Verbot, keinen Gerichtsbeschluss. Stattdessen sinken die Aufrufzahlen.“—Günther Burbach

Noch ein Foto von mir aus der Zeit zwischen Wirtschaftsgymnasium und Studium, also um 1978:

Das bin ich um 1978. Fotograf unbekannt.

Bei der „Frankfurter Rundschau“ ist ein Artikel erschienen, der die wichtigsten deutschen Umweltaktivisten vorstellt. Ich selbst habe aber den Eindruck, daß diese meist jungen Leute nichts Wesentliches zur Bekämpfung des fortschreitenden Klimawandels beitragen. Was soll das auch, wenn man sich z. B. an der Straße festklebt. Man verärgert die Autofahrer und bekommt vielleicht etwas Medienecho – das war’s aber auch schon.

Auch die bekannteste Klimaaktivistin – Greta Thunberg – hat zwar schon vor der UN gesprochen, aber auch hier die Frage, was es denn im Endeffekt gebracht hat. Jedenfalls ist das Schütten von grüner Farbe in den Canal Grande in Venedig nicht dazu geeignet, das Klima zu verbessern.

Heute nachmittag

Heute vormittag war eine Dame vom Medizinischen Dienst bei mir und hat vielleicht eine Viertelstunde mit mir geredet. Es ging darum, ob mein Pflegegrad hochgestuft wird. Bin mal auf das Ergebnis gespannt. Im Augenblick habe ich Pflegegrad II, und ich habe mir sagen lassen, daß man Pflegegrad III nur sehr schwer bekommt. Ok, mal sehen, wie das Ergebnis aussieht.

Dann ist gerade das Thema „Renten“ in aller Munde. Bin mal gespannt, was das konkret heißt.

Auf YouTube diese ganzen Videos mit der knalligen Schrift à la BILD. Geht das denn nicht anders? Und dann die ganzen reißerischen Titel.

Zwei Beispiele:

Screenshot von YouTube

Auch auf die eingeblendeten Kommentare kann ich wirklich verzichten, etwa so:

Habe gerade zweimal bei Hermes angerufen, aber die (ausländischen) Frauen konnten mir nicht viel weiterhelfen. Nicht umsonst hat Hermes so schlechte Bewertungen.

Bin von der Hotline von Hermes total genervt. Lauter Frauen, die a) kein gutes Deutsch sprechen und die es b) einfach nicht blicken. Habe Hermes nun einfach eine Email geschickt. Mal sehen, ob das etwas hilft. Immerhin kam auf meine letzte Email an diese Adresse eine Antwort.

Habe nun die Hotline der Bahn – 030 2970 – angerufen. Wieder war ein Ausländer am Telefon, der mich zur Reha-Abteilung weiterverbunden hat. Dort kamen erst mal wieder diese ganzen Ansagen zum Datenschutz, zur Aufzeichnung des Gesprächs etc. pp. Habe schließlich entnervt aufgelegt.

Daß es auch anders geht, zeigt beispielsweise die Hotline der Techniker-Krankenkasse. Dort sind nur Deutsche, die einem freundlich und kompetent weiterhelfen. Oder die Hotline von 1 & 1.

Heute nachmittag

Die Klimakonferenz COP30 in Belém in Brasilien fiel enttäuschend aus. Die erdölproduzierenden Länder blicken’s einfach nicht und bremsten wichtige Beschlüsse aus. Ich persönlich bin ja dafür, das ganze Geld zu sparen und diese Konferenz mal für ein paar Jahre auszusetzen. Seht hierzu auch „Was wird aus den Klimazielen?“1 bei tagesschau.de.

Gort (Lock Martin) verläßt Klaatus Raumschiff. © Copyright 1951 by Centfox-Film. So jemand fehlt hier eben.

1 Und wenn sie nicht gestorben sind, diskutieren sie immer noch. Das ist zugegebenermaßen etwas überspitzt, aber es zeigt imho doch, daß die Demokratie vermutlich nicht die richige Regierungsform ist, um einen globalen Konsens bei dem Thema „Klima“ herzustellen.

Heute abend

Heute waren es wieder mal null Besucher. Keine Ahnung, wie das kommt. Dabei hat es in diesem Blog inzwischen 1.068 Beiträge, aber ganz offensichtlich sind die Besucher zu bequem, um mal im Archiv zu stöbern oder die Suchfunktion (oben rechts) zu benutzen.

Beim MSN ist ein Artikel erschienen, der da „NATO-Zukunftsforscherin über Kriegsangst wegen Putin: „Das Wichtigste ist Abschreckung““ betitelt ist. Das ist wieder mal typisch, setzt die Zukunftsforscherin Florence Gaub doch primär auf Abschreckung statt auf Dialog mit Rußland. Das überrascht nicht, ist Frau Gaub doch Forschungsdirektorin der NATO-Militärakademie in Rom.

