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Heute abend

Da es heute in der Vesperkirche so anstrengend war, gehe ich morgen zum Trölsch Mittagessen. Ich mußte heute bestimmt eine Dreiviertelstunde aufs Essen warten und bin schließlich entnervt gegangen.

Bin heute am Spätnachmittag in voller Kleidung eingeschlafen und erst nach 20:00 Uhr wieder aufgewacht.

Höre „Flamingo“ (Dezember 1940) vom Orchester Duke Ellington, gefolgt von „Ko-Ko“ (Hollywood; 1941) ebenfalls von Duke Ellington. Das ist eine seltene sog. transcription, also eine Aufnahme, die damals exklusiv fürs Radio aufgenommen wurde.

Eine Aufnahme, die am 21.01.1951 übers Radio ausgestrahlt wurde, ist der „Troublant Boléro“ von Django Reinhardt.

Frage mich, wer das Arrangement für Sinfonieorchester geschrieben hat. Ggf. war es der Dirigent Wal-Berg (eigentlich: Voldemar Rosenberg). Besonders die Einleitung ist absolut bestechend.

Heute nachmittag

Wenn unserer Politiker einigermaßen intelligent wären, dann würden sie merken, daß ihre Strategie auf Dauer nicht aufgehen kann. Es scheint aber vielmehr so, daß sie lediglich auf kurzfristige Vorteile aus sind, Motto „Nach mir die Sintflut“. Wie das weitergehen soll, weiß der Himmel.

Grafik „FAIRgleich“ der SPD. © Copyright 2026 by SPD.

Habe gerade die Website der SPD besucht, wo ich auch prompt mit obiger Grafik konfrontiert worden bin. Was mir sauer aufstößt, ist dieses Schreierische, Krasse, was ja anscheinend immer mehr in Mode kommt. Was verschwiegen wird: Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen ist nichts weniger als ein Bruch des Grundgesetzes, in dem ja die Gleichheit von Männern und Frauen verankert ist. Konsequenterweise müßte die SPD eigentlich in Karlsruhe klagen. Daß sie das nicht tut, ist sehr bezeichnend.

Ich kann das alles gar nicht mehr ernst nehmen. Da wird einfach gelogen, daß sich die Balken biegen. Frage mich, wo ich hier eigentlich gelandet bin.

Die Parteien brauchen sich doch nicht über „Politikverdrossenheit“ zu wundern, wenn sie nur den eigenen Vorteil im Auge haben.

„Waltz For Koop“ habe ich zum ersten Mal bei LuxuriaMusic gehört.

Heute morgen

„Now I Know“ stammt von einer Radioübertragung, die vermutlich 1944 gesendet wurde. Sgt. Johnny Desmond [voc] wird begleitet von Glenn Millers Army Air Force Band. Im Unterschied zu Millers ziviler Band hatte diese u. a. Streicher. Die Arrangeure damals haben sich im Gegensatz zu heute, wo die Stücke nur lieblos zusammengeklatscht werden, noch Mühe gegeben und konnten auch etwas.

Was mir gerade im Bus auffällt, ist die Unfreundlichkeit der Fahrgäste. Keine/r, der/die etwas freundlich dreinschaut. Die Busfahrer sind sowieso unfreundlich. Nur wenn ein Kollege einsteigt, leben sie auf einmal auf.

Würde gern lernen, zu arrangieren. Ich kann zwar ein bischen Noten lesen, aber nur in C-Dur. Habe seit Ewigkeiten eine Jazz- und Pop-Musiklehre, aber ich schaue praktisch nie hinein. Habe bei der VHS nach einem Kurs Notenlesen gesucht, aber nichts gefunden. Bei der englischen Wikipedia habe ich eine gute Seite „chord notation“ entdeckt.

Habe mich zum ersten Mal mit dem Handy aufgenommen, wie ich „It’s A Blue World“ spiele, jedenfalls den Anfang. Das Ganze war noch ziemlich holprig, aber wenn ich das öfter spiele, müßte es besser werden.

Die Bedienung beim Trölsch hat mir freundlich „Ade!“ gesagt, nachdem ich ihr etwas Trinkgeld gegeben habe. Die Hintergrundmusik im Trölsch war das übliche Gedudel. Frage mich, was die Leute sagen würden, wenn da auf einmal Glenn Miller läuft.

Hier meine Version von „It’s A Blue World“ auf der Konzertgitarre, jedenfalls der Anfang. Immer noch etwas holprig, aber ich muß eben noch üben.

