Nervig (2)

Als ich heute mit meiner Nachbarin gekocht habe, lief wieder „Die neue 107.7“, ein lokaler Stuttgarter Sender. Ich persönlich kann diesem Sender nicht viel Positives abgewinnen, zumal die 1960er- und 1970er-Jahre ausgespart werden. Das, was da läuft, ist in meinen Augen allenfalls zweitklassig. Nervig ist auch der imho penetrante Werbespruch wirklich nach jedem Stück: „Die neue 107.7. Bester Rock und Pop.“. Habe das laufen lassen, weil ich zu faul war, den PC in der Küche hochzufahren, was eine halbe Ewigkeit dauert. Dieser PC hat noch Windows XP installiert, und außerdem ist der installierte Firefox total veraltet. Aktuelle Versionen laufen gar nicht mehr auf diesem System. Manchmal, wenn ich etwas Zeit habe, fahre ich diesen PC doch hoch, und wir hören die „SOULSTATION“ aus Baden-Baden.

Sympathisch

Durch einen Podcast1 beim SWR1 habe ich von Millionenerbe Antonis Schwarz (Schwarz Pharma) erfahren, der „sein Vermögen für ökologisch orientierte Zwecke und Philantropie einsetzt, wie er selbst sagt. Der Deutsch-Grieche, der in München lebt, investiert in Unternehmen, Organisationen oder Fonds, die soziale oder ökologische Ziele verfolgen.“–Deutschlandfunk

Und:

„Als vermögender Mensch habe man die Chance, bestimmte Dinge im positiven Sinne anzustoßen: Wer Geld habe und das in kritischen Zeiten wie den heutigen nicht zum Wohle der Gesellschaft einsetze, verhalte sich „grob fahrlässig“, findet Antonis. Reichtum sei eine Art „Wunderwaffe“.“–Deutschlandfunk

Ich finde so etwas wirklich sympathisch – das genaue Gegenteil von diesen ganzen Superreichen, die auf Parties mit ihren Juwelen protzen. Antonis Schwarz hat u. a. die Initiative „taxmenow“ mitbegründet.

Zitat:

„Wir sind Vermögende und setzen uns für eine höhere Besteuerung von Vermögen ein, um mehr Chancen, Teilhabe und Zukunftsinvestitionen für alle zu ermöglichen.“

1 Diesen Podcast gibt es auch als Video.

Zitat:

„Das ist auch politisch gewollt, daß wir nicht genau wissen, wie die Vermögensungleichtheit ist.“–Antonis Schwarz

Dudel-Pop (7)

Habe auf eine Anfrage hin, weshalb auf SWR3 keine Stücke aus den 60er- und 70er-Jahren laufen würden, sinngemäß zur Antwort bekommen, man habe da andere Prioritäten; Oldies würden bevorzugt auf SWR1 gesendet, der mehr für ältere Leute da sei. Man hoffe, daß ich auf SWR3 auch etwas nach meinem Geschmack finden würde. Na ja. Daß ich SWR3 nur zwangsweise höre, wenn ich bei meiner Nachbarin zu Besuch bin, weiß der verantwortliche Redakteur natürlich nicht. Ich kann mir die ganze Malaise – und das betrifft ja nicht nur den SWR3, sondern auch andere Radio-Stationen – nur so erklären, daß die verantwortlichen Redakteure vermutlich in den 80er-Jahren geboren wurden und die 60er- und 70er-Jahren einfach nicht mehr im Blickfeld haben, was ja an sich schon traurig genug ist. Mir wird auch klar. daß von seiten des SWR3 keinerlei Kritik an den derzeit herrschenden Zuständen zu erwarten ist. So werden wir eben weiter mit dem Max-Martin-Dudel-Pop beschallt.

Dudel-Pop (5)

Kritisches über die lokalen Radiosender hier im Großraum Stuttgart zu schreiben, ist eigentlich müßig; ändern tut sich eh‘ nichts, ob das jetzt „Die neue 107.7“ ist oder „Antenne 1“ oder der „SWR3“. Entweder sind die Macher dieser Sender wirklich allen Ernstes von der Bedeutung ihres absolut zweitklassigen Dudel-Pops überzeugt oder sie verdummen ganz bewußt die Zuhörer – hier kann sich jeder aussuchen, was paßt. Mich persönlich ärgert diese unselige Entwicklung jedenfalls, deren Anfang ich irgendwann nach der Jahrtausendwende veranschlage. Was ich vor allem moniere, ist die augenscheinliche Unfähigkeit vieler Musiker, eingängige, originelle Melodien zu schreiben. Was mich außerdem stört, ist dieses routinierte, absolut uninspirierte Heruntergenudel der Texte, ob das auf Englisch ist oder auf Deutsch. Auch hier: Originalität Fehlanzeige. Eigentlich wäre es die Aufgabe der Radiosender, gegenzusteuern, statt diesen seelenlosen Fließband-Pop unkritisiert über den Äther zu verbreiten. Daß diese Sender nichts dergleichen tun, spricht Bände. So wird das jedenfalls nicht mehr besser – im Gegenteil.

