Irakkrieg

Habe vorhin einen kritischen Artikel zur Rolle der Bundesrepublik im Irakkrieg entdeckt:

„Von einer „Neutralität“ der Bundesrepublik im Irakkrieg kann keine Rede sein. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig verwies 2005 im Urteil zum Fall des Major der Bundeswehr, Florian Pfaff, darauf, dass nach dem Haager Abkommen von 1907 – der so genannten Haager Landkriegsordnung – Unterstützungslieferungen an Konfliktparteien unterbunden werden müssten. Auch die Erlaubnis für die Nutzung des Luftraums ist danach nicht zulässig. Den allgemeinen Verweis der Bundesregierung auf die NATO-Verträge hielten die Richter für nicht stichhaltig. Für die Nutzung des deutschen Bodens und Luftraums und der Militärstützpunkte der USA in Deutschland zur Vorbereitung und Durchführung eines Militärschlags gegen den Irak gibt es keine Rechtfertigung.“–Tobias Pflüger

Zwei Fragen, die sich mir dabei stellen, sind: Waren 204.496 zivile Opfer1 wirklich nötig, nur um Saddam Hussein zu stürzen? Und: Wo waren denn die Massenvernichtungswaffen, die er angeblich hatte? Ging es nicht vielmehr um geostrategische Interessen (lies: Erdöl) der USA und ihrer Verbündeten?

1 Laut Statista. Es handelt sich dabei um die Summe aller zivilen Opfer von 2003 bis 2021.

Email an den „Stern“

Habe am 9.11. – also vor vier Tagen – folgende Email an den „Stern“ geschickt:

„Guten Tag,

ich wollte gerade Ihr kostenloses digitales Probeabo (angeblich € 0,00) abschließen und habe als Bezahloption „PayPal“ angegeben. Daraufhin erschien aber ganz rechts unten die Rechnungssumme € 13,99. Wie kommt das?

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny“

Bisher keine Antwort. So frage ich mich: Kommt da noch was, oder ist dieses Abo wirklich unseriös?

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Noch ein Versuch“.

Corona: Die aktuelle Situation

Aus aktuellem Anlaß ein Hinweis auf einen „Die Lage ist ernst!“ betitelten Podcast des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, in dem Herr Kretschmann eindringlich vor einer weiteren Verschlimmerung der Pandemie warnt und gerade jüngere Leute dazu aufruft, sich impfen zu lassen, denn: Die Krankenhausbetten werden immer öfter für jüngere Leute benötigt, die nicht geimpft sind.

Zu mir: Ich selbst bin seit 4. Juni zweimal geimpft und werde im Dezember meine Booster-Impfung erhalten, und ich kann die Argumente von Impfgegnern nicht nachvollziehen. Ok, ich hatte Glück, weil bei mir keinerlei negative Impfreaktionen aufgetreten sind, aber auch sonst hätte ich mich impfen lassen.

Was ich nicht ganz verstehe, ist, daß kein neuer Lockdown beschlossen wird. Viele Leute in der Ludwigsburger Innenstadt laufen ohne Maske herum, so als ob nichts wäre, was ich angesichts einer aktuellen Inzidenz von 382,5 absolut nicht nachvollziehen kann. Auch sollten die Bürger statt der OP-Masken, die nicht so optimal schützen, imho die besser schützenden FFP2-Masken benutzen. Außen an den vorderen Einstiegstüren der Busse von LVL Jäger steht, daß ab einer Inzidenz von 100 nur noch FFP2-Masken getragen werden dürfen, nur: Eine ganze Reihe von Fahrgästen steigt trotzdem mit OP-Maske ein.

Kostenloser ÖPNV – ein Kommentar

Ein Zitat aus dem Artikel „Kostenloser ÖPNV – und die Stadt verdient daran“1 in der „Zeit“:

„Das Ziel, Autofahrern öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, erreichen sie damit nicht“, schränkt Cats ein. Die Zahl der Autofahrer, die wegen des kostenlosen Nahverkehrs umgestiegen sei, sei marginal. Es führen einfach mehr Menschen mit Bus und Tram, die vorher zu Fuß gegangen seien. Und im Hinblick auf die Diskussion in Deutschland fügt der Verkehrsforscher hinzu: „Einen wirklichen Effekt auf die Menge an Schadstoffen, die von Autos ausgestoßen werden, gibt es auch in Tallinn nicht.““–Benedikt Schulz

Imho müßte als flankierende Maßnahme der Autoverkehr in den Innenstädten deutlich reduziert werden, indem man z. B. an der Peripherie der City kostenlose Parkhäuser für die Pendler einrichtet. Gerade in Stuttgart mit seiner Kessellage und der damit verbundenen schlechten Luft könnte das ein Ansatz sein – wenn da nicht die gerade hier starke Autolobby (Daimler-Benz, Porsche, Bosch als Zulieferer) wäre.

In der „Stuttgarter Zeitung“ lese ich, daß einer IHK-Studie zufolge Stuttgart an Attraktivität verliert. Was wäre aber, wenn Stuttgart zu einer Vorzeige-Ökostadt umgebaut würde? Schließlich haben wir eine grüne Landesregierung. Nur: Der CDU-Oberbürgermeister Nopper sperrt sich ganz offensichtlich gegen solche Vorschläge. Jeder will auf einmal ökologisch sein, aber wenn’s um das konsequente Umsetzen geht, wird gemauert, und das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Was wir hier brauchen, ist ein Paradigmenwechsel.

