Schlagwort-Archiv: Lügen

Heute nachmittag

Das folgende Video ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie die Beatles etwas gegen Ungerechtigkeit unternahmen, hier: die Rassentrennung, die auch 1964 de facto noch in Memphis, TN herrschte, als das Peabody Hotel sich weigerte, Sängerin Diana Washington einchecken zu lassen, weil sie schwarz war.

Das auf dem gefaketen Foto ist anscheinend nicht Diana Washington, sondern Mary Wells. Seht hierzu bitte auch die Kommentare zu diesem Video.

Auf der Seite der Robert Kidd Gallery habe ich die Fotografin Laurie Tennent entdeckt, die Pflanzen fotografiert. Ich selber habe 2019 ebenfalls eine Zeitlang in einem improvisierten Studio Blumen wie diese Calla fotografiert:

„Calla“ (2019). Foto von mir.

Ich habe voriges Jahr den Fehler gemacht, meine sehr gute Sony Alpha 7 zu verkaufen, weil sie mir zu schwer war. Dafür habe ich mir eine leichtere Sony DSC-RX100 gekauft, die zwar rein optisch nicht viel hermacht, die aber deutlich mehr kann als z. B. die Canon AE-1, mit der ich bis 2008 fotografiert habe.

Eine Entwicklung, die ich nicht so gut finde, ist, daß man als Künstler heutzutage nicht mehr viel können muß; man muß sich nur clever verkaufen. So hatten noch Mitte des 19. Jahrhunderts die Maler eine solide Technik, von der die Maler von heute nur träumen können. Heutzutage wird anscheinend mehr Wert darauf gelegt, daß die Maler sich „selbst verwirklichen“ und „originell“ sind. Solide Technik ist anscheinend nicht mehr gefragt. Der Kipppunkt war, so nehme ich es jedenfalls wahr, der Impressionismus. Logisch als Widerstand gegen die akademische Malweise von damals, kam anschließend der Expressionismus, und danach war solide Technik anscheinend immer weniger gefragt. Und dann kam ja noch die abstrakte Malerei, deren Vorreiter neben Kandinsky (erstes abstraktes Aquarell von 1909) der weniger bekannte Adolf Hölzel mit seiner „Komposition in Rot I“ von 1905 war.

Adolf Hölzel: „Komposition in Rot I“ (1905); Öl auf Leinwand. Mit freundlicher Genehmigung der Adolf-Hölzel-Stiftung.

Heute nachmittag

Gerade entdeckt: „13,8 Milliarden Jahre alt: Gaia-Daten liefern neue Antwort auf das Alter des Universums“. Und: Was war denn vor den 13,8 Milliarden Jahren? Schwer, sich das vorzustellen.

Zitat:

„Ein uraltes kosmisches Rätsel treibt die astrophysikalische Wissenschaft bereits seit vielen Jahrzehnten um. Neue Auswertungen extrem umfangreicher Sternenkataloge werfen nun ein unerwartetes Licht auf die Ursprünge von Raum und Zeit.“—Dieter Petereit

Für uns ist es ja praktisch unmöglich, sich einen Zustand vorzustellen, in dem es weder Raum noch Zeit gibt.

Weiterführender Link: ESAs Gaia.

Unsere Milchstraße und benachbarte Galaxien. Foto: ESA/Gaia/DPAC

Heute mittag habe ich am Busbahnhof eine Frau sitzen sehen, die den Kopf in beide Hände gestützt hatte. Hätte sie am liebsten fotografiert, aber ich hatte mein Handy nicht dabei. Oft vergesse ich es einfach, und ich kann es nicht nachvollziehen, wenn Leute eine Ewigkeit aufs Display starren.

1969 schrieb der Science-Fiction-Autor Frederik Pohl einen „Die Zeit der Katzenpfoten“ (engl.: „The Age Of The Pussyfoot“) betitelten Roman, in dem ein Vorläufer unseres Handys, der im Roman Joker genannt wird, vorkommt. Das war ein zepter-ähnliches Gerät, das mit dem lokalen Computer-Netzwerk verbunden war. Außerdem enthielt es diverse psychoaktive Sprays wie Aphrodisiaka etc. Hauptfigur dieses Romans ist Charles Dalgleish Forrester, der nach 500 Jahren Tiefschlaf wieder aufgeweckt wird und sich nun in der Zukunft zurechtfinden muß. Mein Tip: Absolut lesenswert.

