Email vom Harry Ransom Center in Austin, Tx.

Charlie Parker, ca. August 1947. William P. Gottlieb/Ira and Leonore S. Gershwin Fund Collection, Music Division, Library of Congress.

Gute Nachrichten: Ich bekam vom Harry Ransom Center in Austin, Tx. die Erlaubnis, einen Auszug des „At Billy Berg’s: An Obbligato (1945)“ betitelten ersten Kapitels von Ross Russells Charlie-Parker-Biografie „Bird Lives!“ hier auf .:: artificial ::. zu posten. Dabei verzichtet der Harry Ransom Center auf das Erheben von Gebühren; ich muß lediglich eine entsprechende credit line hinzufügen. Für mich als Charlie-Parker-Fan ist das natürlich toll! 😉 Wenn alles klappt, ist dieser Auszug in etwa einer Woche hier rechts oben unter SEITEN DIESES BLOGS zu finden.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Email an den Harry Ransom Center“.

Das Problem mit dem Copyright

Was, ein schwarzes Rechteck? Was soll dennn das? Das ist bitteschön nicht der Monolith aus „2001“ und auch kein „black painting“ von Ad Reinhardt. Dieses schwarze Rechteck markiert den Platz, an dem copyright-geschützte Inhalte stehen könnten – könnten, wie gesagt, wenn ich als privater Blogger a) die finanziellen Mittel hätte, um entsprechende Copyright-Gebühren zu bezahlen oder b) entsprechende Connections zur US-amerikanischen Filmindustrie hätte. Nachdem ich ja schon mehrfach von Warner Bros. – in Deutschland sowie in den USA – eine Abfuhr bekam (es ging dabei einmal um das Posten von Stills aus „The Matrix“ von 1999 und einmal um Stills aus „2001“), habe ich mich per Brief an Metro Goldwyn Mayer gewandt, die „2001“ 1968 in die Kinos brachten. Keine Antwort, jedenfalls bis heute.

Verwendet jemand wie Andy Warhol für einen Siebdruck ein Foto, ist das – so entschied der amerikanische Bezirksrichter John G. Koeltl – fair use. Wenn die ungarische Fotokünstlerin Flóra Borsi sich selbst per Photoshop in ein s/w-Foto von Marilyn Monroe einfügt, und das wie gesagt, ohne den Fotografen überhaupt zu nennen, passiert – gar nichts! Wo ist da die Gerechtigkeit?, könnte man da fragen.

Wie komme ich eigentlich auf dieses Thema? Hmmm, ich habe mir ja vor meinem vorletzten Beitrag das Video des Vortrags „Cinema of the Future“ von Douglas Trumbull angeschaut, das ungefähr eine Stunde ging. Am Ende, im Nachspann, wurde darauf hingewiesen, daß dieses Video nicht aufgezeichnet werden dürfe; sogar Screenshots seien verboten. Ich fühle mich durch diese Politik jedenfalls empfindlich eingeschränkt. Angenommen, ich würde mich – rein hypothetisch – über dieses Verbot hinwegsetzen und hier etwa ein paar Screenshots aus dem Vortrag posten, wie würde da ein Richter entscheiden?

In diesem Zusammenhang fällt mir auch das Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig ein, in dem der Autor u. a. eine Reihe sehr aufschlußreicher Beispiele erwähnt, womit man/frau beim Thema „Copyright“ konfrontiert werden kann, so etwa den Dokumentarfilmer Jon Else, der für 4 ½ Sekunden eines Clips aus der Serie „Die Simpsons“ $ 10.000,- an Fox bezahlen sollte – eine Summe, die er natürlich nicht hatte.

Summa summarum finde ich – worauf ich bereits an anderer Stelle hingewiesen habe – die jetzige Situation mehr als unbefriedigend, und ich finde, daß hier – auch und gerade in Anbetracht der Möglichkeiten der digitalen Medien – ein neuer, erweiterter Copyright-Begriff eingeführt werden sollte.

Email an den Harry Ransom Center

„Hello,

after an inquiry of mine via email I was redirected by Hachette Book Group to you, Harry Ransom Center.The cause of my inquiry was the permission to publish the first 3 ½ pages of Ross Russell’s Charlie Parker biography, „Bird Lives“ on my private blog at https://claus-cyrny.net/wordpress/. I own said book since 1983. Around 1998 I got permission from Da Capo Press, then located in New York, to publish attached excerpt on the website I had then. Now I have my own domain (https://claus-cyrny.net/) where I have a blog based on WordPress. On this blog I would like to publish those first 3 ½ pages of „Bird Lives“. The chapter in question is entitled „At Billy Berg’s: An Obbligato“. Since I am a fan of Charlie Parker’s, I would like a) to provide this excerpt as a PDF download, or, if this is not possible, post it b) on a separate page, of course with the appropriate copyright remark & link to Hachette book group, to which Da Capo Press now belongs. In case that you don’t own the rights to said book, could you please redirect me to the the company that is responsible. Please, note that I, as a private blogger, only have limited financial means to pay copyright fees. Da Capo Press didn’t charge anything back then in 1998.

Best regards,

Claus Cyrny“

Copyright von Inhalten Dritter

Ich frage ja grundsätzlich nach, bevor ich Inhalte – meist Fotos – Dritter poste. Beim Einbetten von Videos bin ich mir aber nach wie vor unsicher. Das Einbetten von YouTube-Videos ist ja dem Support von Google zufolge keine Copyrights-Verletzung (seht hierzu auch meinen Beitrag „YouTube-Videos und Copyright“). Wie ist das aber beispielsweise bei Videos, die auf Instagram gepostet werden? VG Bild-Kunst zufolge ist das Einbetten solcher Videos eine Verletzung des Copyrights. Das ist nun die Frage. Eigentlich müßte es hier doch eine einheitliche Regelung geben.

