Dudel-Pop

Wenn meine Nachbarin und ich samstags kochen, läuft im Hintergrund immer der Stuttgarter Sender 107.7. Was abgesehen von dem absolut substanzlosen Gedudel (Motto: “bester Rock und Pop”) nervt, ist der sender-eigene Werbeslogan “Die neue Hundertsieben-sieben”, der wirklich nach jedem Stück abgespielt wird. Nicht viel anders ist es bei SWR3. Auch hier ein Strom aus Gedudel ohne Höhen und Tiefen. Keine Soli, keine Instrumentalstücke, keine Stücke mit Überlänge, keine Experimente.

Anfang der Siebzigerjahre, als ich noch in die Schule gegangen bin, habe ich nachmittags immer den Pop Shop auf SWF3 gehört. Die Moderatoren, darunter Chefsprecher Frank Laufenberg sowie Günter Verdin und Peter Kreglinger, haben manchmal die damaligen Pop-Songs durch den Kakao gezogen, z. B. Songs von Sweet oder Middle of the Road. Das, was heutzutage läuft, hätten sie gnadenlos in der Luft zerrissen. Wie das gekommen ist, daß Leute wie Ed Sheeran (ganz schlimm: mit Justin Bieber) oder Katie Perry Millionen verdienen, ist mir ein Rätsel. Wenn ich z. B. im Rewe bin, muß ich mir die Musik, die aktuell in den Hitparaden ist, ja notgedrungen anhören: am Fließband gefertigter Pop ohne jede Originalität.

Einen Teil der Schuld dieser unseligen Entwicklung trifft jedenfalls die Radiostationen, die diese Art von Musik unkommentiert über den Äther schicken. Und: Die Zuhörer nehmen das ganz offenbar kritiklos hin. Meine Vermutung ist, daß sie es ganz einfach nicht mehr anders kennen, was ja traurig genug ist. Wie das wieder anders werden kann, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

Kinder aus Nepal

Auf dem Foto: Tamang Mukta Susma. Mit freundlicher Genehmigung von Yorma’s.

Nach so viel Kritischem wieder etwas Positives. Ich gehe ja jeden Morgen zu Yorma’s im Ludwigsburger Bahnhof frühstücken. Da steht unter anderem eine Spendenbox für Kleingeld, und auf der Website von Yorma’s habe ich erfahren, daß das Geld für ein Mädchen in Nepal namens Tamang Mukta Susma bestimmt ist. Jede Yorma’s-Filiale sammelt in Zusammenarbeit mit Help the Children – Hilfe für Betrawati e. V. für ein Patenkind aus Nepal. Das ist, finde ich, viel persönlicher als eine Spende, bei der man nicht genau weiß, was damit geschieht. Seitdem spende ich fast jedes Mal, wenn ich bei Yorma’s bin, etwas Geld, jetzt, wo ich weiß, daß dieses Geld Susma zukommt.

Susma ist aktuell vierzehn Jahre alt und wohnt in Dheblu, einem Dorf östlich von Kathmandu. Ihre Eltern hatten einen Hof mit Ziegen, der bei einem Erdbeben jedoch völlig zerstört wurde. Nun hat ihr Vater im nahen Nagarkot ein Geschäft aufgemacht, aber das Geld reicht kaum zum Leben. Die Spenden von Yorma’s sollen Susma helfen, die Schule zu beenden. Andernfalls würde sie wahrscheinlich, wie in Nepal üblich, früh verheiratet werden.

Neben der Spendenbox gibt es noch die Möglichkeit, für ein Kind aus Nepal eine Patenschaft zu übernehmen, die € 30,- im Monat kostet. Außerdem könnt ihr über PayPal oder Banküberweisung spenden.

„Bodyguard“

Richard Madden in „Bodyguard“. © Copyright 2018 by World Productions. Mit freundlicher Genehmigung.

Eine meiner Lieblingsserien auf Netflix ist die 2018 produzierte Miniserie „Bodyguard“ mit Richard Madden („Game of Thrones“) in der Titelrolle. Bislang gibt es davon leider nur eine Staffel, die anzuschauen sich aber absolut lohnt (und wenn möglich auf Englisch; ggf. mit deutschen Untertiteln). Richard Madden verkörpert David Budd, ein Mitglied einer Spezialeinheit der Londoner Polizei, der als Leibwächter einer hochrangigen englischen Politikerin abgestellt wird und im Verlauf der Serie auf eine Intrige stößt. Mehr will ich aber nicht verraten.

Wahlkampf

Ich bin dafür, den sogenannten Wahlkampf ersatzlos abzuschaffen und das Geld für sinnvollere Dinge auszugeben als dafür, die Bevölkerung zu verdummen. Anno 2017 wurden von den Parteien über 60 Millionen Euro für den damaligen Bundestagswahlkampf ausgegeben, wobei AfD und CSU keine Angaben zu den ihnen entstandenen Kosten machten.

Upcoming: „The Beauty“

Credits: „The Beauty“, Animationsinstitut, Filmakademie Baden-Württemberg

Der Animationsfilm „The Beauty“ von Pascal Schelbli hat gerade den Student Academy Award 2020 gewonnen. Ich werde zu diesem Film mit dem aktuellen Thema“ Plastikmüll in den Meeren“ in den kommenden Tagen einen Beitrag schreiben.

P. S.: Wie ich von der Filmakademie erfahren habe, wird „The Beauty“ erst Mitte Oktober online sein. Bis dahin bitte ich also noch um etwas Geduld.

Paradigmenwechsel

Gerade habe ich auf YouTube ein sehr interessantes Interview mit dem Philosophen Richard David Precht entdeckt, in dem es gleich zu Anfang heißt:

„Die Politiker-Generation, die wir haben – von wenigen Ausnahmen vielleicht abgesehen – traut sich nicht, wesentlich von dem Pfad abzuweichen, den die Politik bisher gegangen ist. … Wenn überall der Boden schwankt, dann sollte man doch eigentlich erwarten, daß die Politik anfängt, mutiger zu werden.“—Richard David Precht

Das ist auch mein Eindruck: Die Politiker sind zu feige, den dringend notwendigen gesellschaftlichen Umbau durchzuführen. Paradigmenwechsel? – Fehlanzeige!