Dudel-Pop

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Wenn ich bei meiner Nachbarin zu Besuch bin, höre ich zwangsläufig SWR3. Das ist nun aber so ein absolut substanzloses Gedudel, daß ich mich ernsthaft frage, wie es soweit hat kommen können. Auf 107.7 dasselbe in Grün; dazu hier noch der imho penetrante Slogan „Die neue Hundertsieben-sieben“, wirklich nach jedem Stück. Das nervt.

Weiterführender Link: Radio-Legende Frank Laufenberg bei SR3.

Abgekupfert

Als ich heute morgen bei meiner Nachbarin war, lief kurz vor halb acht in der „Morning Show“ des SWR3 auf einmal ein Stück1, bei dem ich sofort dachte: Das kenne ich doch!, nur um gleich darauf zu realisieren, daß das Stück verblüffende Ähnlichkeit mit „Time of the Season“ (1968) von den Zombies hatte. War das am Ende etwa eine Cover-Version? Aber nein, bei näherem Zuhören wurde mir bewußt, daß die einfach bei den Zombies abgekupfert hatten, und zwar nicht zu knapp. Fällt denen denn heutzutage gar nichts mehr ein?, frage ich mich da im Stillen. Ich habe ja für mich die These aufgestellt, daß wir uns derzeit – und nicht nur in der Pop-Musik – in einem kreativen Tief befinden (seht dazu auch folgenden Beitrag).

1 Wie ich dank der Playlist der „Morning Show“ herausgefunden habe, handelt es sich bei dem fraglichen Stück um „Give It To Me Right“ (2009) von Melanie Fiona. Etwas mehr dazu habe ich hier (englisch) entdeckt. Dabei ist es m. W. durchaus legal, soundso viele Sekunden aus einem anderen Stück zu sampeln. Ich erinnere mich vage an einen Rapper, der den Anfang von „For What It’s Worth“ von Buffalo Springfield – ähem – „gesampelt“ hat. „Abgekupfert“ ist ja so ein böses Wort. 😉

Fund

LuxuriaMusic-T-Shirt bei CafePress.© Copyright 2021 by CafePress & LuxuriaMusic. Mit freundlicher Genehmigung.

Bei CafePress gibt es tatsächlich ein T-Shirt meines Lieblingssenders Luxuria Music, das ich mir als Fan seit 2006 vermutlich kaufen werde. Laut Cliff Chase von LuxuriaMusic ist dieses T-Shirt aber alt. 🙁 Da es reduziert war, konnte ich es mir jedoch noch bestellen. Es hat in meiner Größe XXL incl. Versand € 19,09 gekostet.

LuxuriaMusic

Es muß ungefähr um 2006 gewesen sein, als ich mehr oder weniger durch Zufall den kalifornischen Internet-Radiosender LuxuriaMusic entdeckte – eine absolut eklektische Mischung fernab der gängigen Top-20-Musik. Meine Lieblingssendung war damals die von Switched-On Audrey gehostete „Pretty World“, nach dem gleichnamigen Stück des Brasilianers Sergio Mendes, das auch als Erkennungsmelodie diente. In „Pretty World“ lief denn auch viel brasilianische bzw. lateinamerikanische Musik.

Nach einer längeren Pause habe ich LuxuriaMusic nun für mich wiederentdeckt. Switched-On Audrey ist leider nicht mehr dabei, dafür jede Menge anderer DJs, von denen jeder seine bzw. ihre eigene Sendung hat. Dazwischen läuft das Luxotron mit seinem unnachahmlichen Mix aus Easy Listening, Surf Music, Psychedelic, Bossa Nova u. v. a. m.

Ich kann sagen, daß LuxuriaMusic meinen musikalischen Horizont definitv erweitert hat. So habe ich nicht nur „Piano, Strings & Bossa Nova“ von Lalo Schifrin entdeckt, sondern auch das unglaubliche Quarteto Em Cy, das zusammen mit dem Tamba Trio mit „Som Definitivo“ einen Klassiker des Bossa Nova aufgenommen hat.

Befand sich das Studio von LuxuriaMusic 2006 noch in Los Angeles, ist es mittlerweile nach San Francisco umgezogen. Der spannende musikalische Mix ist aber derselbe geblieben. Das auf einen Nenner zu bringen, ist fast nicht möglich. Man/frau muß LuxuriaMusic einfach mal angehört haben, um zu entscheiden, ob man/frau das mag.

Eine kurze Auswahl an Titeln, die ich via LuxuriaMusic entdeckt habe:

Summa summarum kann ich LuxuriaMusic wirklich allen empfehlen, die das imho geistlose Top-20-Gedudel leid sind, das derzeit – leider – en vogue ist.

And: Read this post in English. Despite a few minor flaws, this is pretty accurate.

„Radiophon“

Beim Blick auf meinen letzten Beitrag ist mir die Radiosendung „Radiophon“ eingefallen, eine eklektische Mischung aus Musikstücken jeglicher Richtung, von Pop über Klassik bis hin zu Weltmusik, Avantgarde u. v. a. m. „Radiophon“ wurde zum ersten Mal 1985 oder 1986 vom Hessischen Rundfunk ausgestrahlt; mittlerweile wurde dieses Konzept vom SWR2 übernommen.