VG Bild-Kunst

Habe auf der Website der VG Bild-Kunst spaßeshalber sowohl nach Pablo Picasso (positiv) und dem Fotografen Jeanloup Sieff (negativ) gesucht. Mit Picasso kann ich – abgesehen von seinen teilweise wirklich schönen Artistenbildern aus der sog. rosa Periode – wenig bis gar nichts anfangen. Ich finde die meisten seiner Bilder irgendwie – wie soll ich sagen – unpersönlich und steril. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, daß Picasso zu den am meisten überschätzten Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört.

Von dem Fotografen Jeanloup Sieff dagegen kenne ich ein bestimmtes Foto, das ich liebend gerne posten würde. Es zeigt eine gewisse Denise Saurrault im Fond eines Wagens, wie sie andeutungsweise lächend aus dem Fenster blickt, und ich meine, das fragliche Foto wäre in den Fünfzigerjahren in Cannes aufgenommen worden. (Korrektur: Es wurde 1960 in Monte Carlo aufgenommen.) Ich erinnere mich dunkel, wie ich mal irgendwo per Email nachgefragt habe, damals aber – wie inzwischen leider oft üblich – keine Antwort bekommen habe.

Rechte an „Orange Prince“ (1984) von Andy Warhol

Da ich gerne ein Foto des Siebdrucks „Orange Prince“ (1984) von Andy Warhol posten möchte und VG Bild-Kunst nicht für Andy Warhol zuständig ist, habe ich mich an die Artists Rights Society in den USA gewandt

„Hello,

I am a blogger located in Germany & I would like to post a photograph of the Andy Warhol silkscreen ‚Orange Prince‘ (1984; see attachment). I am paying VG Bild-Kunst here in Germany an annual fee to post up to ten images. So far, I have posted five images. The post is somewhat critical, though, so I’m not sure if you will give me permission to publish the image in question, but I’ve decided to at least ask you. If I would get permission to post the image, would I have to pay an additional fee, and if so, how much would that be? Please, keep in mind that I don’t have that much money & I don’t make any money out of my blog.

TIA,

Claus Cyrny, Germany“

und bin auf die Antwort gespannt.

Nachtrag: Habe von der Artists Rights Society mittlerweile Antwort bekommen. Leider sei es derzeit nicht möglich, das fragliche Foto zu posten. Die beiden Antworten waren aber vom Ton her freundlich.

Über Copyright

Im Zuge meiner letzten drei Beiträge zum Thema „Copyright und neue Medien“ ist mir das sehr aufschlußreiche Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig eingefallen, das man/frau sich kostenlos herunterladen kann.

Ein Zitat:

„FREE CULTURE is an entertaining and important look at the past and future of the cold war between the media industry and new technologies.“

Marc Andreessen, cofounder of Netscape

So ist es meine persönliche Meinung, daß das Konzept hinter „Copyright“ im Zuge der neuen Medien wie der Digitalisierung von Inhalten und der damit einhergehenden Möglichkeiten der Bearbeitung und Verbreitung neu überdacht werden müßte. Ein Anfang und imho ein Schritt in die richtige Richtung sind Lizenzen wie Creative Commons, aber das reicht meiner Meinung nach bei weitem nicht aus.

Andy Warhol und Copyright

Zu diesem imho brisanten Thema ein „Judge Rules Fair Use in Photographer’s Copyright Case Against Andy Warhol“ betitelter Artikel bei PetaPixel. Beachtet bitte auch die Kommentare, u. a. von der betroffenen Fotografin Lynn Goldsmith. Der Hintergrund – kurz zusammengefaßt: Nach einer Klage von Lynn Goldsmith wegen angeblicher Copyright-Verletzung durch den renommierten Pop-Art-Künstler Andy Warhol entschied Bezirksrichter John G. Koeltl, daß die nach einem Prince-Foto enstandenen Siebdrucke von Andy Warhol als fair use anzusehen sind. Ich kann jedoch nicht verhehlen, daß meine ganzen Sympathien bei der Fotografin Lynn Goldsmith sind und ich das Vorgehen Warhols nicht akzeptabel finde.

Email an die deutsche „Vogue“

Guten Tag Frau Greim,

nochmals vielen Dank für Ihre untenstehend Email. Leider kostet das Posten des fraglichen Covers $ 200, was ich mir als privater Blogger (noch?) nicht leisten kann. Dafür noch eine andere Frage, da ich contact@vogue.com nicht erreicht habe (die Email kam zurück). Wissen Sie vielleicht, ob die „Vogue“ für das folgende Video verantwortlich ist? Ich finde das wirklich traumhaft schön.

Grüße,

Claus Cyrny

DOCPLAYER (2)

Was für mich an der Site DOCPLAYER problematisch ist, ist die Tatsache, daß bei der Konvertierung meines PDFs die Verlinkung zur CC-Lizenz (BY-NC-ND) nicht erhalten bleibt. Das hat die Benutzerin, die meine Django-Reinhardt-Biografie hochgeladen hat, nicht berücksichtigt. Ergo möchte ich erreichen, daß dieses PDF gelöscht wird. Versuche meinerseits, eine aktualisierte Biografie hochzuladen, waren bisher erfolglos – warum auch immer.

P. S.: Habe von DOCPLAYER die Zusicherung bekommen, daß das fragliche PDF gelöscht wird. √