05:42

Alber Elbaz. Foto © Copyright by Stéphane Gallois. Mit freundlicher Genehmigung.

Beim Durchlesen eines Artikels über den Designer Alber Elbaz, der in der amerikanischen „Vogue“ erschien und in dem auch ein paar Zeichnungen des Designers veröffentlich sind, mußte ich unwillkürlich an meine eigenen Portraits denken, die ich 2010 anläßlich eines Aktzeichnens gemacht habe. Mein Fazit: So schlecht komme ich dabei doch wirklich nicht weg, auch wenn zwei absolut blöde Affen auf Facebook sich über die erste Zeichnung lustig gemacht haben.

Leonardo da Vinci

Mein Lieblingswerk von Leonardo da Vinci ist nicht die Mona Lisa, sondern der Karton von der heiligen Anna selbdritt (s. u.). Neben dem wunderbaren Chiaroscuro besticht dieses Bild u. a. durch das – wenigstens teilweise – bewußt Unfertige, Skizzenhafte.

Leonardo da Vinci: „Karton von der heiligen Anna selbdritt“ (1499/1500). National Gallery, London. Copyright erloschen.

15:04 Uhr

„Sirènes“ © Copyright 1998 by Laurence Demaison. Mit freundlicher Genehmigung der Galerie Esther Woerdehoff, Paris.

Nachdem ich eine Email ins Englische übersetzt und abgeschickt habe, höre ich gerade „Nymphéas“ von Django Reinhardt aus dem Jahre 1942. Dann ist mir wieder die in Straßburg (?) lebende französische Fotografin Laurence Demaison eingefallen. Ich mag insbesondere ihre frühen Sachen wie „Sirènes“ von 1998. Ihre späteren Arbeiten empfinde ich – das ist wie gesagt meine persönliche Meinung – teilweise als zu destruktiv und zu krass.

Plagiat?

Bin gestern und heute gleich auf zwei Fälle gestoßen, wo ich mich frage, wer da von wem abgekupfert hat.

  1. Zwei nahezu identlische Cover-Versionen von John Barrys „You Only Live Twice“: Einmal von Björk und dann von der arabischstämmigen Sängerin Natacha Atlas.
  2. Zwei Versionen einer Bearbeitung eines Fotos von Lewis W. Hine – beide anscheinend von 2019: Einmal der Deutsche Dominique Grosse und dann die brasilianische Künstlerin Marina Amaral.

Oder – vielleicht ist es auch nur Zufall? Ich weiß es nicht.

Fotografin: Lilya Corneli

Vor Jahren entdeckt, dann wieder vergessen, jetzt mehr oder weniger durch Zufall wiedergefunden – die Rede ist von der in Hamburg lebenden armenischen Fotografin Lilya Corneli, die hier in Deutschland von der Galerie LUMAS vertreten wird. Insbesondere hat es mir ein Foto angetan, ein mittelalterlich wirkendes Selbstportrait, das die Fotografin mit kunstvoll drapiertem rotem Kopftuch zeigt. Vielleicht bekomme ich, wenn ich Glück habe, von LUMAS die Erlaubnis, dieses Foto hier zu posten. Im Internet Archive habe ich Reste von Lilya Cornelis alter Website entdeckt, auf der aber nicht viel zu sehen ist.

VG Bild-Kunst

Habe auf der Website der VG Bild-Kunst spaßeshalber sowohl nach Pablo Picasso (positiv) und dem Fotografen Jeanloup Sieff (negativ) gesucht. Mit Picasso kann ich – abgesehen von seinen teilweise wirklich schönen Artistenbildern aus der sog. rosa Periode – wenig bis gar nichts anfangen. Ich finde die meisten seiner Bilder irgendwie – wie soll ich sagen – unpersönlich und steril. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, daß Picasso zu den am meisten überschätzten Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört.

Von dem Fotografen Jeanloup Sieff dagegen kenne ich ein bestimmtes Foto, das ich liebend gerne posten würde. Es zeigt eine gewisse Denise Saurrault im Fond eines Wagens, wie sie andeutungsweise lächend aus dem Fenster blickt, und ich meine, das fragliche Foto wäre in den Fünfzigerjahren in Cannes aufgenommen worden. (Korrektur: Es wurde 1960 in Monte Carlo aufgenommen.) Ich erinnere mich dunkel, wie ich mal irgendwo per Email nachgefragt habe, damals aber – wie ja teilweise leider üblich – keine Antwort bekommen habe.

16:04 Uhr

Still Courtesy of Glassworks, London. Reprinted with permission.

Habe gerade „You Only Live Twice“ in der Version von Björk gehört. In diesem Zusammenhang habe ich mir nochmals meinen Beitrag zu ihrem Musikvideo „All Is Full Of Love“ durchgelesen. Die Stills bekam ich freundlicherweise von Glassworks, London.

Rechte an „Orange Prince“ (1984) von Andy Warhol

Da ich gerne ein Foto des Siebdrucks „Orange Prince“ (1984) von Andy Warhol posten möchte und VG Bild-Kunst nicht für Andy Warhol zuständig ist, habe ich mich an die Artists Rights Society in den USA gewandt

„Hello,

I am a blogger located in Germany & I would like to post a photograph of the Andy Warhol silkscreen ‚Orange Prince‘ (1984; see attachment). I am paying VG Bild-Kunst here in Germany an annual fee to post up to ten images. So far, I have posted five images. The post is somewhat critical, though, so I’m not sure if you will give me permission to publish the image in question, but I’ve decided to at least ask you. If I would get permission to post the image, would I have to pay an additional fee, and if so, how much would that be? Please, keep in mind that I don’t have that much money & I don’t make any money out of my blog.

TIA,

Claus Cyrny, Germany“

und bin auf die Antwort gespannt.

Nachtrag: Habe von der Artists Rights Society mittlerweile Antwort bekommen. Leider sei es derzeit nicht möglich, das fragliche Foto zu posten. Die beiden Antworten waren aber vom Ton her freundlich.

Über Copyright

Im Zuge meiner letzten drei Beiträge zum Thema „Copyright und neue Medien“ ist mir das sehr aufschlußreiche Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig eingefallen, das man/frau sich kostenlos herunterladen kann.

Ein Zitat:

„FREE CULTURE is an entertaining and important look at the past and future of the cold war between the media industry and new technologies.“

Marc Andreessen, cofounder of Netscape

So ist es meine persönliche Meinung, daß das Konzept hinter „Copyright“ im Zuge der neuen Medien wie der Digitalisierung von Inhalten und der damit einhergehenden Möglichkeiten der Bearbeitung und Verbreitung neu überdacht werden müßte. Ein Anfang und imho ein Schritt in die richtige Richtung sind Lizenzen wie Creative Commons, aber das reicht meiner Meinung nach bei weitem nicht aus.

Ein paar Links zum Thema „Fotografie“