Stagnation (2)

Ein wie ich finde entscheidender Faktor für die musikalische Stagnation, die wir gerade erleben, ist die Tatsache, daß die Künstler nicht mehr experimentieren, sondern auf Nummer Sicher gehen, auf „erprobte Formeln“ á la Max Martin setzen – was aber für jeden Fortschritt absolut tödlich ist. Man nehme nur das Gegenbeispiel der Beatles, die von Album zu Album immer ausgeklügeltere Ideen umgesetzt haben, von dem eingängigen, aber relativ unkomplizierten „She Loves You“ bis hin etwa zu „Revolver“ (1966) oder „Sgt. Pepper“ (1967). Das fehlt heutzutage eben.

The Velvet Underground & Nico

Wie ich auf der Website des „Rolling Stone“ lese, soll ein Velvet-Underground-Tribute-Album herauskommen, das Cover-Versionen der auf deren erster Platte „The Velvet Underground & Nico“ zu findenden Songs enthalten soll. Die Platte mit dem von Andy Warhol entworfenen Bananen-Cover zählt ja zu den einflußreichsten Alben der Pop-Geschichte.

Um einen Eindruck von dieser Platte zu vermitteln, hier ein Song von der Original-Version von 1967:

Dudel-Pop (7)

Habe auf eine Anfrage hin, weshalb auf SWR3 keine Stücke aus den 60er- und 70er-Jahren laufen würden, sinngemäß zur Antwort bekommen, man habe da andere Prioritäten; Oldies würden bevorzugt auf SWR1 gesendet, der mehr für ältere Leute da sei. Man hoffe, daß ich auf SWR3 auch etwas nach meinem Geschmack finden würde. Na ja. Daß ich SWR3 nur zwangsweise höre, wenn ich bei meiner Nachbarin zu Besuch bin, weiß der verantwortliche Redakteur natürlich nicht. Ich kann mir die ganze Malaise – und das betrifft ja nicht nur den SWR3, sondern auch andere Radio-Stationen – nur so erklären, daß die verantwortlichen Redakteure vermutlich in den 80er-Jahren geboren wurden und die 60er- und 70er-Jahren einfach nicht mehr im Blickfeld haben, was ja an sich schon traurig genug ist. Mir wird auch klar. daß von seiten des SWR3 keinerlei Kritik an den derzeit herrschenden Zuständen zu erwarten ist. So werden wir eben weiter mit dem Max-Martin-Dudel-Pop beschallt.