Bekam nach zwei Wochen Nachricht von der Caritas. Ich solle mich „genauer ausdrücken“. Dabei hatte ich mein Anliegen eigentlich ganz klar geschildert.
“ Damit ich Ihnen gezielter weiterhelfen kann, wäre es hilfreich, wenn Sie Ihre konkrete Frage etwas genauer formulieren.“—Anniko Benedek, Caritas
Meine Antwort:
„Ich meine, ich habe mich eigentlich klar und deutlich ausgedrückt. Was soll ich da „etwas genauer“ formulieren? Eine Sache, die ich vergessen habe, ist die, daß das Sozialamt sich immer mit dem Regelsatz herausredet. „Das ist im Regelsatz enthalten“. Was aber, wenn das rein technisch gar nicht geht? Man kann doch nicht unbegrenzt etwas in den Regelsatz hineinpacken. Ich habe einmalige Unterstützung von € 150,- für Bildung beantragt. Das wurde abgelehnt, weil es im Regelsatz enthalten sei. Da sind für Bildung aber ganze € 2,03 vorgesehen. Die Bitte, das Sozialamt sollle mir vorrechnen, wie das gehen soll, wurde einfach nicht beantwortet. Daraus schließe ich, daß das Sozialamt mich anlügt. Was kann ich da machen? Bleibt da nur der Klageweg?
Mit freundlichen Grüßen,
Claus Cyrny“
Die Caritas hat mir sog. „Orte des Zuhörens“ empfohlen. Werde es da morgen mal versuchen.
Habe heute nachmittag etwa eineinhalb Stunden versucht, die Hotline von Tacheles e. V. – 0202/31 84 41 – zu erreichen, aber es war andauernd besetzt. Jetzt habe ich keine Lust mehr.
Fazit: Wenn man als Bezieher von Grundsicherung sein Recht will, wird es einem nicht gerade leicht gemacht. Auch den Antrag auf Beratungshilfe zu stellen, ist eine einzige Schikane. Man muß u. a. die lückenlosen Kontoauszüge von drei Monaten beibringen. Zudem muß man da ca. einen Monat warten. Bürokratieabbau – nein, danke!
Gestern und heute hatte dieses Blog null Besucher1, während es vor dem 19.10. noch 20 bis 25 Besucher pro Tag waren. Muß, da ich mir das nicht anders erklären kann, an folgenden Artikel von Günther Burbach denken, der bei den NachDenkSeiten erschienen ist.
Zitat:
„Die EU hat kein Zensurministerium. Sie braucht auch keines mehr. Die Arbeit übernehmen inzwischen Algorithmen, Compliance-Abteilungen und Gesetze, die sich so harmlos anhören, dass man kaum glauben mag, wie tief sie in die Öffentlichkeit eingreifen. Wer heute eine Website betreibt, die unbequem ist, spürt diese Veränderung nicht sofort. Es gibt keine Hausdurchsuchung, kein Verbot, keinen Gerichtsbeschluss. Stattdessen sinken die Aufrufzahlen.“—Günther Burbach
Ich meine, kann das sein? Ich habe mir die Beiträge vom 19.10. durchgelesen, aber keinen triftigen Grund für das Einbrechen der Besucherzahlen gefunden.
Email an den „Spiegel“:
„Sehr geehrter Herr Kurbjuweit,
wenn ich mir Ihren Artikel durchlese, wo Sie die derzeitige Regierung loben, frage ich mich, ob eine Regierung das verdient, deren Bundeskanzler gegen die arbeitende Bevölkerung hetzt.
„Leistung wird wieder im Vordergrund stehen, nicht Behäbigkeit, Bequemlichkeit, Faulheit.“—Friedrich Merz
Das ist ja eigentlich eine Frechheit. Darf ich fragen, wie Sie dazu stehen, oder bekomme ich praktischerweise einfach keine Antwort?
mfg,
C. Cyrny“
Wie ich schon vermutet habe, kam da einfach nichts zurück. So läuft das meistens.
1 Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch auf die Suchfunktion (ganz oben rechts) und das Archiv dieses Blogs (ganz unten im Footer) hinweisen. Ich habe mittlerweile über 1000 Beiträge zu allen möglichen Themen geschrieben.