Deutscher Museumbund

Das Kunstmuseum Stuttgart. Foto von mir.

Gerade entdeckt: der Deutsche Museumsbund. Für vergleichsweise günstige € 65,- bzw. ermäßigte € 40,- Jahresbeitrag bekommt man in an die 1000 Museen in Deutschland freien Eintritt. Für Kunstinteressierte wie mich lohnt sich eine Mitgliedschaft auf jeden Fall. Sowohl das Kunstmuseum Stuttgart als auch die Stuttgarter Staatsgalerie können bei einer Mitgliedschaft kostenlos besucht werden.

Spritualität in der Kunst

Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“ 1914/15. Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Stuttgart.

Als ich voriges Wochenende in der neuen Ausstellung („Jetzt oder nie“) des Kunstmuseum Stuttgart war, ist mir u. a eine bestimmte Installation1 aufgefallen. Sind wir so weit gekommen? habe ich mich gefragt. Muß man heutzutage nichts mehr können außer „clever“ zu sein? Hinzu kommt noch, daß besagte Installation denkbar unspirituell (um nicht zu sagen: trostlos) ist. Die Aufsicht konnte (wollte?) mir auch gar nichts dazu sagen („Dazu habe ich keine Meinung“.). Für mich ist das denn auch ein absoluter Tiefpunkt in unserer aktuellen, meine Ansicht nach absolut richtungslosen Kunst, auch wenn andere Leute das vielleicht toll finden werden. Warum? – so frage ich mich – richtet das Kunstmuseum nicht einen Adolf-Hölzel-Raum2 ein, sind solche Gemälde wie das obige zur Legende der heiligen Ursula oder auch bestimmte Pastelle doch von einer tiefen Spiritualität3 geprägt, wie man/frau sie heutzutage leider vergeblich sucht.

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

2 Gibt es anscheinend schon.

3 Zur Definition von Spiritualität habe ich bei GEO eine gute Definition gefunden:

„Spiritualität hat mit Religion gemeinsam, dass beide sich auf eine transzendente Ebene beziehen. Das bedeutet, dass beide davon ausgehen, dass unsere sinnlich erfahrbare, sichtbare Welt nicht alles ist, was es gibt – sondern dass jenseits davon eine darüber hinausgehende Dimension existiert.“–Sebastian Murken

In Stuttgart (15)

Da ich gestern nach dem Besuch des Kunstmuseums Stuttgart total vergessen hatte, meinen Rucksack aus dem Schließfach zu nehmen, bin ich heute nochmal hingegangen – auch, um mir den Titel dieser komischen Installation1 aufzuschreiben.

Danach war ich noch im „Hüftengold“ am Olgaeck, einen Schümli trinken und ein Bircher Müsli (empfehlenswert!) essen. War ganz überrascht von der guten, entspannten Atmosphäre, ungeachtet der Tatsache, daß sich am Nebentisch drei Frauen laut unterhalten haben. Auch die Bedienungen waren ausnehmend nett, so daß ich beim Zahlen gerne ein Trinkgeld gegeben habe. Dann wieder zurück nach Ludwigsburg.

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984). Ich sehe schon, ich muß das mal fotografieren, denn a) gibt es im Internet kein ordentliches Foto und b) habe ich nicht die Rechte daran.

Kunstmuseum Stuttgart: „Jetzt oder nie“ (2)

Plakat zur Ausstellung „Jetzt oder nie“. Foto von mir.

War heute mit meiner Kamera in der heute und morgen kostenlosen Ausstellung „Jetzt oder nie“ im Stuttgarter Kunstmuseum. Im ersten Stock fand ich ein paar interessante Sachen wie etwa eine schönen Landschaft aus dem frühen 20. Jahrhundert oder zwei Pastellen von Adolf Hölzel („Anbetung“).

Otto Reininger:“Elbe“ (1906). Foto von mir.

Im zweiten Stock Fotografien und eine Installation, die lediglich aus übereinandergestapelten Stühlen und ein paar Leuchten bestand1. Die Aufsicht, die ich gefragt habe, konnte mir dazu nichts sagen („Ich habe dazu keine Meinung.“). Für mich ist so etwas Ausdruck der spirituellen Verarmung in der heutigen Kunst. Im dritten Stock schließlich auch nichts Besonderes (fand ich zumindest).

