Schlagwort-Archiv: Religion

Heute abend

Habe auf meinem Computertisch eine Mappe mit Fotos, die ich im Werkstatthaus Stuttgart anläßlich der Critique Class Fotografie gezeigt habe. Eins der Fotos wollte ich einer Bekannten schenken – das war ihr Favorit -, aber ich hatte auf einmal Hemmungen, das Foto herzugeben. Tja, da muß ich eben umdisponieren. Hmmm, vielleicht möchte die Bekannte auch ein anderes Foto.

Das fragliche Foto:

„Ohne Titel“ (2005). Foto von mir. Grafik: Gimp.

Habe mir beim Pizza-Service hier im Haus erst ein Pizzabrot und dann, weil ich immer noch Hunger hatte, eine kleine Pizza mit Garnelen und Knoblauch bestellt. Dazu eine Dose San-Pellegrino-Orangenlimonade. Könnte nochmal eine Pizza essen, aber jetzt ist es gut.

San Pellegrino Aranciata. Foto © Copyright by San Pellegrino.

Die kleine Dose San Pellegrino, die ich bestellt habe (330 ml), hat allein € 2,90 gekostet, das wären nach alter Rechnung DM 5,67. Damals – zu D-Mark-Zeiten – hätte das kein Mensch bezahlt. Frage mich, weshalb gerade alkoholfreie Getränke so teuer sind. Darüber hinaus stelle ich mir generell die Frage, wohin das ganze Geld im Endeffekt geht und wer davon profitiert. Im Kunstmuseum in Stuttgart kostet ein Cappuccino € 4,90, das sind DM 9,58. Das ist doch Wahnsinn.
Ich erinnere mich noch daran, daß, als ich in den Kindergarten gegangen bin, eine Brezel 10 Pfennige gekostet hat. Das war 1960 bis 1964. Jetzt kostet dieselbe Brezel beim Bäcker Katz € -,95, das ist das 18,6-Fache (!). Hier stellt sich auch die Frage nach dem Sinn des ewigen Wachstums bei endlichen Ressourcen. Und: Hier hat unsere Wirtschaft noch lange nicht umgedacht. Ich meine, klar, wir haben ja noch einen Planeten B in Reserve.

Erdaufgang vom Mond aus gesehen (1968). Foto: William Anders/NASA. Gemeinfrei.

Solange sich die Situation auf der Erde noch nicht spürbar verbessert hat, bin ich persönlich gegen Unternehmungen wie beispielsweise eine Reise zum Mars, aber mit dieser Meinung stehe ich vermutlich ziemlich allein da.
Meine Nachbarin E. unterhält sich oft mit dem KI-Tool ChatGPT. Ich bin da dagegen ziemlich skeptisch. Ist das die Zukunft? E. ist auch allgemein sehr esoterisch drauf. Sie bezeichnet das als „spirituell“, aber ich frage mich, ob sie überhaupt weiß, was das heißt. Sie hat Tarot-Karten und alles mögliche Zeugs und ist auch bei den Zeugen Jehovas, auch wenn sie sich nicht hat taufen lassen. Mir sind die Zeugen Jehovas, die mit ihren Karren oft am Busbahnhof hier in Ludwigsburg stehen, ausgesprochen suspekt. Habe den Eindruck, daß sie auf „Mitgliederfang“ gehen mit Sprüchen wie „Kostenloser Bibelkurs“ usw. Habe gehört, daß sie anscheinend gar nicht die Luther-Bibel, sondern eine eigene Bibel haben. Mache um diese Leute jedenfalls einen großen Bogen.
Es ist inzwischen 21:32 Uhr, und meine Ärztin hat mir  geraten, abends nicht so früh ins Bett zu gehen, weil ich Probleme mit dem Durchschlafen habe. Bekomme da auch zwei Medikamente, die aber nicht viel helfen.
Habe gerade ein Portrait von mir gefunden, das der Photo-Planet in Stuttgart vis-a-vis vom Hauptbahnhof 2018 gemacht hat.

