Kathryn Isabelle Lawrence: „AI & Art“

Auf der Suche nach einem coolen Open-Souce-Projekt, das noch Grafiker sucht, bin ich auf den interessanten Vortrag „AI & Art“ von Kathryn Isabelle Lawrence gestoßen, den ich hier mal empfehlen möchte. „AI“ (oder deutsch „KI“)1 ist ja anscheinend schwer im Kommen, und ich vermute, wenn man „KI“ im Bereich Computergrafik einsetzt, werden wir aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Nicht lustig finde ich es jedoch, wenn da beispielsweise die – nicht mehr copyright-geschützte – „Sternennacht“ von van Gogh verhunzt2 wird. Sorry, aber das muß wirklich nicht sein. 🙁 Da zeigt sich m. E. auch, wie absolut schizophren der derzeitige Copyright-Begriff ist. Mit aktueller Kunst dürfte man/frau das nicht machen, da gäbe es einen Aufstand.

1 AI = Artificial Intelligence; KI = Künstliche Intelligenz

2 Seht dazu auch hier.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Gedanken zum Tag“.

Emil Nolde: „Tropensonne“ (1914)

Tropensonne (1914)
Emil Nolde: „Tropensonne“, 1914 Öl auf Leinwand 71 x 104,5 cm (Wvz. Urban 586). Mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde.

Dieses ausdrucksstarke Bildnis Noldes von 1914 ist mein Lieblings-Nolde. Gerade seine Portraits sind dagegen ob ihrer Naivität leider nicht ganz mein Fall. Aufschlußreich die Rolle Noldes im Nationalsozialismus, zu der ich auf der Website der Stiftung Seebüll einen längeren Text gefunden habe, der Mißverständnisse aufklärt und neue Forschungsergebnisse präsentiert. Ich erinnere mich, wie ich – das war vor zig Jahren – mal Noldes interessante Autobiografie gelesen habe, die ich mir in der Stuttgarter Stadtbücherei ausgeliehen hatte. In Erinnerung blieb mir u. a. sein etwas eigenwilliges Deutsch. Zu Anfang seiner Karriere hatte er erste Erfolge mit selbstgemalten Postkarten. Habe seinen Werdegang jedoch nicht weiterverfolgt, werde das aber vielleicht noch nachholen.

„Tropensonne“ entstand anläßlich einer Südseereise Noldes anno 1913 bis 1914. Nolde schreibt dazu:

„Ich arbeitete jeweils nur für kurze Zeit, es war allzu warm. Und dabei entstanden doch nach und nach eine Reihe Bilder. Teils waren es landschaftliche, teils Figurenbilder. Sie wurden nicht gleichmäßig gut, wie könnte das sein, aber manche waren uns eine besondere Freude, als ich sie, diese Zeit beschließend, an den Wänden meines Raumes zu einer kleinen „Südseeausstellung“ angeheftet hatte: „Tropensonne“, „Palmen am Meer“, „Stiller Südseeabend“, „Südseekrieger“, „Junge braune Mutter“, „Frauen im Ufersand hockend“, das waren einige der Bezeichnungen, das Inhaltliche, soweit es mit diesen Worten gesagt werden kann, angebend.“–Emil Node, in: Christoph Otterbeck: „Europa verlassen: Künstlerreisen am Beginn des 20. Jahrhunderts“. Köln 2007, S. 228