Mein Einstieg in Blender 2.83

Wie ich dazu kam, mich intensiver mit Blender zu beschäftigen, bedarf einer Erklärung. Über die Jahre machte ich immer wieder Versuche, mich in dieses 3D-Programm einzuarbeiten, war aber jedesmal ob dem – so meinte ich jedenfalls – unintuitiven Handling frustriert. Dazu kam noch, daß das Interface alle paar Jahre überarbeitet wurde, so daß ich quasi immer wieder von vorn anfangen mußte. Im Mai 2018 – ich wohnte inzwischen in Ludwigsburg – beschloß ich, nachdem ich auf einem Stuttgarter WordPress-Meetup gewesen war, ein Meetup für Blender-Nutzer zu gründen. Ich fand auch einen Raum und postete bei BlenderNation, daß es jetzt in Ludwigsburg ein Blender-Meetup geben würde. Zum allerersten Meetup kamen tatsächlich auch einige Leute, die – wie ich schnell feststellte – teilweise schon sehr fortgeschritten waren. Ich hörte denn auch meistens zu und versuchte zwischen den Meetups, in Blender weiterzukommen. Das ging so eine Weile, bis mir jemand aus dem Meetup ein Tutorial empfahl, in dem ein stilisierter Drache gemodelt werden sollte. Ich fing auch ganz zuversichtlich an, als ich aber nach ein paar Wochen immer noch nicht wesentlich weiter war, machte sich bei mir zusehends Frust breit. Da ich wieder anfangen wollte zu malen, dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, Blender erst mal eine Weile ruhen zu lassen und mich aufs Malen mit Acrylfarben zu konzentrieren. Gesagt, getan. Ich ging dann auch ca. ein Jahr nicht mehr zu dem Meetup, die Organisation hatte ich abgegeben. Wir waren in der Zwischenzeit auch in einen Raum im Animationsinstitut der renommierten Ludwigsburger Filmakademie umgezogen, wo uns ein Windows-PC mit Beamer zur Verfügung stand.

Da mir das Malen nach einigen Versuchen auch nicht viel Spaß machte, arbeitete ich – zuerst sporadisch – doch wieder in Blender, der nun in Version 2.79b vorlag. Ich hatte ja auf diversen Webseiten wie Blender Artists gesehen, daß man/frau mit Blender beeindruckende Sachen machen konnte. Das wollte ich auch. Mein persönliches Ziel war sogenanntes Character Modeling, also in Blender Abbilder möglichst fotorealistischer Menschen zu erzeugen. Ich hatte ja im Internet einige beeindruckende Beispiele für Character Modeling gefunden und hoffte im Stillen, dass ich auch einmal soweit kommen würde, auch wenn mir klar war, dass der Weg dahin nicht einfach werden würde. Nach und nach setzte bei mir aber doch die Erkenntnis ein, dass ich das allein nicht schaffen würde, und so nahm ich per Email wieder Kontakt zum Organisator des von mir gegründeten Blender-Meetups auf. Das Meetup fand inzwischen wegen Corona nicht mehr im Animationsinstitut statt, sondern online mittels Discord, einer Software für Online-Meetings, für die es auch eine Version für Linux gibt.

Parallel zu diesen Bemühungen beschloß ich, nachdem ich 2017 nach einem ausnehmend guten Tutorial einen fotorealistischen Ring erstellt hatte, zu schauen, ob es nicht noch andere Tutorials vom selben Autor geben würde, und siehe da – es gab sie. Mittlerweile lag von Blender auch die stark überarbeitete Version 2.8 vor. Mein nächstes Tutorial, an das ich mich wagte, war eines, in dem ein computer-generiertes blaues Baumwolltuch von oben in eine Glasschüssel fiel. Als ich allein nicht weiterkam, postete ich – auf Englisch – im Forum von Blender Artists, und tatsächlich nahm sich ein Benutzer meiner an und zeigte mir, wo mein Fehler lag. Mein PC hatte sich nämlich jedesmal beim Starten der Animation aufgehängt. Wie sich herausstellte, hatte ich das Tuch mit der Funktion subdivide viel zu stark unterteilt. Nachdem ich das Ganze nochmal gemacht und das Tuch nur halb so stark unterteil hatte, lief die Animation sauber durch. Auf einmal war die Freude am Arbeiten da, auf die ich so lange gewartet hatte. Ich machte dann auch noch zwei, drei anderen Tutorials vom selben Autor und spürte auf einmal eine richtige Blender-Begeisterung, die jetzt – ein paar Wochen später – immer noch anhält. Jetzt kann ich – nach all den Versuchen – auf einmal auch viel intuitiver arbeiten.

