Substanzverlust

Auch 12 Jahre nach meinem beim „American Chronicle“ veröffentlichten Beitrag „On Substance“ gilt das, was ich damals konstatiert habe, leider immer noch. Die Rede ist vom für mich ganz offensichtlichen kulturellen bzw. kreativen Substanzverlust. Die Frage ist nun, wie wir diese kreative Talsohle überwinden können. Der erste Schritt dazu wäre m. E., daß die Tatsache zunächst einmal ins allgemeine Bewußtsein eingeht. Gegen ein Problem, das man/frau noch nicht einmal als solches erkannt hat, läßt sich eben wenig machen. Der zweite, darauf folgende Schritt wäre der, aus den eingefahrenen Gleisen auzubrechen und Neues zu wagen, zu experimentieren.

Wie kommt das aber nun, so könnte man fragen, daß dieser Verlust an kreativer (man/frau könnte auch sagen: spiritueller) Substanz nicht im Bewußtsein der Allgemeinheit ist? Eine mögliche Antwort wäre: Weil diese Allgemeinheit viel zu sehr im „Hier und Jetzt“ lebt, statt die Dinge in einem größeren (auch: historisch größeren) Zusammenhang zu betrachten.

Am augenfälligsten ist diese Stagnation in der Pop-Musik, und ich meine, es kann mir doch niemand erzählen, daß die Pop-Künstler, die aktuell so erfolgreich sind, nicht wissen, wie sehr sie teilweise ihr Publikum verdummen, frei nach dem Motto: „Es merkt doch eh‘ niemand.“

Das bringt uns zum Begriff der Qualität. Was für eine Ursache diese Entwicklung hat, kann ich leider nicht sagen, aber es läßt sich bei näherer Betrachtung der Geschichte der Pop-Musik nicht leugnen, daß deren Qualität dramatisch (!) abgenommen hat. Man schaue sich nur einmal an, was in den so fruchtbaren Sechzigerjahren alles geschaffen wurde. Das zu leugnen führt dann zu der Entwicklung, die wir gerade erleben.

P. S.: Als ergänzende Lektüre möchte ich das Buch „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“ von Robert M. Pirsig empfehlen, das sich eingehend mit dem Begriff „Qualität“ beschäftigt.

Ein neues Relief (2)

Bei der Arbeit an meinem neuen Relief habe ich, nachdem ich eine bemalte MDF-Platte mit Gesso neu grundiert habe, angefangen, eine erste Schicht einer Spachtelmasse auf Gipsbasis aufzutragen.

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Im nächsten Schritt werde ich eine etwas dickere zweite Schicht der Spachtelmasse auftragen und diese dann modellieren. Dann wird das Ganze mit Acrylfarbe übermalt.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Relief“. So ungefähr wird dieses neue Relief dann aussehen.

Ein neues Relief

Grundierte MDF-Platte auf meiner Staffelei

Inspiriert von dem Relief – dem einzigen bisher – das ich 1996 gemacht habe und das jetzt mein einer Neffe bekommt, habe ich mir Spachtelmasse und einen Spachtel gekauft und einfach ein altes Gemälde, das nicht so toll ist, mit Grundierung übermalt (s. o.). Als nächsten Schritt werde ich die Spachtelmasse auftragen und ausmodellieren, und am Schluß wird das Ganze mit Acrylfarbe übermalt.

Relief

Relief mit Rahmen © Copyright 1996 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Dieses schöne Relief habe ich 1996 gemacht. Im Prinzip ist das eine MDF-Platte 30 x 40 cm, auf die ich Molto Fill aufgespachtelt und dann ausmodelliert habe. Anschließend habe ich das Ganze mit schwarzer Acrylfarbe mit etwas Dioxazinpurpur übermalt. Nachdem dieses Relief bisher bei mir rumgestanden ist, habe ich es jetzt rahmen lassen und gebe es meinem Neffen, der in München wohnt und für eine Schweizer Versicherung arbeitet. Heute vormittag habe ich das fertig gerahmte Relief beim Leisten-Heckmann in Stuttgart abgeholt, der mir sehr sympathisch ist, habe ich dort doch schon Mitte der Neunzigerjahre ein paar Rahmen bestellt, die ich damals aber noch selber montiert habe. Was mir am Leisten-Heckmann so sympathisch ist, ist die Tatsache, daß das ein traditioneller Handwerkerbetrieb ist, wie man ihn nicht mehr so oft findet. Herr Heckmann ist auch nach 25 Jahren noch selbst der Inhaber.