Cover von „Die Zeit der Katzenpfoten“. Design: Eddie Jones. © Copyright 1972 by S. Fischer Verlag. Mit freundlicher Genehmigung.

Die ganze „Fischer Orbit“-Reihe ist – wenn auch nur noch gebraucht erhältlich – überhaupt sehr empfehlenswert. Neben Science-Fiction-Romanen gibt es unter dem Titel „Damon Knight’s Collection“ Sammlungen mit SF-Kurzgeschichten von vorwiegend angelsächsischen Autoren.

Eine Klasse für sich ist natürlich der 2006 verstorbene polnische Schriftsteller Stanisław Lem. Lesetips: „Eden“, „Solaris“, „Transfer“ (auch: „Rückkehr von den Sternen“), „Der Unbesiegbare“.

Stanisław Lem in 1966, courtesy of his secretary, Wojciech Zemek. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Website: https://german.lem.pl/.

Hochintelligent (ich glaube, Stanisław Lem hatte einen IQ von 185), kommen bei ihm ein souveräner Schreibstil, ein fundiertes Wissen in den verschiedensten Disziplinen und eine atemberaubende Phantasie zusammen (man nehme nur – um ein Beispiel zu geben – die Beschreibung des Bahnhofs in „Transfer“).

Jedesmal, wenn ich mir vornehme, etwas Positives, Konstruktives zu posten, muß ich wieder lesen, wie unsere Politiker uns schamlos belügen. Soll das so weitergehen? Offenbar schon. Und dann diese ganzen Kriege. Lernen diese Leute denn gar nichts dazu? Es scheint fast so, und nach wie vor gilt leider das Hesse-Zitat, das da lautet: „Der Mensch ist des Denkens nicht in hohem Maße fähig.“ Hermann Hesse muß ja wissen, wovon er spricht, hat er sich 1914 doch als einer der Wenigen gegen die allgegenwärtige Kriegsbegeisterung gewandt und ist dafür als Vaterlandsverräter gebrandmarkt worden. Und wie sehen wir das heute? Tja …

Deutsche Soldaten am 1. August 1914. Foto: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-25684-0004. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Discord nervt mich, weil da gefühlt alle ein bis zwei Wochen ein neues Release kommt und ich das .deb-Paket jedesmal herunterladen und installieren muß. Muß das denn sein? Einmal im Monat – oder vielleicht alle zwei bis drei Monate – würde es doch auch tun.

Ich kann diese ganzen Trump-Fotos nicht mehr sehen. Warum gibt man diesem Menschen soviel Aufmerksamkeit? Der Krieg gegen den Iran funktioniert nur deswegen, weil es keine Exekutive gibt, die das Völkerrecht durchsetzt. An diesem Beispiel wird exemplarisch der Satz deutlich: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“ Das ist alles so pervers. Da sterben Tausende, und wofür?

Gort (Lock Martin) verläßt Klaatus Raumschiff. © Copyright 1951 by Centfox-Film. So jemand fehlt hier eben.

Komme immer mehr zu der Erkenntnis, daß wir auf dem Planeten der Spinner leben. Keine Spezies außer dem Homo sapiens schadet dem Planeten so. Und: Wird es besser? Sieht leider nicht danach aus. Was fehlt, ist ein Faktor X, der alles ändert.

Heute morgen

Bin schon wieder so früh (04:34 Uhr) auf und habe mir meinen ersten entkoffeinierten Milchkaffee mit einem Schuß Sahne gemacht. Will von nun an erst um 07:00 Uhr frühstücken, koste es, was es wolle.

Gestern habe ich erfahren, daß es nun den Gimp 3.20.0 zum Herunterladen gibt. Ich benutze aber noch die alte Version 2.10.36, weil ich mich mit der wohler fühle. Außerdem habe ich noch gimp-gap sowie die FX-Foundry installiert.

Dieses Jahr im November werde ich seit 30 Jahren Grafik machen. Nicht eingerechnet ist ein erster Versuch mit Photoshop von 1994. Im November 1996 bekam ich nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit einen Job bei debis Systemhaus. Das lief über Zeitarbeit – ein Kapitel für sich1.

Das Logo von debis Systemhaus. Quelle: Wikipedia.

