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Habe mir heute interessehalber die Studiengänge der Ludwigsburger Filmakademie angeschaut. Ich hatte mir überlegt, dort evt. zu studieren. Das Angebot besteht aber, wie ich etwas enttäuscht feststellen mußte, lediglich aus verschiedenen Studiengängen zu Teilaspekten des Filmemachens, wogegen mir ein – wie soll ich sagen – holistischer Studiengang vorschwebt, der alle Teilaspekte behandelt. Hmmm, schade. Bleibt also die Filmwerkstatt des Künstlerhauses Stuttgart.

Stanley Kubrick: „2001: Odyssee im Weltraum“

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich “2001: Odyssee im Weltraum” von Stanley Kubrick zum ersten Mal 1978 in dem Tübinger Kino “Studio Hirsch” gesehen. Eine meiner Lieblingsszenen ist die, wenn die Raumfähre im Erdorbit zu “An der schönen blauen Donau” von Johann Strauß jr. an die sich drehende Raumstation andockt. So poetisch ist es bis dahin wohl noch nie in einem Science-Fiction-Film zugegangen. Diese Poesie kontrastiert aber seltsam mit der ausgesprochen sterilen Atmosphäre, die in der Raumstation und später auch in dem Raumschiff, das zum Jupiter fliegt, herrscht. Auch die beiden Astronauten – gespielt von Keir Dullea (David Bowman) und Gary Lockwood (Dr. Frank Poole) – wirken irgendwie unpersönlich. Wer auf differenzierte Charakterzeichnung aus ist, wird in diesem Film jedenfalls nicht auf seine Kosten kommen. Dafür jede Menge imposanter Bilder, die die Leere des Weltraums erahnen lassen. Bezeichnend auch die Szene, wenn Dr. Frank Poole vom Bordcomputer HAL 9000 umgebracht wird. Das Ganze spielt sich in völliger Lautlosigkeit ab und zeigt, wie akribisch Regisseur Stanley Kubrick auch auf das kleinste Detail geachtet hat. Geräuschorgien – im Vakuum! – à la “Star Wars” wird man/frau in “2001” jedenfalls vergeblich suchen. So kann ich diesen Film, der immerhin schon 52 Jahre alt ist, als einen Meilenstein – nicht nur des Science-Fiction-Films – allen Interessierten wirklich nur empfehlen.