Artikel: „Mein Einstieg in Blender“

Der folgende Artikel sollte evt. in der Zeitschrift LinuxUser erscheinen. Da er dafür aber etwas zu persönlich ist, möchte ich ihn hier posten:

Anfänge in dem 3D-Programm Blender: Ein Bericht

3D-Programme sind generell nicht einfach in der Handhabung. In diesem Artikel berichtet der Autor, wie er nach vielen Umwegen dennoch einen Zugang fand.

Nachdem ich – das war 1998 – mit SoftFX bereits einen ersten Ausflug in dei 3D-Grafik gemacht und sogar einfache Animationen gerendert hatte, stieß ich so um 2000 auf das Open-Source-Programm Blender (https://www.blender.org), und da ich immer wieder Phasen hatte, in denen ich mich für 3D-Grafik interessierte – so auch kurz für den Renderer POV-Ray (https://www.povray.org) – installierte ich mir Blender kurzerhand.

Begriffserklärung: Rendern

Rendern ist ein in der 3D-Grafik gebräuchlicher Begriff, der das Berechnen einer fertigen 3D-Grafik aus den im 3D-Programm erstellten Rohdaten beschreibt. Ganz allgemein bezeichnet Rendern einfach das Berechnen einer Grafik. Aber auch bei der Darstellung von Schriften spricht man von Rendern.

Wie ich aber bald feststellen mußte, war Blender – ich hatte damals noch Windows 98 installiert – alles andere als intuitiv zu bedienen. So schaffte ich es nur, einfache 3D-Szenen zu modeln und zu rendern; dann gab ich ob der Komplexität von Blender jedoch wieder auf. Die sollte sich in den folgenden Jahren wiederholen

Begriffserklärung: Modeln

Modeln kommt von Modeler; das ist der Teil des 3D-Programms, mit dem man die 3D-Szenen erstellt, die anschließend gerendert werden (s. o.).

Eine ganze Weile später – wir schreiben das Jahr 2018 und ich benutze inzwischen seit 2004 Ubuntu Linux – besuchte ich in Stuttgart ein dortiges sogenanntens Meetup zu dem CMS (Content Management System) WordPress und war von dem Meetup so angetan, daß ich spontan beschloß, ein solches für Benutzer von Blender zu gründen. Gesagt, getan. Ich hatte mich bereits bei https://www.meetup.com/de-DE/ registriert, und nachdem ich die entsprechende Gebühr bezahlt hatte, richtete ich eine eigene Seite zu diesem Meetup ein und postete auf verschiedenen Blender-Seiten, daß es nun in Ludwigsburg ebenfalls ein Blender-Meetup gäbe. (Ich hatte zum Erfahrungsaustausch kurz mit einem Mitglied des Münchener Blender-Meetups ein paar Emails ausgetauscht, um zu erfahren, was man bei einem solchen Meetup denn beachten müsse.) Nun melden sich , nachdem ich einen Raum gefunden hatte, auch einige Leute – es waren etwa acht -, so daß dem ersten Treffen nichts mehr im Wege stand.

Wie ich – beim allerersten Meetup noch etwas nervös – bald feststellen mußte, hatten die Leute, die kamen, bereits beträchtliche Kenntnisse, so dass ich meisten nur zuhörte. Das wiederholte sich auch beim zweiten Treffen. Da ich für den Raum Mitete bezahlen mußte, ergab es sich, da zwei Mitglieder an der renommierten Ludwigsburger Filmakademie studierten, dass wir fortan einen Raum im Animationsinstitut nutzen konnten, der sogar einen PC mit Beamer hatte, was natürlich definitiv ein Fortschritt war.

Ich hatte, soweit ich mich erinnere, weiter versucht, in Blender zu arbeiten und auch – das war noch vor dem Meetup – nach einem sehr guten Tutorial (https://bit.ly/34TmavG) einen fotorealistischen Ring gemodelt und gerendert (Abbildung 1). Das gab mir schon mal Auftrieb.

Abbildung 1: Ein fotorealistischer Ring

Ein Mitglied des Meetups gab mir den Tipp, ein bestimmtes Tutorial auf Vimeo durchzuarbeiten, aber trotz Hilfe kam ich einfach nicht wesentlich weiter. Solchermaßen frustriert, gab ich die Organisation des Meetups ab und beschloß, Blender erst mal links liegen zu lassen und mich wieder verstärkt dem Malen und Fotografieren zu widmen. Ich legte dann auch eine Meetup-Pause ein und verlor – für eine Weile zumindest – das Interesse an Blender.

Wie ging es nun aber weiter? Da das Malen mir wider Erwarten doch nicht soviel Spass machte, fing ich an, wieder in Blender zu arbeiten, genauer gesagt nach den ausnehmend guten Tutorials (https://bit.ly/2SdrNCi; englisch) auf YouTube. Und, siehe da: Das Arbeiten in Blender machte mir immer mehr Spaß. Nach dem bereits erwähnten Ring kam ein animiertes Tuch – meine erste Animation in Blender -, eine fallende Kette – ebenfalls animiert – und sogar eine für meine Verhältnisse schon deutlich anspruchsvollere Animation, die das in Blender integrierte Partikelsystem benutzte (Abbildung 2).

Abb. 2: Eine in Cycles, den in Blender integrierten Renderer, gerenderte Partikel-Transformation.

Aktuell arbeite ich, nachdem ich eine fiktive Zigarettenpackung entworfen habe, an dem Flakon von Chanel No. 5 – wie jemand im Blender-Meetup meinte, doch eine Herausforderung. Ich nehme auch wieder an den Meetups teil, die aufgrund er Corona-Pandemie momentan nur online stattfinden. Dabei benutzen wir die Meetings-Software Discord (https://discord.com/brand-new), die imho absolut schick ist; viel besser als beispielsweise Zoom. Glücklicherweise gibt es ja einen Discord-Client für Linux, den ich mir voriges Jahr installiert habe. Über Discord kann man Dateien teilen, Video-Konferenzen abhalten, Fragen posten, Nachrichten an einzelne Teilnehmer schicken u. v. a.m.

Der Autor:

Claus Cyrny macht seit 1996 Grafik und beschäftigt sich seit 1998 auch mit VisualFX. Er ist auch bei der alljährlichen Konferenz FMX in Stuttgart als Journalist akkreditiert. Linux benutzt er seit 2002. Hobbys sind Bloggen, Gitarre spielen, Malen und Fotografieren.

Autor: Claus Cyrny

Ich fotografiere seit 1993 und mache Grafik seit 1996. Seit 1998 beschäftige ich mich auch mit visual fx. .:: artificial ::. ist so eine Art kreativer Spielwiese, wo ich Sachen ausprobiere, Gedanken aufschreibe und über die aktuellen Trends berichte. Und: Ich benutze seit 2004 Ubuntu Linux, das ich total schick finde.