Email an Marcel Pauly vom „Spiegel“:

„Guten Abend Herr Pauly,

ich habe von Ihnen den Artikel „Mehr als elf Millionen Euro mit unklarer Herkunft“ gelesen. Nun wollte ich, angeregt durch die NachDenkSeiten von Albrecht Müller, einmal nachfragen, ob der „Spiegel“ nicht mal eine Serie zu dem brisanten Thema „Vermögensverteilung in Deutschland“ bringen könnte, oder sind die Reichen und Superreichen tabu? Es wird immer nur auf den Bürgergeldempfängern herumgehackt. Das finde ich nicht so zielführend.

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny“

Habe die Wohnungstür aufgemacht, um etwas durchzulüften und kann draußen die Vögel hören.

Möchte ja der einen rumänischen Bettlerin helfen, die nach einer Pause von mehreren Monaten wieder in der Ludwigsburger Myliusstraße bettelt. Laut eigener Aussage schläft sie im Stuttgarter Stadtpark. Habe nun erfahren, daß da die Wohnungsnotfallhilfe Ludwigsburg zuständig ist.

Entwurf einer CinePaint-Schachtel. Grafik von mir. Software: Blender.

Habe ja 2021 ein paar Monate an dem Open-Source-Projekt CinePaint mitgearbeitet. Habe da vor allem Grafik gemacht. Die obige Schachtel wurde von einer Schachtel Cheerios inspiriert. Irgendwie geht es mit diesem Projekt aber nicht so richtig vorwärts. Schon vor Jahren (!) wurden Versionen für macOS und Linux angekündigt, aber bis heute hat sich da nichts getan, so daß ich mich frage, ob an diesem Projekt überhaupt noch gearbeitet wird.

Noch vierzig Minuten bis zum Frühstück. Puuuh! 😉

Im Zuge meine Therapieplatzsuche habe ich von der Techniker erfahren, daß ich zuerst zu einer Sprechstunde kommen muß, wo ich ein PTV11-Formular bekomme, mit dem ich erst einen Therapieplatz suchen kann. Frage mich aber, ob das nicht einfacher geht. Es wird eben alles immer bürokratischer statt einfacher. Der angebliche Bürokratieabbau ist eine einzige Lüge.

Sehe gerade, daß draußen vor meinem Fenster lauter Ausländer – teils in in traditioneller Kleidung – vorbeidefilieren. Meine Vermutung ist, daß sie von dem islamischen Zentrum weiter oben kommen. Ist das die Zukunft?

Email an das Ludwigsburger Busunternehmen LVL Jäger:

„Sehr geehrter Herr Thiede,

ich wende mich noch in einer Sache an Sie, und zwar geht es um Fahrgäste , die im Bus laut telefonieren. Wenn ich etwas sage, bekomme ich oft eine dumme Antwort, und die Leute telefonieren seelenruhig weiter. Kann man da denn gar nichts machen? Ich finde, der technische Fortschritt stößt dann an seine Grenzen, wenn Bürger – hier: Fahrgäste – darunter leiden.

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny“

Keine Antwort. 

Vorhin war im Bus schon wieder ein Fahrgast, ein gewisser Guido, der den ganzen Bus – Linie 413 – beschallt hat. Das ist eben der Trend: Immer lauter, immer rücksichtsloser. Die ganze Gesellschaft bewegt sich in eine ungute Richtung, aber die Verantwortlichen wiegeln nur ab.

Bei LVL Jäger hat es einen Artikel über den Busfahrer Mustafa Özyakan, der ein eineinhalbjähriges Mädchen gerettet hat.

Dieser Busfahrer ist meiner Ansicht nach aber die Ausnahme. Die meisten Busfahrer dieses Unternehmens sind denkbar unfreundlich. Grüßt man sie, kommt meistens nichts zurück. Die leben nur auf, wenn ein Kollege einsteigt; dann sind sie wie verwandelt.

Eine Initiative, auf die ich vor ein paar Tagen gestoßen bin, sind die „Friends of Attention“.

1 Die betreffende Zeitarbeitsfirma war Manpower in Stuttgart. Beim Einstellungsgespräch war die Chefin sehr freundlich, ich könnte mich jederzeit an sie wenden. Ich war dann ein ganzes Jahr bei debis, wo ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Internet machte. Als das Jahr um war, bekam ich einen weiteren Einsatz, der aber nur etwa zwei Wochen dauerte. Da Manpower anschließend keinen weiteren Einsatz für mich hatte, wollten die, daß ich Urlaub nehme, aber ich hatte meinen ganzen Jahresurlaub bereits genommen. Nun sollte ich kündigen, obwohl Manpower mich laut Vertrag auch bezahlen mußte, wenn ich keinen Einsatz hatte. Da fing Manpower an, Dinge zu behaupten, die einfach nicht gestimmt haben, und am Ende kündigten sie mir.

