Gimp und Photoshop

Ich weiß ja nicht, warum, aber es gibt Leute, die aus dem Gimp unbedingt Photoshop machen wollen. Dabei finde ich persönlich, der ich mit einem aus zwei Fenstern bestehenden Gimp 2.10.18 arbeite, das wunderbar flexibel. Ich möchte gar kein Photoshop-Interface. Zudem gibt es seit dem Gimp 2.10 den Einfenster-Modus, den man/frau mittels Fenster > Einfenster-Modus ein- und ausschalten kann.

Aus Gimp mach‘ Photoshop?

Wie komme ich nun darauf? Ich habe heute bei chip.de einen Artikel von Marvin Daab entdeckt, in dem der Autor einen Photoshop-Look für den Gimp propagiert. Etwas befremdlich: Es heißt da nicht der, sondern das Photoshop.

Ein Screenshot:

Screenshot © Copyright 2020 by CHIP Digital GmbH.

Hmm, was lese ich da? „Vollwertiges Photoshop“? Der Autor hat anscheinend noch nie mit der aktuellen Version Photoshop CC mit ihren ganzen Transformationswerkzeugen gearbeitet. Von CMYK-Unterstützung will ich gar nicht reden.

Gimp 2.10.18: Der Werkzeugkasten

Im Gimp 2.10.18 nie den Werkzeugkasten zumachen. Dann ist er nämlich beim nächsten Start weg und man/frau kann die ganzen Tabs neu einrichten, so wie hier:

Werkzeugkasten im Gimp 2.10.18 neu einrichten

Ok, mein Interface ist auf Englisch, aber Toolbox heißt auf Deutsch Werkzeugkasten und ergo Tool Options Werkzeugeinstellungen.

Wo fängt man/frau da aber an, wenn nur das Hauptfenster des Gimp vorhanden ist? Man/frau gehe unter Fenster > Neuer Werkzeugkasten. Dann ist schon mal ein wenn auch relativ schmaler Werkzeugkasten wieder vorhanden, den man/frau aber mit der Maus auseinanderziehen kann. Im zweiten Schritt geht es darum, die Reiter oder Tabs einzurichten. Dazu obern im Hauptfenster in der Menüleiste rechts unter Fenster > Andockbare Dialoge gehen und als erstes die Werkzeugeinstellungen anklicken. Dadurch entsteht ein zweites Fenster. Dann den Tab Werkzeugeinstellungen unten in die (noch) leere Fläche des Werkzeugkastens ziehen. Nach diesem Schema können die ganzen benötigten Tabs wieder in den Werkzeugkasten gezogen werden.

Und noch ein kleines Detail zum Werkzeugkasten. Die zugegebenermaßen winzigen schwarzen Dreiecke an einigen Icons bezeichnen sogenannte „Flyouts“ (siehe unten):

Flyout im Gimp 2.10.18

Flyouts sind, wie ich glaube ich schon erwähnt habe, dazu da, um mehrere Icons anzuzeigen. Beim Anklicken klappt das Icon (dessen Größe man/frau in Bearbeiten > Einstellungen > Interface > Icon-Theme ganz unten einstellen kann) auf und zeigt die verschiedenen Optionen an.

Weiterführender Link: „Werkzeugkasten wiederherstellen – so geht’s“ bei Chip.de.

Gimp 2.10.18: FX Foundry installieren

Menüpunkt ‚FX-Foundry‘ im Gimp 2.10.18

Das Paket FX Foundry für den Gimp besteht aus 116 Scripts und kann hier heruntergeladen werden (.tar.gz). Dann entpacken und in /usr/share/gimp/2.0/scripts/ kopieren. Anschließend den Gimp neu starten. Nun müßte, wenn alles gut geht, oben in der Menüleiste ein weiterer Menüpunkt FX-Foundry zu finden sein. Voilà!

Gimp 2.10.18: Resynthesizer-Plug-in

Noch im Gimp 2.8 war das Resynthesizer-Plug-in von Paul Harrison mitinstalliert. Ok, ich meine mich zu erinnern, daß es da für Ubuntu ein extra Paket gab, das man/frau mittels Synaptic installieren konnte. Jedenfalls konnte man/frau damit schicke Sachen machen. Es war nicht nur möglich, Objekte aus dem Bild zu entfernen, man/frau konnte auch sog. – ok, das ist jetzt englisch – near-linear textures erzeugen (hmm, wie übersetzt man/frau das am besten?), so wie hier:

Zwei Texturen: Links eine kachelbare (und etwas einförmig aussehende) Textur, rechts die near-linear texture.

Gute Nachricht: Dieses Plug-in gibt es auch für den Gimp 2.10.18 (siehe folgenden Thread). Nach dem Herunterladen entpacken und die vier Dateien unter Linux in $HOME/.config/GIMP/2.10/plug-ins/ abspeichern. Den Gimp neu starten. Nun sollte das Plug-in unter Filter > Abbilden > Resynthesize... zu finden sein.