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

Kunstmuseum Stuttgart: „Jetzt oder nie“

Vom 13.11.2021 bis 20.02.2022 wird im Kunstmuseum Stuttgart die Ausstellung „Jetzt oder nie“ zu sehen sein.

Zitat:

„Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Sammlung LBBW und der langjährigen Kooperation mit dem Kunstmuseum Stuttgart werden herausragende Werke aus der Sammlung LBBW in einer großen Sonderausstellung präsentiert. Erstmals wird dabei das gesamte Spektrum der Sammlung LBBW zu sehen sein, von der Kunst der Klassischen Moderne bis hin zu zeitgenössischen Positionen.“–Kunstmuseum Stuttgart

Auf meine Anfrage im Museum teilte mir ein freundlicher Herr mit, daß es – wie sonst üblich – anscheinend keine Vernissage geben würde. Dafür ist am ersten Wochenende der Eintritt frei.

Gedanken am Vormittag

Bin auf eine Anfrage wegen Bildnutzung hin an STUDIOCANAL weiterverwiesen worden, die ich auch gleich angemailt habe. Ich würde gerne ein Still aus der Doors-Dokumentation „When You’re Strange“ posten. Seit ich auf Arte „Die letzten Tage in Paris“ angeschaut habe, eine Dokumentation über Doors-Sänger Jim Morrison, interessiere ich mich wieder mehr für die Doors. In der Musiklandschaft von heute gibt es ja leider nichts Vergleichbares.

Dann war ich heute schon in der Ludwigsburger Myliusstraße einkaufen. An Bettlern war heute nur ein junger Mann da, der den Passanten fordernd einen Hut entgegengestreckt hat. Na ja, ich gehe da einfach vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Ich frage mich auch, ob sich das lohnt, da stundenlang so auf dem kalten Boden zu sitzen. Der Marktleiter im Rewe grüßt mich praktisch nie, obwohl ich dort jeden Tag einkaufe.

Jetzt müßte auch das Relief gerahmt sein, das ich vor etwa vier Wochen gemacht habe. Ich bin damit zum Leisten-Heckmann in Stuttgart gegangen, mit dem ich sehr zufrieden bin.

Piet Mondrian: „Komposition mit Farbflächen“ (1914)

Piet Mondrian: „Komposition mit Farbflächen“ (1914). © Staatsgalerie Stuttgart. Lizenz: CC0 1.0.

Mein Lieblings-Mondrian, ein frühes abstraktes Gemälde von 1914, noch vor dem „klassischen“ Mondrian, von dem auch zwei Beispiele in der Stuttgarter Staatsgalerie hängen. Ich finde dieses in seiner Farbgebung sehr dezent gehaltene Bild wunderbar ausbalanciert.

Gedanken zum Tag

Da ich ja immer nachfrage, bevor ich fremde Bilder poste und ich ein Still aus „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) posten wollte, habe ich mich an die Everett Collection gewandt bzw. wollte mich dort registrieren. Auf eine Nachfrage hin mußte ich aber gestehen, daß ich mir Beträge von hunderten von Dollars für ein einziges Bild nicht leisten kann.

Ok, was lernen wir daraus? Es wird Bloggern so eben extrem schwer gemacht, copyright-geschütztes Material zu posten. Ich persönlich stelle nach meinen diesbezüglichen Erfahrungen der letzten Jahre auch den momentan vorherrschenden Copyright-Begriff massiv infrage, der zeitgenössische Kunst schützt, während andererseits – um nur ein Beispiel zu nennen – die „Sternennacht“ von van Gogh per KI ungestraft verhunzt werden darf. Ich nenne so etwas Doppelmoral, und meiner Ansicht nach ist gerade in Anbetracht der Möglichkeiten des Internets eine Neufassung des Copyright-Begriffs überfällig.

In Stuttgart (8)

Während ich gestern abend in Stuttgart auf einer Vernissage war, habe ich erfreut bemerkt, daß man/frau endlich wieder draußen sitzen und was essen oder trinken kann. Der ganze Schloßplatz hat vor Leben regelrecht pulsiert, ob das die Terrasse von dem Kunstmuseum war oder der Starbucks nebenan. An der Calder-Plastik ein junger Mann (religiös???), der irgendwas laut rumgeschrieen hat. Das Kunstmuseum war um diese Zeit – kurz vor halb acht Uhr abends – ungeachtet der Vernissage überraschend schwach besucht. Vielleicht mache ich mal bei schönem Wetter am Samstagabend einen Abstecher nach Stuttgart.