Portrait von mir (2018). Foto: Photo-Planet, Stuttgart. Bearbeitung von mir.

Habe gesehen, daß der Photo-Planet jetzt Foto-Profi heißt. Das gleichnamige Geschäft in Ludwigsburg in der Seestraße ist mir aber in unangenehmer Erinnerung, weil sie mir für meine Sony Alpha 7 lediglich € 80,- bis € 130,- geben wollten. Imho ist das Halsabschneiderei. Möchte nicht wissen, für wieviel sie die Kamera dann weiterverkauft hätten. Das haben sie mir aber nicht gesagt. Ich habe die Kamera über eBay-Kleinanzeigen dann mit Zubehör für € 600,- verkauft, hauptsächlich deshalb, weil sie mir zu schwer war. Habe jetzt eine deutlich kleinere DSC-RX100, ebenfalls von Sony, in die ich mich aber erst mal einarbeiten muß. Auch so kleine Kameras sind im Gegensatz zu analogen Spiegelreflex-Kameras unfaßbar komplex. Sogar ein ausklappbarer Blitz ist in die Kamera eingebaut. Gesichtserkennung, Bearbeitungs-Modi, WiFi (RX100 II) usw. usf.
Habe immer noch Appetit auf eine Pizza mit Garnelen und Knoblauch, aber der Pizza-Service hier im Haus hat jetzt zu. Außerdem muß ich sparen.

Heute morgen

Adolf Hölzel. © Copyright Adolf-Hölzel-Stiftung. Mit freundlicher Genehmigung.

Lese in einem Pressetext der Adolf-Hölzel-Stiftung:

„Der größte Bestand an Hölzels kunsttheoretischem Nachlass
befindet sich in der Staatsgalerie Stuttgart; das Kunstmuseum Stuttgart beherbergt die
weltweit größte Sammlung an Gemälden des Künstlers.

Und weshalb hängen diese Werke nicht im Kunstmuseum? Statt dessen irgendwelcher Schrott.

Adolf Hölzel: „Biblisches Motiv“ (1914; Kunstmuseum Stuttgart). Gemeinfrei. Foto von mir.

Das ist – man glaubt es kaum – das einzige Ölgemälde von Adolf Hölzel, das im Kunstmuseum ausgestellt ist. Ich frage mich, was mit den ganzen Schätzen im Depot ist. Habe also der stellvertretenden Direktorin Frau Dr. Gruber eine dementsprechende Email geschrieben:

„Sehr geehrte Frau Dr. Gruber,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie schreiben von
„Partikularinteressen“. Dabei lese ich im Pressetext der
Adolf-Hölzel-Stiftung:

„Der
größte Bestand an Hölzels kunsttheoretischem Nachlass befindet
sich in der Staatsgalerie Stuttgart; das Kunstmuseum Stuttgart beherbergt die weltweit größte
Sammlung an Gemälden des Künstlers.“—Adolf-Hölzel-Stiftung


Da frage ich mich, weshalb diese Schätze im Depot sind? Haben
Sie denn etwas gegen Adolf Hölzel? Gerade
 ist
vorn neben der Kasse ein Raum, der leer steht und abgeschottet
wurde. Da könnte man doch die ganzen 
Hölzel-Bilder
aufhängen.

Mit
freundlichen Grüßen,

Claus
Cyrny“

Heute morgen

War schon um ca. 01:00 Uhr wach und bin tatsächlich am PC eingeschlafen. Habe auch etwas geträumt, erinnere mich aber nur noch dunkel daran. Habe Hunger, aber leider nichts mehr da. Es ist inzwischen 02:12 Uhr, und eigentlich sollte ich jetzt schlafen. Habe mir einen frischen Milchkaffee (mit Koffein) gemacht. Muß  unwillkürlich an die Holanka Bar denken. Ok, und was mache ich jetzt? Morgen mittag ist ja diese Koloskopie, da muß ich vorher dieses Zeug trinken. Mahlzeit!

