Neusprech

Bei dem Namen Bundesministerium der Verteidigung1 stellt sich der Eindruck ein, daß die Bundeswehr rein defensiv sei. Im Widerspruch dazu stehen aber der Angriffskrieg 1999 im Kosovo. Das wird gern unter den Teppich gekehrt. Ich kann mir nicht helfen, aber dazu fällt mir unwillkürlich George Orwells Neusprech (engl.: Newspeak) ein.

1 Die Amerikaner machen es genauso: Dort heißt es U. S. Department of Defense.

In der „Tagesschau“

In der heutigen Ausgabe der „Tagesschau“1 geht es unter anderem um die Koalitionsverhandlungen der Ampel.

„Ich bin mit vielen der erreichten Zwischenstände zufrieden.“–Michael Kellner von „Bündnis 90/Die Grünen“.

Kann das sein? Wie kann man sich nur so in die Tasche lügen? Das war jedenfalls das letzte Mal, daß ich grün gewählt habe.

1 An sich bin ich ja kein Fan der imho tendenziösen „Tagesschau“, aber man muß eben das nehmen, was man bekommt. Tendenziös – warum? Weil die „Tagesschau“ völlig unkritisch – das soll anscheinend „objektiv“ sein – und einseitig amerika-freundlich berichtet. Schade, daß in den Archiven keine Sendungen von 1999 zu finden sind. Es würde mich wirklich interessieren, ob die „Tagesschau“ vom Völkerrechtsbruch der NATO berichtet hat, als diese am 24. März den Kosovo angegriffen hat.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Zum Kosovo-Krieg“.

Zum Kosovo-Krieg

Am Abend des 24. März 1999 griff einen Allianz aus NATO-Kräften im Rahmen der Operation „Allied Force“ den Kosovo an. Zu diesem bis heute umstrittenen, weil nicht durch ein UN-Mandat gedeckten Eingreifen habe ich gleich mehrere Artikel entdeckt. Auf der Seite des „Deutschlandfunk“ ist „Der Tag, an dem die NATO eingriff“ zu finden.

Zitat:

„Auf jeden Fall war die Bombardierung völlig unnötig, besonders wenn man ihre Begründung berücksichtigt. Sie wissen selbst, dass diese ganze Kampagne keine Genehmigung der Vereinten Nationen hatte. Es ist bedauernswert, dass die 19 mächtigsten NATO-Länder ein kleines Serbien angreifen und hoch vom Himmel aus bombardieren, wo sie sie weder sehen noch hören können und nichts haben, womit sie sich verteidigen können.“–Ein ehemaliger, namentlich nicht genannter Berufsoffizier via „Deutschlandfunk“

Ein weiterer Artikel auf der Seite des MDR ist „Wie es zum Krieg im Kosovo kam“ betitelt.

Zitat:

„Am 24. März 1999 begannen die Luftangriffe der Nato auf die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro), die bis zum 10. Juni dauerten. Die Nato koordinierte ihre Aktionen im Kosovo mit der UCK1.“–Andrej Ivanji

Und noch – diesmal auf der Seite der „Süddeutschen“ – ein Artikel, der die Völkerrechtsproblematik dieses Einsatzes beleuchtet.

Zitat:

„Die Charta der Vereinten Nationen erlaubt Gewalt zwischen Staaten nur in zwei Fällen: zur Selbstverteidigung und nach einer Billigung durch den Sicherheitsrat. An beidem fehlte es in Kosovo, das seinerzeit zu Serbien gehörte.“–Stefan Ulrich

1 Die UCK (Kosovo-Befreiungsarmee) war von der NATO zuerst als Terroristen eingestuft worden.

„All Is Full Of Love“

Stills Courtesy of Glassworks, London. Reprinted with permission.

Das prämierte Video zu „All Is Full Of Love“ ist eine Kooperation von Björk, Chris Cunningham und Glassworks. Grundlage war ein B-Seiten-Mix der Björk-Komposition „All Is Full Of Love“ und nicht die auf der CD veröffentlichte Version. Dieses Video ist angesichts seiner klaren Bildsprache und den souverän integrierten Visual FX eines meiner Lieblingsvideos. (Ein anderes Video ist das – ebenfalls von Chris Cunninham gedrehte – Madonna-Video zu „Frozen“.)

Paul Debevec

Paul Debevec auf der fmx/09 © Copyright 2009 by FMX. Fotograf: Reiner Pfisterer.

Paul Debevec leistet in Kalifornien im Bereich High-end-Grafik Pionierarbeit. So hat er das in „The Matrix“ (1999) verwendete image-based rendering entwickelt.

Ein Beispiel:

Still aus „The Campanile Movie“ © Copyright 1997 by Paul Debevec. Mit freundlicher Genehmigung.

Ein – wenn nicht der – Schwerpunkt seiner Arbeit sind aber digitale Schauspieler.

