Weihnachtsansprache (2)

Seit gestern ist die Weihnachtsansprache unseres Bundespräsidenten online. Na ja, Kritisches wird man da vergeblich suchen; das ist ja auch nicht der Sinn und Zweck dieser Ansprache. Jedenfalls ist – anders als noch 2019 – keine Unwahrheit1 drin.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Email an den Bundespräsidenten“.

1 Frank-Walter Steinmeier sagte da: „Bürger erster oder zweiter Klasse gibt es nicht.“ Ok, vielleicht ist es auch keine bewußte Unwahrheit, sondern einfach Wunschdenken. Korrekt ist es auf keinen Fall.

Die unkritische Masse

Das Gros der Bevölkerung blendet, so mein persönlicher Eindruck, Mißstände nach Kräften aus, will es „gut“ haben, geht alle vier Jahre brav zur Wahl und hofft im Übrigen, daß „die da oben es schon richten werden“. So geht es natürlich auch. Ändern tut sich so allerdings gar nichts. Ich komme auch immer mehr zur Erkenntnis, daß die „große Linie“ der jeweiligen Politik1 von der gerade an der Macht befindlichen Regierung unabhängig ist. Das ist, wie ich finde, ein interessanter Standpunkt, muß man sich doch fragen, wer denn dann eigentlich entscheidet.

1 So werden beispielsweise – und das ist ja ein globaler Trend – die Reichen immer reicher, während man die Armen unten hält.

Wer entscheidet?

Ich finde es interessant, zu beobachten, wie konstant die Politik gegenüber den Armen bei wechselnden Regierungskonstellationen ist, so daß ich mich wirklich frage, wer hier im Endeffekt eigentlich entscheidet, aber die politischen Akteure lassen sich ja nicht in die Karten schauen.

Kritisches

Auf einer Seite der „Tagesschau“ habe ich gerade ein Statement von Sarah-Lee Heinrich von der Grünen Jugend entdeckt:

„So forderte Heinrich etwa eine echte Abkehr von Hartz IV. „Dass der Regelsatz nicht steigt, obwohl er deutlich unter dem Existenzminimum liegt, ist fatal.““–Tagesschau

Das geht mit meiner Ansicht über das neue „Bürgergeld“ konform, das Hartz IV nicht wirklich hinter sich läßt. Und dem Argument, der Regelsatz müsse so niedrig sein, damit der Abstand zum Niedriglohnsektor gewahrt bleibt, entgegne ich: Dann muß man eben den Mindestlohn entsprechend erhöhen, sagen wir auf € 15,- pro Stunde. Ja, da höre ich schon den Aufschrei von SPD und FDP. Man muß es doch aber nicht komplizierter machen, als es ist. Ich möchte von der Ampel jedenfalls nichts mehr von „sozial“ hören.

Gedanken zum Tag

Ich frage mich ernsthaft, weshalb sich einige Leute bei dem Gedanken, daß alle Bürger genug zu leben haben, so schwer tun. Ehrlicherweise hätte die Ampel Hartz IV belassen sollen, wie es war, wenn sie nicht – das verdanken wir SPD und FDP – mal in der Lage ist, den Regelsatz auf ein anständiges Niveau – das wären Schätzungen zufolge € 600,- plus – zu erhöhen. Mich ärgert das. Und dann wird jetzt Deutschlands bekanntester Lobbyist CDU-Chef. Damit ist die Richtung vollends klar. Gestern erst habe ich gelesen, daß die Manager-Gehälter in den vergangenen zehn Jahren um 300% gestiegen sind, die der einfachen Arbeiter jedoch nur um 10%. Wie soll das denn weitergehen?

Wer sind die Guten?

Nachdem mein Vertrauen in die Ampel zusehends abbröckelt, sehe ich mich notgedrungen nach Alternativen um, wobei mir DIE LINKE ins Blickfeld gerückt ist, deren Programm mir durchaus sympathisch ist. Nur: Ich mußte leider feststellen, daß sowohl Oskar Lafontaine als auch seine Ehefrau Sahra Wagenknecht zu dem NachDenkSeiten von Albrecht Müller verlinkt haben. Diese Seiten sind mir nun negativ aufgefallen, da von ihnen bzw. von einem Gesprächskreis der NachDenkSeiten zur anscheinend AfD-nahen Seite „Unser Mitteleuropa“ verlinkt wird, auf der einige Artikel des AfD-Mitglieds Petr Bystron zu finden sind. Eine Email, die ich mit der Bitte um Aufklärung an die NachDenkseiten geschickt hatte, wurde nicht beantwortet. Tja. Langsam frage ich mich, wem man denn überhaupt noch trauen kann.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Abgründe“.

Email an Olaf Scholz

„Guten Tag,

ich lese gerade in der „Augsburger Allgemeinen“, daß das neue „Bürgergeld“ genauso hoch wie Hartz IV sein soll. Wenn Sie auch nur einen Funken Anstand hätten, müßten Sie sich eigentlich in Grund und Boden schämen. Da kann ich nur sagen: Wieder mal erfolgreich verarscht.

Claus Cyrny“

Schlaflos in Ludwigsburg (46)

Während ich unter dieser Überschrift bald 50 Posts erreiche und in absehbarer Zeit den 2.000sten Beitrag schreiben werde, bin ich mal wieder- es ist inzwischen 04:07 Uhr – zu (?) früh aufgewacht und habe mir den obligatorischen Milchkaffee gemacht. Angesichts des folgenden Videos frage ich mich auch immer öfter, wie das bei uns weitergehen soll, wenn man gewählten Politikern immer weniger trauen kann. So sagt Oskar Lafontaine zu Anfang des Videos „Es ist also ein Märchen, zu sagen, in Deutschland setzen sich die Interessen der Mehrheit durch.“.