Wo ist der Winter?

Die letzte weiße Weihnacht, an die ich mich erinnern kann, war 2010, als es an Heiligabend so richtig geschneit hat – so stark, daß am 1. Weihnachtsfeiertag, als ich zu meiner Schwester gefahren bin, die ganze am Zugfenster vorbeiziehende Landschaft wie unter einer weißen Decke lag. Mittlerweile haben wir hier in Ludwigsburg überhaupt keinen richtigen Winter mehr. Wenn es doch mal schneit, was sehr selten vorkommt, bleibt der Schnee im Höchstfall ein bis zwei Tage liegen und taut dann wieder ab. So sind auch hier – wir haben heute am Heiligabend +8° Celsius – die Folgen der globalen Erwärmung schon zu spüren.

Ein paar Gedanken zu Spitzenpolitikern im Allgemeinen

Warum, so frage ich mich, besitzen Spitzenpolitiker so wenig Empathie gerade für die sozial Schwachen? Leben sie in Sphären, in denen sie vor dieser Problematik weitgehend abgeschirmt werden? Es kommt mir so vor, als hätten sie eine dicke Watteschicht um sich herum, die alle sozialen Unstimmigkeiten soft abfedert. Nur so kann ich mir auch den Satz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklären, in Deutschland gäbe es keine Bürger erster und zweiter Klasse, was ja eine gravierende Verkennung der bundesdeutschen Gegebenheiten ist.

Hartz IV und das Bürgergeld

Gestern erschien beim „Merkur“ ein Artikel, der das neue Bürgergeld zum Thema hat. Vom Ton her mäßig kritisch, werden zwar kritische Stimmen zitiert, Autor Patrick Freiwah bleibt aber sachlich. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Lohnabstandsgebot, aber ich meine, warum ist es denn so schwierig, hier in Deutschland Arbeit ordentlich zu bezahlen? Die Lösung kann dann doch nicht die sein, ALGII-Empfänger unter das Existenzminimum zu drücken, sondern man muß dann in Gottesnamen einfach den Mindestlohn dementsprechend erhöhen, und sage mir bloß, dazu sei kein Geld da. Für millionenschwere Managergehälter sind die Mittel doch auch da.

Schlaflos in Ludwigsburg (54)

Habe mir „Colombiana“ (2011) inzwischen ganz angeschaut und kann diesen Thriller wirklich nur empfehlen. Dann mache ich mir Gedanken zum Thema „Copyright und gesellschaftliche Kritik“, wobei ich mich u. a. an John Heartfield orientiere.

Muß – es ist mittlerweile 02:59 Uhr – an Charlie Parker und die Biografie „Bird Lives!“ (ein Auszug) von Ross Russell denken. Imho war Charlie Parker eine der kreativen Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts.

Muß ebenfalls an Neil Lees Blog „Beatnik Pad“ denken, das es leider nur noch im Internet Archive gibt und das irgendwie ein Vorbild für .:: artificial ::. ist.

Olaf Scholz

Auf der Website von Olaf Scholz ist wiederholt von „Respekt“ die Rede, etwa

„MACHEN WIR UNSER LAND GEMEINSAM NOCH BESSER! MIT RESPEKT UND MIT STARKEM ZUSAMMENHALT.“

Da frage ich mich aber, wie man die Leute nur so verarschen kann, ist, um nur ein Beispiel zu nennen, das Bürgergeld doch im Prinzip immer noch Hartz IV mit ein bischen Kosmetik. Sprüche wie der obige sind eben das Werk von irgendwelchen PR-Fritzen – das war’s aber auch schon.

Ich mußte der Versuchung widerstehen, hier eine aussagekräftige Fotomontage zu posten, aber die Inhalte der Website von Olaf Scholz sind ja copyright-geschützt. Oder ist das – ganz in der Tradition von John Heartfield – doch ok? Fragt sich, was schwerer wiegt: das Copyright oder der Hinweis auf gesellschaftliche Mißstände?

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Der Scholzomat“.

Schlaflos in Ludwigsburg (53)

Bin gerade – es ist 01:31 Uhr – aufgewacht. Habe seit zwei Tagen starke Rückenschmerzen, so daß gestern abend der Notarzt kommen mußte, der mir eine Spritze gegeben hat. War über eine Viertelstunde in der Warteschleife, bevor ich einen Arzt am Telefon hatte. Na ja, die Schmerzen sind zwar nicht weg, dafür kann ich aber wenigstens wieder aufstehen. Werde heute nachmittag – es ist ja Heiligabend – mit meiner Nachbarin einen Kaffee trinken und ihr ihre Geschenke geben.