Wunschdenken

Ein Satz der letzten Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten ist bei mir hängengeblieben:

„Bürger erster oder zweiter Klasse gibt es nicht.“ Quelle: Frank-Walter Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache vom 25.12.2019

Da sollte Herr Steinmeier mal 18 Jahre lang vom Sozialhilfesatz leben, dann würde er seine Meinung vermutlich schnell ändern. Ich muß nur daran denken, wie ich teilweise vom Sozialamt Stuttgart-Bad Cannstatt behandelt worden bin. Da hat mir eine Sachbearbeiterin – ich zitiere wörtlich – gesagt: „Mir ist es scheißegal, ob Sie arbeiten.“ Zudem finde ich es ein Unding, daß Millionen von Bürger – nämlich die, die vom Sozialhilfesatz leben müssen: die Hartz-IV-Empfänger sowie die Empfänger von Sozialhilfe und Grundsicherung – unter die Armutsgrenze1 gedrück werden, während man die Reichen vorne und hinten bevorzugt. In diesem Zusammenhang finde ich es auch mehr als zynisch, von „Altersarmut“ zu reden. Um das abzuschaffen, müßte man nur den Regelsatz2 entsprechend erhöhen, und nicht nur um 5 Euro.

1 Die Armutsgrenze liegt, soviel ich weiß, bei 60% des sogenannten Medianeinkommens. Anno 2020 liegt sie meiner Berechnung nach bei € 1247,40. Ich muß dazusagen, daß dieser Wert je nach Quelle anders aussieht. Ich habe hier den Wert von Statista genommen.

2 Dieser liegt aktuell (2020) bei € 432,- im Monat; dazu kommt noch die Miete. Für Nahrung und alkoholfreie Getränke sind pro Tag beispielsweise € 5,02 vorgesehen. Besonders traurig sind die € 1,12 – nein, nicht pro Tag, sondern pro Monat (!) – für Bildung. Das hätte man/frau dann besser ganz weggelassen.

10:50 Uhr

Da ich beim Editieren meines zu Dreivierteln fertigen Romans auf Probleme beim Einrücken gestoßen bin, habe ich im einem LibreOffice-Forum gepostet. Den Antworten nach zu schließen bin ich mir aber nicht so sicher, ob das eine so gute Idee war. Jedenfalls habe ich die Lösung auch so gefunden: Indem ich am Anfang eines Abschnitts erst ein Leerzeichen tippe, kann ich den ersten Satz mit [TAB] einrücken (was vorher aus irgendeinem Grund nicht mehr ging). Und: Wenn der ganze Text erst mal in ein PDF konvertiert ist, spielen solche technischen Probleme sowieso keine Rolle mehr.