Reform?

Hannah Bethke schreibt in der „Neuen Züricher Zeitung“:

„Die epidemische Lage von nationaler Tragweite wird in Deutschland am 25. November auslaufen. So sieht es das neue Infektionsschutzgesetz vor, das der Deutsche Bundestag mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP am Donnerstag beschlossen hat.“–Hannah Bethke

Und:

„Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, sagte, die Lage sei noch nie so schlimm gewesen wie jetzt. Ist es da das richtige Signal, die epidemische Notlage für beendet zu erklären?“–Hannah Bethke

Spinnen die?

Kinderarmut

Durch den Newsletter zum Internationalen Trickfilm-Festival in Stuttgart bin ich auf die Kampagne „Mach dich stark“ aufmerksam geworden, laut der jedes 5. Kind in Baden-Württemberg von Armut bedroht ist.

Zitat von der Website:

„Baden-Württemberg heute: Mehr als 355.000 Kinder sind arm oder von Armut bedroht1. Für sie heißt es, schon früh lernen zu müssen, dass es Unterschiede in unserer Gesellschaft gibt.“–Mach dich stark

Dabei müßte das alles nicht sein, könnte man – so man wollte, was leider nicht der Fall ist – z. B. den Regelsatz erhöhen, und zwar nicht nur um € 5,-.

Das würde auch gegen das Problem „Altersarmut“ helfen, aber in unserem Staat ist es ja nicht gewollt, daß die armen Leute auf die Beine kommen. Ich weiß, wovon ich rede: Ich habe 18 Jahre vom Sozialhilfesatz gelebt, und auch jetzt noch – ich bekomme EU-Rente und Grundsicherung – wird mir bei einer Rentenerhöhung einfach die Grundsicherung gekürzt, denn die paar Euro mehr werden mir ja nicht gegönnt. Das Sozialamt versteckt sich da gern hinter den „gesetzlichen Grundlagen“. Mich kotzt sowas an. Und wenn ich – wie seit August d. J. – etwas dazuverdiene, werden mir 80% des Zuverdienstes weggenommen („angerechnet“ heißt das so schön). Dagegen z. B. Bundestagsabgeordnete: Sie erhalten ebenso wie ich Bezüge vom Staat (Diäten) und können noch und nöcher dazuverdienen, da wird nichts angerechnet.

1 Im Wahlkampf war davon nicht die Rede, vermutlich, weil sich das in dem Wohlstandsland Deutschland nicht so gut macht. Statt dessen irgendwelche platten Parolen, die sich positiv anhören sollen. Richard David Precht weist in „Jung & Naiv: Folge 537“ auch darauf hin, daß vor Wahlen unbequeme Statements tunlichst vermieden werden.

In Stuttgart (17): Fotostrecke

Als ich heute mittag nach Stuttgart gefahren bin, habe ich meine Kamera mitgenommen, weil ich im Stuttgarter Hauptbahnhof einen ICE („Deutschlands schnellster Klimaschützer“) fotografieren wollte. Hier also ein paar Fotos, die ich in Stuttgart bzw. während der Fahrt gemacht habe.

Im Zug von Abellio nach Stuttgart.
ICE im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Werbung für „THE LÄND“ im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Werbung für „THE LÄND“ (Detail) im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Aufkleber auf dem Boden des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Fassade des Kunstmuseums Stuttgart.
Fassade des Kunstmuseums Stuttgart (Ansicht von hinten vom Kleinen Schloßplatz).
Bücher beim „Wittwer“.
Vorbeifahrender Zug der DB auf der Rückfahrt von Stuttgart nach Ludwigsburg. Fotos alle von mir. © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Frühstücken in Stuttgart

Zur Abwechslung mal was nicht so Kritisches: Die besten Frühstücks-Locations in Stuttgart. Auf der Website des kostenlosen Magazins „Moritz“ habe ich eine gute Übersicht zum Thema entdeckt. Dort ist u. a. auch das „Hüftengold“ zu finden, in dem ich neulich war und das mir sehr sympathisch ist. Tip: Das Bircher Müsli mit vielen Früchten. Das einzige Manko: Das „Hüftengold“ hat nur am Wochenende geöffnet. Schade!

Heute morgen in der Stadt

Bin heute mit dem Bus in die Stadt gefahren, weil ich ehrlich gesagt keine Lust hatte, zu laufen. Wollte dieser einen Bettlerin auf Rumänisch „Guten Morgen!“ sagen („Buna dimineata!“; das „E“ ist stumm). Leider war sie aber nicht da. War dann noch im „Katz“, etwas frühstücken und bin anschließend zu meinem Hausarzt gegangen.

Klimafreundlich?

Werbeplakat der Stadt Ludwigsburg. Foto von mir.

Die Stadt Ludwigsburg wirbt zwar mit Plakaten wie dem obigen „für ein klimafreundliches und lebenswertes Ludwigsburg“, die Realität sieht aber (noch?) anders aus, fahren so gut wie alle Busse noch mit Benzin. Ich habe zwar schon ab und zu auf einem Bus die Aufschrift gelesen, daß es sich dabei um einen Hybridbus handeln würde, das ist aber denkbar selten. Hinzu kommt noch, daß die Busfahrer1 an den Haltestellen („Ludwigsburg Bahnhof“) – auch im Sommer – z. T. eine ganze Weile den Motor laufen lassen. Das geht dann so: Motor an, läuft eine Weile, Motor aus – auch, wenn der Busfahrer sich gar nicht im Bus befindet. Das muß irgendeine Automatik sein. Umweltfreundlich ist das jedoch nicht. Ich frage mich auch, wann denn das Ludwigsburger Busunternehmen LVL Jäger endlich Nägel mit Köpfen macht und auf Elektrobusse umrüstet. Ja, ja, die Kosten, ich weiß, aber so, wie es jetzt läuft, kommen wir jedenfalls nicht deutlich weiter und das „klimafreundlich“ steht nur auf dem Papier.

1 Umweltbewußt? Fehlanzeige!

Spritualität in der Kunst

Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“ 1914/15. Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Stuttgart.

Als ich voriges Wochenende in der neuen Ausstellung („Jetzt oder nie“) des Kunstmuseum Stuttgart war, ist mir u. a eine bestimmte Installation1 aufgefallen. Sind wir so weit gekommen? habe ich mich gefragt. Muß man heutzutage nichts mehr können außer „clever“ zu sein? Hinzu kommt noch, daß besagte Installation denkbar unspirituell (um nicht zu sagen: trostlos) ist. Die Aufsicht konnte (wollte?) mir auch gar nichts dazu sagen („Dazu habe ich keine Meinung“.). Für mich ist das denn auch ein absoluter Tiefpunkt in unserer aktuellen, meine Ansicht nach absolut richtungslosen Kunst, auch wenn andere Leute das vielleicht toll finden werden. Warum? – so frage ich mich – richtet das Kunstmuseum nicht einen Adolf-Hölzel-Raum2 ein, sind solche Gemälde wie das obige zur Legende der heiligen Ursula oder auch bestimmte Pastelle doch von einer tiefen Spiritualität3 geprägt, wie man/frau sie heutzutage leider vergeblich sucht.

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

2 Gibt es anscheinend schon.

3 Zur Definition von Spiritualität habe ich bei GEO eine gute Definition gefunden:

„Spiritualität hat mit Religion gemeinsam, dass beide sich auf eine transzendente Ebene beziehen. Das bedeutet, dass beide davon ausgehen, dass unsere sinnlich erfahrbare, sichtbare Welt nicht alles ist, was es gibt – sondern dass jenseits davon eine darüber hinausgehende Dimension existiert.“–Sebastian Murken