1. Empfehlenswerte CDs
2. Diskographien
3. Die Aufnahmen mit elektrischer Gitarre
4. Einzelne Aufnahmen

1. Empfehlenswerte CDs

2. Diskographien

3. Die Aufnahmen mit elektrischer Gitarre

Ein paar Anmerkungen zu Django Reinhardts Aufnahmen mit elektrischer Gitarre: Auch wenn diese Aufnahmen wohl eher nichts für Puristen sind, die "das" Quintett mit Stéphane Grappelli bevorzugen, so sind diese elektrischen Aufnahmen für mich eine wertvolle Ergänzung zu Djangos Aufnahmen mit seiner akustischen Selmer (die er ab 1947 teilweise auch mit Stimer-Pickup gespielt hat).

Die "Highlights" von Djangos Aufnahmen mit elektrisch verstärkter Gitarre sind, wie mir aufgefallen ist, sämtlich im Verlauf des Jahres 1947 in dem Studio von Radiodiffusion-Television Française, Paris entstanden. Auch benutzte Django hier ausschliesslich eben nicht seine Selmer mit Pickup (mit den charakteristischen etwas "gedämpften" Höhen), sondern wahrscheinlich eine Archtop, deren Klang vor allem an den "schneidenden" Höhen erkennbar ist (eine Vermutung von mir ist, dass es sich hier um seine Epiphone Zephyr handeln könnte, die später in den Besitz des amerikanischen Gitarristen Fred Sharp überging). Wenn ich mir die Diskographie dieses Jahres anschaue, dann ist es für mich wirklich unfassbar, welche Juwelen Django teilweise im Verlaufe eines einzigen Tages aufgenommen hat (ich möchte hier besonders die Sessions vom 22. September und 13. November erwähnen).

Ich möchte an dieser Stelle auch einmal meine ganz persöhnliche Meinung zu Django Reinhardts Aufnahmen mit elektrisch verstärkter Gitarre abgeben. Als ich mir - das war gegen Ende 1980 - die erste Django Reinhardt-Platte gekauft hatte und dann feststellen mußte, dass der auf der Platte enthaltenen "Minor Swing" (wegen dem ich u. a. die Platte überhaupt gekauft hatte) hier mit elektrischer Gitarre eingespielt war, war ich zugegebenermassen enttäuscht. (Ich möchte hinzufügen, dass ich die verschiedenen elektrischen Versionen des "Minor Swing" nicht unbedingt zu den Highlights dessen zähle, was Django Reinhardt mit elektrisch verstärkter Gitarre aufgenommen hat.) Als ich dann aber - das war einige Jahre später - solche Aufnahmen wie "Symphonie" (1947) gehört habe, wurde mir langsam klar, dass Django Reinhardt hier - fernab aller Jazzgitarren-Klischees - nicht nur einen eigenen Sound, sondern einen ganz eigenen Ansatz, elektrisch verstärkte Gitarre zu spielen, entwickelt hat. (Für mich ist Django Reinhardt nebenbei auch kein ausgesprochener Jazzgitarrist; lediglich in seinen allerletzten Aufnahmen von 1953 nähert er sich klangmäßig dem an, was man heutzutage allgemein unter "Jazzgitarre" versteht.)

Obwohl mir Alexander Schmitz ("Das Gitarrenbuch"; "Django Reinhardt", zusammen mit Peter Maier) in einer Email geschrieben hat, Django Reinhardt sei mit seine elektrischen Gitarren anscheinend nicht glücklich gewesen, passt das für mich so gar nicht mit der Tatsache zusammen, dass er ab 1947 den Grossteil seiner Aufnahmen elektrisch verstärkt aufgenommen hat - wozu ja rein technisch gesehen keinerlei Notwendigkeit bestanden hätte. Darüber hinaus spielt er - gerade in den Aufnahmen von 1947 - oft mit solchem Verve, und seine Soli sprühen oft geradezu vor Originalität und musikalischen Einfällen, dass ich persönlich mir das einfach nicht vorstellen kann. Wenn dem wirklich so gewesen wäre, dann wäre es doch eher logisch gewesen, dass Django Reinhardt die elektrische Gitarre nach ein paar Versuchen wieder enttäuscht aus der Hand gelegt hätte; tatsächlich war sie ab 1947 jedoch sein Hauptinstrument.

Was auffällt ist die Tatsache, dass Django Reinhardt insbesondere seine verstärkten Archtops nicht einfach wie eine verstärkte akustische Gitarre gespielt hat; er hat vielmehr ganz bewußt von den Eigenheiten der elektrischen Verstärkung Gebrauch gemacht bzw. sie gezielt in seinen Soli eingesetzt, so etwa Verzerrungen beim Spielen von Sekundenintervallen oder Akkorden, die (teilweise) "schneidenden" Höhen oder auch akzentuierte Bassfiguren (z. B. in "Swingtime in Springtime"), die gerade durch die elektrische Verstärkung umso kraftvoller wirken.

Von den Stücken, die Django Reinhardt mit elektrisch verstärkter Gitarre aufgenommen hat, ist einer meiner Favoriten "Dinette", eine Eigenkomposition, die Django Reinhardt 1947 aufgenommen hat (es gibt auch noch eine akustische Version von 1942). Charakteristisch sind hier u. a. die kraftvollen verzerrten Akkorde sowie insbesondere die Unisono-Passagen von elektrisch verstärkter Gitarre und Klarinette, die einen der dramatischen Höhepunkte des Stückes bilden und die Django Reinhardt durch einer Reihe von Single-Note-Linien fast beiläufig wieder auflöst.

Ein weiterers Lieblingsstück von mir ist das ebenfalls 1947 aufgenommene "Symphonie", eine wahre musikalische Tour de Force (am Ende seines Solos zitiert Django Reinhardt eine kurze Passage aus "Take the 'A' Train" von Duke Ellington).

4. Einzelne Aufnahmen

4.1 Akustisch

4.2 Elektrisch

Diese Seite wurde zuletzt am 16.04.2021 aktualisiert. Claus