1 Es geht hier um den kostenlosen ÖPNV in Tallinn in Estland.

Kann das sein?

Per Werbung habe ich gleich zwei Bücher von einem gewissen Peter Helmes, erschienen im Kopp-Verlag1, entdeckt. Das eine Buch ist über Greta Thunberg und heißt „Das Theater um Greta und die Klima-Hysterie“.

Zitat:

„Das Theater um Greta Thunberg ist ein unglaubliches Bereicherungsprogramm der Menschen, die die Marionette Greta auf die Bühne gestellt haben – allen voran die schamlos agierenden Eltern. Was sie mit ihrer minderjährigen – und obendrein kranken – Tochter veranstalten, verdient eher das Etikett »Kindesmissbrauch«. Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes droht die größte Umverteilung von Wohlstand in der Geschichte der Menschheit. Der Einzelne ist nichts mehr, es gilt das Kollektiv. Und kollektiv werden »Kontingente« festgelegt; selbst die Luft zum Atmen ist nicht mehr frei.“–Peter Helmes

Das zweite Buch hat den netten Titel „Deutschland verrecke“ und handelt von den „Grünen“, aber schon allein der Titel läßt mich sehr, sehr skeptisch werden. An sich ist das BILD-Zeitungsniveau.

Zitat:
„»Die Grünen sind die neuen Meinungsdiktatoren in Deutschland. >Toleranz< ist diesen Leuten so fremd wie mir die Akzeptanz ihrer gesellschaftsgefährdenden Ideen, die sie uns aufoktroyieren wollen. Doch hinter diesen Verirrten steht die >Neue Gesellschaft<, die angestrebt wird. Die linksgrüne >Neue Gesellschaft< ist aber nicht das deutsche Volk! Das Volk sind wir! Mögen die >politischen Eliten< unter sich bleiben und einen Gruppenausflug nach Nordkorea machen. Dort können sie das verwirklichen, wovon sie hier träumen. Im Klartext: Die Grünen brauchen wir nicht! Sie schaden unserer Nation!«“–Peter Helmes

Na ja, was soll man da sagen? Das kritische Buch über Greta Thunberg geht vielleicht noch; auch an anderer Stelle habe ich gelesen, daß sie von bestimmten Leuten angeblich benutzt wird, die an ihr verdienen. Aber „Deutschland verrecke“? Sorry, aber das ist wirklich unterste Schublade. Mit diesem Titel diskreditiert sich der Autor selbst.

1 Zu diesem Verlag habe ich einen sehr aufschlußreichen Artikel beim „Deutschlandfunk“ entdeckt.

Zitat:

„Der Verlag hat klare Bezugspunkte ins rechte und rechtsradikale Milieu. Hinsichtlich seiner Autoren. Hinsichtlich vor allem aber der Themen, die der Verlag bespielt und hinsichtlich der Stimmung, die er erzeugt. Man kann nicht einerseits sich mit seinem Verlagsprogramm an der Delegitimierung der Demokratie beteiligen, von der vor allem populistische und radikale Rechte profitieren und andererseits so tun, als hätte man dafür keine Verantwortung. Das ist schizophren.“–Matthias Quent

Kunstmuseum Stuttgart: „Jetzt oder nie“ (2)

Plakat zur Ausstellung „Jetzt oder nie“. Foto von mir.

War heute mit meiner Kamera in der heute und morgen kostenlosen Ausstellung „Jetzt oder nie“ im Stuttgarter Kunstmuseum. Im ersten Stock fand ich ein paar interessante Sachen wie etwa eine schönen Landschaft aus dem frühen 20. Jahrhundert oder zwei Pastellen von Adolf Hölzel („Anbetung“).

Otto Reininger:“Elbe“ (1906). Foto von mir.

Im zweiten Stock Fotografien und eine Installation, die lediglich aus übereinandergestapelten Stühlen und ein paar Leuchten bestand1. Die Aufsicht, die ich gefragt habe, konnte mir dazu nichts sagen („Ich habe dazu keine Meinung.“). Für mich ist so etwas Ausdruck der spirituellen Verarmung in der heutigen Kunst. Im dritten Stock schließlich auch nichts Besonderes (fand ich zumindest).

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

THE LÄND (3)

Werbung für „THE LÄND“ im Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto von mir.

Hatte heute endlich mal meine Kamera dabei und konnte so die Werbung für „THE LÄND“ fotografieren. Na ja, das gibt zwar dem Durchgang im Stuttgarter Hauptbahnhof einen positiven Anstrich, aber wenn da nicht noch deutlich mehr kommt, halte ich persönlich die € 21 Millionen für rausgeworfenes Geld. Da hätte das Land imho besser in einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr investiert. In der estnischen Stadt Tallinn funktioniert das seit fünf Jahren.

Ewiges Wachstum?

Wachstum ohne Ende? Bei Maybrit Illner sagt Christian Lindner: „Wir haben ein beklagenswert geringes Wachstumsniveau, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern“ (20:50 Min.). Da ist aber genau das Problem. Die Erde ist ein organisches System, und kein organisches System wächst ewig. Die Folgen sehen wir ja. Hier müßte imho ein generelles Umdenken erfolgen.

Auf YouTube

Höre „A Flower Called Nowhere“ von Stereolab, zu finden auf „Dots And Loops“. Damals (1997) hatten Musikstücke eben noch originelle Melodien – etwas, das man heutzutage immer weniger sagen kann, dominiert inzwischen doch der Dudel-Pop. Wie das wieder anders werden soll, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.