Anfänge (5)

Einschaltmeldung des Commodore C-64. Grafik © 2021 by Claus Cyrny

Mit dem obigen Bildschirm – in meinem Fall damals noch auf einem nachleutenden Grünmonitor – wurde man/frau nach dem Einschalten des Heimcomputers C-64 von Commodore konfrontiert. Maus oder eine grafische Oberfläche gab es 1986 allenfalls für den Atari ST, den zwei oder drei Leute aus meiner damaligen Umschulungsklasse hatten oder für den Macintosh von Apple. Das Display war zeilenorientiert, wobei in jeder Zeile gerade mal 40 Zeichen Platz hatten.

Ich hatte diesen Computer – meinen allerersten – gebraucht von einem Bastler gekauft, der seinen C-64 u. a. um eine Reset-Taste, zwei zusätzliche Betriebssysteme in Form von auf dem Gehäuse (!) installierten EPROMs sowie 40 LEDs – 35 grüne und 5 rote – zur Spuranzeige auf der externen Floppy ergänzt hatte. In der damals beliebten, im „Markt & Technik Verlag“ erschienenen Zeitschrift „64er-Magazin“ waren Bauanleitungen für solche Ergänzungen sowie Hexadezimal-Listings ganzer Betriebssysteme, die man/frau abtippen mußte, zu finden.

Neben Programmierung – erst in Commodore-BASIC und später auch in 6510-Assembler – habe ich damals viel gespielt. Meine Favoriten waren „Elite“, „Boulderdash“ sowie das Weltraum-Ballerspiel „Uridium“.

Nachdem ich mich mehr oder weniger autodidaktisch in Commodore-BASIC und Assembler eingearbeitet und diesen Computer – ich war damals in der Ausbildung zum Informationselektroniker – meinerseits noch um eine externe Hex-Tastatur ergänzt hatte, habe ich ihn schließlich 1988 wieder verkauft und war dann ganze neun Jahre ohne Computer, bis ich mir im Sommer 1997 meinen ersten PC gekauft habe.

Code-bewußt

Von Hand geschriebener HTML-Code meiner Website „Djangology“

Daß ich schon 1986 mit 6510-Assembler-Programmierung angefangen habe, hat mir später, als ich dann – das war 1997 – mit HTML angefangen habe, sehr geholfen, hat es mich doch für die kleinste Unstimmigkeiten im Code sensibilisiert. Mir ist damals auch bewußt geworden, daß ein falsch gesetztes Zeichen u. U. die ganze Website verspulen kann. Ich habe damals zum Schreiben des Codes – das war noch unter Windows 95 – zuerst WordPad, danach WinVi und dann den von Ulli Meybohm geschriebenen Editor Phase 5 benutzt. Mittlerweile schreibt angesichts der Tatsache, daß Websites in der Regel mit einem CMS aufgesetzt werden, vermutlich niemand mehr den ganzen Code von Hand. 😉

Fehlermeldung

HTML-Code (Screenshot)

Beim Versuch, die beiden Links zur Hackerbibel Teil 1 und Teil 2 hier in die Seitenleiste dieses Blog einzufügen, bekomme ich eine mysteriöse Fehlermeldung:

„Es gibt 3 Fehler, die korrigiert werden müssen, bevor du speichern kannst.“

Nur: Auch nach mehrmaligem Durchsehen des HTML-Codes (s. o.) kann ich diese drei Fehler einfach nicht finden. 🙁

Habe den Fehler entdeckt. Ich hatte hinter einem href ein Gleichheitszeichen vergessen:

Screenshot: Fehlendes Gleichheitszeichen im Code

04:54 Uhr

Höre „I Love You (For Sentimental Reasons)“ (1947) von Django Reinhardt, während ich via meinem letzten Beitrag wieder in meine Anfangszeit 1986 zurückversetzt wurde, als ich mir meine ersten Heimcomputer gekauft habe.

Noch ein Interview

Hier nochmal der Link zu dem Interview, das Ralph Segert 2008 mit dem Autor und Netzaktivisten Peter Glaser gemacht hat. U. a. heißt es dort:

„Durch die explosionsartige Ausbreitung des Internet nach 1993 wurde Email eine komfortable Kommunikationsform. In den 80er Jahren gab es noch kein einheitliches Adressierungsschema für Emails, das war eine Art altägyptische Geheimlehre, wie man beispielsweise eine Mail aus dem deutschen Mausnet in das europäische Bitnet schickte.“–Peter Glaser

Solche Geschichten aus der Anfangszeit des Internet interessieren mich ja sehr, nachdem ich mir bereits 1986 meinen ersten Computer gekauft hatte (seht dazu bitte auch hier). In diesem Zusammenhang sehr aufschlußreich sind die beiden Teil der von Chaos Computer Club herausgegebenen „Hackerbibel“ (Teil 1 und Teil 2). Da atmet noch der – heute kaum mehr vorstellbare – Anfangsgeist.

Weiterführender Link: Eine Reihe von Artikeln, die Peter Glaser für die „Stuttgarter Zeitung“ geschrieben hat.