05:48 Uhr

Habe mir nach kurzem Überlegen das MP3-Album „Live at the Blue Jazz Museum“ (7. Januar 1966) von Joseph Reinhardt gekauft. Besetzung: Joseph „Nin-Nin“ Reinhardt [g-el], Jacques Montagne [g-rhyhtm], Dingo Adel [g-rhythm], Benoit Charvet [b]. Das Herunterladen des Zip-Archivs war kein Problem. Höre gerade die Django-Reinhardt-Komposition „Nuages“ und trinke meinen ersten Milchkaffee. Eigentlich wollte ich ja dieses Jahr nach London fliegen, aber zuerst kommt eine größere Zahnarztrechnung auf mich zu, so daß ich London erst mal verschieben muß. Ich würde auch gerne mal wieder nach Paris fahren, wo ich das letzte Mal im September 2018 war. Habe inspiriert von „Emily in Paris“ auf Netflix angefangen, besser Französisch zu lernen, wobei mir der Google-Übersetzer eine große Hilfe ist. Soweit schreibe ich mir einfach Sätze auf, die mich interessieren, was ganz gut funktioniert.

Audio-Problem

Seit einigen Tagen kommt, wenn ich Musik mit Kopfhörern höre, nur noch Mono. Das hat ganz plötzlich angefangen, und ich habe sowohl meinen Schwager gefragt (Software-Problem) als auch im englischsprachigen Ubuntu-Forum gepostet (Hardware-Problem). Tja, da ist guter Rat teuer. Mein PC ist gerade mal ein Jahr alt, so daß ich mir kaum vorstellen kann, daß da schon etwas mit der Lautsprecherbuchse vorn am PC nicht in Ordnung ist. Das Komische: An der hinteren Buchse, wo ich an sich die Lautsprecher anschließe, kommt Stereo – auch mit Kopfhörern. Schon merkwürdig.

04:02 Uhr

Höre gerade „Django’s Dream“ (1947) von Django Reinhardt, während ich meinen ersten Milchkaffee trinke. Ich meine, ich beschäftige mich nun seit 1977 mit Django Reinhardt, als ich zum ersten Mal seinen 1937 aufgenommenen „Minor Swing“ gehört habe, damals als Titelmelodie des Films „Lacombe Lucien“ von Louis Malle, und ich lerne, ihn immer mehr zu schätzen. (Ok, es gab auch Phasen, da konnte ich ihn nicht mehr hören.) Ich finde seine Musik einfach unglaublich – umso mehr, als Django Reinhardt keine Noten lesen konnte. „Django’s Dream“ ist übrigens nichts anderes als „Rêverie“ von Claude Debussy.

Paris 2018

Ich 2018 vor dem Eiffelturm

2018 war ich für ca. vier Tage in Paris – eigentlich viel zu kurz. U. a. war ich am Grab von Jim Morrison von den Doors, beim Eiffelturm (bin aber wegen Höhenangst nicht hinaufgefahren), im (berühmten) Café „Les Deux Magots“ in Saint-Germain-de-Prés, auf dem Pont Neuf („Die Liebenden von Pont Neuf“) und – abends – am Ufer der Seine.

„Emily in Paris“

Schaue mir gerade die ersten Folgen der Netflix-Serie „Emily in Paris“ an, die Erinnerungen an meinen letzten Paris-Aufenthalt im September 2018 weckt, an den Gare de Lyon, an dem mein Hotel lag, an die Métro und an café viennois, einen Espresso mit süßer Sahne.

Hier noch ein paar Fotos:

Häuser am Gare de Lyon
café viennois
Métro-Station

Dudel-Pop

Wenn meine Nachbarin und ich samstags kochen, läuft im Hintergrund immer der Stuttgarter Sender 107.7. Was abgesehen von dem absolut substanzlosen Gedudel (Motto: “bester Rock und Pop”) nervt, ist der sender-eigene Werbeslogan “Die neue Hundertsieben-sieben”, der wirklich nach jedem Stück abgespielt wird. Nicht viel anders ist es bei SWR3. Auch hier ein Strom aus Gedudel ohne Höhen und Tiefen. Keine Soli, keine Instrumentalstücke, keine Stücke mit Überlänge, keine Experimente.

Anfang der Siebzigerjahre, als ich noch in die Schule gegangen bin, habe ich nachmittags immer den Pop Shop auf SWF3 gehört. Die Moderatoren, darunter Chefsprecher Frank Laufenberg sowie Günter Verdin und Peter Kreglinger, haben manchmal die damaligen Pop-Songs durch den Kakao gezogen, z. B. Songs von Sweet oder Middle of the Road. Das, was heutzutage läuft, hätten sie gnadenlos in der Luft zerrissen. Wie das gekommen ist, daß Leute wie Ed Sheeran (ganz schlimm: mit Justin Bieber) oder Katy Perry Millionen verdienen, ist mir ein Rätsel. Wenn ich z. B. im Rewe bin, muß ich mir die Musik, die aktuell in den Hitparaden ist, ja notgedrungen anhören: am Fließband gefertigter Pop ohne jede Originalität.

Einen Teil der Schuld dieser unseligen Entwicklung trifft jedenfalls die Radiostationen, die diese Art von Musik unkommentiert über den Äther schicken. Und: Die Zuhörer nehmen das ganz offenbar kritiklos hin. Meine Vermutung ist, daß sie es ganz einfach nicht mehr anders kennen, was ja traurig genug ist. Wie das wieder anders werden kann, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

08:19 Uhr

War heute morgen schon beim Trölsch und einkaufen. Im Rewe Idioten-Pop („a-ha-ha-ha-ha“). Ich frage mich, ob die Leute, die das unters Volk bringen, denn überhaupt kein Gewissen haben. Bettler waren heute morgen keine da, wohl, weil es zu kalt ist.

08:06 Uhr

War schon beim Rewe einkaufen und beim Trölsch frühstücken. Im Rewe das Übliche: Dudel-Pop ohne Höhen und Tiefen. Der 413er-Bus fährt immer noch nur bis Ludwigsburg ZOB, obwohl auf der Keplerbrücke schon seit Wochen keine Baustelle mehr ist.