Heute nachmittag

Mir ist heute wieder bewußt gewordern, wie unglaublich komplex unsere Welt ist.

Suche seit bestimmt einer Woche (bisher vergeblich) einen passenden Karton für folgendes gerahmtes Foto:

Gerahmtes Foto. Eigenes Werk.

Entweder muß ich 100 Kartons kaufen oder es ist eine Maßanfertigung für € 40,-. Habe PosterXXL, wo ich das Foto gekauft habe, angeschrieben, ob die mir nicht ausnahmsweise einen einzelnen Karton verkaufen könnten.

Beim Deutschlandfunk hat es eine Sendung zu Open Source bzw. Alternativen zu kommerzieller Software. Ich benutze ja seit nunmehr 23 Jahren Linux, und das einzige Programm, das ich mir in den letzten zehn Jahren gekauft habe, war CrossOver Linux, weil unter Wine nicht alle – vor allem neuere – Windows-Programme laufen. Aktuell habe ich es aber nicht mehr installiert. Seit mein Schwager mir eine DVD mit Ubuntu MATE – ich glaube, es war 20.04 LTS – gebrannt hat, benutze ich es – zuerst etwas skeptisch – viel lieber als das klassische Ubuntu. Ich verstehe auch nicht, daß Linux nur einen Marktanteil von ein paar Prozent hat, fühle ich mich damit doch wesentlich wohler als mit Windows. Wenn Linux auch auf allen PCs vorinstalliert wäre, würde das vermutlich ganz anders aussehen.

Und zu den Vorurteilen bezüglich Linux muß ich sagen, daß ich weder Treiberprobleme1 noch zu wenig Auswahl bei der Software habe. Der Ubuntu-Paketmanager Synaptic listet 87.464 Pakete (!) auf, die man sich installieren kann. Darüber hinaus gibt es im Internet von vielen Open-Source-Programmen .deb-Pakete, die man sich mit gdebi installieren kann (sudo gdebi [Paketname].deb). Und – ja – was die Linux-Konsole angeht: Die meisten Sachen mache ich entweder mit Synaptic oder mit gdebi. Imho braucht man vielleicht zwanzig, fünfundzwanzig Befehle, wenn man doch mal mit der Konsole (Shell)2 arbeiten muß. Das ist wirklich überschaubar. Ein sehr nützliches Programm, das die Arbeit mit der Shell vereinfacht, ist der Midnight Commander (sudo apt install mc), der an den Norton Commander unter Windows angelehnt ist. Da kann man Dateien verschieben, kopieren, löschen oder sich anzeigen lassen. Und dann kann man im Internet suchen3, wenn man einen Befehl nicht weiß. Wenn die benötigte Software (incl. Linux) schon vorinstalliert ist, besteht meiner Ansicht nach kein großer Unterschied zwischen Windows und Linux. Die alte Stadtbücherei in Stuttgart hatte im 1. Stock auch ein paar PCs mit Linux für die Besucher, und das hat meiner Ansicht nach gut funktioniert.

1 Ich habe sowohl einen Linux-Treiber für meinen Samsung-Drucker – einen Xpress 2026M Laserdrucker – als auch einen Treiber für meine Grafikkarte – eine NVIDIA GeForce GT 710/PCIe/SSE2 – gefunden. 

2 Ein paar Befehle fürs Arbeiten mit der Shell:

  • cd [Verzeichnis] Zu einem bestimmten Verzeichnis gehen (Bsp.: cd Downloads; es genügt auch cd Down*)
  • cd .. Eine Verzeichnisebene runter in Richtung /
  • sudo mc Den Midnight-Commander mit Root-Rechten aufrufen
  • clear Den Inhalt der Shell löschen
  • sudo apt install [Programm] Ein Programm installieren
  • sudo gdebi [Paket].deb Ein .deb-Paket installieren
  • ps aux Die laufenden Prozesse auflisten. Nützlich z. B., wenn sich ein Programm aufgehängt hat. Anschließend kill [Nummer des Prozesses]
  • lsusb Listet alle USB-Geräte auf
  • display [Bild] Nach der Installation von ImageMagick ein Bild anzeigen. Ich habe auch bei LinuxNews einen Artikel über ImageMagick unter Linux geschrieben
  • display ruft das GUI (grafische Benutzeroberfläche) von ImageMagick auf 
  • chmod a+x Macht ein Programm oder Script ausführbar
  • ls -al Listet alle Dateien innerhalb eines Verzeichnisses auf
  • [Programmname] Startet ein installiertes Programm (Bsp.: firefox)
  • sudo ./[Programmname] Führt ein (z. B. heruntergeladenes) Programm oder Script mit Root-Rechten aus 

3 Ich habe ganz bewußt nicht „googeln“ geschrieben, denn ich versuche, von der Abhängigkeit von Google wegzukommen. So habe ich in Firefox als Suchmaschine DuckDuckGo eingestellt.

