Technische Dokumentation: Dia

Gerade habe ich den Diagramm-Editor Dia ausprobiert, den es kostenlos für Windows, Mac OS X und Linux gibt. Nachdem ich 1996/97 ein Jahr lang mit Visio gearbeitet habe, war ich doch gespannt, wie das Handling von Dia sein würde.

Ein Screenshot:

Dsa Interface von Dia 0.97

Von der Dia-Website:

„Dia Diagram Editor is free Open Source drawing software for Windows, Mac OS X and Linux. Dia supports more than 30 different diagram types like flowcharts, network diagrams, database models. More than a thousand readymade objects help to draw professional diagrams. Dia can read and write a number of different raster and vector image formats. Software developers and database specialists can use Dia as a CASE tool to generate code skeletons from their drawings. Dia can be scripted and extended using Python.“

Bei näherem Hinsehen war ich total überrascht, wie viele Shapes Dia in seiner Bibliothek hat – dem obigen Text zufolge über 1000. Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist das fehlende Anti-Aliasing, was sich besonders bei den Verbindungen zwischen den Shapes bemerkbar macht. Es ist jedoch möglich, Shapes per Copy & Paste in Inkscape zu importieren und dort weiterzubearbeiten.

Ein Test:

  1. Aus Dia direkt exportierte Shapes:
In Dia erstellte Shapes mit Aliasing (Export als PNG)

2. Aus Inkscape exportierte Shapes:

Von Dia in Inkscape importierte, dort weiterbearbeitete und anschließend als PNG exportierte Shapes

Fazit: Nicht so gut wie Visio, dafür kostenlos. Über den Umweg in Inkscape kann man/frau damit jedoch ebenfalls qualitativ hochwertige Diagramme erstellen.

Mißverständnis

Auf der Website von Chip.de wird unter anderem die Windows-Version von ImageMagick 7.0.10-20 zum Downloaden angeboten. Dann aber werden als Alternativen zu ImageMagick unter anderem der Gimp und Photoshop angeführt. Das beruht meiner Ansicht nach allerdings auf einem Mißverständnis: ImageMagick ist eben kein Bitmap-Editor im herkömmlichen Sinne, sondern eine Suite von Modulen zur teilweise hochkomplexen Modifizierung und Erstellung von Grafiken. Darüber hinaus lassen sich alle Funktionen mittels Scripts (Shell-Scripts oder BAT-Dateien) automatisieren.

Ein Beispiel:

#!/bin/bash
for file in *.jpg
 do convert $file -resize 550 -quality 90 resized-$file
done

Dieses Script verkleinert alle JPGs in einem gegebenen Verzeichnis bei einer Qualität von 90 auf eine Breite von 550 Pixeln. (Anm.: In ImageMagick 7.x convert durch das neue magick ersetzen.)

Und: Als „Nachteil“ wertet die Chip-Redaktion, daß viele Funktionen lediglich über Shell zur Verfügung stehen. Das ist imho aber gerade die Stärke von ImageMagick. Das GUI (Graphical User Interface; grafische Benutzeroberfläche) von ImageMagick (aufzurufen durch die Eingabe von display ohne Argumente) unterstützt nur sehr, sehr rudimentäre Funktionen.

MakeHuman

Über die Seite „Painting People“ von ImageMagick-User Snibgo habe ich die 3D-Software MakeHuman entdeckt, die mir so etwas wie „Poser“ oder „DAZ Studio“ zu sein scheint. MakeHuman gibt es für Windows und MacOS X. Für eine Einführung seht bitte „Documentation: What is MakeHuman?“.

Zitat:

„The MakeHuman project strives to provide a complete tool that allows for the management of all things needed to create realistic virtual humans.“

Weiterführender Link: Mein Beitrag „DAZ Studio“.

Perspektiven (2)

Habe bei der Medienwerkstatt des Stuttgarter Werkstatthauses angefragt, ob dort Interesse an einem Workshop „Grafik mit Open-Source-Software“ besteht. Ich spüre, daß ich Lust habe, so etwas zu versuchen. Mal sehen, wie das Feedback ist. Wenn es positiv ausfällt, müßte ich mich erst mal mit Windows 10 auseinandersetzen, was jedoch überhaupt kein Problem ist. Die einzige Herausforderung ist, die an sich für Linux geschriebenen Befehlszeilen für ImageMagick auf die Windows-Shell zu übertragen (siehe hier und hier).