Zwiespältig

Ich habe über die Jahre feststellen müssen, daß ich definitiv kein Programmierer-Typ bin. Das mag erstaunlich klingen, wenn man bedenkt, daß ich 1986 immerhin angefangen habe, in 6510-Assembler zu programmieren. Das waren allerdings keine größeren Programme, wie sie damals als Listings im „64er-Magazin“ des Markt & Technik-Verlages veröffentlicht wurden. Ich kann mich auch noch erinnern, wie ich mir damals ein ganzes verbessertes Betriebssystem – in Hex-Code (!) – abgetippt habe. Ein Mitschüler hat mir das dann auf EPROM gebrannt. Zu den heute gebräuchlichen Hoch- und Scriptsprachen habe ich allerdings nie einen Zugang bekommen, sei es JavaScript, TYPOScript, Java, Perl oder C. Einzig Python käme evt. als Kandidat in Frage, da Blender, das 3D-Programm, in das ich mich gerade einarbeite, eine Python-Schnittstelle besitzt, über die man direkt per Code-Eingabe in die jeweilige 3D-Szene eingreifen kann. Das liegt aber noch in entsprechender Ferne. Überhaupt wird zu Blender bzw. dazu, wie ich nach Jahren doch einen Zugang zu diesem doch alles andere als einfachen Programm gefunden habe, bestimmt noch ein Beitrag kommen.

Kirk Andrews: „Fall’s Fury“

„Fall’s Fury“ © Copyright 2009 by Kirk Andrews. Mit freundlicher Genehmigung.

Die obige 3D-Grafik wurde von Kirk Andrews in dem 3D-Programm POV-Ray gemodelt und gerendert. Mir gefallen die herbstlichen Farben. Eine Besonderheit bei POV-Ray ist, daß die Szenen mittels ASCII-Text beschrieben werden. Ich habe mir vor zig Jahren auch mal die damalige Version von POV-Ray heruntergeladen, aber das Modeln mittels ASCII-Text war nichts für mich.

„City Lights“

„City Lights No. 5“ © Copyright 2009 by Claus Cyrny

Das obige Foto habe ich 2009 abends als Teil meiner Serie „City Lights“ in der Tübinger Straße in Stuttgart aufgenommen. Das Sujet ist dabei fast banal: Zwei Sessel in einem Friseurgeschäft. Kamera: Kodak Easyshare Z 8612 IS.

Und hier noch die restlichen Fotos dieser Serie:

„City Lights No. 1“ © Copyright 2009 by Claus Cyrny
„City Lights No. 2“ © Copyright 2009 by Claus Cyrny
„City Lights No. 3“ © Copyright 2009 by Claus Cyrny
„City Lights No. 4“ © Copyright 2009 by Claus Cyrny

Bildbearbeitung

„Aneta“ © 2019 by Claus Cyrny. Originalfoto: https://www.3d.sk.

Dieses experimentelle Foto habe ich voriges Jahr im Gimp kreiert. Schlüssel dazu sind Ebenen-Modi. Die Motivation dahinter war, daß ich ähnliche Bilder von Oliver Ottner in „New Masters of Photoshop, Vol. 2“ gesehen und mich gefragt hatte, ob man das auch im Gimp hinbekommen könne.

Fyre 1.0.1

Das Interface von Fyre 1.0.1

Ich hatte mir Fyre vor Jahren schon mal kurz installiert, es aber kaum genutzt und dann wieder deinstalliert. Heute nun hatte ich auf einmal das Gefühl, daß es doch cool wäre, dieses Programm wieder zu installieren. Dabei bin ich jedoch auf einige technische Schwierigkeiten gestoßen.

Zuerst wollte ich – bei Ubuntu naheliegend – mittels gdebi das .deb-Paket installieren. Da kam aber die Fehlermeldung, daß die Bibliothek libglade2-0 fehlen würde. Ergo habe ich es zuerst über die Shell versucht, indem ich $ sudo apt-get install libglade2-0 eingetippt habe. Prompt wurde das aber mit einer neuen Fehlermeldung quittiert:

E: Couldn't find any package by glob 'libglade-2.0'

Ok, also in Synaptic, dem Paketmanager von Ubuntu, nachgeschaut. Da war das Paket aber installiert. Dann eine Google-Suche, bei der ich den Beitrag How do I install libglade2-0? fand. Hilfreich war der Hinweis, libglade2-0-dev zu installieren, was ich auch tat. Nun wollte ich aber nichts mehr riskieren und beschloß, Fyre zu kompilieren – unter Linux normalerweise keine große Sache. Wenn die Abhängigkeiten stimmen, genügen drei Befehle: sudo ./configure, sudo make und sudo make install.

Fazit: Wie obiger Screenshot zeigt, konnte ich Fyre jetzt anstandslos installieren.

P. S.: Noch ein Beispiel von dem, was mit Fyre möglich ist. Hier wurde die Grafik mit Alpha-Kanal gerendert. Dieses Feature finde ich absolut schick. Einfach bei der Farbauswahl 'Opacity' auf '0' setzen.

In Fyre 1.0.1 gerenderte Grafik mit Alpha-Kanal

Der Alpha-Kanal macht es auch möglich, mittels Gimp Farbverläufe einzufügen, etwa so:

In Fyre 1.0.1 gerenderte Grafik mit Farbverlauf

Schick, nicht wahr?