Dudel-Pop

Wenn meine Nachbarin und ich samstags kochen, läuft im Hintergrund immer der Stuttgarter Sender 107.7. Was abgesehen von dem absolut substanzlosen Gedudel (Motto: “bester Rock und Pop”) nervt, ist der sender-eigene Werbeslogan “Die neue Hundertsieben-sieben”, der wirklich nach jedem Stück abgespielt wird. Nicht viel anders ist es bei SWR3. Auch hier ein Strom aus Gedudel ohne Höhen und Tiefen. Keine Soli, keine Instrumentalstücke, keine Stücke mit Überlänge, keine Experimente.

Anfang der Siebzigerjahre, als ich noch in die Schule gegangen bin, habe ich nachmittags immer den Pop Shop auf SWF3 gehört. Die Moderatoren, darunter Chefsprecher Frank Laufenberg sowie Günter Verdin und Peter Kreglinger, haben manchmal die damaligen Pop-Songs durch den Kakao gezogen, z. B. Songs von Sweet oder Middle of the Road. Das, was heutzutage läuft, hätten sie gnadenlos in der Luft zerrissen. Wie das gekommen ist, daß Leute wie Ed Sheeran (ganz schlimm: mit Justin Bieber) oder Katie Perry Millionen verdienen, ist mir ein Rätsel. Wenn ich z. B. im Rewe bin, muß ich mir die Musik, die aktuell in den Hitparaden ist, ja notgedrungen anhören: am Fließband gefertigter Pop ohne jede Originalität.

Einen Teil der Schuld dieser unseligen Entwicklung trifft jedenfalls die Radiostationen, die diese Art von Musik unkommentiert über den Äther schicken. Und: Die Zuhörer nehmen das ganz offenbar kritiklos hin. Meine Vermutung ist, daß sie es ganz einfach nicht mehr anders kennen, was ja traurig genug ist. Wie das wieder anders werden kann, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

08:19 Uhr

War heute morgen schon beim Trölsch und einkaufen. Im Rewe Idioten-Pop („a-ha-ha-ha-ha“). Ich frage mich, ob die Leute, die das unters Volk bringen, denn überhaupt kein Gewissen haben. Bettler waren heute morgen keine da, wohl, weil es zu kalt ist.

Vermischtes

So, wie es jetzt aussieht, wird Joe Biden neuer US-Präsident. Er hat 264 Stimmen (erforderlich sind 270), wogegen Donald Trump lediglich auf 213 Stimmen kommt. Ich bin wirklich froh, wenn Trump wieder weg ist.

Zur Ludwigsburger Buslinie 413: Diese Linie fährt immer noch nur bis ZOB, obwohl die Baustelle auf der Keplerbrücke längst weg ist. Ich verstehe das nicht. Ich habe bisher auch der Versuchung widerstanden, das zuständige Busunternehmen LVL Jäger anzurufen, weil ich nur eine dumme Antwort befürchte. Mißstände im Kleinen.

Von meiner neuen E-Gitarre Marke „Harley Benton“ bin ich restlos begeistert. Ich habe sogar den „woman tone“ von Eric Clapton hinbekommen.

Zu Corona: Angesichts des „lockdown light“ begreife ich es absolut nicht, wenn die Schüler, die allmorgendlich zum Ludwigsburger Berufsschulzentrum „Römerhügelweg“ fahren, im Bus wie die Sardinen eingequetscht sind.

Ich möchte euch ermutigen, ebenfalls für die Nepalesin Tamang Mukta Susma zu spenden, über die ich in meinem letzen Beitrag berichtet habe.

Oben bleiben

An dieser Stelle ein Hinweis auf den Widerstand gegen das Großprojekt „Stuttgart 21“, das mittlerweile doppelt so teuer wie ursprünglich veranschlagt ist. Mir persönlich reichen eigentlich schon die 6 Meter Steigung des neuen Bahnhofs und die Reduzierung von 16 Gleisen des jetzigen Kopfbahnhofs auf 8 Gleise. Mein Eindruck: Da wird gegen alle Widerstände von ganz oben etwas durchgedrückt, was bei näherer Betrachtung kompletter Wahnsinn ist, nach dem Motto „Augen zu und durch“. Dier Verantwortlichen können nur beten, daß da nicht mal etwa ein Brand ausbricht. Ich unterstütze die Forderung, das Projekt „Stuttgart 21“ zu stoppen und statt dessen einen modernisierten Kopfbahnhof zu gestalten.

Jean Ziegler: „Was ist so schlimm am Kapitalismus?“

Auf dem Foto: Jean Ziegler. Mit freundlicher Genehmigung.

Während der vergangenen Tage habe ich mir das kritische Buch „Was ist so schlimm am Kapitalismus?“ von Jean Ziegler durchgelesen. In Dialogform geschrieben, antwortet der Autor auf Fragen seiner Enkelin Zohra zum Themenkomplex „Kapitalismus“. Auf einiges gefaßt, mußte ich nach der Lektüre erkennen, daß die Situation, wenn man Jean Ziegler glauben will, noch schlimmer ist als erwartet, ob es um Kinder in Guatemala oder Coltan-Minen im Kongo geht. Der Autor gibt denn auch die Einschätzung ab, daß der Kapitalismus nicht reformierbar ist, sondern abgeschafft werden muß. Nur wie das gehen soll, darüber ist sich auch Jean Ziegler unschlüssig. Das ist denn auch mein Eindruck: Es mangelt uns (noch?) an gangbaren Gegenentwürfen zum allgegenwärtigen Kapitalismus-Modell. Eines ist aber klar: So kann und darf es nicht weitergehen.

Weiterführende Links: Mein Beitrag „Jean Ziegler“ sowie Jean Ziegler bei Markus Lanz (YouTube-Video).

Relativiert

Habe mir gerade in der heutigen „Tagesschau“ von 17:00 Uhr einen Bericht über Klimakatastrophen angeschaut. Schuld daran sei, so Sprecher Claus-Erich Boetzkes, der Klimawandel. „Sei“, wie gesagt, nicht „ist“. So kann man/frau es natürlich auch machen. Vielleicht müssen wir ja am Ende immer noch darüber diskutieren, ob es den Klimawandel überhaupt gibt.

16:02 Uhr

Habe mir gerade versuchsweise die RTL-Sendung „4 Räume, 1 Deal“ angeschaut, weil meine Nachbarin das immer guckt. Mein Urteil: Eine einzige Volksverblödung.

War vorhin spazieren, um mal vom PC wegzukommen. Davor habe ich mir einen Ausschnitt von „Maischberger: Die Woche“ angeschaut. Frau Maischberger kommt zwar sehr sympathisch rüber, aber ansonsten ist das – meine Meinung, wie gesagt – eine nette Angelegenheit, die die Zuschauer unterhält, aber keinem weh tut.

Von meiner neuen E-Gitarre bin ich absolut begeistert. Einziges Manko: Ich kann sie wegen meinen Nachbarn nicht so laut spielen, wie ich es gerne möchte. Ich übe gerade Sachen von den alten Fleetwood Mac mit Peter Green („Underway“, das nicht allzu schwer zu spielen ist, den Anfang sowie das Blues-Gitarren-Solo von „Dragonfly“ von Danny Kirwan usw.).

Bin nach wie vor der Meinung, dass angesichts der derzeitigen globalen Situation sich Nachrichtensendungen wie die „Tagesschau“ ihre angebliche „Neutralität“ nicht mehr leisten können. Vielmehr gilt es, klar Stellung zu beziehen.