Seht dazu auch hier:

Le Voudi (2)

Logo „Le Voudi“

An sich ist es nicht schwer, im Gimp – ich verwende Version 2.10.18 – so einen goldenen Schriftzug zu entwerfen. „Le Voui“ – das könnte ein französisches Feuinschmecker-Restaurant sein oder was-weiß-ich. Denkbar wäre evt. auch – ich weiß gar nicht, wie das im Deutschen heißt – eine sog. reflection map, eben ein Bild, das sich in der goldenen Oberfläche spiegelt.

Weiterführender Link:

Der Artikel „The Story of Reflection Mapping“ von Paul Debevec. Paul Debevec war u. a. bereits – soviel ich weiß, schon mehrfach – Sprecher auf der FMX und leistet in Kalifornien im Bereich der High-end-Grafik Pionierarbeit. So hat er – um nur ein Beispiel zu nennen – die Technik des image-based rendering entwickelt, die in „The Matrix“ (1999) für die Dachszene verwendet wurde.

Noch ein Fund: „steadycam“

Cover von „steadycam“ Nr. 29 (Anne Parillaud in „La Femme Nikita“). © Copyright 1990 by Gaumont. Mit freundlicher Genehmigung.

Als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, habe ich mal in der dortigen Stadtbücherei (die alte im Wilhemspalais) eine Filmzeitschrift entdeckt, die mich beim Lesen zusehends fasziniert hat. Der Titel dieser (leider nicht mehr existierenden) Zeitschrift lautete „steadycam“. Ich erinnere mich noch an einen Artikel ganz hinten im Heft, in dem es um Hollywood ging. Der Autor nannte den eben herausgekommenen Film „The Matrix“ (1999) den Hyperfilm. Na ja. Damals, als die Eindrücke noch frisch waren, war auch ich von „The Matrix“ begeistert; heute sieht das etwas anders aus. Jedenfalls wurde mir schnell klar, daß „steadycam“ von absoluten Filmbegeisterten gemacht wurde. Ich erinnere mich auch noch an die Ausgabe, die Sam Peckinpahs Klassiker „The Wild Bunch“ (1969) gewidmet war, wenn ich mich recht erinnere, mit tonnenweise Stills aus dem Film. Anläßlich der 50. Ausgabe von „steadycam“ habe ich nun einen 2007 in der „SZ“ erschienenen Artikel von Jürgen Schmieder entdeckt, der u. a etwas auf die Entstehungsgeschichte dieser Zeitschrift eingeht. Und zu meiner Überraschung existieren im Internet Archive noch Fragmente der „steadycam“-Website.

Unnötig

Im Dezember diesen Jahres soll die Fortsetzung der „Matrix-Trilogie herauskommen. Imho hätte man/frau sich das aber ruhig sparen können, gehört doch „The Matrix“ (1999) für mich zu den Filmen, die mir über die Jahre immer weniger gefallen. Was bleibt, sind eben die damals innovativen visual fx wie bullet time oder image-based rendering. Auf der anderen Seite sind da aber die bestenfalls mittelmäßigen Dialoge, ein hölzern spielender Keanu Reeves, der mich als Schauspieler noch nie richtig überzeugt hat, und ein vom Konzept her pseudophilosophischer Plot. Ich gebe zu, daß mich der erste Teil der bisher als Trilogie konzipierten „Matrix“-Filme, als er 1999 in die Kinos kam, beeindruckt hat. Mittlerweile kann ich – nach über zwanzig Jahren Abstand – „The Matrix“ aber nicht mehr sehen. Fazit: Auf den vierten Teil kann ich getrost verzichten. Und – bevor ich’s vergesse: Auf wiederholte Anfragen von mir hat mir Warner Bros. mitgeteilt, daß sie in Blogs keine Stills aus „The Matrix“ zu sehen wünschen – warum auch immer. Ein Nachhaken von mir blieb unbeantwortet.

03:01 Uhr

Wieder eine Absage vom Warner Bros. Dabei hatte ich mir das fast gedacht. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Schade. Na ja, bin eben sehr enttäuscht. Ich wollte zu dem Text, den ich gestern veröffentlicht habe, vier Stills aus „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) von Stanley Kubrick posten.

Will jetzt auch nicht wieder einschlafen, nachdem ich schon so viel geträumt habe.

Da es mir gerade an Inspiration fehlt, mache ich mir erst mal eine Milchkaffee und überlege dann, was ich um diese Zeit machen kann. Das mit Warner Bros. ist bereits das zweite Mal. Vor einem Jahr ging es um Stills aus „The Matrix“ (1999). Hat Warner Bros. generell etwas gegen Blogger? Keine Ahnung. Ich frage mich, ob ich da nachhaken soll, aber es ist imho fraglich, ob das was bringen würde.

Habe Warner Bros. nun doch eine Email geschrieben und warte auf Antwort.