Fragmente

Vorhin habe ich ein Interview aus der Reihe “SWR Leute” angehört, und zwar ein Interview mit dem Schweizer Jean Ziegler. Darin heißt es unter anderem, daß ungeachtet des Pariser Klimaabkommens von 2015 die fünf größten Erdölkonzerne ihre Produktion erhöht haben. Da kann man/frau nur fragen: Geht’s noch?

Dann mache ich mir Gedanken über die breite Masse der Bevölkerung, die ich in Anlehnung an die Kernphysik die “unkritische Masse” nenne, weil sie es lieber bequem hat – solange es eben noch geht. Alles, was in unserer Gesellschaft – und das ist ja ein globales Phänomen – nicht stimmt, wird einfach nach Kräften ausgeblendet.

Jean Ziegler zufolge stirbt alle fünf Sekunden ein Kind an Unterernährung. Zur selben Zeit hat Jeff Bezos, der reichste Mensch der Welt, ein Vermögen von 175 Milliarden Dollar angesammelt und Nestlé, der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern, macht einen jährlichen Profit von 13 Milliarden Franken netto.

YouTube

Seit ein paar Wochen kommt, wenn ich YouTube aufrufe, zuerst einmal folgendes Banner:

Ich frage mich, was das soll. Es ist einfach störend. Darüber hinaus komme ich mir da irgendwie bevormundet vor. Ich meine, ich kann doch selber denken und entscheiden, ob ich mich bei Google, denen YouTube ja gehört, anmelden will oder eben nicht.

06:36 Uhr

War gerade frühstücken. Während ich gegessen habe, habe ich einen Mann mit langen Haaren beobachtet, der mir schon mehrfach aufgefallen war. Er blätterte offensichtlich interessiert in der zum Verkauf ausliegenden BILD-Zeitung, bis ihn der Mann an der Kasse ansprach. Es folgte ein Gespräch, dessen Inhalt ich nicht mitbekam. Anscheinend war das Lesen der BILD-Zeitung nicht erwünscht. Na ja, ich finde ja sowieso, daß dieses Blatt die absolute Volksverblödung ist, aber Millionen lesen das ja, was ja auch etwas über unsere Gesellschaft aussagt.

Johny Pitts: „Afropäisch“

Cover © Copyright by Suhrkamp Verlag. Mit freundlicher Genehmigung.

Über die Website der „Deutschen Welle“ bin ich auf das Buch „Afropäisch“ von Johny Pitts gestoßen. Pitts lebt in Sheffield in Nordengland und war in ganz Europa unterwegs, um sich ein Bild über die Situation der dort lebenden Schwarzen zu machen. Er hat auch eine eigenen Website zum Thema.

Jean Ziegler

Auf den für jeden kritischen Geist sehr empfehlenswerten NachDenkSeiten habe ich ein Interview mit Jean Ziegler entdeckt, der u. a. sagt:

„Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Alle mörderischen Strukturen können morgen auf verfassungsrechtlich friedlich demokratische Weise aus dem Weg geräumt werden.“—Jean Ziegler

Jean Ziegler identifiziert als Ursache unserer globalen Misere das Großkapital, dessen einziges Ziel die Profitmaximierung um jeden Preis ist und das sogar den Hunger in der sogenannten Dritten Welt billigend in Kauf nimmt.

Noch ein Zitat:

„Die 85 reichsten Milliardäre der Welt haben im letzten Jahr über so viel Vermögen verfügt wie 4,5 Milliarden der ärmsten Menschen dieser Welt.“—Jean Ziegler

Und eine mögliche Lösung?

„Sartre hat gesagt: ‚Den Feind erkennen, den Feind bekämpfen.‘ Den Feind erkennen heißt also, die neoliberalen Globalisierungslügen zu erkennen, zu entlarven, das Ohnmachtsgefühl des Bürgers zu eliminieren, ihm zu zeigen, wo seine Waffen sind, also zu zeigen, wie die kannibalische Weltordnung funktioniert und bekämpft werden kann. Und das ist die Aufgabe der Intellektuellen: Sie müssen Ihre Stimme erheben für die, die keine Stimme haben und ohne Möglichkeit der Verteidigung zerstört werden.“—Jean Ziegler

Weiterführender Link: Ein Interview des Deutschlandfunks mit Jean Ziegler.

Wiederentdeckt

Vor knapp einem Jahr habe ich folgenden kurzen Text verfaßt, der – leider – heute noch genauso aktuell ist wie damals:

„Vorhin im Bus ist mir wieder aufgefallen, wie sehr die Leute mit sich selbst beschäftigt sind. Lediglich eine junge Frau hat sich über den Mittelgang hinweg mit einer Bekannten (Mitschülerin?) unterhalten, ansonsten starren alle Leute nur vor sich hin. Ich finde das traurig und würde mir wünschen, daß mehr Leute auf ihre Mitmenschen zugehen.“