In Stuttgart IV

Die Holanka Bar in der Buchhandlung Wittwer von außen. Foto von mir.

War heute, wie jeden Samstagvormittag, wieder in Stuttgart; zuerst in der Holanka Bar im Wittwer, einen Crema trinken und eine Hefebrezel essen. Dann habe ich noch, nachdem ich den Chef der Holanka Bar, Herrn Sportmann, gefragt hatte, ein paar Fotos gemacht.

Ich gehe ja nicht umsonst gern in diese Kaffee-Bar, sind die Klientéle dort wirklich sehr angenehm und die Preise moderat. Auch die – größtenteils weiblichen – Mitarbeiter sind ausgesprochen freundlich. Am liebsten hätte ich heute einen leckeren Heidelbeerkuchen gegessen, aber ich will  ja das Süße reduzieren, deshalb habe ich eine Hefebrezel genommen.

Crema und Hefebrezel. Foto von mir.

Finde es ausgesprochen schade, daß die Holanka Bar keine eigenen Website hat. Würde das vielleicht selbst machen, aber ich habe leider zu wenig Erfahrung mit WordPress für normale Websites. Ich kann mit WordPress eben nur ein Blog aufsetzen. Außerdem habe ich das Gewerbe als Webdesigner abgemeldet.

Eine Mitarbeiterin der Holanka Bar im Wittwer. Foto von mir.

Schade auch, daß die junge Frau im Hintergrund so unscharf ist, aber ich habe dieses Foto mit dem Handy aufgenommen, und da hatte ich leider nicht die Kontrolle über die Blende bzw. hatte nicht an die Blende gedacht. Nachdem ich gefragt hatte, ob ich sie fotografieren dürfte, waren beide Frauen zu meiner Überraschung ausgesprochen freundlich, und es hat mir nachher, als ich mir das Foto angeschaut habe, wie gesagt leid getan, daß die zweite junge Frau so unscharf ist. Vielleicht starte ich – jetzt ermutigt – ja nochmal einen Versuch, diesmal mit meiner Sony.

Anschließend hätte ich mich am liebsten auf die Terrasse des Kunstmuseums gesetzt, aber der Cappuccino dort kostet stolze € 4,90 – das sind umgerechte DM 9,58 -, und da ich sparen will, habe ich darauf verzichtet. Auf dem Schloßplatz waren verschiedene Stände aufgebaut, u. a. einer des lokalen Radiosenders „Die neue 107.7. Bester Rock und Pop.“  Insbesondere das mit dem „besten Rock und Pop“ will ich aber mal dahingestellt lassen, lief da doch nur aktueller Dudel-Pop. Und: An diesem Stand war doch tatsächlich Werbung für das Bonusprogramm von Rewe zu sehen. Frage mich wirklich, ob das sein muß, genügt es mir eigentlich schon, wenn ich an der Kasse im Rewe immer gefragt werde: „Haben Sie Rewe-Bonus?“. Na ja, wir leben halt im Kapitalismus.

Heute morgen

Es ist  02:37 Uhr, und ich bin seit ca. zehn Minuten wach. Habe Hunger, aber ich habe mir vorgenommen, erst ab 06:00 Uhr zu frühstücken. Mache mir einen Milchkaffee (entkoffeiniert). Höre „Needle And Spoon“ (1970) von Savoy Brown. Ich glaube, das war die erste Band, die ich 1974 oder 1975 in Tübingen in der Mensa der Uni live gesehen habe. Sehr unterschätzt: der Sänger Chris Youlden. Hattte mir damals das Album „Raw Sienna“ (1970) gekauft, das ich überraschend gut fand. Auf diesem Album ist u. a. auch „Master Hare“ zu finden, wohl das bekannteste Stück dieser Gruppe.

Nervig: der SWR3. Gerade läuft die „POPNACHT“ mit Ben Streubel; danach kommt die „Morningshow“, Motto: „Mir sind doch alle so fröhlisch“. Der SWR3 spielt leider und ohne jede Kritik den ganzen aktuellen Quark. Eine Email, die ich an diesen Sender geschickt habe, wurde nicht beantwortet.

