Albrecht Müller: “Die Revolution ist fällig. Aber sie ist verboten”

Cover © Copyright 2020 by Westend-Verlag, Frankfurt. Mit freundlicher Genehmigung.

Revolution in Deutschland? Ok, wir hatten die friedliche Revolution von 1989, als das Unrechts-Regime der DDR sich aufgelöst hat, aber jetzt? Uns geht es doch gut. Autor Albrecht Müller fordert in seinem gerade erschienenen Buch “Die Revolution ist fällig” aber genau das. Dabei ist Albrecht Müller alles andere als ein Revoluzzer. Geboren 1938, erlebte er noch den Zweiten Weltkrieg mit und politisierte sich schon früh mit zwölf Jahren. 1972 war er für den Wahlkampf des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt (“Willy wählen!”) zuständig und leitete unter Willy Brandt und dann unter dessen Nachfolger Helmut Schmidt die Planungsabteilung des Kanzleramtes. Von 1987 bis 1994 war er für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages. Albrecht Müller weiß also, wovon er redet.

Ein kurzer Auszug aus dem Vorwort seines neuen Buches zeigt, worum es ihm geht:

Von außen betrachtet haben wir eine schöne Demokratie. Formal gesehen gibt es die Chance zum politischen Wechsel. Es finden Wahlen statt. Von außen betrachtet werden wir gut regiert und es geht uns gut. Tatsächlich stimmt der schöne Satz unseres Grundgesetzes, alle Gewalt gehe vom Volk aus, seit Langem nicht mehr. Tatsächlich gibt es hierzulande statt Fortschritt Rückschritt.”—Albrecht Müller

Den Umschwung verortet Albrecht Müller ziemlich genau auf das Jahr 1980. Damals war Helmut Schmidt noch Bundeskanzler, aber schon da war der Einfluß der neoliberalen Kräfte überall spürbar.

Und – noch ein kurzes Zitat:

Jetzt ist in allen Feldern Restauration angesagt. Was das heißt, werde ich an einigen Beispielen beschreiben.”Albrecht Müller

Wenn man/frau von Revolution redet, dann taucht automatisch die Frage auf: Warum? Wir haben doch eine sogenannte Demokratie, in der die Bürger Politiker wählen oder auch abwählen können. Das Problem scheint mir hier zu sein, daß sich – und darauf weist Albrecht Müller in einem Interview zu dem Buch hin – die etablierten Parteien immer weniger voneinander unterscheiden, so daß der so hochgelobte Pluralismus, der angeblich bei uns herrschen soll, real gar nicht mehr gegeben ist. Ein Beispiel von vielen ist, daß die ehemalige Arbeiterpartei SPD anno 2005 das ungeliebte Arbeitslosengeld II (im Volksmund “Hartz IV”) eingeführt hat. Das hätte sehr wohl auch von einer CDU-geführten Regierung kommen können.

Was ich aus eigener Erfahrung – 18 Jahre Sozialhilfesatz – ergänzen kann, ist, wie unwürdig man teilweise – nicht überall – behandelt wird, wenn man/frau vom Sozialhilfesatz leben muß. Nicht genug damit, daß man/frau mit so wenig auskommen muß, daß es kaum reicht – nein: Man/frau wird beispielsweise gezwungen, einmal im Jahr die Kontoauszüge offenzulegen; selbst bei den notwendigsten Anschaffungen bekommt man/frau zu hören, man/frau müsse “ansparen” – nur: wovon? Ich kann mir nicht helfen, aber aus eigener Erfahrung komme ich zu dem Schluß, daß diese Schikane System hat.

Ein weiterer Gesichspunkt, den Albrecht Müller in seinem Buch anspricht, ist die – von oben gewollte und unterstützte – immer ungleichere Vermögensverteilung in Deutschland, die aber in der öffentlichen Diskussion – man/frau kann sich hier fragen, warum – kaum thematisiert wird. So besitzt das wohlhabendste eine Prozent der Superreichen in Deutschland allein 25% des Gesamtvermögens, während die untere Hälfte der Bevölkerung lediglich 1 Prozent dieses Vermögens besitzt. Albrecht Müller erwähnt in diesem Zusammenhang den französischen Ökonomen Piketty, der zur Vermögensverteilung recherchiert und eine Studie veröffentlich hat.

Und die mögliche Lösung?

