Schneckentempo

Ich frage mich immer öfter, ob unsere sog. Demokratie in der Lage ist, die Herausforderungen, vor denen wir im 21. Jahrhundert stehen – allen voran die Klimakrise – zufriedenstellend zu lösen. Das Problem: Die demokratischen Prozesse sind einfach zu langsam. Ich meine, wo soll denn das hinführen, wenn wir nicht einmal eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen – etwa 130 km/h – hinbekommen, weil die führenden politischen Köpfe vor der Autolobby einknicken oder sich aus Angst, nicht mehr gewählt zu werden, vor unpopulären, aber notwendigen Maßnahmen drücken? Tja, da ist guter Rat teuer, und so nicht ein Wunder geschieht, sind wir da auch nach der Wahl in einer Woche nicht viel weiter. Was imho anstünde, ist ein gesamtgesellschaftlicher Umbau, aber wer soll das leisten, und: Umbau -wohin? Wir haben jetzt 76 Jahre Demokratie in Deutschland, aber es geht einfach viel zu langsam voran. Mangels Alternativen? Und wie sollten die denn aussehen? Versuche, einen Kommunismus zu etablieren, der den Namen auch verdient, sind allesamt gescheitert. Wie würde ein „System X“ aussehen, das Antwort auf die dringenden Fragen bietet?

Bundestagswahl (3)

Komme immer mehr zu der Erkenntnis, daß man bei der kommenden Bundestagswahl im Grunde genommen nur das kleinere Übel wählen kann. Wahrscheinlich ist auch, daß die GroKo abgewählt wird. 16 Jahre sind nun wirklich genug. Denkbar ist eine Koalition Rot-Grün, wie schon 1998 – 2005, vielleicht auch eine Ampelkoalition, obwohl ich persönlich die FDP („Keine Verbote“) nicht mag. Na ja, wir werden ja sehen.

Heute morgen

Als ich heute morgen aus dem Haus gegangen bin, kam der 413er-Bus zweieinhalb Minuten zu früh, so daß ich zum Bahnhof laufen mußte – typisch LVL Jäger eben. Und wenn ich mich beschwere, bekommen ich einfach keine Antwort.

Ein Highlight kommende Woche ist eine Wahlveranstaltung der Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Ich hatte das Glück, einen Platz zu ergattern. Mit dabei wird auch die Ludwigsburger Kandidatin der Grünen sein. Bin mal gespannt, wie das wird.

Dann lese ich gerade ein biografisches Buch über den leider verstorbenen Autor Henning Mankell, das ich mir in der Bibliothek ausgeliehen habe. Es heißt „Mankell über Mankell“ und wurde von Kirsten Jacobsen verfaßt. Nachdem ich nun schon die ersten Kapitel gelesen habe, kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen.

Kostenlose Rechtsberatung

Da ich mich vor ein paar Wochen wegen einer Rechtssache beraten lassen wollte, bin ich über eine Google-Suche auf das Portal Klugo gestoßen, das eine kostenlose Rechtsberatung per Telefon anbietet. Ich habe den Service von Klugo bereits einmal genutzt und war mit der Antwort zufrieden. Klugo bietet zwei Formen der Beratung an: einmal die kostenlose Variante für eine kurze Auskunft und dann – für ausführlichere Einschätzungen – eine kostenpflichtige Variante, die € 14,90 kostet.

Nachtrag (09.10.2021):

Habe mich nun zum zweiten Mal an Klugo gewandt, diesmal in einer Sozialrechtsfrage. Diesmal wurde mir aber leider nicht weitergeholfen. Eine Anwältin leitete mich gleich an einen anderen Anwalt weiter, den ich schließlich nach einigen Versuchen auch erreichte. Nur: Der konnte mir leider auch nicht weiterhelfen. Nachdem ich mich daraufhin bei Klugo erkundigt hatte, erfuhr ich zu meiner Überraschung, daß Klugo keine Beratung im Bereich „Sozialrecht“ anbietet, obwohl diese Option bei der Anmeldung vorhanden ist. Schon komisch.

Bundestagswahl (2)

In eineinhalb Wochen ist ja Wahl. Ursprünglich wollte ich die LINKE wählen, weil mir ihr Wahlprogramm sympathisch ist, aber nachdem Olaf Scholz von der SPD klargestellt hatte, daß man mit den LINKEN nicht koalieren wolle, hat mir eine Bekannte den Wahl-o-mat empfohlen. Da muß man 38 Fragen beantworten, und anschließend wird einem eine Partei vorgeschlagen. Das Ergebnis: die Grünen. Ok, dachte ich, dieses Problem ist jetzt gelöst – bis ich mir gestern ein Interview mit der „Grünen“-Kandidatin Franziska Brantner aus Heidelberg angehört habe. Ich mag es einfach nicht, wenn Politiker kritischen Fragen taktisch ausweichen, statt eine ehrliche Antwort zu geben. Also wieder nichts? Tja, im Moment ist guter Rat teuer.

