Joseph Reinhardt: „Bric-à-brac“

„Bric-à-brac“ ist eine Komposition von Django Reinhardts Bruder Joseph („Nin-Nin“), hier in einer Live-Aufnahme vermutlich aus den Fünfzigerjahren. Joseph Reinhardt stand, solange Django Reinhardt noch lebte, immer im Schatten seines Bruders. Die vorliegende Aufnahme zeigt, daß er neben seiner Rolle als Rhythmusgitarrist auch ein hörenswerter Solist war.

Noch ein Wort zu dem elektrischen Gitarren-Sound. Obwohl er für unsere Ohren beim allerersten Zuhören etwas dumpf und verzerrt klingt, was der damals noch nicht so weit fortgeschrittenen Technik zu verdanken ist, ist es – das ist wie gesagt meine persönliche Menung – ein absolut persönlicher Sound, der sich (wieder imho) wohltuend von dem uniformen Archtop-Sound abhebt, der heutzutage en vogue ist, und obwohl sich auch beim elektrisch verstärkt spielenden Django Reinhardt die Geister scheiden, finde ich diese relativ späten Aufnahmen in ihrer Originalität absolut bestechend. Ich kann mich auch nicht der Ansicht anschließen, Django Reinhardt sei mit der elektrischen Gitarre nie richtig glücklich geworden – war sie seit 1947 doch sein Hauptinstrument.

Autor: Claus Cyrny

Ich fotografiere seit 1993 und mache Grafik seit 1996. Seit 1998 beschäftige ich mich auch mit visual fx. .:: artificial ::. ist so eine Art kreativer Spielwiese, wo ich Sachen ausprobiere, Gedanken aufschreibe und über die aktuellen Trends berichte. Und: Ich benutze seit 2004 Ubuntu Linux, das ich total schick finde.