Können Raben Gedanken lesen?

Als ich noch in Bad Cannstatt gewohnt habe, war ich mal bei der Stadtbahn-Haltestelle „Mineralbäder“, an der es einen kleinen See hat. Dort habe ich eine Gruppe von Raben beobachtet. Als ich ein paar Raben etwas zum Fressen hingeworfen habe, kamen schlagartig von anderswo ebenfalls Raben angeflogen. Wie funktioniert denn das? habe ich mich gefragt. Woher wissen die weiter entfernten Raben, daß es da etwas zu Fressen gibt? Sind Raben am Ende telepathisch? Na ja, es muß ja nicht gleich „Telepathie“ sein, aber vielleicht irgendein Feld? Genauso Fische. In Filmaufnahmen von Fischschwärmen kann man beobachten, wie die Fische wie auf Kommando alle zur selben Zeit die Richtung ändern. Könnte das auch durch eine Art Bewußtseinsfeld verursacht werden?

Lügen

Bei der Tagesschau habe ich den Bericht „Als die Lügen über Vietnam aufflogen“ von Julia Kastein entdeckt – Beweis, daß die Behauptung, die US-amerikanische Regierung würde uns belügen, eben nicht ins Reich der Konspiration gehört.

Zitat:

„Jahrelang hatte die US-Regierung die Bürger über den Verlauf, die Ziele und die Opfer des Vietnamkriegs belogen. Bis vor 50 Jahren die „Pentagon Papers“ erschienen – und Präsident Nixon zum Toben brachten.“–Julia Kastein

Penetrant

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Da ich meinen Adblocker für Google Chrome deinstalliert habe, weil er nicht funktioniert hat, bin ich bei der Bloggerei mit obiger Werbung konfrontiert worden, die ich absolut penetrant finde. Schon mehrfach ist es mir passiert, daß ich mir Dieter Bohlen mit seinem Kukident-Lächeln anschauen mußte. Ist das wirklich nötig? frage ich mich.

Wikipedia

Auf einen Artikel bei der „Zeit“ hin, in dem es um die Erfahrungen eines sogenannten Sichters bei der Wikipedia geht, habe ich der betreffenden Redaktion eine Email1 geschrieben:

„Guten Tag,

Sie schreiben in dem Artikel „Wie es wirklich ist … einen Wikipedia-Eintrag zu verteidigen“ meiner Ansicht nach viel zu positiv über Sichter. Meine Erfahrung ist, daß sich da anonyme Leute arrogant und selbstherrlich Artikel regelrecht „angeeignet“ haben und alles, was ihnen nicht in den Kram paßt, mit fadenscheinigen Begründungen (wenn überhaupt) wieder löschen. Deshalb mag ich die Wikipedia nicht besonders und verlinke auch nicht mehr zu Wikipedia-Einträgen.

mfg,

C. Cyrny“

Ich meine, es kann ja sein, daß das nicht generell gilt, aber so sind jedenfalls meine Erfahrungen. Summa summarum sind kontroverse Artikel zu einem bestimmten Thema bei der Wikipedia nicht gut aufgehoben. Ich habe die Arroganz dieser Leute, die sich hinter ihrer scheinbaren Anonymität verstecken, schon mehr als einmal erfahren müssen – deshalb auch dieser Beitrag.

1 Wie ich das schon des Öfteren erfahren mußte, kam auf diese kritische Email keine Antwort.

Die Nazi-Connection

Im Zuge der Recherche zu meinem vorletzten Beitrag bin ich u. a. auf BMW-Gründer Günter Quandt und einen diesbezüglichen Artikel beim „Spiegel“ gestoßen. Titel: „BMW’s Quandt Family to Investigate Wealth Amassed in Third Reich“.

Zitat:

„Germany’s wealthy and reclusive Quandt family, a major BMW shareholder, has gone on the defensive. For decades the family repressed its Nazi past, but a new documentary film provides new photos of old revelations that have prompted the Quandts to confront their own history of using slave laborers in factories during World War II.“–Julia Bonstein, Dietmar Hawranek, Klaus Wiegrefe

Aus der im Artikel genannten AFA (Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft), die im Dritten Reich Zwangsarbeiter einsetzte, wurde übrigens die heutige VARTA. Nett, nicht? Übrigens: In der Geschichte der VARTA, so wie sie auf der VARTA-Website präsentiert wird, klafft zwischen 1904 und 1969 ein großes Loch:

Screenshot von der VARTA-Website. © Copyright 2021 by VARTA AG.

Weiterführende Links: Der Artikel „Günther Quandt war ein skrupelloser Unternehmer“ von Carsten Knop, erschienen auf der Website der „Frankfurter Allgemeinen“ sowie die Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“ auf YouTube.

Zitat aus letzterer:

„In der angrenzenden Batteriefabrik, die heute VARTA heißt, mußten KZ-Häftlinge U-Boot-Batterien fertigen. Fabrik und Konzentrationslager bildeten eine kostengünstige und effiziente Produktionseinheit in direkter Kooperation mit der SS“.–Eric Friedler, Barbara Siebert

Email an den Bundespräsidenten

„Guten Tag Herr Steinmeier,

in Ihrer Weihnachtsansprache vom 25.12.2019 sagten Sie tatsächlich folgenden Satz: „Bürger erster oder zweiter Klasse gibt es nicht.“ Wollen Sie damit sagen, daß ein Hartz-IV-Empfänger einerseits und die Klattens und Quandts und Albrechts andererseits auf derselben Stufe stehen? Ich meine, das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Ich habe 18 Jahre vom Sozialhilfesatz gelebt und weiß, wovon ich spreche und wie man da vom Sozialamt teilweise behandelt wird. So etwas klammern Politiker gern aus und reden im selben Atemzug von „Politikverdrossenheit“.

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny“

Keine Antwort. Statt dessen „schöner Schein“.

Georg von Holtzbrinck

In der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, gehören zur Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe u. a. Verlage wie S. Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur und der Argon Verlag. Nun habe ich über die Wikipedia den sehr aufschlußreichen Artikel „Georg von Holtzbrinck – Nutznießer der Nazis“ entdeckt, der die Anfänge dieser Verlagsgruppe im Dritten Reich beleuchtet.

Zitat:

„War Georg von Holtzbrinck ein Nazi, der eine gewichtige Rolle spielte für Hitlers Propagandaminister Goebbels? Bis heute beginnt die offizielle Unternehmensgeschichte erst 1948. Der Journalist Thomas Garke-Rothbart forschte seit 1997 und legt jetzt mit dem Buch „…für unseren Bereich lebensnotwendig…“ neue Erkenntnisse vor.“–Cicero Online