Schlaflos in Ludwigsburg (54)

Habe mir „Colombiana“ (2011) inzwischen ganz angeschaut und kann diesen Thriller wirklich nur empfehlen. Dann mache ich mir Gedanken zum Thema „Copyright und gesellschaftliche Kritik“, wobei ich mich u. a. an John Heartfield orientiere.

Muß – es ist mittlerweile 02:59 Uhr – an Charlie Parker und die Biografie „Bird Lives!“ (ein Auszug) von Ross Russell denken. Imho war Charlie Parker eine der kreativen Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts.

Muß ebenfalls an Neil Lees Blog „Beatnik Pad“ denken, das es leider nur noch im Internet Archive gibt und das irgendwie ein Vorbild für .:: artificial ::. ist.

Auf Netflix: „Colombiana“ (2011)

Zoe Saldana als Cataleya. Still © Copyright 2011 by Gaumont. Mit freundlicher Genehmigung.

Nach einer Pause wieder auf Netflix: „Colombiana“ (2011) von Regisseur Olivier Megaton. Das spannende Drehbuch ist u. a. von Luc Besson. Zur Handlung: Nachdem ihre Eltern von einem Drogenboss umgebracht wurden, läßt sich die neunjährige Cataleya von ihrem Onkel zur Killerin (Zoe Saldana) ausbilden, die auf Rache sinnt.

„Sissi“ (1955)

[Foto]

Natürlich, der Anfang von „Sissi“ (1955) mit Romy Schneider in der Titelrolle sowie Karlheinz Böhm als Kaiser Franz Joseph ist absoluter Edelkitsch, als jodelnde Flößer an Gustav Knut vorbeifahren, aber man täusche sich nicht: die Schauspieler sind allesamt erstklassig. Ich wage sogar zu behaupten, daß es so gute Schauspieler – zumal aus Deutschland – heutzutage nicht mehr gibt. Die Farbe ist großartig und mir scheint, als ob der Film nachsynchonisiert wurde. Summa summarum halte ich die drei „Sissi“-Filme von Ernst Marischka, die jetzt auf Netflix zu sehen sind, für ausnehmend gut gemachte Unterhaltung.

Projekt „Desmond Blue“ (13)

Projekt „Desmond Blue“ (Frame). © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Als ich gestern abend mit der S-Bahn von Stuttgart zurück nach Ludwigsburg gefahren bin, habe ich die Möglichkeit ausgetestet, aus dem Fenster – draußen war es schon dunkel – zu filmen. Das Problem dabei sind die starken Reflexionen auf der Fensterscheibe, und wie ich das lösen soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht genau. Mir schwebt dabei einen Pappe oder so vor, die ich auf die Gegenlichtblende kleben könnte und die das Licht in der S-Bahn abschirmt.

Gedanken zum Tag

Da ich ja immer nachfrage, bevor ich fremde Bilder poste und ich ein Still aus „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) posten wollte, habe ich mich an die Everett Collection gewandt bzw. wollte mich dort registrieren. Auf eine Nachfrage hin mußte ich aber gestehen, daß ich mir Beträge von hunderten von Dollars für ein einziges Bild nicht leisten kann.

Ok, was lernen wir daraus? Es wird Bloggern so eben extrem schwer gemacht, copyright-geschütztes Material zu posten. Ich persönlich stelle nach meinen diesbezüglichen Erfahrungen der letzten Jahre auch den momentan vorherrschenden Copyright-Begriff massiv infrage, der zeitgenössische Kunst schützt, während andererseits – um nur ein Beispiel zu nennen – die „Sternennacht“ von van Gogh per KI ungestraft verhunzt werden darf. Ich nenne so etwas Doppelmoral, und meiner Ansicht nach ist gerade in Anbetracht der Möglichkeiten des Internets eine Neufassung des Copyright-Begriffs überfällig.

Tom DiCillo: „When You’re Strange“ (2009)

Jim Morrison. Still aus „When You’re Strange“ © Copyright 2009 by STUDIOCANAL. Mit freundlicher Genehmigung.

Die Doors-Dokumentation „When You’re Strange“ (2009) von Tom DiCillo geht anders als „Feast of Friends“ (1969), das eher eine von den Doors selbst produzierte Momentaufnahme ist, auf die Entstehungsgeschichte der Doors ein: wie sich Ray Manzarek und Jim Morrison am Strand treffen und wie Morrison Manzarek schließlich „Moonlight Drive“ vorsingt („Let’s swim to the moon …“). Viele Ausschnitte aus Konzerten, die meist Jim Morrison zeigen: wie er sich auf der Bühne wälzt, wie er (betrunken?) herumtorkelt, scheinbar unkontrolliert.

Die Doors werden immer bekannter, ihre Single „Light My Fire“, eine Auskopplung aus ihrem ersten, 1967 veröffentlichten Album „The Doors“, ein Nummer-1⁻Hit. Konzerte, eine Europa-Tournee, schließlich eine Tournee durch die USA. Das Ganze geht bis zu jenem unrühmlichen Konzert am 1. März 1969 nahe Miami, wo sich ein betrunkener Jim Morrison nach Aussagen der Polizei entblößt haben soll. Schlagzeuger John Densmore verneint dies jedoch. Morrison wird angeklagt und verurteilt, bleibt jedoch auf freiem Fuß und stirbt schließlich am 3. Juli 1971 in Paris, bevor das Urteil rechtskräftig wird.

Was bleibt, sind sechs Studioalben und das Live-Doppelalbum „Absolutely Live“, das der Band imho jedoch nicht wirklich gerecht wird. Acht aufeinanderfolgende goldene Schallplatten, 33 Millionen allein in den USA verkaufte Schallplatten, 100 Millionen weltweit.

Französisches Kino

Filmplakat für „Leon“ © Copyright 1994 by Gaumont. Mit freundlicher Genehmigung.

In der Internet Movie Database habe ich eine gute Übersicht über die besten französischen Filme entdeckt, die ich euch nicht vorenthalten will. Ein Film, der fehlt, ist „Le mouton enragé“ (1974; dt.: „Das wilde Schaf“) mit Jean-Louis Trintignant, Jean-Pierre Cassell, Romy Schneider und Jane Birkin.

Louis Malle: „Ascenseur pour l’echafaud“ (1958)

An dieser Stelle ein Link zu einem Video mit Filmausschnitten von Louis Malles Thriller „Ascenseur pour l’echafaud“ (1958; dt.: „Fahrstuhl zum Schafott“) sowie vier Stills aus diesem Film (wunderbar: Jeanne Moreau, wie sie zur hypnotischen Musik von Miles Davis nachts allein auf dem Champs-Elysées umherläuft).

Jeanne Moreau (Florence) nachts auf dem Champs-Elysées.
Maurice Ronet (Julien) im Fahrstuhl.
Lino Ventura als Kommissar.
Stills © Copyright 1958 by Gaumont. Mit freundlicher Genehmigung.