Ein B. B. King-Medley der Gruppe Hour Glass: „Sweet Little Angel/It’s My Own Fault/How Blue Can You Get“. Hour Glass war der Vorläufer der Allman Brothers Band. Das Medley hier muß 1967 oder 1968 aufgenommen worden sein, wobei ich auf 1968 tippe.

Die ganze Besetzung kenne ich leider nicht. Auf jeden Fall spielten Duane Allman [lead-g, slide-g] und sein Bruder Gregg [organ, voc] mit.
À propos „Inflation“. Alles wird teurer, aber wohin geht das ganze Geld denn? Irgendwer muß doch davon profitieren? Das Geld verschwindet doch nicht im Nirgendwo.

Heute nachmittag

Morgen und übermorgen streiken die Busfahrer von LVL Jäger, dem Ludwigsburger Busunternehmen. Ich finde das nicht gut, denn ich bekomme ja auch nicht mehr Geld, und falls ich – wie jetzt wieder – etwas dazuverdiene, werden vom Sozialamt 2/3 einkassiert. Natürlich hat das „alles seine Richtigkeit“. Währenddessen bedienen sich Bundestagsabgeordnete hinten und vorn, und da wird nichts gemacht.

Habe gerade mit ein paar Nachbarn Rummikub gespielt, bin aber bald wieder gegangen, weil mich die absolut niveaulose Unterhaltung genervt hat. Beispiel: M. hatte ihren Hasen dabei; prompt kam die Unterhaltung auf „Hasenbraten“. Ok, mancher wird das witzig finden; ich finde es einfach geschmacklos.

Ted Nugent bei einem Konzert (70er- oder 80er-Jahre). Foto: Carl Lender. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Höre seit ein paar Tagen statt der Allman Brothers Band Ted Nugents „Double Live Gonzo!“ (1978). Na ja, die Soli sind eben nicht so intelligent aufgebaut wie die von Duane Allman; es ist einfach unterhaltsamer Lärm.

In der Stadt wieder diese widerlichen Wahlplakate von Steffen Bilger (CDU), die wirklich überall in Ludwigsburg zu sehen sind. Das soll wohl ein Lächeln sein; klappt aber leider nicht so ganz. Schade ums Geld. Ich darf diese Plakate eigentlich gar nicht anschauen, weil mir da nur schlecht wird – egal, welche Partei das ist. Man sollte kaum glauben, daß es intelligente Menschen sind, die das fabrizieren. Sahra Wagenknecht bemerkt denn auch in einem Video, daß die meisten Politiker sich fernab der Realitäŧ der Mehrheit der Bürger bewegen. Ich werde sie aber trotzdem nicht wählen, auch wenn sie mir sympathisch ist, denn ich will keine Koalition CDU-BSW-SPD unterstützen. Eigentlich – so wird mir klar – bin ich mit allen etablierten Parteien durch.

Gerade läuft auf YouTube „Cat Scratch Fever“ (1978) von Ted Nugent. Merke, daß seine Songs im Prinzip austauschbar sind – eben Lärm, an dem die Zuhörer sich aufgeilen können. Ok, „aufgeilen“ ist eigentlich zu negativ, aber mir ist kein anderer Begriff eingefallen.

Zur Abwechslung der Soundtrack zu „Dirty Harry“ (1971) von Lalo Schifrin. Ich hätte Lalo Schifrin 2004 beinahe interviewt, aber an dem Morgen des Tages, and dem das Interview stattfinden sollte, war ich so nervös, daß ich den Termin wieder abgesagt habe. Tja, schade! So bleibt mir nur eine freundliche Email, die ich von Lalo Schifrin selbst bekommen habe („These are lucid and intelligent questions.“). Wenn ich an Lalo Schifrin denke, fällt mir automatisch die Autojagd aus „Bullitt“ (1968) ein („Shifting Gears“). Der Soundtrack zu diesem Klassiker stammt ja auch von ihm.

Muß gerade unwillkürlich an das Thema „Copyright“ denken, würde ich doch diesen Beitrag gern mit einem Still aus „Bullitt“ (1968) illustrieren. Leider habe ich nicht die Rechte an dem betreffenden Foto, obwohl das bestimmt keinem weh tun würde, wenn ich das einfach posten würde. So gibt es eine ganze Reihe von Regelungen, die ich nicht ok finde, aber das „ist nun mal so“. Habe mich, um nur ein Beispiel zu nennen, vor Jahren an Warner Bros. in den USA gewandt, weil ich ein paar Stills aus „The Matrix“ (1999) posten wollte. Nein, das ginge nicht, das werde von Warner Bros. nicht gern gesehen. Das von irgendeiner Präsidentin dieses Filmstudios.

