Die Post

Im neuen Jahr wird das Porto wieder mal teurer. Standardbriefe kosten nun € 0,85 statt bisher € 0,80. Anscheinend sollen wir die Boni der Vorstandsmitglieder finanzieren. Post-Chef Frank Appel bekam anno 2020 ein Jahresgehalt von € 10.020.000,-. Weshalb spart die Post nicht da? Kritisches am Rande: Die Briefmarkenautomaten der Post geben nicht mal Bargeld heraus. Das Wechselgeld kommt in Form von Briefmarken. Warum ändern sie das nicht mal? Was soll ich mit Briefmarken zu € 0,10 oder € 0,05? Und: Die Mitarbeiter am Schalter könnten auch freundlicher sein.

Wer entscheidet?

Ich finde es interessant, zu beobachten, wie konstant die Politik gegenüber den Armen bei wechselnden Regierungskonstellationen ist, so daß ich mich wirklich frage, wer hier im Endeffekt eigentlich entscheidet, aber die politischen Akteure lassen sich ja nicht in die Karten schauen.

Existenzminimum

Maria Loheide von der „Diakonie Deutschland“ schreibt:

„Die Regelsätze werden willkürlich und unsachgemäß berechnet und decken bei weitem nicht das soziokulturelle Existenzminimum.“–Maria Loheide

Willkürlich und unsachgemäß. Am augenfälligsten wird das bei den € 1,61 pro Monat für Bildung. Allein hier kann man sehen, wie menschenverachtend dieses ganze System denkt.

Kritisches

Auf einer Seite der „Tagesschau“ habe ich gerade ein Statement von Sarah-Lee Heinrich von der Grünen Jugend entdeckt:

„So forderte Heinrich etwa eine echte Abkehr von Hartz IV. „Dass der Regelsatz nicht steigt, obwohl er deutlich unter dem Existenzminimum liegt, ist fatal.““–Tagesschau

Das geht mit meiner Ansicht über das neue „Bürgergeld“ konform, das Hartz IV nicht wirklich hinter sich läßt. Und dem Argument, der Regelsatz müsse so niedrig sein, damit der Abstand zum Niedriglohnsektor gewahrt bleibt, entgegne ich: Dann muß man eben den Mindestlohn entsprechend erhöhen, sagen wir auf € 15,- pro Stunde. Ja, da höre ich schon den Aufschrei von SPD und FDP. Man muß es doch aber nicht komplizierter machen, als es ist. Ich möchte von der Ampel jedenfalls nichts mehr von „sozial“ hören.

Schlaflos in Ludwigsburg (50)

Der 50. Beitrag mit dieser Überschrift. Nach meinem letzten Beitrag habe ich festgestellt, daß ich praktisch jedes Vertrauen in unsere Politiker verloren habe. Was jetzt nur noch hilft, ist Druck von unten, z. B. von Fridays for Future o. ä.

Olaf Scholz wirbt auf seiner Website mit

“ Wir ebnen den Weg für neue berufliche Ziele: mit der Garantie auf einen Ausbildungsplatz und der Möglichkeit, in der Mitte des Berufslebens noch einmal einen ganz neuen Beruf zu erlernen.“

Was passiert aber, wenn ich als freier Autor etwas dazuverdienen möchte? Das Sozialamt zieht mir 80% meine Einkünfte ab. Dagegen dürfen die Politiker, die die gesetzlichen Grundlagen dafür (SGB XII) geschaffen haben, trotz staatlicher Bezüge (Diäten) hemmungslos dazuverdienen1. Das geht im Einzelfall schon mal in die Millionen. Ich halte das für eine Schweinerei, will ich doch, wie das SGB XII es fordert, unabhängig von der Hilfe werden, aber das Sozialamt unterstützt mich da leider gar nicht. Das ist bundesdeutsche Realität anno 2021.

1 Man sollte ja meinen, daß die Bundestagsabgeordneten angesichts der Aufgaben, die vor uns stehen (Umwelt, Digitalisierung usw.), all‘ ihre Kraft für ihr Mandat brauchen, aber offenbar ist dem nicht so.