Heute morgen

Die vorliegende Aufnahme wurde im Januar/Februar 1949 von Django Reinhardt, Stéphane Grappelli und einer italienischen Rhythmusgruppe in Rom aufgenommen und zeigt Django Reinhardt in Bestform.

Ich versuche, hier möglichst nichts mehr über Politik zu schreiben, weil das einfach so unerfreulich ist. Da wird einfach so viel gelogen.

Heute nachmittag

Wenn unserer Politiker einigermaßen intelligent wären, dann würden sie merken, daß ihre Strategie auf Dauer nicht aufgehen kann. Es scheint aber vielmehr so, daß sie lediglich auf kurzfristige Vorteile aus sind, Motto „Nach mir die Sintflut“. Wie das weitergehen soll, weiß der Himmel.

Grafik „FAIRgleich“ der SPD. © Copyright 2026 by SPD.

Habe gerade die Website der SPD besucht, wo ich auch prompt mit obiger Grafik konfrontiert worden bin. Was mir sauer aufstößt, ist dieses Schreierische, Krasse, was ja anscheinend immer mehr in Mode kommt. Was verschwiegen wird: Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen ist nichts weniger als ein Bruch des Grundgesetzes, in dem ja die Gleichheit von Männern und Frauen verankert ist. Konsequenterweise müßte die SPD eigentlich in Karlsruhe klagen. Daß sie das nicht tut, ist sehr bezeichnend.

Ich kann das alles gar nicht mehr ernst nehmen. Da wird einfach gelogen, daß sich die Balken biegen. Frage mich, wo ich hier eigentlich gelandet bin.

Die Parteien brauchen sich doch nicht über „Politikverdrossenheit“ zu wundern, wenn sie nur den eigenen Vorteil im Auge haben.

„Waltz For Koop“ habe ich zum ersten Mal bei LuxuriaMusic gehört.

Heute nachmittag

Habe „War“ einmal 1976 in Offenburg auf einem Open-Air-Festival live gesehen. Damals haben die mich aber leider nicht beeindruckt. Schade eigentlich. Der Hit des Abends war Gitarrist Ted Nugent mit seiner Gibson Byrdland.

Ted Nugent auf der Bühne (1970er-/1980er-Jahre). Foto: Carl Lender. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Nachdem ich mir „The World Is A Ghetto“ (1972) nochmal angehört habe und das mit der Pop-Musik von heute vergleiche, stelle ich fest, daß die heutige Musik keine Seele mehr hat. Wie das wieder anders werden soll, weiß der Himmel. Wen es interessiert, mehr über den Verfall der Pop-Musik der letzten fünfundzwanzig Jahre oder so zu erfahren, der kann sich auf dem YouTube-Kanal von Rick Beato informieren. Nicht alles, was auf YouTube gepostet wird, ist Schrott1.

1 Die Augen geöffnet haben mir hier Videos zu einer angeblichen Rentenkürzung. „Fake News“ nennt man so etwas offenbar. Leider ist Google aber ganz offensichtlich nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Ich habe mich ein paarmal beschwert; passiert ist – nichts.

Heute nachmittag

Bekam auf meine Email von letzter Woche eine Antwort vom Sozialamt, das von mir beantragte Geld „sei im Regelsatz enthalten“, was schlicht und einfach gelogen ist. Dabei bin ich selbst schuld, daß ich so wenig Geld habe, weil ich fast jeden Morgen beim Bäcker frühstücken war. Jetzt ist guter Rat teuer. Brauche dringend T-Shirts und eine Jeans; darüber hinaus ca. € 35,- für den Versand meines Koffers und meiner Sporttasche.

Heute nachmittag

Im Zuge der Diskussion um die „Stadtbild“-Äußerung von Friedrich Merz habe ich vorhin an der Bushaltestelle spaßeshalber mal die Ausländer gezählt. Es waren zehn Stück, die sich dann im Bus verteilt haben. Aber das ist natürlich keine Überfremdung, das ist „bunt“.

Nochmal kurz zum Sozialamt. Ich gehe mittlerweile davon aus, daß die Sozialämter angehalten sind, die Hilfebedürftigen gegebenenfalls anzulügen („Das ist im Regelsatz enthalten.“). Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich meine, die Sachbearbeiterinnen sind doch nicht dumm, oder?