Die Resonanz auf meine drei Posts auf 𝕏 ist ziemlich mau. Überlege, ob ich meinen Account dort nicht löschen soll, aber was hatte ich erwartet? Wenigstens etwas Feedback. Nur: Als ich – das ist auch schon Jahre her – noch auf Facebook war und dort ein oder zwei Aktzeichnungen gepostet habe, die ich mal gemacht hatte, kamen da ganz blöde und total unqualifizierte Rückmeldungen, lies: zwei Leute haben sich da über meine Zeichnungen lustig gemacht, der eine sogar mit einem animierten lachenden Schweinchen, so à la „Ha ha ha, was ist denn das?“.

Aktzeichnung von mir, die ich 2010 im „Forum 3“ in Stuttgart gemacht habe.

Eine Nachbarin von mir ist doch auf TikTok, aber das ist mir ehrlich gesagt zu kraß. Ich war nur mal vor Monaten kurz drauf, und das war’s auch schon. Habe auf 𝕏 die ganzen Politiker, denen ich gefolgt war, gelöscht (-> Unfollow) und dafür folge ich nun einigen Malern wie Gustav Klimt oder Paul Cezanne.

Muß schon wieder husten; meine Erkältung vom letzten Mittwoch ist noch nicht wieder weg.

Überlege mir, ob ich die Posts hier nicht etwas freier (in Ermangelung eines besseren Wortes) gestalten soll. Angeregt worden bin ich dazu durch die Gemälde von Jean-Michel Basquiat, der ja auch Text verwendet hat. Das Problem ist nur der sehr kryptische HTML-Code hier auf Blogger, der teilweise denkbar unnötig kompliziert ist.

Habe solchen Appetit auf so ein leckeres mürbes Hörnchen vom Trölsch, wo ich aber nur noch selten hingehe. Dort essen kann ich mir gerade nicht leisten; außerdem sind die Bedienungen – teilweise wenigstens – denkbar unfreundlich, besonders die Damen S. und M.

Junge Frau mit Hijab. Foto von Muhammad Ruqi Yaddin auf Unsplash. Bearbeitung: Gimp 2.10.30


Mir fallen gerade in letzter Zeit immer  mehr Frauen mit Hijab auf. Habe den Eindruck, daß es immer mehr werden. Allein unten im Stuttgarter Hauptbahnhof (S-Bahn) zwei Gruppen mit je vier jungen Frauen mit Hijab. Frage mich ja schon eine Weile, was das soll. Was haben, so mein Gedankengang, denn Haare mit Religion zu tun? 

Fühle mich immer mehr überfremdet und wünsche mir die Zeit von vor, sagen wir, zwanzig, fünfundzwanzig Jahren zurück. Habe gerade wieder von einer Messerattacke gelesen und würde, wenn ich das Geld hätte, am liebsten nach Paris ziehen.

Häuser beim Gare de Lyon in Paris anno 2018. Foto von mir.

Mittlerweile ist es glücklich 03:54 Uhr. Mein Nachbar H. ist aber noch nicht wach; jedenfalls habe ich ihn noch nicht gehört. Ich habe ja meine Wohnungstür auf, um etwas durchzulüften. Da, wo ich wohne, geht das. Ich wohne im Erdgeschoß, und die Wohnungstür geht auf einen Innenhof hinaus.

Mein Nachbar H. Foto von mir.

Mein Favorit unter den Super-Models ist Bella Hadid. Mein Traum: Sie mal zu fotografieren. Es gab da mal auf Instagram ein traumhaft schönes Video mit ihr, wo sie solche schwarzen Sachen von Mugler anhatte. Dieses Video ist aber leider gelöscht worden. Ich habe aber noch ein Still, und ich habe jetzt nochmal einen Versuch unternommen, von Mugler die Erlaubnis zum Posten zu bekommen. Gottseidank hat es auf der Seite von Mugler eine Option, wo man Dateien hochladen kann. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen.

Anthonis van Dyk: „Verheiratetes Paar“. Gemeinfrei.

