In Stuttgart (12)

Heute bei dem schönen Wetter wieder in Stuttgart. Beim Einsteigen in die S-Bahn in Ludwigsburg zwei Südosteuropäer, ein junger Mann und einen junge Frau, die ich schon kenne, weil sie vor Monaten eine Zeitlang in der Myliusstraße gebettelt hat. Der junge Mann grüßt freundlich; ich habe darauf allerdings nicht reagiert.

In Stuttgart, im Hauptbahnhof, wieder diese überdimensionale Werbung für „THE LÄND“, die – wenn ich mir das mal genauer anschaue – inhaltlich wirklich nicht viel hergibt und nur aus dem Spruch „Willkommen/Welcome/Bienvenu in THE LÄND“ besteht. Und: Was soll diese Werbung in Baden-Württemberg? Woanders würde ich das ansatzweise noch verstehen, auch wenn die Inhalte (noch?) fehlen. Mein Eindruck: Da hat es jemand gut gemeint, aber ziemlich am Ziel vorbeigeschossen. Hmmm, vielleicht ist diese Werbung ja so angelegt, daß die Inhalte erst nach und nach kommen.

Dann draußen vor dem Café Königsbau auf dem Schloßplatz. Der Cappuccino € 3,80, der Käsekuchen mit € 5,20 aber unverschämt überteuert. Man bedenke, zu DM-Zeiten wären das zehn Mark (!) gewesen. Dazu kommt noch, daß das nicht einmal ein richtiges Kuchenstück war, sondern ein Törtchen mit ein paar Himbeeren obendrauf. Da habe ich dankend verzichtet und mir statt dessen später beim Coffreez eine Crêpe mit Nutella und Banane gekauft (€ 4,80).

In der Klett-Passage ein Betrunkener mit Rollenkoffer, halb am Boden liegend, mit einer Weinflasche neben sich. Im Zug zwei nette Inder. Einem habe ich meinen Platz angeboten. Ein Traum von mir ist, mal nach Nepal zu fliegen, dorthin, wo die Patenkinder von Yorma’s sind. Kostenpunkt für den Flug: ca. € 700,- einfach bis Katmandu.

Ausweichmanöver

Schaue mir gerade das YouTube-Video des Triells Scholz/Baerbock/Laschet an, und schon am Anfang geht’s los: Laschet weicht aus, Baerbock weicht aus. Was soll denn das? Kann man, wenn man im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht, nicht anders? Werde versuchen, mir auch den Rest1 des Videos anzuschauen und berichte dann hier von meinen Eindrücken.

1 Olaf Scholz kommt anfangs überraschend sympathisch rüber, bis – tja, bis eben diese eine Sache aufs Tablett kommt und auch er ausweicht.

In Stuttgart (11)

War heute mal wieder in Stuttgart, weil ich a) das schöne Wetter ausnutzen und b) ein paar Socken kaufen wollte. Im Stuttgarter Hauptbahnhof war der linke Durchgang in voller Länge mit Werbung für THE LÄND vollgepflastert – Teil der € 7.000.000,-, die für diese Kampagne veranschlagt wurden.

Bin dann nach meinem Einkauf- mal was anderes, dachte ich – ins „OhJulia!“ im Dorotheenviertel gegangen, um dort einen Kaffee zu trinken. Dieser war dann aber ohne Zucker fast nicht zu genießen. Erst als ich drei Portionen Milch hineingeschüttet hatte, ging es so einigermaßen.

Vis-à-vis vom „OhJulia!“ der Showroom von Tesla Motors. Das dort ausgestellte „Model Y“ kostet allerdings ab € 56.990,- aufwärts, also eher etwas für Gutverdienende und Millionäre. Gibt es denn kein ernstzunehmendes Elektroauto für € 10.000,- oder meinetwegen € 15.000,-?, frage ich mich da. Ich meine, das kann’s doch nicht sein. E-Mobilität im großen Stil kann erst kommen, wenn die betreffenden Autos deutlich billiger werden1. Möglicher Kandidat: Der im Herbst kommende Dacia „Spring Electric“. Aber: „Lenkung und Fahrwerk sind von gestern“ urteilt der ADAC.

Wieder in der Klett-Passage – trostlos wie immer. Obdachlose waren Gottseidank keine da, auch keine Südosteuropäer, die oben beim I-Punkt, wo es nach unten zur Klett-Passage geht, ihren Stammplatz haben.

1 Hier eine Übersicht vom ADAC über die derzeit auf dem deutschen Markt verfügbaren Elektroautos.

Mein nächstes Ziel

Ursprünglich wollte ich kommendes Jahr nach London fliegen, aber erstens brauche ich ein Visum für € 199,- und zweitens einen Reisepaß, der allein schon € 80,- kostet. So habe ich beschlossen, statt dessen nach Wien zu fahren. So wäre nicht nur meine CO2-Bilanz deutlich besser (-98%, wenn man der Bahn glauben darf), ich würde auch noch Geld sparen, obwohl Wien sicher auch nicht ganz billig ist.

Inszenierung

Eigentlich müßte angesichts der aktuellen Lage (Klimathematik, Digitalisierung) ein spürbarer Ruck durch Deutschland gehen. Daß dem nicht so ist, zeigt meiner Ansicht nach ganz exemplarisch, wie sich die kommende Koalition Veränderungen vorstellt: Es wird von Veränderungen geredet, aber zu groß sollen sie bitteschön doch nicht sein – typisch eben. Cleverness geht einfach anders. Ich wäre beispielsweise auch dafür, ein neu zu schaffendes „Ministerium für Systemoptimierung“ ins Leben zu rufen.

Öko-unlogisch

Gestern abend war ich mal wieder Zeuge, wie es das Busunternehmen LVL Jäger mit dem Umweltschutz hält. Da stand also der 426er-Bus mit laufendem Motor am Busbahnhof, Fahrer nirgends zu sehen. Das ging dann so: Motor an – lief eine Weile – Motor wieder aus. Das Spiel wiederholte sich einige Male. Das muß irgendeine Automatik sein. Dabei wirbt die Stadt Ludwigsburg dafür, der Umwelt zuliebe auf Busse umzusteigen. Geht das aber nicht anders? Warum stellt der Fahrer den Motor nicht einfach ab, wenn er aussteigt? Wäre doch logisch – oder?

Tempolimit (2)

Harald Lesch zufolge würden nach einer Studie des Bundesumweltamtes durch ein Tempolimit von 130 km/h 2 Millionen Tonnen CO2 eingespart, das ist ungefähr soviel, wie der innerdeutsche Flugverkehr an CO2 verursacht. Anscheinend lebt die kommende Koalition in einem Paralleluniversum.

Zur Orientierung: Anno 2020 wurden in Deutschland – ebenfalls laut Bundesumweltamt – 643,66 Millionen Tonnen CO2 verursacht, davon – und das ist der größte Einzelposten – 200 Millionen Tonnen durch die Energiewirtschaft.

Ich könnte mir denken, daß die kommende Koalition die 2 Millionen Tonnen in Relation zu der Gesamtmenge als zu unbedeutend eingestuft hat. Bleiben aber immer noch die Verkehrsopfer und die Lärmbelästigung.