Stagnation (2)

Ein wie ich finde entscheidender Faktor für die musikalische Stagnation, die wir gerade erleben, ist die Tatsache, daß die Künstler nicht mehr experimentieren, sondern auf Nummer Sicher gehen, auf „erprobte Formeln“ á la Max Martin setzen – was aber für jeden Fortschritt absolut tödlich ist. Man nehme nur das Gegenbeispiel der Beatles, die von Album zu Album immer ausgeklügeltere Ideen umgesetzt haben, von dem eingängigen, aber relativ unkomplizierten „She Loves You“ bis hin etwa zu „Revolver“ (1966) oder „Sgt. Pepper“ (1967). Das fehlt heutzutage eben.

The Velvet Underground & Nico

Wie ich auf der Website des „Rolling Stone“ lese, soll ein Velvet-Underground-Tribute-Album herauskommen, das Cover-Versionen der auf deren erster Platte „The Velvet Underground & Nico“ zu findenden Songs enthalten soll. Die Platte mit dem von Andy Warhol entworfenen Bananen-Cover zählt ja zu den einflußreichsten Alben der Pop-Geschichte.

Um einen Eindruck von dieser Platte zu vermitteln, hier ein Song von der Original-Version von 1967:

Tom DiCillo: „When You’re Strange“ (2009)

Jim Morrison. Still aus „When You’re Strange“ © Copyright 2009 by STUDIOCANAL. Mit freundlicher Genehmigung.

Die Doors-Dokumentation „When You’re Strange“ (2009) von Tom DiCillo geht anders als „Feast of Friends“ (1969), das eher eine von den Doors selbst produzierte Momentaufnahme ist, auf die Entstehungsgeschichte der Doors ein: wie sich Ray Manzarek und Jim Morrison am Strand treffen und wie Morrison Manzarek schließlich „Moonlight Drive“ vorsingt („Let’s swim to the moon …“). Viele Ausschnitte aus Konzerten, die meist Jim Morrison zeigen: wie er sich auf der Bühne wälzt, wie er (betrunken?) herumtorkelt, scheinbar unkontrolliert.

Die Doors werden immer bekannter, ihre Single „Light My Fire“, eine Auskopplung aus ihrem ersten, 1967 veröffentlichten Album „The Doors“, ein Nummer-1⁻Hit. Konzerte, eine Europa-Tournee, schließlich eine Tournee durch die USA. Das Ganze geht bis zu jenem unrühmlichen Konzert am 1. März 1969 nahe Miami, wo sich ein betrunkener Jim Morrison nach Aussagen der Polizei entblößt haben soll. Schlagzeuger John Densmore verneint dies jedoch. Morrison wird angeklagt und verurteilt, bleibt jedoch auf freiem Fuß und stirbt schließlich am 3. Juli 1971 in Paris, bevor das Urteil rechtskräftig wird.

Was bleibt, sind sechs Studioalben und das Live-Doppelalbum „Absolutely Live“, das der Band imho jedoch nicht wirklich gerecht wird. Acht aufeinanderfolgende goldene Schallplatten, 33 Millionen allein in den USA verkaufte Schallplatten, 100 Millionen weltweit.

Kurt Wehlte: „Werkstoffe und Techniken der Malerei“

Ich kann dieses Standardwerk jedem, der sich ernsthaft mit Malerei befaßt, nur wärmstens empfehlen. Leider ist der Preis inzwischen wirklich astronomisch. Da hilft m. E. nur der – u. U. wiederholte – Gang in die Bücherei, und wenn die das Buch nicht vorrätig hat, kann man/frau es sich ja auch per Fernleihe bestellen.

Abgekupfert

Als ich heute morgen bei meiner Nachbarin war, lief kurz vor halb acht in der „Morning Show“ des SWR3 auf einmal ein Stück1, bei dem ich sofort dachte: Das kenne ich doch!, nur um gleich darauf zu realisieren, daß das Stück verblüffende Ähnlichkeit mit „Time of the Season“ (1968) von den Zombies hatte. War das am Ende etwa eine Cover-Version? Aber nein, bei näherem Zuhören wurde mir bewußt, daß die einfach bei den Zombies abgekupfert hatten, und zwar nicht zu knapp. Fällt denen denn heutzutage gar nichts mehr ein?, frage ich mich da im Stillen. Ich habe ja für mich die These aufgestellt, daß wir uns derzeit – und nicht nur in der Pop-Musik – in einem kreativen Tief befinden (seht dazu auch folgenden Beitrag).

1 Wie ich dank der Playlist der „Morning Show“ herausgefunden habe, handelt es sich bei dem fraglichen Stück um „Give It To Me Right“ (2009) von Melanie Fiona. Etwas mehr dazu habe ich hier (englisch) entdeckt. Dabei ist es m. W. durchaus legal, soundso viele Sekunden aus einem anderen Stück zu sampeln. Ich erinnere mich vage an einen Rapper, der den Anfang von „For What It’s Worth“ von Buffalo Springfield – ähem – „gesampelt“ hat. „Abgekupfert“ ist ja so ein böses Wort. 😉

16:36 Uhr

Nach dem Gitarrenunterricht, den ich jeden Sonntagnachmittag einer Nachbarin gebe, höre ich auf YouTube „Brother, Where Are You“ (1967) von der Liverpooler Gruppe Remo Four. Im Gitarrenunterricht üben wir gerade „Wonderwall“ von Oasis, dessen Begleitrhythmus nicht ganz einfach ist. Außerdem hat mir meine Nachbarin auf ihrem Handy „Am I Wrong“ von Tiffany Alvord vorgespielt, ein Stück, das sie ebenfalls gerne lernen würde.

Jimi Hendrix

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund bin ich gerade auf „Third Stone From The Sun“ von Jimi Hendrix gekommen, ein, wie ich finde, sehr fortgeschrittenes Stück und mit das Beste, was Jimi Hendrix gemacht hat. Ende der Siebzigerjahre war ich ein großer Jimi-Hendrix-Fan. Inzwischen ist meine Begeisterung spürbar abgekühlt, was soweit geht, daß ich ihn – von ein paar Ausnahmen abgesehen – nicht mehr besonders leiden kann.