Habe dieses schöne Gemälde von van Dyk auf 𝕏 entdeckt.
Vor ein paar Jahren bin ich auf das Projekt „Selfie“ der Ungarin Flóra Borsi gestoßen, aber schon damals habe ich mich gefragt, wie sie so erfolgreich sein kann, wenn sie einfach (ungefragt?) irgendwelche Schwarz-/Weiß-Fotos von Prominenten benutzt und nicht einmal den Fotografen des Originals nennt?
Hier ein Beispiel:

Flóra Borsi und Marilyn Monroe. Aber: Wer hat da das Copyright?

Heute abend

Nochmal ein Gemälde von Adolf Hölzel (1853 – 1934), der m. A. nach in Stuttgarter Museen unterrepräsentiert ist, obwohl er meiner Meinung nach einer der wichtigsten Maler und Lehrer der damaligen Zeit im deutschsprachigen Raum war. Sowohl die Staatsgalerie als auch das Kunstmuseum Stuttgart tragen diesem Umstand imho nicht genügend Rechnung. Hölzel wirkte ja nicht nur als Maler und Theoretiker, sondern auch als Lehrer. Von 1906 bis 1918 – er wurde 1919 pensioniert – war er Professor an der damaligen Stuttgarter Kunstakademie. Zu seinen Schülern gehörten Johannes Itten, Ida Kerkovius, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Hermann Stenner.

Adolf Hölzel: „Bergpredigt“ (1913). Gemeinfrei.

Was hier auffällt, ist, daß Hölzel die ganzen Figuren abgesehen von Jesus weitgehend abstrahiert. Zu beachten ist auch der Komplementärfarben- kontrast Rot – Grün. Nachdem Hölzel um diese Zeit mehrfach auf religiöse Motive zurückgegriffen hat1, stellt sich bei mir die Frage nach seiner Haltung dem Religiösen gegenüber generell. Was diesen Punkt angeht, habe ich in der Literatur bisher nichts finden können. In der deutschen Wikipedia lese ich hierzu jedoch:

Hölzel selbst hat sich energisch dagegen verwahrt, ein Maler der Religion zu sein.“—Wikipedia.

Ich habe ja noch den Ausstellungskatalog2 des Kunstmuseums Stuttgart. Da kann ich mal nachschauen, ob ich da etwas finde.

1 Z. B. die „Heilige Ursula“ von 1914/15, eines meiner Lieblingsgemälde von Adolf Hölzel

2 „Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde“. 2009 Kunstmuseum Stuttgart. Siehe hier auf S. 64 ff. Roman Zieglgänsberger: „Mit der Religion kann man nicht malen.“ Überlegungen zum religiösen Motiv im Werk von Adolf Hölzel



Heute nachmittag

War heute vormittag in Stuttgart, u. a. in der Holanka Bar, in der ich ja gerne mal fotografieren möchte. Dann war ich im Kunstmuseum, wo ziemlich viel Schrott hängt. Ein Highlight war ein biblisches Motiv von Adolf Hölzel.

Adolf Hölzel:  „Biblisches Motiv“ (1914; Öl auf Leinwand; Kunstmuseum Stuttgart). Gemeinfrei. Foto von mir.

Wie ich festgestellt habe, hat Hölzel um diese Zeit eine ganze Reihe biblischer Motive gemalt, u. a. eines, das ebenfalls im Besitz des Kunstmuseums Stuttgart ist: „Die heilige Ursula“, ich glaube, ebenfalls von 1914. Hölzel hat ja, wie man in diesem Gemälde hier oben sehen kann, sehr strenge kunsttheoretische Betrachtungen angestellt, u. a. zur Massenverteilung im Bilde, und obwohl seine Schüler Schlemmer und Baumeister sich davon gelöst haben, zeigt die Zeit, daß Hölzel Recht gehabt hat, kommen doch weder Schlemmer noch Baumeister, was Ausdruckskraft angeht, an ihren Lehrer heran. Werde auch einmal in das in Stuttgart-Degerloch gelegene Adolf-Hölzel-Haus gehen, wo m. W. auch Kurse angeboten werden.

