Künstlerinnen und Künstler

Da ich so meine Schwierigkeiten habe, wenn sich jemand digitaler Künstler (engl.: digital artist) nennt, habe ich mal auf der Website des Duden nachgeschaut und dort folgende Definitionen gefunden:

Künstler: 1. Männliche Person, die [berufsmäßig] Kunstwerke hervorbringt oder darstellend, aufführend interpretiert. 2. Männliche Person, die auf einem Gebiet über besondere Fähigkeiten verfügt.

Künstlerin: Analog zu Künstler.

Kunstwerk: 1. Erzeugnis künstlerischen Schaffens. 2. Kunstvolles Gebilde.

Ok, insbesondere mit 2. (… die auf einem Gebiet über besondere Fähigkeiten verfügt) kann ich leben. Aber große Künstler? Gibt es die denn noch? Ich meine ja, daß wir uns derzeit in einer Phase der Stagnation befinden. So zeichnen sich meiner Wahrnehmung nach die sogenannten „digitalen Künstler“ durch mehr oder weniger oberflächliche Kreationen aus. Ich finde das sehr schade, wären doch mit digitaler Technik ganz andere Dinge möglich. Vielleicht kommt das ja noch; die digitale Technik steht ja erst am Anfang.

FMX 2023: Akkreditiert

Habe heute mein Presse-Ticket für die FMX 2023 bekommen und freue mich schon, wenn es am Nachmittag des 24. April um 14 Uhr losgeht. Werde auf jeden Fall bei DNEG vorbeischauen und mir den einen oder anderen Vortrag anhören. Und dann habe ich ja noch meine Sony Alpha 7, mit der ich jede Menge Fotos machen kann.

Pressebereich der FMX von außen © Copyright 2018 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Andy Warhol und Copyright

Zu diesem imho brisanten Thema ein „Judge Rules Fair Use in Photographer’s Copyright Case Against Andy Warhol“ betitelter Artikel bei PetaPixel. Beachtet bitte auch die Kommentare, u. a. von der betroffenen Fotografin Lynn Goldsmith. Der Hintergrund – kurz zusammengefaßt: Nach einer Klage von Lynn Goldsmith wegen angeblicher Copyright-Verletzung durch den renommierten Pop-Art-Künstler Andy Warhol entschied Bezirksrichter John G. Koeltl, daß die nach einem Prince-Foto enstandenen Siebdrucke von Andy Warhol als fair use anzusehen sind. Ich kann jedoch nicht verhehlen, daß meine ganzen Sympathien bei der Fotografin Lynn Goldsmith sind und ich das Vorgehen Warhols nicht akzeptabel finde.

Flóra Borsi

Vor etwa zwei Jahren – damals hatte ich noch mein englischsprachiges Blog artistic diary – habe ich die Arbeiten der ungarischen Fotokünstlerin Flóra Borsi entdeckt und hier vor allem ihre „Selfie“ betitelte Serie von Fotomontagen.

Ein Beispiel:

Flóra Borsi und Marilyn Monroe. © Copyright 2021 by Flóra Borsi. Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0.

Das ist wirklich gut gemacht – nur: Was fehlt, ist der Hinweis auf den Fotografen des Originals1. Ich habe Flóra Borsi also folgende Email geschrieben:

„Hello Flora,

I have a blog on photography & related subjects where I would like to publish the photo montage showing yourself & Marilyn Monroe. Would that be possible? And: Who owns the rights to the original photograph? Did you obtain permission to use it?

Claus“

Keine Antwort. Würde ein Richter wie im Falle von Andy Warhol das auch als fair use ansehen? Hmmm …

1 Der Fotograf war Earl Leaf.

Paul Debevec et al.: „Acquiring the Reflectance Field of a Human Face“ (2000)

Ok, das ist zugegebenermaßen sehr technisch, aber vielleicht gibt es doch den einen oder anderen Besucher, der etwas damit anfangen kann. Paul Debevec und seine Mitarbeiter haben anno 2000 eine Methode entwickelt, um Gesichter künstlich zu beleuchten.

Zitat:

„Wir stellen eine Methode vor, um das Reflexionsfeld eines menschlichen Gesichts zu erfassen und diese Messungen zu verwenden, um das Gesicht unter willkürlichen Änderungen der Beleuchtung und des Blickwinkels zu rendern. Wir erfassen zunächst Bilder des Gesichts von einer kleinen Gruppe von Blickwinkeln unter einer dichten Abtastung von einfallenden Beleuchtungsrichtungen unter Verwendung einer Lichtbühne. Wir konstruieren dann ein Reflexionsfunktionsbild für jedes beobachtete Bildpixel von seinen Werten über den Raum der Beleuchtungsrichtungen. Aus den Reflexionsfunktionen können wir direkt Bilder des Gesichts aus den ursprünglichen Blickwinkeln in jeder Form von abgetasteter oder berechneter Beleuchtung erzeugen. Um den Blickwinkel zu ändern, verwenden wir ein Hautreflexionsmodell, um das Auftreten der Reflexionsfunktionen für neue Blickwinkel abzuschätzen. Wir demonstrieren die Technik mit synthetischen Renderings des Gesichts einer Person unter neuartiger Beleuchtung und Blickwinkeln.“–Paul Debevec et al.

Ein paar Beispiele:

Ein und dasselbe Gesicht in fünf verschiedenen Beleuchtungssituationen. © Copyright 2000 by Paul Debevec et al. Mit freundlicher Genehmigung.

Es gibt sogar eine Demo-Software, die man downloaden kann und die für Windows oder Linux verfügbar ist. Bei mir1 ist das Programm aber leider nicht gestartet. Es gibt aber auch den Quellcode zum Herunterladen. Vielleicht klappt’s damit.

1 Unter Ubuntu MATE 22.04.

Schlaflos in Ludwigsburg (79)

Bin jetzt glücklich seit 2 Uhr wach – es ist inzwischen 04:38 Uhr – und habe schon vier Beiträge geschrieben. Muß bei Glenn Miller daran denken, daß seine Musik, obwohl – kaum faßbar – ca. 80 Jahre alt, mir so viel besser gefällt als das Gedudel, das momentan en vogue ist.

Glenn Miller. Photo: Public domain.

Habe mir einen Polfilter bestellt und hoffe, daß er auch auf meine Kamera paßt, ansonsten müßte ich ihn zurückschicken.

Habe von Pavel Kanzelsberger, dem Programmierer des Bildbearbeitungs-Programms Pixel Image Editor1 nichts mehr gehört. Dieses Programm lehnt(e) sich deutlich an Photoshop an, ist war aber auch für Linux verfügbar. Schade, ich hätte es gerne wieder installiert, zumal ich damals – 2005 – € 20,- für den Download bezahlt hatte.

Das Interface von Pixel Image Editor unter Ubuntu. Die Parallelen zu Photoshop sind unverkennbar.

Leider war dieses Programm nicht ganz ausgereift; die Ebenen haben, soweit ich mich erinnere, nicht richtig funktioniert.

Ich habe hier ja schon die Tatsache moniert, daß aktuelle Künstler nur selten mit digitalen Medien arbeiten. Habe nun einen amerikanischen Künstler entdeckt, der mit Photoshop arbeitet. Finde seine Sachen aber denkbar steril.

Habe dieses Blog interessehalber auf Französisch übersetzt. Ich möchte ja gern besser Französisch lernen, und das ist vielleicht ein Ansatz.

1 Bei Softonic gibt es einen Download für Windows.