Hmmm, vielleicht kommen die fehlenden Besucher daher, daß ich die allgemein vorherrschende Rußland-Phobie nicht mitmache.

Habe mir gerade im Archiv dieses Blogs den obersten Eintrag vom Dezember 2024 angeschaut, mit einem Stück des Claude Thornhill Orchestra von 1947:

Ich habe mir in den Achtzigerjahren mal die Platte gekauft, auf der dieses Stück zu finden ist.

Cover © Copyright 1977 by Hindsight Records

Habe gerade spaßeshalber einen Flug von Stuttgart (STR) nach Moskau (MOW) gesucht und bin bei Turkish Airlines fündig geworden. Allerdings ist das kein Direktflug, sondern ein Flug, der über Istanbul geht und in der Economy Class einfach knappe € 1.000,- kostet. Die Website fluege.de bietet „aufgrund der politischen Situation“ keine Flüge nach Moskau an. Dabei wäre es bestimmt interessant, zu wissen, was genau da das Problem ist1.

1 Habe bestimmt drei- oder viermal bei fluege.de angerufen, aber keiner der schlecht Deutsch sprechenden Mitarbeiter konnte mir Näheres sagen.

Heute nachmittag

Gehe ja kommenden Mittwoch für ca. sechs Wochen in eine Klinik. Da das Sozialamt mir abgesehen von der Grundsicherung nicht weiterhilft, mußte ich eben einen Dispo-Kredit aufnehmen. Heute habe ich dazu noch erfahren, daß ich zusätzlich € 160,- Kurbeitrag bezahlen muß. Nach ein paar Telefonaten u. a. mit der Stadt Oberstdorf ist mir die Klinik insofern entgegengekommen, als ich den Beitrag in Raten bezahlen kann. Früher, anno 1980, wäre das Sozialamt ohne Probleme eingesprungen und hätte mir die € 160,- gegeben. Nun, im Zuge der sog. Pauschalierung, reden sich die Sachbearbeiterinnen bei allem mit dem Regelsatz heraus, ungeachtet der Tatsache, daß das z. T. gar nicht geht. Das ärgert mich eben, und deshalb habe ich der für mich zuständigen Sachbearbeiterin zwei verärgerte Emails geschrieben. Da muß man aber aufpassen, daß man da nicht verklagt wird. Habe mich dann auch entschuldigt, weil ich gemerkt habe, daß ich da doch zu weit gegangen war. Habe aber nach wie vor die Meinung, daß die Einführung der Pauschalisierung ein Fehler war, der uns damit verkauft werden soll, daß wir nun eine „neue Entscheidungsfreiheit“ haben. Ja, von wegen. Als ich noch in Cannstatt gewohnt habe, hat mir mal ein anderer Sozialhilfeempfänger gesagt, „da [ins Sozialamt] müßte man mal eine Bombe reinschmeißen“. So war ich also doch nicht der einzige, der sich über die Behandlung durch das Sozialamt geärgert hat. Und eine Frau Kramer eben vom Sozialamt Cannstatt hat mir mal – das war anno 2000 – wörtlich gesagt: „Es ist mir scheißegal, ob Sie arbeiten.“ Das war so ungefähr ihr Umgangston. Ich meine, ich hätte mich damals bei ihrer Vorgesetzten beschwert. Geholfen hat es wenig. Ich habe mich in der Folge sowohl beim Leiter des Sozialamtes sowie bei der damals zuständigen Bürgermeisterin, Frau Müller-Trimbusch, beschwert, aber man hat mich überall routiniert abfahren lassen. Ich meine, das ist ja auch interessant.

Heute abend

Habe mir nochmal meinen letzten Beitrag durchgelesen und bin, was das Sozialamt angeht, wohl etwas zu hart gewesen. Ich habe nach meinen beiden sehr kritischen Emails nun eine neue Sachbearbeiterin, die ganz ok zu sein scheint. Ich werde aber nichts mehr beantragen, weil da jedesmal nur wieder die Leier vom Regelsatz kommt. Das ist eben nicht ok, und da kann man mit dem Sozialamt auch nicht vernünftig diskutieren. Man kann in den Regelsatz eben nicht beliebig viel hineinpacken. Da fühle ich mich als einigermaßen intelligenter Mensch einfach nicht für voll genommen.

Und hier ein Beispiel für den damals (1972) so genannten Philly-Sound.

 

Bei der „Tagesschau“ lese ich, daß sich deutsche Firmen und die deutsche Verwaltung in einer ungesunden Abhängigkeit von US-Konzernen wie Microsoft oder Google befinden. Da frage ich mich als Linux-User seit 23 Jahren, warum da nicht nach Linux und Open Source migriert wird?