Themenwechsel, aus gegebenem Anlaß doch wieder etwas zu Politik. Beim ZDF lese ich: „Merz: Wir werden sparen müssen.“ Diese Aussage zeigt die ganze Verlogenheit der politischen Diskussion zum Thema „Finanzen“. Es ist nämlich – wie die Akteure genau wissen – mehr als genug Geld da; es ist nur falsch verteilt. Auf der einen Seite Menschen, die nicht wissen, wie sie über den Monat kommen sollen, auf der anderen Seite aber Leute, die nicht wissen, wohin mit dem Geld. Laut Google beläuft sich die Summe der Privatvermögen in Deutschland auf 9 Billionen Euro. Gleichmäßig verteilt, wären das ganz grob geschätzt € 100.000,- pro Bürger. Daß ich nun keine € 100.000,- habe, ist bezeichnend. Dieses Geld haben vielmehr die Klattens und Albrechts und Kühnes. Dazu kommt, daß die wenigsten daran interessiert sind, am Status Quo etwas zu ändern – und Herr Merz mit seinem Privatflugzeug schon gar nicht. So bezeichnend ist auch, daß die sogenannten „etablierten Medien“ diese Lügen nicht kommentieren. So entsteht ein falsches Bild, das einzig und allein dem Zweck dient, den Status Quo zu erhalten.

Bekam von LUMAS auf meine Bewerbung gerade eine ablehnende Email, was mich aber weiter nicht tangiert, denn so toll ist das Portfolio von LUMAS auch nicht.

Heute morgen

Es ist 05:09 Uhr, und ich höre durch die offene Tür die Vögel zwitschern. Angeblich dient das der Revierabgrenzung, aber ich finde das sehr spirituell. Will ja heute nach Stuttgart fahren, irgendwo einen Kaffee trinken und mich ein bischen umschauen. Vielleicht gehe ich in die Fotogalerie LUMAS. Einfach mal was anderes machen. Ich dachte sogar daran, oben im Restaurant der Galeria Kaufhof Mittag zu essen.

Aus irgendeinem Grund muß ich an meine Zeit im Kindergarten denken. Geleitet wurde dieser von einer Schwester Emma, einer resoluten evangelischen Gemeindeschwester in schwarzer Tracht. Auf dem Hinweg kaufte ich mir immer eine Brezel, die damals heute unvorstellbare 10 Pfennige kostete. Kurz bevor ich eingeschult wurde, machten wir einen Ausflug in ein Tal irgendwo hinter Bad Niedernau. Ich erinnere mich, daß meine Mutter mitging und wir irgendwo eine Feuerstelle einrichteten. Ich habe die Kindergartenzeit eigentlich in guter Erinnerung, anders als die ersten Schuljahre, wo ich von meinen Mitschülern z. T. gehänselt wurde.

Vorgestern kam in einer Unterhaltung mit einer Bekannten die Sprache auf die leider nicht mehr existierende Stuttgarter Buchhandlung Niedlich in der Schmalen Straße 14, in die ich immer sehr gern gegangen bin. Die hatte den „Lettre International“ und Andy Warhols „Interview“. Ich erinnere mich, daß Inhaber Wendelin Niedlich morgens im ebenfalls nicht mehr existierenden Café Nast ein paar Häuser die Straße hinunter gefrühstückt hat. Das Café Nast hatte so leckere Vanillezungen.

Angesichts der aktuellen Situation auf dem Kunstmarkt bin ich auf die Dada-Bewegung der Zwanzigerjahre gestoßen, die von Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp in Zürich gegründet wurde.

Zitat aus der Wikipedia:

Vom Dada gingen erhebliche Impulse auf die Kunst der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst aus.—Wikipedia.“

Angesichts der orientierungslosen und im Großen und Ganzen unspirituellen aktuellen Kunstszene ist Dada m. E. denkbar angemessen.