Gibt es einen Ausweg? Ja, die Vermögen neu verteilen. Aber genau dies wird mit gewalttätigem Widerstand beantwortet werden. Was bleibt dann noch? Die notwendigen großen Veränderungen vorbereiten. Durchdenken. Durchkneten. Formulieren. Vorarbeiten für eine Neue Gesellschaft. Ansonsten: Überleben. Unter Freundinnen und Freunden. Sich mehr als bisher zusammentun. Das ist keine großartige Perspektive. Dennoch besser als nichts.”Albrecht Müller

Tja, die “notwendigen großen Veränderungen vorbereiten”. Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob das in diesem Unrechtssystem, das wir de facto haben, überhaupt möglich ist, aber auch das Unrechtssystem in der DDR hat sich langfristig nicht halten können. Gibt es also doch Hoffnung?

Busfahrer

Als ich vom Rewe zurück zum Busbahnhof gegangen bin und dort auf den 413er gewartet habe, bot sich mir ein Bild, das ich schon kenne: Der Busfahrer saß im leeren Bus, den am Bussteig 11 geparkt war. Wieso, so fragte ich mich, parkt er nicht am Bussteig 7, wo ich zusammen mit ein paar anderen Fahrgästen stand? Da könnten die Leute schon einsteigen. Dann – der Bus sollt eigentlich um 07:59 Uhr abfahren – bequemte sich der Busfahrer endlich, fuhr die Schleife zum gegenüberliegenden Bussteig 7 und parkte – eine Minute zu spät -, um uns einsteigen zu lassen. Diese Verspätung war absolut unnötig, aber wehe, man/frau sagt was, dann macht man/frau sich nur unbeliebt. Das ist doch eine Lapalie, mag mancher sagen. Schon, aber sie ist symptomatisch.

Oder: An sich soll während der Fahrt niemand mit dem Busfahrer reden, und teilweise ist da explizit dafür vorn ein Hinweisaufkleber angebracht, aber wenn die Kollegen kommen, gilt das alles nicht mehr. Da stehen sie dann zu dritt oder sogar zu viert neben dem Fahrer und palavern so laut, daß man es im ganzen Bus hört. Aber wehe, ich spreche den Busfahrer an; da verweist er allen Ernstes auf das Hinweisschild. Sowas nennt sich Doppelmoral.

Überdies sind die Busfahrer nur zu ihren Kollegen freundlich. Es gibt da insbesondere eine Busfahrerin, die mich schon ganz aggressiv angemotzt hat, weil ich hinten einsteigen wollte.

Und dann ist da noch die Sache mit der Buslinie 422 vom Ludwigsburger Bahnhof in Richtung Pflugfelden. Seit Januar diesen Jahres wird die Haltestelle „Solitudeallee“, an der ich aussteige, (warum auch immer) nicht mehr angefahren; die neue Buslinie führt jetzt über die Schwieberdinger Straße, vorbei am Aldi. Anscheinend wegen einer Baustelle fährt der 422er seit Kurzem nun aber doch wieder über die „Solitudeallee“, nur: er hält nicht mehr. Ich habe diesbezüglich dem Busunternehmen LVL Jäger eine Email geschrieben, die aber noch nicht beantwortet wurde. Dabei müßten die geschätzten 20 bis 30 Sekunden, die der Bus an der Haltestelle hält, doch drin sein, und komme mir da keiner mit „Fahrplan einhalten“ (siehe weiter oben) oder „Pünklichkeit“.

05:22 Uhr

Bin heute morgen mal wieder auf Gravit Designer gestoßen, der – auf den ersten Blick – ein benutzerfreundliches Interface zu haben scheint.

Das Interface von Gravit Designer

Gravit Designer gibt es in zwei Varianten: a) der kostenlosen, die lediglich RGB und bis zu 150 dpi unterstützt, und b) die kostenpflichtige Variante, die im Jahr (Abo) € 49,- kostet und zusätzlich CMYK und 300 dpi unterstützt.

Habe über das Internet Archive meine alte Django-Reinhardt-Seite „Djangology“ wiederentdeckt. Sogar die Bilder sind zum großen Teil mit übernommen worden.

Alba Armengou

Alba Armengou © Copyright unbekannt

Wie ich schon erwähnt habe, bin ich gerade von der Sängerin und Trompeterin Alba Armengou total begeistert. Sie hat eine absolut unnachahmliche Art, Bossa Nova zu singen und gefällt mir um Längen besser als beispielsweise Astrud Gilberto. Sie tritt bzw. trat zusammen mit der – ebenfalls absolut tollen – Sant Andreu Jazz Band aus Barcelona auf.