Vermischtes

Heute morgen habe ich mich wieder einmal gefragt, weshalb der öffentliche Nahverkehr zum Nulltarif so schwer durchsetzbar ist. Ein Argument: Das sei nicht finanzierbar. Nur: Bei dem Großprojekt „Stuttgart 21“, das gegen teilweise starke Widerstände in der Bevölkerung – ja man muß schon sagen: durchgedrückt wurde, sind die Milliarden komischerweise da. Merke: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Dann bin ich im „Spiegel“ auf den Artikel „Der Mann ohne Erinnerung“ über den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gestoßen.

Zitat:
„»Er trägt bestimmt wieder seinen Teflon-Anzug«, sagt der CDU-Abgeordnete Dennis Gladiator kurz vor Beginn der Sitzung, und tatsächlich bekommen die Abgeordneten den Finanzminister nicht wirklich zu fassen.“–Annette Großbongardt.

Das ist etwas, was ich an unseren Spitzenpolitikern schon lange bemängele: Moralische Integrität – Fehlanzeige. Vor diesem Hintergrund ergeben auch die oft nicht unbedingt logischen Wahlparolen Sinn. Da denken sich irgendwelche Werbemenschen irgendetwas aus, und nach der Wahl ist das Meiste davon wieder vergessen, nach dem Motto: Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an.

Noch etwas ist mir eingefallen, und zwar geht es um eine Folge–ich meine, das war 2020–der Talkshow „Maischberger“. Zu Gast u. a. Kapitänin Carola Rackete sowie die FDP-Politikerin Linda Teuteberg. Im Gespräch mit Frau Maischberger forderte Carola Rackete u. a., den Straftatbestand „Ökozid“ einzuführen. Da konterte Frau Teuteberg sinngemäß: Ja, das müsse aber ganz anders gehen. Typisch! Zudem war mir Frau Teuteberg wegen ihrem überheblichen Dauerlächeln absolut unsympathisch.

LVL Jäger

Nachdem ich auf zwei Emails vom Ludwigsburger Busunternehmen LVL Jäger einfach keine Antwort erhalten habe, habe ich mich über das Online-Portal Reklamationen24 beschwert. Nun kam endlich eine Antwort von LVL Jäger, ich solle „Ross und Reiter nennen“. Daraufhin habe ich erneut eine Email an LVL Jäger verfaßt, nur: Wieder keine Antwort.

Hier nochmal der Vollständigkeit halber die Punkte, die ich moniere:

  • Busse kommen manchmal zu früh bzw. fahren zu spät ab.
  • Immer wieder lautstarke Unterhaltungen des Busfahrers mit Kollegen, und das wie gesagt während der Fahrt. Der Busfahrer dreht sich teilweise während der Fahrt zu seinen Kollegen um.
  • Die Busfahrer sind gegenüber Fahrgästen nicht allzu freundlich. Ich wurde wiederholt von bestimmten Busfahrern blöd angemacht.
  • Der Bus steht mit laufendem Motor am Busbahnhof, während der Fahrer weit und breit nicht zu sehen ist. Immer wieder geht der Motor an, läuft dann eine Weile und geht dann wieder aus. Das hat mit Umweltschutz absolut nichts zu tun. Dabei wirbt die Stadt Ludwigsburg damit, man solle auf Busse umsteigen.
  • Nicht mehr komisch: Die Busfahrer überfahren immer wieder rote Ampeln.
  • Die Haltestelle „Solitudeallee“ wird nur noch alle zwanzig Minuten angefahren (bis 31. 12. 2019 alle zehn Minuten), sonntags sogar nur jede Stunde.
  • Busfahrer telefonieren z. T. während der Fahrt.
  • Selten, kommt aber doch manchmal vor: Busfahrer rauchen in der Pause vorn im Bus.
  • Nachdem der Fahrer am Busbahnhof bereits angefahren ist, hält er wieder, um einen Schwatz mit einem Kollegen zu halten. Die Fahrgäste dürfen solange warten. Muß das sein?

Bundestagswahl

Am 26. September ist ja Wahl zum 20. Bundestag. Was mir im Vorfeld aber schon sauer aufstößt, sind die leider – ich drücke mich hier bewußt vorsichtig aus – nicht so durchdachten Wahl-Slogans. Die CDU wirbt beispielsweise mit „Experten statt Experimente. Zukunftsteam“, was mehr als nur ein bischen an Adenauers „Keine Experimente“ erinnert, aber wer weiß das heute noch? Da wird der Begriff „Experiment“ einfach diskreditiert, als ob „Experiment“ synonym mit „Leichtsinn“ wäre – was nun absoluter Quatsch ist. Auch die SPD hat es mit der Zukunft („Unser Programm für die Zukunft“) – wohl ein Vorschlag der Werbefritzen. Die Grünen werben schließlich mit „Bereit, weil ihr es seid.“. Mein Fazit: Wahlslogans sind nichts für intelligente Leute; sie sollen eben die breite Masse ansprechen. Den einzigen Lichtblick sehe ich in einer rot-rot-grünen Koalition, in der auch die LINKE die Möglichkeit hat, mitzuregieren. Dann wären die nunmehr 16 Jahre Große Koalition endlich Geschichte. Es ist einfach Zeit für etwas Neues.