Dadaistischer Text von mir.
Wenn Leute wie Ragnar Kjartansson Austellungen mit Titeln wie etwa „Scheize Liebe Sehnsucht“ machen, zeigt das imho die absolute spirituelle Verarmung der Gegenwartskunst (Ausnahmen bestätigen die Regel). Meine Vermutung ist auch die, daß das Kunstmuseum Stuttgart davor zurückschreckte, „Scheize“ mit zwei „s“ zu schreiben. Ob es da einen Skandal gegeben hätte? Und: Wenn dasselbe Museum aktuell eine Ausstellung mit dem Titel „Doppelkäseplatte“ macht, fehlt eigentlich nur noch der „Doppel-Whopper“ oder „Quark mit Soße“. Ich meine, ich weiß nicht, ob ich da lachen oder weinen soll.
Immerhin hat das Kunstmuseum Stuttgart Adolf Hölzel ausgestellt, der einer meiner Lieblingsmaler ist.
Eine Auswahl von Werken:
Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“. Gemeinfrei.
Adolf Hölzel: „Dachauer Moos IV“. Gemeinfrei.
Adolf Hölzel: „Komposition in Rot I“ (1905). Gemeinfrei.
Adolf Hölzel (1853 bis 1934) wurde im selben Jahr geboren wie Ferdinand Hodler und Vincent van Gogh. Nach einem Malstudium in Wien und München siedelte Hölzel nach Dachau über, wo er von 1888 bis 1905 lebte und arbeitete. Daneben war er auch als Lehrer tätig, der Schüler aus dem In- und Ausland anzog. U. a. waren Maler wie Oskar Schlemmer, Ida Kerkovius oder Willi Baumeister seine Schüler.
Zitat von der Website der Adolf-Hölzel-Stiftung:
„Für Adolf Hölzel und für die Kunstgeschichte insgesamt wird seine Stuttgarter Zeit [1905 – 1918] als Lehrer an der Königlichen Akademie zu einem bemerkenswerten Aufbruch in die Abstraktion, der den Künstler an die Seite von Wassily Kandinsky, Piet Mondrian oder Frantisek Kupka stellt.“
1919 trat Hölzel 66-jährig in den Ruhestand und lebte in einem Haus in Stuttgart-Degerloch, wo er sich u. a. mit dem Anfertigen von Pastellen und Glasfenstern beschäftigte. Adolf Hölzel starb 1934 mit 81 Jahren.
Da wir in Deutschland hauptsächlich auf europäische (und evt. US-amerikanische) Kunst konzentriert sind, ist kaum bekannt, daß die Malerei in China (Sung- und T’ang-Periode) und Japan, was Abstraktion angeht, der damaligen Malerei in Europa weit voraus war. Hier nur als Beispiel ein auf 1481 datiertes Gemälde von Sesshū Tōyō, einem Zen-Mönch, der von 1420 bis 1506 lebte.
Sesshū Tōyō: „Landschaft“ (1481). Gemeinfrei.
Ungefähr zur selben Zeit lebten und arbeiteten bei uns in Deutschland Maler wie Albrecht Dürer (1471 bis 1528). Hier zum Vergleich eine Landschaft von Dürer:
Albrecht Dürer: „Der Weiher im Walde“ (1497). Gemeinfrei.
Ich meine, der Unterschied zwischen den beiden Gemälden ist evident. Gegen das souveräne Tuschegemälde von Sesshū Tōyō wirkt der Weiher von Albrecht Dürer fast dilettantisch.

Heute morgen

Bin um 00:51 Uhr schon wach und höre „O Barquinho“ in der Version von Walter Wanderley, Brasiliens Organist Nummer Eins, gefolgt von „Reza“ von Elis Regina und Jair Rodriguez.

Bin nochmal eingeschlafen und habe geträumt, angebliche „Außerirdische“ wollten uns mit auf ihren Heimatplaneten nehmen. Irgendwann habe ich festgestellt, daß das Scientology-Anhänger in Uniform waren. Dann bin ich aufgewacht.