So muß ich mich – und das gilt auch für das leidige Thema „Politik“  – eben damit abfinden, daß wir in einer ungerechten Welt leben.

Habe auf eine Anfrage per Email-Formular eine nette Antwort von Gitarren-Lehrerin Lauren Bateman bekommen. Manko: Die Kurse, die sie mir empfiehlt, kosten zusammen vielleicht € 1.000,-, und das kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. Schade, denn ihr Ansatz ist mir nach dem zu urteilen, was auf ihrer Seite steht, sehr sympathisch. Der Kurs Next Level, der die wichtigsten Skills beinhaltet, kostet „nur“ $ 297,- USD, aber auch das ist mir gerade zuviel, da meine Ersparnisse über die letzten Monate ziemlich zusammengeschmolzen sind (Trölsch, Back-Factory).

Pete Townshend von den Who (2012). Foto: Ross Belot. Lizenz: CC BY 4.0.

Schaue mir gerade ein paar Gitarren an, so wie diese 3/4-Konzertgitarre von Ibanez für meine Gitarrenschülerin. So eine Gibson „Byrdland“, wie sie Ted Nugent spielt (lies: mit florentinischem – d. h. spitzem – Cutaway), habe ich aber noch nicht gefunden. Dafür fiel mir gerade eine Zeile aus „Quadrophenia“ (1973) von den Who ein („I’m One“): „I got a Gibson without a case, but I can’t get that even tanned look on my face.“—Pete Townshend. „Quadrophenia“ war denn auch meine allererste Platte, die ich mir 1974 gekauft habe, nachdem ich auf SWF3 (gibt es in dieser Form nicht mehr) ein wirklich tolles einstündiges Radio-Feature zu dieser Platte gehört hatte. Auch hier würde ich gern ein paar Fotos aus dem Booklet im Inneren der Doppel-LP posten, aber auch hier gilt: Copyright. Wer sich aber für intelligent gemachten Rock interessiert, dem kann ich diese Doppel-LP bzw. Doppel-CD wirklich wärmstens empfehlen. Ich finde es überhaupt absolut erstaunlich, was Pete Townshend da geleistet hat. Er hat ja schon mit dem Klassiker „My Generation“ (1965) die Gefühle einer ganzen Generation auf den Punkt gebracht („People try to put us d-down, just because we get around.“—Pete Townshend).

Cover von „Quadrophenia“ (1973) von den Who. Mit freundlicher Genehmigung von Amazon.de.

Heute morgen

Duane Allman am 6. Juni 1971 im Fillmore East. Foto: Ed Berman. Lizenz: CC BY 4.0.

Auf der Suche nach dem Interview, das Ed Shane mit Duane Allman 1970 für den Radiosender WPLO in Atlanta, GA gemacht hat und das „The Duane Allman Radio Hour“ betitelt ist, bin ich auf die sehr informative Seite „Duane Allman“ gestoßen. Leider sind die Fotos von der Qualität her nicht so toll, aber ansonsten hat es jede Menge an Informationen über diesen herausragenden Slide-Gitarristen. Duane Allman war von 1969 bis zu seinem frühen Tod 1971 einer der beiden Leadgitarristen der Allman Brothers Band.

„Er war der perfekte Gitarrenspieler“, erinnert sich der Produzent [Jerry] Wexler. „Er konnte einfach alles: Rhythmus, Lead, Blues, Slide, Bossa Nova mit Jazz-Feeling, eine herrlich sanfte akustische Gitarre – aber auf der Slide gelang ihm das gewisse Etwas1.“

Neben seiner Rolle als Leadgitarrist der Allman Brothers Band war Duane Allman ein gefragter Session-Musiker, u. a. für Herbie Mann („Push Push“), Wilson Pickett („Hey Jude“), Aretha Franklin („The Weight“) und Boz Scaggs („Loan Me A Dime“). Darüber hinaus war er für die Gitarrenarbeit auf Eric Claptons Album „Layla And Other Assorted Love Songs“ (1971) mitverantwortlich. Clapton: „He was the catalyst for the whole thing.“

Was mich an Duane Allman so beeindruckt, ist, daß er nie langweilig war. Ich ziehe ihn denn auch Gitarristen wie Eric Clapton vor.