Wieso mich diese Entwicklung stört? Weil ich in den 60er- und 70er-Jahren aufgewachsen bin und damit den Vergleich habe. Die Jugend von heute kennt es – traurig genug – ja nicht mehr anders. Dagegen kommt sich meine Gitarrenschülerin – sie ist 22 – von der aktuellen Pop-Musik auch teilweise verdummt vor. Wie soll man Songtexte auch anders nennen, in denen man mit „Ah-ai, ah-ai“ oder „A-ha-ha-ha-ha“ konfrontiert wird, frei nach dem Motto „Schlimmer geht’s immer.“ Da nun aber die Radiosender ihre Schallarchive und damit den Zugang zur Musik von vor fünfzig, sechzig Jahren haben, können sie sich eigentlich nur schwer bis gar nicht damit herausreden, sie wüßten es nicht besser. Warum sie trotzdem nur diesen Schrott spielen – Ausnahmen bestätigen die Regel -, kann ich mir nicht erklären. Oder?

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Email an LuxuriaMusic

„Hi,

after listening to Tothar’s show tonight (at least in Germany), I have written a post on LuxuriaMusic on my blog at https://claus-cyrny.net/wordpress/, and I would like to illustrate this post with your logo. Do you probably have one that I could use (jpg or png)? I discovered your station around 2006 or so, and imho it’s so much better than today’s pop music. A question that is on my mind, is, why is this that contemporary pop music is imho really so embarrassing? I call it ‚doodle pop‘. The local radio stations in the area where I live (in the vicinity of Stuttgart, Germany) only play this crap. Do you probably know what’s going on here?

Greetings,

Claus (Germany)“

Keine Antwort.

Dudel-Pop (4)

Heute war wieder Kochen am Samstag mit meiner Nachbarin, und damit verbunden auch die Beschallung durch „Die neue 107.7“ aus Stuttgart, die ihren imho absolut penetranten Slogan nach jedem Stück in den Äther senden. Aber: Wie kann man/frau behaupten, „besten Rock und Pop“ zu senden, wenn man/frau andererseits die 60er- und 70er-Jahre ausklammert – frage ich mich zumindest. So ist das, was da läuft, meistens lediglich ein substanzloses, zweitklassiges Gedudel, das alle halbe Stunde von einem ebenso substanzlosen, penetranten Werbeblock unterbrochen wird. Werbung und Intelligenz – ein anscheinend unüberbrückbarer Widerspruch. Ich möchte am Samstagvormitag ja lieber die SOULSTATION aus Baden-Baden hören, war aber zu faul, den (total veralteten, noch unter Windows XP laufenden) PC in der Küche hochzufahren. Ich kann mir diese Malaise – die ja auch bei anderen Sendern in der Region auffällt – nur so erklären, daß der musikalische Horizont der für das Programm Verantwortlichen entsprechend eingeschränkt ist und diese die besagten 60er- und 70er-Jahre anscheinend gar nicht im Blickfeld haben – was für Radio-Schaffende ja schon traurig genug ist.

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LuxuriaMusic

Logo von LuxuriaMusic © Copyright by Kevin Kidney, LuxuriaMusic

War gerade bei dem Internet-Radiosender LuxuriaMusic im Chat, weil da ein Stück kam, wo ich mir beim Anhören des Sängers gedacht habe: Den kenne ich doch! Ok, DJ Tothar hat das dann aufgeklärt: Es war T. Rex mit Marc Bolan, genauer gesagt „Alone Together“ von „Futuristic Dragon“ (1976). Ich habe das inzwischen in San Francisco beheimatete LuxuriaMusic um 2006 entdeckt. Damals lief noch – meine Lieblingssendung – „Pretty World“ mit Switched On Audrey, immer sonntags. Angesichts der gegenwärtigen Malaise in der Pop-Musik finde ich Stationen wie LuxuriaMusic absolut erfrischend. Ok, was da läuft, ist nicht immer mein Geschmack, aber ab und zu laufen da wirklich tolle Sachen wie – um nur ein Beispiel zu nehmen – „Arrastão“ vom Quarteto Em Cy & Tamba Trio (ich glaube, das war 1965 oder so). Yep!

Dudel-Pop (3)

Bin heute bei meiner Nachbarin wieder mal mit SWR3 konfrontiert worden und frage mich ernsthaft, ob die denn nicht merken, was für ein substanzloses Gedudel sie über den Äther schicken. Ergo fühle ich mich bei diesem und vergleichbaren Sendern in der Region absolut nicht für voll genommen.

Eine Alternative für alle, die Black Music mögen, ist der Baden-Badener Internet-Sender SOULSTATION.

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Dudel-Pop (2)

War heute morgen schon bei meiner Nachbarin zu Besuch. Im Radio natürlich – wie immer – das substanzlose Gedudel von SWR3. Ich meine, mir kann doch niemand erzählen, daß die Macher dieses Senders nicht wissen, was sie den Hörern da zumuten. Und – in Bezug auf den ebenfalls in Stuttgart beheimateten Sender „Die neue 107.7“: Es geht doch nicht, die 60er- und 70er-Jahre einfach – warum? – auszuklammern und dann zu behaupten, man/frau würde „besten Rock und Pop“ spielen. Was ist da nur los?

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Ärgerlich (3)

Heute morgen wieder bei meiner Nachbarin, und im Radio wieder das übliche substanzlose Gedudel auf SWR3. Wie das so gekommen ist, frage ich schon gar nicht mehr; eine Antwort bekomme ich ohnehin nicht. So kann ich lediglich dieses Blog nutzen, um meinen Frust wenigstens etwas loszuwerden. Auch fühle ich mich von den diversen Moderatoren mit ihrem weichgespülten Happy-happy-Gelaber absolut nicht für voll genommen. Ein Trend der Zeit? Na ja, wäre halt schön, wenn sich das mal wieder ändern würde.

Weiterführender Link: Mein etwas längerer Beitrag „Der ‚Pop-Shop‘ und die Musik von heute“.