Schildbürgerstreich

Als ich vorhin in der Stadt war, bin ich u. a. zur Verkaufsstelle von LVL Jäger, dem Ludwigsburger Busunternehmen gegangen, das den Stadtverkehr unterhält, um nachzufragen, weshalb der 422er-Bus nicht mehr an der Haltestelle „Solitudeallee“ hält, sondern vorbeifährt. Meine Überraschung war groß, als an dem einen Schalter die Busfahrerin saß, die mich schon mal so unfreundlich angebäfft hat, weil ich hinten einsteigen wollte. Ich frage also ganz freundlich nach und bekomme prompt zur Antwort, ja, das würde stimmen, der Bus würde wegen einer Umleitung nur halten, um die Busfahrer aussteigen zu lassen. Warum, so frage ich mich, sind da nicht die zehn oder zwanzig Sekunden drin, um Fahrgäste ein- bzw. aussteigen zu lassen? Logik, ade!

Märchenstunde

Auf der Website unserer Bundeskanzlerin lese ich doch tatsächlich folgenden Satz:

„Eine starke Wirtschaft ermöglicht Wohlstand für alle.“

Haben wir jetzt Märchenstunde? Ok, ermöglicht sagt ja noch nichts über die tatsächlichen Verhältnisse. Es geht aber noch weiter:

„‚Made in Germany‘ sichert nicht nur höchste Qualität, sondern auch Wohlstand für alle.“

Bei mir sieht dieser „Wohlstand für alle“ so aus, daß mir, wenn mir die Rente erhöht wird, einfach die Grundsicherung gekürzt wird, denn die paar Euro mehr dürfen ja nicht sein. Die Abgeordneten dagegen, die die gesetzlichen Grundlagen hierfür geschaffen haben, dürfen hemmungslos dazuverdienen.

In der Stadt

Im Folgenden ein Text, den ich 2002, als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, verfaßt habe.

Nun bin ich – ganz entgegen meinen Vorsätzen – doch wieder auf der Königstraße gelandet. Hier das übliche Samstagsgewimmel. In einem Kaufhaus trinke ich einen sehr guten Espresso Macchiato (€ 1,70). Drei attraktive, südländisch wirkende Frauen sehen sich neben mir (ich sitze an der Bar) nach einem Platz um. Ich biete ihnen an, etwas nach links zu rücken, damit sie sich noch einen dritten Barhocker hinstellen können, aber sie lehnen höflich ab. Ich gehe nach oben in die Herrenabteilung und frage nach Anzügen von Paul Smith, aber von „Paul Smith“ hat der Verkäufer („Meinen Sie vielleicht »Paul«?“) – wie erwartet – noch nie etwas gehört.

Draußen, wieder auf der Straße, anonyme Massen, die sich achtlos aneinander vorüberschieben. Vor einer Bankfiliale liegt ein Obdachloser mit einer Decke einfach auf dem Boden. Ich denke mir: ‚Ist es denn schon so weit? Vielleicht sollte man ja auf der Königstraße Betten aufstellen.‘ Die zunehmende Verwahrlosung hier in der Innenstadt schockiert mich immer wieder aufs Neue. Dies ganz im Kontrast zu dem Bild vom „sauberen Spätzles-City„, das die Verantwortlichen so gerne verbreiten. Heruntergekommene Bettler am Rand der Fußgängerzone, die bittend die Hand aufhalten, nicht selten mit der Bierflasche neben sich. Immer wieder auch heruntergekommene Gestalten in kleinen Gruppen, die dasitzen, qualmen und oder Bier trinken, lärmen, oder – alleine dasitzend – dumpf vor sich hinstieren.

Wie ich dieses Treiben so betrachte, komme ich mir vor, als hätte es mich auf einen fremden Planeten verschlagen, so groß ist der Kontrast zu dem, was ich mir unter einer angenehmen Umgebung vorstelle. Jedesmal, wenn es mich in die Innenstadt verschlägt, frage ich mich aufs Neue, wohin sich unsere Gesellschaft denn entwickelt, so befremdet bin ich von dem, was ich sehe. Ich denke mir, ein Marsbewohner, den es auf die Erde verschlagen hat, könnte es auch nicht krasser empfinden.

Da ich bis „Spider-Man“ noch etwas Zeit habe, sehe ich mich nach einem neuen Drucker um. Wie immer bin ich schockiert von den Preisen, die für das Zubehör verlangt werden. Während ein alter Drucker für ganze € 5,- angeboten wird, kostet der Druckkopf, den ich dazukaufen müßte, allein ca. € 70,- (!). Ich frage mich, ob diese unverschämte Abzocke eigentlich rechtlich haltbar ist, aber das ist eben der Trend der Zeit!

Auf dem Schloßplatz ein „Swing“-Event, der mir wieder mal bewußt macht, daß mich das, was heutzutage so unter dem Etikett „Mainstream-Jazz“ läuft, einfach tödlich langweilt.

Schließlich habe ich in einer Buchhandlung ein kurzes, nettes Gespräch mit einer Verkäuferin. Ich hatte mich nach Science-Fiction-Romanen erkundigt, aber das, was ich Regal sehe, überzeugt mich alles nicht so recht. Eigentlich wollte ich ja nur die Zeit bis zum Film überbrücken – nun ja! Nach interessanten Büchern umschauen kann ich mich auch ein anderes Mal!

© Copyright 09.07.2002 by Claus Cyrny.

Werbung

Werbung auf YouTube

Seit ich das Internet benutze, also seit 1996, ist die Online-Werbung in einem solchen Ausmaß angestiegen, daß ich mich ernsthaft frage, ob wir ohne Werbung nicht viel besser dran wären. Da werden jedes Jahr soundso viele Milliarden verpulvert, die imho anderswo viel besser angelegt wären. Online-Werbung ist aufdringlich, und sie ist – das ist jedenfalls meine persönliche Meinung – denkbar dumm, getoppt nur noch durch die Fernsehwerbung.

RenderMan für Blender (2)

Habe mir RenderMan von der Pixar-Seite heruntergeladen und installiert. Dabei mußte ich das .rpm-Paket mittels alien in ein .deb konvertieren. Nur: Beim anschließenden Installieren des Add-ons für Blender bekam ich eine Fehlermeldung:

Fehlermeldung in Blender 2.83

Weiterführender Link: Mein Beitrag „RenderMan für Blender“.