Nach dem Aufruf bekommt man/frau folgendes Interface:

Interface des Resynthesizer-Plug-ins für den Gimp

Gimp 2.10.18: Das Textwerkzeug

Das sehr unkomfortable Textwerkzeug im Gimp 2.10.18

So gern ich auch mit dem Gimp arbeite – ich benutze die Version 2.10.18 -, so sehr stört mich das imho (???) sehr unkomfortable Textwerkzeug. Vorhin wollte ich zu einem Screenshot einen einfachen Text hinzufügen, und da ich dafür die Schrift Verdana nehmen wollte, gab ich diesen Namen also statt supersonic Thin ein. Das nütze aber nichts. Sobald ich den Text tippen wollte, sprang das Textwerkzeug aber wieder auf supersonic Thin um. Liebe Gimp-Entwickler, das muß doch nicht sein. 🙁

Bei anderen Programmen wie Photoshop ist das mit dem Textwerkzeug viel eleganter gelöst. Bei Photoshop z. B. wird der Text zuerst als Vektor gerendert und erst bei Bedarf in eine Bitmap umgewandelt. Auch rutscht das Textwerkzeug bei Photoshop nicht – wie mir da schon öfter beim Gimp passiert ist – aus dem Bild heraus, etwa so:

Wo ist das Textwerkzeug?

Gimp 2.10.18: Das Interface

Beim ersten Start des Gimp 2.10.18 wird man/frau mit einem aus drei Fenstern bestehenden Interface konfrontiert, etwa so:

3-Fenster-Modus des Gimp 2.10.18

Ich arbeite jedoch gern mit nur zwei Fenstern, was sich problemlos und intuitiv anpassen läßt. Dazu verschiebt man/frau das rechte Fenster in die Mitte:

Aus drei Fenstern zwei machen (1. Schritt)

Anschließend zieht man/frau die rot eingerahmten Icons einfach in die sogenannte Toolbox (Werkzeugkasten) ganz links:

Aus drei Fenstern zwei machen (2. Schritt)

Wenn man/frau fertig ist, sieht das dann ungefähr so aus:

Gimp 2.10.18 im 2-Fenster-Modus

Ich persönlich habe folgende Icons bzw. Reiter (Tabs) installiert:

  • Werkzeugeinstellungen
  • Ebenen
  • Kanäle
  • Pfade
  • Pinsel
  • Schriften (Fonts)
  • Dokumentenindex

Was ich vergessen habe: Der Gimp 2.10 hat insgesamt sechs verschiedene Icon-Themes und vier verschiedene Themes für das Interface; dazu kommt noch wahlweise der 3- bzw. Einfenster-Modus. Das ergibt insgesamt, wenn ich richtig gerechnet habe, 26 Möglichkeiten.

So dürfte der Gimp 2.10.18 beim allerersten Start aussehen. Ich habe in den Screenshots ganz oben meine Einstellungen verwendet, weil ich diese Themes bessser lesbar finde.

Und so sieht der Gimp 2.10.18 im Einfenster-Modus aus:

Der Gimp 2.10.18 im Einfenster-Modus

Auswählen kann man/frau diesen Modus über Fenster > Einfenster-Modus. Ob man/frau damit lieber arbeitet, ist eine Sache der persönlichen Präferenz. Ich finde zwei Fenster – und dazu mit farbigen Icons und hellem Theme – besser.

Es gibt, wie ich schon erwähnt habe, vier Themes für das Interface. Zu finden sind diese Optionen über Bearbeiten > Einstellungen > Interface. Die Themes heißen – die Namen sind auch im deutschsprachigen Interface auf Englisch:

  • Dark (Dunkel)
  • Gray (Grau)
  • Light (Hell)
  • System (das benutze ich)

Und die Icon-Themes:

  • Color (Farbe)
  • Legacy (das benutze ich; dieses Theme ist im Prinzip das Theme des Gimp 2.8)
  • Symbolic (Symbolisch)
  • Symbolic-High-Contrast (Symbolisch-Hoher-Kontrast)
  • Symbolic-Inverted (Symbolisch-Invertiert)
  • Symbolic-Inverted-High-Contrast (Symbolisch-Invertiert-Hoher-Kontrast)

Ok. Das Motto ist hier, denke ich : Einfach herumprobieren, bis es „paßt“. Ich habe hier die Bezeichnungen so gut es geht ins Deutsche übersetzt. Im Einzelfall kann die eine oder andere Einstellung vielleicht etwas anders heißen, aber ich denke, in den Grundzügen müßte es stimmen. „Legacy“ heißt beispielsweise „Erbe“. Das soll wohl ein Hinweis darauf sein, daß der Gimp 2.10 dieses Theme vom Gimp 2.8 „geerbt“ hat.

Wird fortgesetzt …

Beitrag zum Gimp 2.10.18

Angeregt durch diese Lesprobe aus „Gimp 2.10“ von Jürgen Wolf bin ich am Überlegen, ob ich nicht mal einen längeren Beitrag zum Gimp 2.10.18 schreiben soll. Hmmm, mal sehen.

  1. Teil: „Das Interface“. Das Ganze ist sozusagen work-in-progress. In loser Folge werde ich versuchen, den Einstieg in den Gimp etwas zu erleichtern.

Gimp 2.10: Nachtrag

In meinem letzten Beitrag über den Gimp 2.10 ist mir ein sachlicher Fehler unterlaufen. Ich habe einerseits im Text Flyouts erwähnt, oben in der Abbildung jedoch eine frühere Version vom Gimp 2.10 gezeigt, in der die Toolbox noch keine Flyouts hatte.

Hier also ein Screenshot vom aktuellen Gimp 2.10.18 – und mit Flyout:

Flyouts sind aufklappbare Fenster, in denen dem Benutzer eine Auswahl von verschiedenen Werkzeugen zur Verfügung steht. Ob ein Icon Flyouts hat, erkennt man an dem zugegebenermaßen winzigen schwarzen Dreieck rechts unterhalb des Icons.