Bevor Duane Allman und sein Bruder Gregg die Allman Brothers Band gründeten, hatten sie einen Band namens „Hourglass“, die jedoch nicht sehr erfolgreich war. In Kalifornien mußten sie auf Druck der Plattengesellschaft Top-40-Material spielen. Auf der Platte „Duane Allman: An Anthology“ (1972) ist ein schönes B. B. King-Medley dieser Band erhalten.

Zum Abschluß das auf einer akustischen Gitarre gespielte „Little Martha“, das auch auf  der „Anthology“ zu finden ist. Das Stück ist nebenbei in F-Dur.

1 Zitiert aus: „Rock-Lexikon“ (Schmidt-Joos/Graves). Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1973, S. 24.

Heute morgen

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund bin ich gerade auf den Internet-Radiosender „LuxuriaMusic“ gestoßen, den ich im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends öfter gehört habe. Die Musikrichtungen, die dieser Sender spielt, zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Es ist eigentlich ein eklektischer Mix aus Easy Listening und – Zitat von der Website – „Surf Music, Bossa Nova, Exotica, Space-Age Bachelor Pad, Jazz, Soft-Psych, Sunshine Pop, Wall of Sound, Latin, Go-Go, and Film & TV“. Dieser Sender hat damals ganz entscheidend dazu beigetragen, meinen musikalischen Horizont zu erweitern.

Hier nur eine kurze Auswahl von Stücken, die dort gespielt wurden:

Jeden Sonntag lief dort die Sendung „Pretty World“ mit Switched-On Audrey, die ganz der brasilianischen Musik gewidmet war. Das war aber alles noch vor 2009. „Pretty World“ gibt es schon lange nicht mehr, und Switched-On Audrey (Audrey Moorehead) ist auch nicht mehr dabei.
War heute morgen erst bei meinem Hausarzt und dann beim Trölsch, frühstücken. Alles zu Fuß, weil die Busfahrer heute streiken. Verdient haben sie eine Tariferhöhung eigentlich nicht, sind sie den Fahrgästen gegenüber doch denkbar unfreundlich. Auch die Bedienung beim Trölsch, eine Frau T., hat mich so angesehen, als ob ich sie fressen wollte. Ergo habe ich ihr auch kein Trinkgeld gegeben. Und – das fällt mir zusehends auf, wenn ich unterwegs bin – überall werde ich auf Ausländisch beschallt. Ausländer mit  Handy, Ausländisch im Bus (die Busfahrer sowieso), in der Warteschlange, im Wartebereich eines Krankenhauses. Aber wehe, man sagt etwas. Ich finde es eben nicht gut, wenn wir so überfremdet werden. Wir Deutschen sollen wohl am liebsten alles brav mitmachen. Habe auch keine Ahnung, was gerade in der Politik läuft. Ist mir auch herzlich egal. Würde am liebsten auch nicht zur Wahl gehen.

Heute morgen

Habe dem SWR3 vorige Woche folgende Email geschickt:

„Ich wollte Sie mal fragen, ob Sie das, was Sie da täglich an Musik senden, auch kritisch hinterfragen, oder spielen Sie prinzipiell alles, was Sie hereinbekommen? Der Hintergrund ist der, daß ich in den Siebzigerjahren aufgewachsen bin und damals immer den Pop-Shop auf SWF3 gehört habe. Die Moderatoren damals (Frank Laufenberg u. a.) waren imho deutlich kritischer als heute. Bands wie „Middle Of the Road“ oder „Sweet“ wurden damals durch den Kakao gezogen. Das vermisse ich heute, wo die Qualität der Musik deutlich nachgelassen hat. Wie soll es denn besser werden, wenn keine Kritik kommt?“

Bisher keine Antwort. Soll ich das dahingehend interpretieren, daß man bei diesem Sender nicht daran interessiert ist, solche Dinge kritisch zu hinterfragen? So ist es halt am bequemsten. Max Martin forever? Und: „The Death Of Music Genres“ von Rick Beato. Auch er veranschlagt – wie auch ich – den Umbruch im Musik-Business aufs Ende des alten Jahrtausends.

Höre gerade die Live-Version von „Spoonful“ (1968) von Cream, und anschließend „N. S. U.“ (1968), ebenfalls von Cream. Die Singles von Cream überzeugen mich aber größtenteils nicht so. Ausnahmen: „We’re Going Wrong“ (1967) oder „As You Said“ (1968).