Gestern habe ich sowohl in der Ludwigsburger Wilhelmstraße als auch beim Bahnhof Mitglieder der Zeugen Jehovas entdeckt. Gehe an denen aber immer vorbei, weil sie mir einfach suspekt sind.

Habe mir gerade einen koffeinfreien Milchkaffee gemacht. Es ist 04:53 Uhr. Höre „São Salvador-Bahia“ von Jair Rodrigues und Elis Regina.

War beim McPaper, eine Retoure abgeben, und dann noch in der Back-Factory, einen latte macchiato trinken. Mir fallen immer mehr Afrikaner auf, die Frauen haben oft Kinder dabei. Dann Frauen mit Hijab. Das Stadtbild verändert sich eben mehr und mehr. 

Heute nachmittag

Frauen mit Hijab heute vormittag: 13.

Bei allen Mißständen in unserer bundesdeutschen Gesellschaft drängt sich die Frage auf: Wo liegt die Lösung? Sozialismus? Ist gescheitert. Diktatur? Hatten wir schon; ist ebenfalls gescheitert. Monarchie? Hat sich überlebt. Den Adel, den wir bis 1918 hatten, gibt es nicht mehr. Was bleibt übrig? Eine Demokratie, die den Namen  auch verdient. Fragt sich nur: Wie kommen wir dahin? Braucht es erst wieder eine friedliche Revolution wie 1989?

An dieser Stelle ein Video mit Dr. Hans-Georg Maaßen über Meinungs- und Pressefreiheit:

Habe gerade 20 Minuten mit einem Bekannten aus Minnesota telefoniert (über WhatsApp). In den USA sieht es auch nicht so rosig aus. Auch dort gibt es Probleme mit Migranten.

Habe U. angerufen, d. h. habe es versucht, aber sie ist nicht rangegangen. Wir wollten noch eine Runde Rummikub spielen. Ein Nachbar hört gerade die Comedian Harmonists. Da U. nicht erreichbar war, habe ich mit ein paar anderen Leuten Rummikub gespielt. Ich war Zweiter.

Die „Rheinische Post“ schreibt: Schneider fordert Anhebung des Bürgergeldes um 40 Prozent“.

Zitat:

Einwände, dass Arbeitnehmer keine Lohnerhöhungen von 40 Prozent zu
erwarten hätten, wies der frühere Vorsitzende des Paritätischen
Wohlfahrtsverbandes zurück: „Darum geht es überhaupt nicht. Beim
Bürgergeld reden wir über das Existenzminimum. Wenn man alle
Tricksereien weglässt, mit denen der Regelsatz heruntergerechnet wird,
landet man nun einmal bei um die 800 Euro.“—Rheinische Post

Ja, diese Tricksereien beinhalten solche Dinge wie € 2,03 für Bildung. Da werden irgendwelche Mondbeträge fern jeder Realität angenommen, die reine Alibi-Funktion haben. Ehrlicherweise sollte man solche Posten besser ganz weglassen; die € 2,03 sind einfach zu beschämend, bekommt man dafür gerade mal eine Kugel Eis oder eine Cola. Bilden kann man sich davon nicht.

Ein Tweet von mir auf folgenden Tweet von @jcw_karlsruhe:

Ich bin eigentlich von Kernkraft nicht so begeistert, aber das scheint mir im Augenblick doch das Vernünftigste zu sein. Der Strom muß billiger werden. Und die „Energiewende“ können Sie doch knicken, genauso wie die Ampel.“

Heute nachmittag

Beim ZDF: „Zwangsverheiratet in den Sommerferien“. Habe auf 𝕏 gelesen, daß Mohammed anscheinend mit einer Sechsjährigen1 (!) verheiratet war. Frage mich langsam immer mehr, wo ich hier eigentlich lebe.

𝕏 ist, wie ich heute wieder feststellen mußte, ein sehr zweischneidiges Schwert. Tonnenweise Mißstände, und kaum etwas Positives. Möchte mal eine Pause einlegen.

1 Siehe auch hier.