Sind selbstfahrende Autos die Zukunft? Und was ist dann mit den Taxifahrern und den ca. 100.000 Busfahrern? Seht dazu auch folgenden Artikel. Da werden die selbstfahrenden Busse aber noch nicht berücksichtigt.

Selbstfahrender Bus in Friedrichshafen. Foto © Copyright ZF Friedrichshafen

Nach einer Reihe von Erfahrungen im Umgang mit den einigen der Ministerien, die wir in Deutschland haben – es sind insgesamt 16 Ministerien – kann ich sagen, daß diese überhaupt nicht an einem ernsthaften Dialog mit den Bürgern interessiert sind. Sind die 16 Email-Adressen also nur zur Zierde da? Es scheint fast so.

Während es bei n-tv heißt: „Steinmeier fordert Sozialstaats-Agenda: „Es ächzt im System“, stellt das manager magazin fest:

„Krisen hin, Krisen her: Die Zahl der Superreichen auf der Welt wächst unvermindert weiter.“—manager magazin

Hart gegen die Kleinen, nachsichtig gegen die Großen. So läßt sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Superreichen wie Isolde Liebherr ablichten, während er in seiner Weihnachtsansprache 2019 gesagt hat: „Bürger erster oder zweiter Klasse gibt es nicht.“ – was schlicht und einfach gelogen ist.

BMW-Erbin Susanne Klatten, die reichste Frau Deutschlands. Foto: IMAGO

Interessant ist, daß das manager magazin zur Spiegel Group gehört. Ich habe dem „Spiegel“ mindestens zwei Emails des Inhalts geschrieben, ob man dort nicht mal etwas Kritisches über die Reichen bringen könnte. Keine Antwort. Einzig das manager magazin veröffentlichte „Die 500 reichsten Deutschen“. Kritische Töne wird man da aber wohl vergeblich suchen. Das ist einfach sowas von zum Kotzen.

Auch der „Business Insider“ hat sich der sieben reichsten deutschen Familien angenommen, aber auch hier gilt: kritische Töne – Fehlanzeige. Dafür kommen dann Sätze wie „In Deutschland gibt es mehr Milliardäre denn je, doch viele von ihnen leben im Verborgenen.“ oder etwa „Sie prägen zentrale Branchen und zeigen, wie stiller Reichtum funktioniert.“. Ich dürfte mir das mit dem „stillen Reichtum“1 nicht erlauben, weil ich dann wegen Sozialbetrugs dran wäre. So funktioniert Gleichheit in Deutschland.

1 Ich muß vielmehr einmal im Jahr die lückenlosen Kontoauszüge von drei Monaten vorzeigen. Da ist dann nichts von wegen „stiller Reichtum“. Ich könnte ja irgendwo zehn Euro zuviel haben. Ich empfinde das als Schikane.

Heute abend

Ich kann zwar alles Mögliche schreiben, ändern kann ich aber so gut wie nichts. Die Politiker lügen weiter und schießen sich auf die Bürgergeldbezieher ein. Das Sozialamt belügt mich auch, und wenn ich was sage, bekomme ich nur Ärger – es ist furchtbar. Muß jetzt eben noch die € 274,69 für eine Krone bezahlen, was schon relativ günstig ist, weil a) die Krankenkasse mich als Härtefall anerkannt hat und b) meine Zahnärztin ein günstiges Labor in China hat, das € 200,- billiger ist als ein deutsches Labor. Und dann muß ich noch € 44,- für meine Mitgliedschaft beim DMV bezahlen. Wenn das erledigt ist, möchte ich für einen Kurzurlaub in Berlin sparen.

Berlin 2021. Foto: Lear 21. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Um unser derzeitige sog. „Demokratie“ zu reformieren, bedürfte es eines entsprechenden archimedischen Punktes.

„Archimedes behauptete, er könne die Erde mit einem Hebel anheben, wenn er nur einen festen Punkt außerhalb der Erde und einen genügend langen Hebel hätte.“—Wikipedia

Auf Berlin bin ich schon gespannt. Möchte u. a. im Hotel Adlon einen Kaffee1 trinken und evt. in den Bundestag.

Das Hotel Adlon in Berlin. Pressefoto.

1 Café Crème: € 7,90. Na, ja, das ist zwar exorbitant, aber einmal kann man sich das schon leisten. Dafür bekommt man eben das ganze exklusive Ambiente.